Erste Stunden nach erfolgreichem Grenzdurchbruch (Flucht)

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10.04.2016 13:34 (zuletzt bearbeitet: 10.04.2016 13:36)
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#91
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Aber bei Keiler sieht das ja schon fast so aus wie bewusste Übermittlung von Nachrichten an den Klassenfeind !!! Wie bei Gartenschläger auch .
Aber anderes Thema .

B208


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10.04.2016 14:35
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#92
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Aber diese ganzen Infois, was alles vom Mast "Helberg" mitgehört wurde kjamn sich erst in den 90erJahren raus. Nee, das war sicher keine Absicht.


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10.04.2016 15:44 (zuletzt bearbeitet: 10.04.2016 15:52)
#93
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...kann ich nur bestätigen, wenn's hektisch wurde hat schon mal der eine oder andere die Funkdiziplin vergessen. Mein Oberstabsmeister war mal war auf dem Rückweg von Bad Bramstedt, als wir in Grenznähe ostw. Eichholz ein großen Feuer gemeldet bekamen. Ansicht nichts weltbewegendes...aber wenn man im fahrenden Auto aufgrund der "tollen" Funkverbindungen nur die Hälfte versteht und ansonsten auch nicht gerade die Geduld in Person ist...so kam dann plötzlich mein voller Name im Funk mit der Weisung sofort Bericht zu erstatten.
Da habe ich dann aber nur beantwortet: "Wahren Sie Funkdiziplin". Hat er auch verstanden...das nur dazu , das auch mal das eine oder andere Falsche über Funk rausging.
Vorherige Frage nach den Fragen von Flüchtlingen:
Diese kamen nur SEHR vorsichtig. Irgendwie hatte man immer den Eindruck, das - gerade bei Uniformierten - die glaubten, dass wir plötzlich von nett auf böse umschalteten. Wir mussten da sehr langsam machen. Die meisten Fragen gingen ums Thema: Was wird mit mir ?
Ich habe festgestellt, dass Sachlichkeit, Ehrlichkeit und Respekt dem Flüchtling gegenüber immer hilfreich war.
Und wenn wirklich irgendeiner dabei war, der was herausfinden sollte.....ich hoffe er oder sie hat den Auftrag erfüllt.
Zu der Frage, das Fluchten auch mal nicht bemerkt wurde:
Aber sicher, bei uns hat mal die Autobahnpolizei Scharbeutz einen auf der BAB zwischen Lübeck und Neustadt/Holstein gefunden...zu Fuss in Richtung Süden. Andere sind bestimmt auch an uns vorbei und haben sich dann irgendwann mal bei Verwandten bei der Polizei gemeldet.


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10.04.2016 15:49
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#94
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Mich interessiert bei dieser Problematik die Meinung über den Sachverhalt der Fahnenflucht, wie die Angehörigen der westlichen Grenzbeamten
(Zoll, BGS, Grenzpolizei) darüber denken. Ist die Fahnenflucht von ehemaligen Grenzern, NVA - Angehörige, Volkspolizisten u.a. Einheiten der
DDR- Sicherheitsorgane, dadurch gerechtfertigt, weil sie den Unrechtsstaat nicht mehr unterstützen wollten, obwohl es bei diesem Tatbestand der Fahnenflucht Tote und Verletzte auf DDR-Seite gab. Fakt ist, dass Fahnenflucht in allen Ländern und Staaten eine Straftat ist und unter Strafe, bis
zum Todesurteil, gestellt ist


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10.04.2016 16:05
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#95
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Über die strafrechtlichen Folgen der Flucht von GT Angehörigen habe ich mir nur Gedanken gemacht. Das Thema ,Fahnenflucht" wurde auch nie diskutiert. Der Flüchtling wurde befragt,versorgt und auf die Reise geschickt. Allein, ohne Begleitung, allerdings auch ohne Hilfe, dies kann vielleicht ein Problem gewesen sein für den zivilen Flüchtling, der Uniformierte wurde ja in Hamburg betreut (jedenfalls für Fälle in SH).


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10.04.2016 16:06 (zuletzt bearbeitet: 10.04.2016 16:08)
#96
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Hallo grenzerhans,
klingt jetzt vielleicht für Dich hart, aber die Problematik einer Fahnenflucht hat mich bei der Erstaufnahme überhaupt nicht interessiert. Wir haben alle "Begleitumstände" (Beobachtungen an der Übertrittsstelle) und alle erfragten Informationen dem BND bei Übergabe oder über den Umweg Grenzschutzkommando weitergegeben und das wars.
Die Erforschung einer Straftat nach DDR-Straf-/ oder Militärgesetz war dem BGS nicht auferlegt...also keine Maßnahmen.
Und jetzt ganz klar: Mir war's "wurscht.
Alles vor dem offiziellen Hintergrund dass für uns die DDR kein anerkannter Staat war!


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10.04.2016 16:10
#97
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Beamte, die in ihrer Ansicht auf der Linie von Parlament und der Bundesregierung lagen, vertraten wohl die Meinung, dass die DDR ein Unrechtsstaat war und die Sicherheitskräfte der DDR einzig und allein dem Erhalt und dem Fortbestand der Unterdrückung und Unrechtssituation der deutschen Teilung dienten. Sich einem solchen Staat und ihren Unterdrückungsorganen zu entziehen, konnte kein Verbrechen sein.
Theo


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10.04.2016 16:13 (zuletzt bearbeitet: 10.04.2016 16:37)
#98
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...genau so wurde es mir von der Schule aus beigebracht und meine BGS-Ausbilder haben es -teilweise- fortgesetzt.
Ich selbst habe darüber differenzierter gedacht, aber auch für mich war mal um 17:00 Uhr Feierabend.
Ich weiß, dass auch viele meiner jüngeren Kollegen mit der "Kriegsgeneration" imBGS nichts mehr anfangen konnten.
Wenn unsere Oberstabsmeister mal wieder gefeiert hatten war wieder das Programm "Opa erzählt Krieg" angesagt.
Fast jeden Donnerstag "durfte" ich meinen Oberstabsmeister zur nachmittäglichen "Kaffee-Cognac" Runde begleiten. Ich hab's gehasst.
Aber wie ich oben geschrieben habe...auch wir hatten eine Hirachie!


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10.04.2016 16:37
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#99
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Ich bin keinem Anderen User böse, wenn er eine andere Meinung hat, solange diese nicht beleidigend oder herabwürdigend zum
Ausdruck gebracht wird.
Aber nochmals zum Thema.
In Königsbrück (an der B 97) habe ich einen Bekannten, der 1959 als damaliger Grenzpolizist, in den
"Westen abgehauen" ist.
Er ist 1968 in die DDR zurück gekommen.Er hatte bei einem Bauern auf dem Hof gearbeitet. Als bekannt wurde, dass er aus der DDR stammt, hat er seit diesem Zeitpunkt kein Fuß mehr auf den Boden bekommen (Teil eines Sprichwortes)
Das war der Hintergrund meiner Frage an die ehemaligen Grenzbeamten der BRD


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10.04.2016 16:59
avatar  Ratze
#100
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Das war 59, da ging es allen relativ dreckig, dass kann man mit der Zeit ab 68, als ich in den BGS eintrat, nicht vergleichen. Aber ab 84, als ich für die Bearbeitung von Flucht Fallen zuständig war, ging es mir wie Waldersee, der hat es treffend ausgedrückt ihm
war die "Fahnenflucht" wurscht. Flüchtlnge wurden überall, mindestens ab 68 m.E., überall offen aufgenommen.


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10.04.2016 17:17 (zuletzt bearbeitet: 10.04.2016 17:19)
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#101
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Wenn ich auf Genzstreife war und ich bekam die Detonation einer Mine oder einer SM70 mit oder zu meiner Zeit noch den optisch-akustischen Alarm am Schutzstreifenzaun , dann schaltete automatisch in mir alles auf " Hilfeleistung " geben . Ob Uniform oder Ziviel war in dem Moment egal .

Bei einem einzelnen Soldaten hätte ich wohl auch erst an sein Wohl gedacht und viel später erst hätte ich mir Gedanken über das Schicksal des anderen Soldaten gemacht und ich befand mich nicht im Kriegszustand und hatten keinen Feind , somit war es für für mich auch keine
Fahnenflucht , sehe ich heute noch so .
Wenn es allerdings im Verlauf der Flucht zu Straftaten gegen das Leben gekommen sein sollte , dann bin ich sicher für eine Strafverfolgung auf dem Territorium der BRD . Nur die Zusammensrbeit zwischen den zuständigen Behörden Ost/West funktionierte nicht so wie möglich und dann eben der Grundsatz , im Zweifel für den Geflüchteten .

Aber das speziell Thema Fahnenflucht haben wir im Forum auch .

B208


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10.04.2016 17:30 (zuletzt bearbeitet: 10.04.2016 17:39)
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#102
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Bei Fluchten in Westberlin brauchten wir den Polizeifunk nicht abhören, die Flucht mit dem Boot der Bootskompanie wurde z.B.vom RIAS verkündet.


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10.04.2016 17:38 (zuletzt bearbeitet: 10.04.2016 17:41)
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#103
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Bist du evtl. gerade im anderen Thema ?!?!
MfS in den Grenztruppen ?


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10.04.2016 17:40
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#104
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Zitat von eisenringtheo im Beitrag #97
Beamte, die in ihrer Ansicht auf der Linie von Parlament und der Bundesregierung lagen, vertraten wohl die Meinung, dass die DDR ein Unrechtsstaat war und die Sicherheitskräfte der DDR einzig und allein dem Erhalt und dem Fortbestand der Unterdrückung und Unrechtssituation der deutschen Teilung dienten. Sich einem solchen Staat und ihren Unterdrückungsorganen zu entziehen, konnte kein Verbrechen sein.
Theo


Das ist aber eine Erkenntnis aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Daher auch noch eine andere Frage, wurde jemals ein AGT vor der Wende in den Dienst des BGS übernommen?


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10.04.2016 17:44
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#105
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Zitat von damals wars im Beitrag #102
Bei Fluchten in Westberlin brauchten wir den Polizeifunk nicht abhören, die Flucht mit dem Boot der Bootskompanie wurde z.B.vom RIAS verkündet.


War mein erster Gedanke , Du wähntest dich im anderen Thema , denn da passt es zur Zeit auch , sorry .


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