Erste Stunden nach erfolgreichem Grenzdurchbruch (Flucht)

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09.04.2016 23:01
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#76
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Lampenfieber beim ersten, na klar. Für diese Befragungen waren wir, mindestens ich, nicht geschult. Also versuchen alles zu erfragen was einen neugierigen BGS' per interessiert. Zum Glück war es meistens so, das das Gespräch in 2 Etappen ablief. Der Flüchtling durfte ja ruhen, nach so 90 Minuten, oder er fuhr zur Bekleidung kaufen, dannkonnte mnan mit den Berichten anfangen und im 2. Teil die Fragen nach schieben die man noch hatte. Angst vor Soldaten gab es nicht. Warum auch, die wollten doch zu uns. Wenn sie geschickt worden waren hätten die uns auch nichts getan, dann hätten sie ja die Normannen Straße melden müssen. Schiss eigentlich bei den ersten nur vor den Bossen aus Bramstedt.was hat der wenig gefragt, wollte man sich sicher nicht sagen lassen.


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10.04.2016 01:49 (zuletzt bearbeitet: 10.04.2016 01:54)
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#77
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Wurden alle Fragen beantwortet oder gab es auch Soldaten , die keine Angaben machen wollten , oder die nachweislich falsche Angaben gemacht haben ?

Gab es da für Euch erkennbar eine Veränderung im Verhalten der Soldaten , wenn sie in Zivil umgekleidet waren und sich ihrer Uniform " entzogen " haben ?

Und gab es manchmal mundartbedingte Verständigungsprobleme ? So nach dem Motto , ein Sachse in Holstein .

B208

Ich hoffe Ihr stellt keine Überstunden in Rechnung . Bei so vielen Fragen .


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10.04.2016 07:33 (zuletzt bearbeitet: 10.04.2016 07:33)
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#78
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Wenn ein Soldat alleine ankam, wart ihr da auch misstrauisch ob alles mit rechten Dingen vonstatten gegangen war in Sachen Flucht?
Ich meine, wurde gefragt wo der zweite Soldat vom Postenpaar abgeblieben ist oder war das eher egal?


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10.04.2016 08:43 (zuletzt bearbeitet: 10.04.2016 08:44)
#79
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Zitat von Hanum83 im Beitrag #78
Wenn ein Soldat alleine ankam, wart ihr da auch misstrauisch ob alles mit rechten Dingen vonstatten gegangen war in Sachen Flucht?
Ich meine, wurde gefragt wo der zweite Soldat vom Postenpaar abgeblieben ist oder war das eher egal?


hallo Hanum83,
zu Deiner und den vorherigen Fragen:
Misstrauen hatten wir eigentlichn nicht. Sicher war da immer eine gewisse Vorsicht, aber wichtig war für uns, dass wir einige erste Fragen loswerden konnten. Wie vorher schon beschrieben hatten wir bei uniormierten Flüchtlingen sowieso nur wenig Zeit bis zur Abgabe an den BND:
Unsere "innere" Haltung zu den Flüchtlingen war wohl immer auf den Befrager bezogen. Ich jedenfalls ging immer sehr offen mit ihnen um.
Selbstverständlich sahen Flüchtlinge nicht alles..wir saßen mit Ihnen meistens in unseren Pausenraum im Stab. Das interessanteste war wohl dort die Kaffeemaschine. Karten und Fotos zeigten wir nur kurz zur unnd zur Nachtzeit hatten wir meistens auch Zivil an. Aber...wer denn tatsächlich geschickt worden war...mein Gott, über den BGS konnte man bei Tagen der offenen Tür mehr erfahren, als in solch einer Nacht und der Ablauf einer Fluchtbehandlung sollte bekannt gewesn sein. Von Interesse war wohl nur Wer, Wiel lange und Welche Fragen stellt.
Und wie Ratze ja auch schonan anderer Stelle beschrieben hat, das MfS hatte ganz andere Quellen.
Die Frage, ob sich ein uniformierter Flüchtling verändert hat, wenn er die Uniform auszog, fand ich sehr gut. Ich meine JA, auf alle Fälle.
Irgendwie merkte er dann, dass nun wirklich was Neues anfängt...war wohl schwierig für manchen.
Ich war aber auch froh, dass ich bei der Flucht einer ganzen Familie (Ende der 80ziger) im Urlaub war. Mütter und Kinder in solch einer Extremsituation...schwierig...
Genau so schwierig war es aber auch, wenn die Kollegen vom BGS-See mal wieder eine Wasserleiche aus der Ostsee gezogen hatten.


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10.04.2016 09:25
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#80
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Moin
@B208 langsam werden die Fragen zahlungspflicht. Bisher ging es ja noch, also nur Kaffee bald kommt der Kuchen dazu.
Aber zur Sache. Die zogen ihre Haut (Uniform) aus und waren anders. Ist doch bei uns ähnlich gewesen, wenn ich die Uniform abgelegt hatte war vieles anders. Es gab bei mir meine ich, muss das aber noch mal nachlesen, einen Soldaten und einen Zivilen, die unabhängig von einander vieles vergessen hatten, bei denen hatte ich auch in einer abschließenden Beurteilung zur Glaubwürdigkeit das im Bericht vermerkt. Bis auf die beiden war der letzte Satz immer, dass die glaubwürdig waren.
Bei einer Familie, die über den Schaalsee kam, wobei eines der beiden Kinder sich am Zaun verletzt hatte ging schon an die Nerven. Aber das happy Ende war ja nah. Also die Fahrt über Giessen zur Bekannten. Da kann ich Waldersee gut verstehen, dasswrfroh warsilchen Fall nicht bearbeiten zu müssen.


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10.04.2016 09:34
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#81
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Die Antwort bei @Hanum bin ich schuldigen geblieben. Natürlich wurde Parteizugehörigkeit erfragt, aber konnte ja nicht überprüft werden. Gehörte halt zumText dazu.
Wo der 2. Soldat war wurde natürlich erfragt. Im Fall Neuhof sagte der Soldat, dass er seinem Postenführer,als der aus der Hose musste, den Verschluss aus der MP genommen. Dann war er angeblich in die Büsche, den Turm verschlossen und dann mit Hilfe von Riemen und Karabinerhaken rüber. Die "Legende" passte und so war es eigentlich bei allen


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10.04.2016 10:28
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#82
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Hallo, Ratze.

Ich habe in diesem Pfad allerhand Neues erfahren! Danke.
In Westberlin wird es ja nicht wesentlich anders gewesen sein. außer, das der BGS dort keine Diensstelle hatte, oder?


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10.04.2016 10:34
avatar  Ratze
#83
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So ist es, da war die Polizei zuständig und dann hatten sicher die Alliierten Zugriff, bevor bei Uniformierten der BND ggf Zugriff hatten. Die zivilen Flüchtlinge kamen sicher nach Marienfelde.


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10.04.2016 10:53
avatar  Lutze
#84
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Es gab sicherlich auch Fluchten,die nicht so schnell bemerkt wurden,
ging da nicht eine Information zum Beispiel an die ständige Vertretung
der DDR,nach dem Motto - ihr habt wieder einen Bürger weniger?
Lutze

wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren


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10.04.2016 11:08
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#85
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Interessantes Thema, darum möge man bitte auch vielleicht etwas naivere Fragen beantworten. Es wurde bisher viel hier geschrieben, was der BGS die Flüchtigen fragte. Wie war es denn umgekehrt ? Gab es vielleicht geflüchtete Soldaten, die eine völlig falsche Vorstellung von der BRD und damit ihrer weiteren Zukunft gehabt haben, oder hielten sie sich erstmal alle zurück und liessen, das was da nun kommen mag auf sich zukommen?
Gab es vielleicht Ängste zurückgeschickt/ausgeliefert zu werden, auf Grund irgendeiner geheimen Vereinbarung? Immerhin waren sie ja Deserteure.?


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10.04.2016 12:03
avatar  Ratze
#86
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Zitat von TAO im Beitrag #85
Interessantes Thema, darum möge man bitte auch vielleicht etwas naivere Fragen beantworten. Es wurde bisher viel hier geschrieben, was der BGS die Flüchtigen fragte. Wie war es denn umgekehrt ? Gab es vielleicht geflüchtete Soldaten, die eine völlig falsche Vorstellung von der BRD und damit ihrer weiteren Zukunft gehabt haben, oder hielten sie sich erstmal alle zurück und liessen, das was da nun kommen mag auf sich zukommen?
Gab es vielleicht Ängste zurückgeschickt/ausgeliefert zu werden, auf Grund irgendeiner geheimen Vereinbarung? Immerhin waren sie ja Deserteure.?


Angst vor dem Zurückschicken habe ich nie gespürt. Die Vorstellungen "hier bin ich falsch" kamen dem einen oder anderen vielleicht später, nach dem Lager in Giessen, aber davon bekamen wir in den Kasernen keine Kennntnis. Das wurde später in den DDR Medien vielleicht erwähnt, dass jemand zurückgegangen, ist wie z.b. der Regimentskommandeut im Süden (Name fällt mir gerade nicht ein). Es sind ja auch zibile Flüchtlinge zurückgegangen. ein Fall den ich allerdings nur vom Hörensagen kennen, bedtraf einen Mann, der im Raum Schlagsdorf am Mechower Seer O/W die Zäune unverletzt überstiegen hatte udn ca. 4 Wochen später auf gleichem Wege (!) steht so in den Akten der Stasi zurückgegangen ist und sich beim ABV in Roggendorf meldete, ich bin wieder da.
Leider ist mehr von dem Fall bei mir nicht bekannt, aber Rückkehrer gab es sicher einige.
Der KPC der 6./- hatte dann sicher einigen Ärger, Bewegungen über den Zaun in beide Richtugnen innerhalb eines Monates und niemand hat den Grenzgänger gesehen.


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10.04.2016 12:09
avatar  Ratze
#87
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Zitat von Lutze im Beitrag #84
Es gab sicherlich auch Fluchten,die nicht so schnell bemerkt wurden,
ging da nicht eine Information zum Beispiel an die ständige Vertretung
der DDR,nach dem Motto - ihr habt wieder einen Bürger weniger?
Lutze


Nee, wir haben das Maul gehalten, aber hatten sicher auch nur wenig Zeit Vorsprung. Es war leider auch so, und dass zum Beispiel an den drei Flüchtlingen vom Boizer Bogen aus 89, da ging über Funk die Meldung des "Abholens der Flüchtlinge" beim Bauer in in Sophiental raus. Dies wurde mitgehöhrt vom Abhörpunkt "Hellberg" bei Roggendorf und die KP Führung bekam die Info. Haben wir später nach Grenzöffnung von einem der Grenzoffiziere erfahren.
Der Übertrittsort war den Spurensicheren der DDR nicht immer sofort klar, aber so nach 1 Std. vor Ort, wußte jeder auf beiden Seiten, wo eine Person die Grenze passiert hatte.


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10.04.2016 12:10
avatar  mibau83
#88
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Zitat von Ratze im Beitrag #86
wie z.b. der Regimentskommandeut im Süden (Name fällt mir gerade nicht ein). .



klaus dieter rauschenbach http://www.bpb.de/geschichte/zeitgeschic...schenbach?p=all


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10.04.2016 12:30
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#89
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@Ratze , schon wieder ich . Kaffee , Kuchen sind Dir sicher .

Wurde der Funkspruch von Rappe , von Keiler oder von Baldur abgesetzt ?

Wenn von Keiler , dann würde mich das schon sehr nachdenklich stimmen !?!?!

B208


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10.04.2016 13:17
avatar  Ratze
#90
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Der war von Keiler (Funkrufnamen der Schwarzebeker Grenzschutz er) die hatten festgestellt, dass Rappe Kräfte (Ratzeburger) die Flüchtlinge aufgenommen hatten. Baldur ( Funk Zoll) war nicht bgetei!ugt. Aber das hätte jedem passieren können, alle wussten von der Abhörstration aberea wurde über Funk viel zu viel gequatscht


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