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#1

Öffnung der GÜST Teltow-Kanal Bezirk Potsdam

in Grenztruppen der DDR 22.06.2016 09:53
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Hans-Dieter Behrendt

Erlebnisbericht über die Öffnung des Teltowkanals vom Westen her sowie der Grenzübergangsstellen Dreilinden und Kleinmachnow am 20. November 1981 für den zivilen Binnenschiffsgüterverkehr

Als Kaiser Wilhelm II. am 2. Juli 1906 die feierliche Eröffnung des 37,83 Kilometer langen Teltowkanal vornahm, ahnte er nichts von dem, was sich nach dem Zweiten Weltkrieg mit dem „Mauerbau“ und der Teilung Berlins ereignen sollte. Die Zufahrt zum Teltowkanal wurde von Potsdam her wurde am 13. August 1961 unterbrochen und markierte seitdem eine oft schwer durchschaubare Grenze, die manchmal in der Mitte des Kanals verlief, dann aber wieder auf dem Gebiet der DDR oder West-Berlins lag. Langersehnte Träume der Berliner Binnenschifffahrt auf eine Wiedereröffnung der Zugfahrt aus Potsdam zerstoben immer wieder. Lang war der Weg der Schiffe, wenn sie, aus der Bundesrepublik kommend, die Grenzübergangsstelle Nedlitz bei Potsdam passierten und dann erst nach einem ca. 45 Kilometer langen Umweg durch das Zentrum Berlins das Reiseziel in Lichterfelde erreichten. Damit verbunden waren Wartezeiten und Kontrollen, da diese Fahrtroute nicht dem Transitabkommen zugeordnet werden konnte. Nach vielen ergebnislosen Versuchen kam es dann am 16. November 1978 zum Abschluss der Verhandlungen zwischen der Regierung der DDR und dem Westberliner Senat über Baumaßnahmen zur Öffnung des Teltow-Kanals, sie waren nach Vorstellungen der DDR bis zum 20. November 1981 abzuschließen. Für die Festlegungen des Verkehrs-kontroll- und Abfertigungsregimes spielten nachstehende Grundgedanken der DDR eine wichtige Rolle:

1. Die Öffnung des Teltow –Kanals erfolgt für den zivilen Binnenschiffsgüterverkehr aller Staaten und Westberlins. Damit wird ein durchgehender grenzüberschreitender Verkehr in beiden Richtungen ermöglicht. Der Kanal kann auch von Binnenschiffen der DDR im Rahmen einer rationelleren Transportabwicklung genutzt werden.
2. Es wird Wert darauf gelegt, bei der Gestaltung des Verkehrsregimes von den Rechten und Pflichten der DDR auszugehen. Der Verkehr ist nach den Rechtsvorschriften der DDR, insbesondere der Binnenwasserstraßen-Verkehrsordnung der DDR, abzuwickeln.
3. Mit der Öffnung des Teltow-Kanals sind sicherheits- und. Verkehrspolitische sowie ökonomischen Interessen der DDR zu wahren.
4. Auf jedem Fall sind Versuche der Westberliner Seite zurückzuweisen, sich in Zuständigkeiten bezüglich des Teltow-Kanal anzumaßen.

Damit verbunden war auch die Regelung des Verkehrs von Binnengüterschiffen der BRD und West-Berlins über die Schleuse Kleinmachnow nach Westberlin und zurück, der sogenannte Hufeisenverkehr. Der Fahrgastschiffs- und Sportbootverkehr wurde nicht zugelassen. Die Markierung des Fahrwassers im Griebnitzsee erfolgte durch die DDR, welche die genaue Lage und den Termin der Auslegens der Bojen bestimmte.

Der Öffnung des Teltow-Kanals stand nun nichts mehr im Wege. Damit war ein durchgehender grenzüberschreitender Verkehr zwischen Berlin und Potsdam in beiden Richtungen ermöglicht. Für den Binnenschiffsgüterverkehr der DDR, anderer Staaten und Westberlins im Wechsel - und Transitgüterverkehr (von und nach der BRD, VR Polen und CSSR, sowie von Westberlin nach Westberlin) ergab sich günstigere Transportbedingungen. Der Westberliner Senat übernahm für dieses Bauvorhaben, einschließlich der Grenzübergangsstellen die Kosten von 70 Mio. DM. Die Bauarbeiten durch die DDR verliefen planmäßig und umfassten Maßnahmen der Munitionsbergung, das Ausbaggern von Untiefen der Wasserstraße, Baumaßnahmen an der Kleinmachnower Schleuse sowie die Errichtung von zwei Grenzübergangsstellen (GÜSTen. Von der Errichtung einer dritten Grenzübergangsstelle im Bereich von Klein Glienicke wurde nach langen „Kämpfen“ abgesehen. Die Regulierung des Verkehrs erfolgte dann dort mit einer Ampel.
Mit der Öffnung des Teltow-Kanals wären der DDR jährlich Einnahmeverluste von ca. 450 TDM infolge der Verkürzung der Fahrwege entstanden. Dies wurde durch Tarifveränderungen der Schifffahrtsabgaben für das Befahren des Teltow - Kanals ausgeglichen, indem die Tarifsätze um 90% erhöht wurden. Zur Durchsetzung der Rechtsvorschriften der DDR und zur Bearbeitung von Havarien wurden auf DDR - Teilabschnitten dieser Wasserstraße und den vorgelagerten Gewässern Angehörige der Wasserschutzpolizei mit Booten eingesetzt. Die Aufsichtstätigkeit des Wasserstraßenhauptamtes Berlin wurde in gleicher Weise wirksam, wie auf den übrigen in Westberlin gelegenen Wasserstraßen.

Die Binnenwasserstraßen-Grenzübergangsstelle Dreilinden hatte eine Länge von 650 m und eine Breite von 120 m und lag in der Gemarkung Kleinmachnow, Ortsteil Dreilinden. In unmittelbarer Nähe befand sich an der Autobahn die Grenzübergangsstelle Drewitz, welche die Größte in der DDR war. Sie überquerte in Sichtweite der Grenzübergangsstelle Dreilinden den Teltow-Kanal. Die Binnenwasserstraßen-Grenzübergangsstelle Kleinmachnow lag zwischen den Orten Kleinmachnow und Teltow und war an beiden Seiten teilweise oder gänzlich bebaut Diese Grenzübergangsstelle hatte eine Länge von 600 m und eine durchschnittliche Breite von 100 bis 150 m.
Zwecks rationeller Abfertigung wurden die Abfertigungseinrichtungen, Laufstege und Dalben nur an jeweils einer Seite der Grenzübergangsstellen angeordnet. Die Nutzung des jeweils anderen Ufers hätte das benötigte Territorium zwar verkürzt, aber den Einsatz eines Bootes zum Transport der Kontrollgruppe des Zolls und der Passkontrolle bedurft. Diese Kontrollgruppe bestand aus einem Passkontrolleur und drei Mitarbeiter des Grenzzollamtes, welche die Kontrolle mit einem Diensthund vornahmen.

Im Rahmen einer Unterredung zwischen dem Beauftragten der Regierung der DDR, Botschafter Dr. Müller, und dem Beauftragten des Westberliner Senats, Senatsrat Gerhard Kunze, am 10. November 1981 im Rathaus Schöneberg wurde vom DDR - Vertreter mitgeteilt, dass die DDR den Teltow - Kanal am 20. November 1981 für den zivilen Binnenschiffsgüterverkehr öffnet. Es wurde gleichzeitig über das festgelegte Verkehrsregime informiert und darum ersucht, dass diese Regelungen strikt eingehalten werden. Eine offizielle Einweihungsfeier seitens der DDR war, im Gegensatz zu den Feierlichkeiten in Berlin-West nicht vorgesehen. Den DDR-Organen wurde im Vorfeld der Eröffnung rechtzeitig bekannt, dass der Schiffsführer des Tankmotorschiffs (TMS) „Lichterfelde“, Armin Kunze, von seiner Reederei den Auftrag erhielt, mit dem TMS „Steglitz“ als erster den Teltow Kanal zu befahren. Diese TMS sind aus der Bundesrepublik kommend, am 19. November 1981 an der GÜST Nedlitz abgefertigt worden und gingen im unmittelbaren Bereich der Glienicker Brücke auf Westberliner Gebiet vor Anker. Zu ihnen gesellten sich im Verlauf des Tages weitere Tank - und Motorschiffe. Um 7.40 Uhr legte ein Polizeiboot der Westberliner Polizei von der Anlegestelle der Glienicker Brücke ab und fuhr zum MS „Josephine“. Dort erfolgte ein Gespräch mit dem Schiffsführer. Als um 8.00 Uhr durch Grün-Schaltung der Ampelanlagen die Einfahrt in den Teltow - Kanals freigegeben wurde, passierte das TMS „Lichterfelde“ dann als erstes gegen 8.15 Uhr die Glienicker Brücke der Einheit in Richtung der GÜST Dreilinden.

Bei Kohlhasenbrück, auf Westberliner Gebiet des Teltow Kanals, erfolgte der Empfang des Konvois und eine Begrüßung des TMS „Lichterfelde" anlässlich der Wiedereröffnung des Kanals. Der Westberliner Senat hatte dazu eine Feierstunde organisiert, auf der Wirtschaftssenator Pieroth und Minister Blüm vertreten waren. Gegen 10.12 Uhr erschien das TMS „Lichterfelde“ nach Unterquerung der Kolonnenwegbrücke und Durchfahrt der Wassersperre an der GÜST Dreilinden, zur Abfertigung und Weiterfahrt in Richtung der GÜST Kleinmachnow.
Auf Westberliner Gebiet war ein Herr Karl Besser aus Bremen zugestiegen, in der Bordliste als Schiffsführer eingetragen. In Wirklichkeit handelte es sich um den Inspektor der Reederei Dettmer u. Co., welcher wohl den Auftrag erhalten hatte, diesen historischen Moment beizuwohnen. Obwohl nach der Rechtslage der DDR diese Änderung nicht statthaft war, erfolgte dennoch nach telefonischen Konsultationen mit dem Arbeitsbereich Passkontrolle der DDR in Berlin die Abfertigung nach den rechtlichen Bestimmungen der DDR.

Wider Erwarten kam es an der GÜST Kleinmachnow zu einer Havarie an dem Wassersperrelement, als dieses durch den Posten der Grenztruppe geöffnet werden sollte, um den Verkehr aus Berlin freizugeben. Am Vortag war um 23.30 Uhr die letzte Funktionsprobe dieser Sperre erfolgt. Es handelte sich um eine Vorrichtung aus Metall, welche mittels Hydraulik klappbar war, um die Durchfahrt zusperren oder freizugeben. Es gab zahlreiche Nachfragen über die Ursachen dieses Fehlers, die erst durch Spezialisten geklärt werden konnten. Der Haltaustaster (Klingelknopfprinzip ohne Leuchte) hatte sich bei der Bedienung durch einen technischen Defekt nicht geschlossen. Nach Behebung des Schadens konnte das TMS „Burmeister“ etwas verspätet in die GÜST einschwimmen. Es kam an beiden GÜSten zu durchschnittlichen Abfertigungszeiten von ca. 10 Minuten je Schiff, während für den Schleusungsvorgang an der Schleuse Kleinmachnow ein TMS aber ca. 30 Minuten benötigte. Dort gab es gelegentlich einen Rückstau der Schiffe. Die erwarteten positiven Aspekte für den Schiffsverkehr sind dennoch voll eingetreten. Alle Schiffe mussten nun auf ihrem Weg den Bereich der Glienicker Brücke passieren und eröffneten ihren Besuchern auf Westberliner Seite völlig neue, abwechslungsreiche Gesichtspunkte. Damit wurde ein weiterer Schritt für die Normalisierung der Beziehungen zwischen beiden deutschen Staaten getan.
Ein neuer Höhepunkt sollte sich mit der Fahrt eines Niederländischen Schiffskonvois zum Berlin Jubiläum 1987 ergeben. Wasserspiele und ein Wasserkorso waren zur 750 Jahr Feier in Ost und Westberlin angesagt. Dazu wurde ein niederländischer Schiffskonvoi zur Teilnahme erwartet. Der Grenzübertritt an der Westgrenze erfolgte am 19.Juli 1987 über die Grenzübergangsstelle Buchhorst mit 27 und über die GÜST Cumlosen mit 2 Motor - und Segelschiffen. Der Konvoi traf in den Abendstunden im Vorfeld der GÜSt Nedlitz ein, um dann in den Mittagsstunden des 22.Juli.1987 zur Abfertigung einzulaufen. Es erfolgte dort die Zusammenstellung von zwei Verbänden: 17 Schiffe fuhren auf direkten Weg nach Westberlin, während 12 Schiffe den Teltow-Kanal nutzten. Dazu mussten sie die Glienicker Brücke passieren. Der imposante Anblick der malerischen Schiffe war von der Brücke und unmittelbar von der Kampffmeyer - Villa wahrzunehmen.
Beide Konvois wurden durch Lotsen begleitet bzw. durch Schlepper der Binnenreederei der DDR geschleppt. In Berlin wurden diese Schiffe mit viel Beifall empfangen und trugen zur Umrahmung der Veranstaltungen in Ost und West teil. Die Rückreise nach den Niederlanden erfolgte dann am 03. August1987 über die GÜSt Nedlitz, ohne den Teltow Kanal zu nutzen.

Nach der Maueröffnung im November 1989 kam es dann am 3. März 1990 zu einer Generalprobe für den Fahrgastschiffsverkehr zwischen Potsdam und Berlin Wannsee und ab 1. April 1990 nutzten Tausende Wassersportler von Hüben und Drüben die Möglichkeit mit ihren Sportbooten die Gegend zu erkunden. Ab 13. April 1990 erfolgte planmäßig die Aufnahme des Fahrgastschiffsverkehrs. Zur Einstellung aller Kontrollen kam es dann mit Inkrafttreten des Staatsvertrages zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik am 30. Juni 1990 zur Einstellung aller Ma0nahmen der Grenzüberwachung und Kontrollen des grenzüberschreitenden Personenverkehrs.


Hans-Dieter Behrendt


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#2

RE: Öffnung der GÜST Teltow-Kanal Bezirk Potsdam

in Grenztruppen der DDR 22.06.2016 10:40
von Fritze (gelöscht)
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Lieber Hans Dieter , danke für Deinen umfangreichen Bericht , welcher sehr interessant zu lesen ist !

MfG Fritze


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#3

RE: Öffnung der GÜST Teltow-Kanal Bezirk Potsdam

in Grenztruppen der DDR 22.06.2016 15:39
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Kann mich noch an die Wiedereröffnung des Teltowkanals erinnern habe zu dieser Zeit im betreffenden Grenzabschnitt Dienst getan.


VG Hubi



PKE und damals wars haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#4

RE: Öffnung der GÜST Teltow-Kanal Bezirk Potsdam

in Grenztruppen der DDR 22.06.2016 18:07
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Danke @PKE für deinen erinnernden Beitrag!

Wimre fuhren die niederländischen Zeesenboote, die mit den roten Segeln, welche in WB an der dortigen Feierlichkeit teilgenommen hatten auch über die Güst Britzer Zweigkanal von Westberlin nach Berlin(DDR). Sie verspäteten sich, wimre waren sie für die Frühschicht avisiert, sodass sie trotz eigentlicher Güst-Schließzeit ab 20.00 Uhr, dennoch abgefertigt wurden damit sie am Bootskorso am nächsten Tag teilnehmen konnten.


PKE hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 22.06.2016 19:38 | nach oben springen

#5

RE: Öffnung der GÜST Teltow-Kanal Bezirk Potsdam

in Grenztruppen der DDR 22.06.2016 19:36
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Vielen Dank für die Mühe zu diesem sachlichen Bericht.


"Es gibt nur zwei Männer, denen ich vertraue: Der eine bin ich - der andere nicht Sie ... !" (Cameron Poe)
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#6

RE: Öffnung der GÜST Teltow-Kanal Bezirk Potsdam

in Grenztruppen der DDR 22.06.2016 20:02
von damals wars | 13.816 Beiträge | 3794 Punkte
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Danke @PKE, damit haben sich viele Fragen geklärt, die ich seid damals betreffs des Schiffsverkehrs hatte.
Gerade der Postenpunkt am Griebnitzsee war in den Sommermonaten sehr begehrt, und wie zufällig hatte
auch der Posten immer ein DF
Die Tonnen, die den Grenzverlauf kennzeichneten,hatten nur symbolischen Wert, die Goldkettchen fuhren Slalom.
die Ruderer fuhren auch stoisch geradeaus, und niemand kam auf die Idee, sie zu versenken!
Deine Ausführungen haben historischen Wert, das macht das Forum so wertvoll.
Weiss noch jemand, welche Sicherheitsvorkehrungen es für den Brandfall gab, so ein brennendes Tankschiff hätte ja ganze Waldgebiete und Siedlungen in Brand stecken können?


Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
https://www.youtube.com/watch?v=PtKJFmypYJ4


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#7

RE: Öffnung der GÜST Teltow-Kanal Bezirk Potsdam

in Grenztruppen der DDR 01.11.2016 19:11
von PKE | 155 Beiträge | 76 Punkte
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Herzlichen Dank auf Eure Reaktion, hat mich sehr gefreut. Hans-Dieter


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#8

RE: Öffnung der GÜST Teltow-Kanal Bezirk Potsdam

in Grenztruppen der DDR 07.01.2017 13:47
von EIL-Radler | 24 Beiträge | 62 Punkte
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Hallo Hans-Dieter,
Ich bin hier zum Thema etwas spät dran, auch weil ich nicht so oft im Forum bin.
Ich habe mir Dein Buch „Im Schatten der Agentenbrücke“ zugelegt. Da hast Du ja die Öffnung des Teltowkanals für den Schiffsverkehr ausführlich und sehr gut beschrieben.
Ich war 1970 / 71, also nur 1 Jahr in diesem Bereich. Der Schiffsverkehr lief damals ausschließlich durch die Bertinienge (GÜST Nedlitz) und dann durch den Jungfernsee Havelaufwärts (Wannsee).
Ich konnte mir zu damaliger Zeit beim besten Willen nicht vorstellen, dass jemals ein Frachter, Tanker oder ein Fahrgastschiff wieder durch den Griebnitzsee schippern würde. Der Griebnitzsee hatte in diesem Zeitraum eine so geringe Wassertiefe (jedenfalls im DDR-Gewässerteil > der südwestliche), weil er erheblich verschlammt war. Wir konnten mit unseren Bootsstaken, die ca. 3 m lang waren, die Schlammschicht gut ertasten. Durch die Strömung konnten diese Sedimente nicht angeschwemmt werden, denn es gab fast keine, diese verläuft durch den Wannsee – Jungfernsee - Babelsberger Enge-Potsdam …
Die wahrscheinlichste Ursache der Verschlammung ist sicherlich die Existenz des bewaldetes Territoriums zwischen Griebnitzsee und Königstraße. Jeweils im Herbst wurden sowohl durch Wind als auch durch Oberflächenwasser (abschüssiges Gelände von der Königstraße zum Griebnitzsee) große Mengen an Laub in den See verfrachtet. Wir haben das auch im Herbst 1970 gut verfolgen können. Wie Hubi in einem Kommentar zu einem Bild vom Griebnitzsee in meiner Galerie schrieb: Im Winter feucht, kalt und oft neblig > wie wahr!
Am Tag der Einheit 2016 war ich dann nach 46 Jahren wieder mal auf diesen Gewässern. Jürgen, der „1941ziger“ hatte mich überredet, mal eine Bootstour auf den Berlin- / Potsdamer- / Brandenburger Gewässern in Angriff zu nehmen. Er charterte eine Yacht und wir schwammen dann eine knappe Woche auf den Gewässern. Im Rahmen unseres Tourenplanes schipperten wir am TdDE u.a. durch den gesamten Teltowkanal aus der Dahme in Köpenick in den Griebnitzsee. Das waren nach meinen bescheidenen nautischen Berechnungen = 34,4 km von unserem gesamten Tagespensum (72 km).Oftmals fuhren wir genau auf der Grenzlinie. Imposant war dann das Durchfahren der wunderschönen Schleuse Kleinmachnow.
Hier mal unsere Ausfahrt nach dem Abstieg:

In kurzer Entfernung nach der Schleuse haben wir dann am nördlichen Ufer des Kanals ein uns allen bekanntes Bauwerk gesichtet. Heute durch Umbau leicht verändert, aber die quadratische Form, die Abmaße und der Standort können seinen ehemaligen Zweck nicht verheimlichen. War so im Bereich Albrechts Teerofen. Hubi meinte, es wäre ein Überbleibsel der ehemaligen Wasser-GÜST. Heute ist dort ein kleiner Campingplatz. Vielleicht wacht dort heute der Campingplatz-Sheriff „übers Janze“.

Soweit einmal ein Beitrag zum Teltowkanal / Griebnitzsee, was ich so aus meiner Sicht dazu beibringen kann.

Willi



1941ziger, PKE, vs1400, schulzi und diefenbaker haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 07.01.2017 13:55 | nach oben springen

#9

RE: Öffnung der GÜST Teltow-Kanal Bezirk Potsdam

in Grenztruppen der DDR 07.01.2017 15:35
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Der Kanal heute als Wasserstraße.........auch er war interessant zu fahren.


Die veröffentlichte Meinung ist nicht die Öffentliche.


PKE, vs1400 und diefenbaker haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#10

RE: Öffnung der GÜST Teltow-Kanal Bezirk Potsdam

in Grenztruppen der DDR 07.01.2017 17:16
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In dem Turm war nach der Wende ein Cafe drin. War lange nicht mehr dort.

Hatte es schon mal an anderer Stelle beschrieben: Als Ruderer aus West-Berlin haben ein Kumpel und ich den Schiffsübergang im Frühjahr 90 "geöffnet", indem wir an den damals dort vorhandenen Frachtschiff-Plattformen angelegt haben und darauf ein Picknick veranstaltet haben. Die Grenzer sind aber ganz entspannt geblieben.

Das war damals noch nicht normal: Beim Überrudern der Grenze Richtung Potsdam musste man hinter der Glienicker Brücke im Ruderboot pro Person ein "Dokument" hoch halten (ohne Kontrolle, nur aus der Ferne), das haben solche GT-Genossen am Ufer damals immer noch ernsthaft verlangt. In der einen Villa dort war offenbar ihr "Nest". Und am Teltowkanalufer in Teltow stand noch im späten Frühjahr 90 auf dem Land-Todestreifen der "allerletzte Grenzer" (schon etwas älter und dicker) und hat tapfer den Todestreifen vor Radfahrern "verteidigt", die damals West-Berlin darauf umrundet haben. Der wurde unfreiwillig zur Sehenswürdigkeit.



diefenbaker und PKE haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 07.01.2017 17:30 | nach oben springen

#11

RE: Öffnung der GÜST Teltow-Kanal Bezirk Potsdam

in Grenztruppen der DDR 07.01.2017 20:32
von EIL-Radler | 24 Beiträge | 62 Punkte
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Nun hat sich der Käpt'n auch zu Wort gemeldet.
Danke Jürgen. Danke auch dem Harzwander für die Erinnerungen im Zeitpunkt der Grenzöffnung. Und für allem danke, dass unser PKE das Geschehen auch noch mit Interesse verfolgt.
Hier mal noch mal 3 Bilder aus dem Kanal:
Die Einfahrt aus der Dahme in den Teltowkanal (es geht links weg):

Nach kurzer Wegstrecke erschien am rechten Ufer der Auditurm:

Und am Ende des Kanals zweigte dann der Griebnitzkanal (ehemals Prinz-Leopold Kanal) rechts ab (im Bild oben), als kürzeste Verbindung zum Wannsee:

Für uns ging's links in den Griebnitzsee, vorbei an Klein Glienicke, durch die BE zum Yachthafen Potsdam
Soweit mal in Bild-Kurzfassung ein paar unserer "Kanalerinnerungen".
Jürgen und Willi



Harzwanderer, 1941ziger, diefenbaker und PKE haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#12

RE: Öffnung der GÜST Teltow-Kanal Bezirk Potsdam

in Grenztruppen der DDR 08.01.2017 01:08
von 1941ziger | 1.266 Beiträge | 943 Punkte
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Dank des guten Navigators war die Strecke interessant und gut zu fahren.


Die veröffentlichte Meinung ist nicht die Öffentliche.


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