Erste Stunden nach erfolgreichem Grenzdurchbruch (Flucht)

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19.04.2016 07:29
#166
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Zitat von B208 im Beitrag #163
Ist Euch eine Situation bekannt , bei der der Meldeweg entgegengesetzt war ? ...

Zitat von B208 im Beitrag #165
...Hat jemand Erfahrung aus seiner GK ? ...

Ja. Diese Fälle kamen etwa alle 1 oder 2 Monate vor. Die Herkunft der Meldung war uns in den Kompanien unbekannt. Es war auch egal, denn das Absuchen des 2- und des 6-Meter Kontrollstreifens war ein Befehl. Das konnte durchaus auch mehrere Regimenter des Grenzkommandos betreffen. Je mehr das eingeschränkt werden konnte, desto höher war der Befehl angebunden. Es konnte also durchaus befohlen werden: "Streife nur durch Offizier", oder auch "Streife nur durch Offizier der Kompanieführung". Einmal hatte ich den interessanten Fall, da musste die Streife wiederholt werden. Also: Nach 15 Kilometern auf dem Absatz kehrt und wieder zurück. Aber es blieb dann auch dabei. Wir haben lediglich Ausschau gehalten nach Spuren auf dem K2 oder K6, Spuren an den Zäunen, Untergrabungen und nach Minenauslösungen. Gelegentlich wurden noch die Auslösungen des Grenzsignalzauns oder Meldungen der Schichten davor untersucht. Mir ist persönlich kein Fall bekannt, wo im Anschluss an eine solche Meldung tatsächlich ein Durchbruch festgestellt wurde. Das heißt nicht, dass wir schlampig gesucht hätten, um den Durchbruch nicht zu kassieren. Ich gestehe, wenn eine solche Meldung kam, haben wir uns schon Gedanken gemacht, wo wir vielleicht eine Lücke gelassen hatten, wo die Technik vielleicht nicht funktioniert hat.

Nach Abschluss solcher Handlungen und nach erfolgter Meldung drehten sich dann sicher die Mühlen auf anderen Ebenen. Ich gehe davon aus, dass alle möglichen Informationsquellen zurate gezogen wurden, um eine solche Meldung aufzuklären. Aber auch da ist mir kein Fall bekannt, wo mal etwas zurückkam. Was wäre passiert, wenn dann etwas festgestellt worden wäre? Eine Untersuchungsgruppe wäre angerollt, wie in meinem vorigen Post schon beschrieben. Es hätte Vernehmungen und Befragungen gegeben, kriminaltechnische Untersuchungen. Je nach Ergebnis der Untersuchung, wären dann die Hämmer gefallen. Nicht immer musste die Kompanie die Verantwortung für einen Durchbruch tragen. Bei unserem zweiten Durchbruch (siehe "Variante 2") übernahm die Regimentsführung die Verantwortung. Das bedeutete nicht, dass bei uns nichts gefunden wurde. Bestrafungen konnten dann bisweilen auch Kollateralschäden der genauen Kontrollen des Dienstablaufs sein. Aber das ist eine andere Geschichte.

ciao Rainman


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19.04.2016 09:58
avatar  GZB1
#167
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Kann Rainman hier bestätigen, kenne auch einen Fall wo ein KC den K6 abnehmen musste, weil westberliner Medien einen unbemerkten Grenzdurchbruch in den Äther posaunt hatten. Es betraf dann zum Glück nicht unser Rgt. Wimre war der Durchbruch am nördl. Außenring.


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20.04.2016 00:35
avatar  vs1400
#168
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"Streife nur durch Offizier" ... wurde doch immer, zu meiner zeit,
bei durchbrüchen bzw. durchbrüchen ohne anzeichen veranlasst, den k6 betreffend.
k2 wurde, wenn es auffällig war durch gak abgenommen.

gruß vs


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20.04.2016 22:16
avatar  S51
#169
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S51

Zitat von Rainman2 im Beitrag #166
... Nach 15 Kilometern auf dem Absatz kehrt und wieder zurück. Aber es blieb dann auch dabei. ...


Mir ist ein Fall aus dem Sommer 1985 bekannt, da stand dann nach drei oder vier Durchgängen am Zaun 1 zwischen Goethebahnhof und oberer Kreuzung (GR 20, II. GB, 7. GK Schierke) plötzlich ein Pfahl. Damit war der Zinnober an der Linie beendet. Es hatte sich jemand am Torfhaus gemeldet aber die Fluchtroute war nicht ermittelbar. Ich bin mir heute noch sicher, das der Pfahl vor dem letzten Durchgang nicht dort stand aber es wäre wohl noch tagelang weiter gegangen mit der Suche.
Soll heißen, manchmal wurde eine Route mangels Anhaltspunkten auch "festgelegt" damit der "Zustand" an der Linie einfach beendet werden konnte. Leidtragend war die Kompanieführung, die sich dafür rechtfertigen musste und doch genau wußte, das "es" jedenfalls dort nicht passiert ist. Für die Posten hatte es keine Folgen. Es war genau zwischen ihnen und allenfalls durch Zufall rechtzeitig feststellbar. Zwischen beiden Posten waren gut zwei Kilometer Abstand.


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21.04.2016 00:28
avatar  vs1400
#170
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'88 gab es in schierke mehrere fluchten.
für eine wurde der bereich okw, ohne anzeichen angegeben und die kompanieführung erfuhr nur davon, mit all den den nachfolgenden, üblichen umständen.
schneewittchen war jedoch vorher im gab, deren anfahrt erfolgte immer über die brockenstraße und es wurden immer die postenpaare,
dreieckiger- pfahl nach links und goethebahnhof / obere kreuzung jeweils nach rechts abgezogen.

der sackstand verlief jedoch normal, ohne tiefenkontrollen.
jedoch nicht für berufskader.


gruß vs


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29.06.2016 02:57
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#171
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Zitat von B208 im Beitrag #56
Wurden bei der Erstbefragung durch Zoll oder BGS auch Fotos der Grenzverletzer / Flüchtlinge gemacht ?
B208



Habe gerade beim stöbern in den Weiten der Welt etwas über erkennungsdienstliche Maßnahmen bei DDR Flüchtlingen / angeblichen Flüchtlingen gelesen .

Es gab wohl nicht wenige DDR Flüchtlinge , die nach Jahren eine zweite Flucht vortäuschten um eine neue Identität zu bekommen , so auch alt BRDler , die sich als Flüchtlinge aus der DDR ausgaben um eine neue Identität zu erlangen .

B208


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29.06.2016 08:27
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#172
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Zitat von B208 im Beitrag #171
Zitat von B208 im Beitrag #56
Wurden bei der Erstbefragung durch Zoll oder BGS auch Fotos der Grenzverletzer / Flüchtlinge gemacht ?
B208



Habe gerade beim stöbern in den Weiten der Welt etwas über erkennungsdienstliche Maßnahmen bei DDR Flüchtlingen / angeblichen Flüchtlingen gelesen .

Es gab wohl nicht wenige DDR Flüchtlinge , die nach Jahren eine zweite Flucht vortäuschten um eine neue Identität zu bekommen , so auch alt BRDler , die sich als Flüchtlinge aus der DDR ausgaben um eine neue Identität zu erlangen .

B208



Du wirst doch hoffentlich noch Beweise für Deine kruden Behauptungen nachliefern ? !


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29.06.2016 11:28
#173
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Zitat von B208 im Beitrag #171
Zitat von B208 im Beitrag #56
Wurden bei der Erstbefragung durch Zoll oder BGS auch Fotos der Grenzverletzer / Flüchtlinge gemacht ?
B208



Habe gerade beim stöbern in den Weiten der Welt etwas über erkennungsdienstliche Maßnahmen bei DDR Flüchtlingen / angeblichen Flüchtlingen gelesen .

Es gab wohl nicht wenige DDR Flüchtlinge , die nach Jahren eine zweite Flucht vortäuschten um eine neue Identität zu bekommen , so auch alt BRDler , die sich als Flüchtlinge aus der DDR ausgaben um eine neue Identität zu erlangen .

B208

Versucht wurde es sicher. Es stellt sich natürlich die Frage, ob man vom Westen aus nicht abklären konnte, ob die behauptete Identität in der DDR auch existierte, letztlich die Frage, wie gut die Standesämter Ost-West zusammenarbeiteten.


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06.07.2016 11:30
avatar  Ratze
#174
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Moin
im Landesarchiv in Schleswig fand ich zu einem Fluchtfall vom 19.02.82 von einem Soldaten der 3. KP Selmsdorf den Hinweis, dass er den Spurenstreifen "gestempelt" hatte.
G. hatte sich einen Stempel gebaut, der die Form des Kolbens der KMK hatte. Als er mit seinem Begleiter den Spurenstreifen überschritt, hat er neben die Spur den Abdruck der "KMK" nachgemacht, um alle anderen Streifen zu erklären, die Spur ist bereits bekannt und ausgewertet.
Damit hatte er den nötigen Vorsprung und konnte unerkannt in den Westen kommen.
War so etwas üblich, vielleicht auch nur beim 6./- GrRgt?
Wurde dies ggf. nach 82 geändert?
Ratze


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06.07.2016 13:26
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#175
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Zitat von eisenringtheo im Beitrag #173
letztlich die Frage, wie gut die Standesämter Ost-West zusammenarbeiteten.


Die DDR-Standesämter arbeiteten auch recht gut direkt ihren ehemaligen Bürgern zu.

Kurzer Brief an den Rat des Kreises, Standesamt, aktuelle BRD-Adresse, Geburtsort und Tag benannt, die Bitte um die Zusendung einer Geburtsurkunde. Ca. 2 Wochen später im Briefkasten, gebührenfrei, völlig problemlos.

Ergänzung, eine Frage:

Wurden solche Anfragen mit der aktuellen Adresse versehen auch gerne nach Berlin weitergeleitet, zur Normannenstraße, hatten die Archive wo nach Möglichkeit die Wohnadressen der Ex-Bürger gesammelt wurden?


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06.07.2016 15:06
avatar  vs1400
#176
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Zitat von Ratze im Beitrag #174
Moin
im Landesarchiv in Schleswig fand ich zu einem Fluchtfall vom 19.02.82 von einem Soldaten der 3. KP Selmsdorf den Hinweis, dass er den Spurenstreifen "gestempelt" hatte.
G. hatte sich einen Stempel gebaut, der die Form des Kolbens der KMK hatte. Als er mit seinem Begleiter den Spurenstreifen überschritt, hat er neben die Spur den Abdruck der "KMK" nachgemacht, um alle anderen Streifen zu erklären, die Spur ist bereits bekannt und ausgewertet.
Damit hatte er den nötigen Vorsprung und konnte unerkannt in den Westen kommen.
War so etwas üblich, vielleicht auch nur beim 6./- GrRgt?
Wurde dies ggf. nach 82 geändert?

Ratze



ich würde es mal als inoffizielle lösung bezeichnen wollen, Ratze.
zu meiner zeit wurde jedoch niemals ne spur derartig versiegelt, so nannten wir es. postenwege wurden auf die letzten 1-2m verwischt, so dass es nicht übersprungen werden konnte und dann mit dem kolben versiegelt. auch wurde immer nur im schnee/ winter versiegelt und prinzipiell immer nur eigene spuren auf postenwegen.

gruß vs


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06.07.2016 15:35
avatar  Ratze
#177
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Da habe ich gleich noch eine Frage, die ich jetzt beim Sortieren meiner Notizen von gestern finde.
Am 19.08.83 konnte der ULT Thomas S. die Grenze überwinden.
In den Akten in Schleswig steht, dass er angeblich
- vom Führungspunkt aus einen Alarm am SSZ ausgelöst hatte und die Alarmgruppe so aus dem FP schicken konnte
- die SM 70 vom Strom genommen hatte
- den Schlüssel vom Durchlass an sich nahm
- seine mitgeführten Zivilsachen schnappte und dann verschwand.
Ist das denkbar, dass jemand den Alarm ausgelöst hat, ohne Problem an den Schlüssel zum Durchlass kam und auch Zivilsachen zum Dienst mitführen konnte?
Ratze
Wie mir am 29.8. gesagt wurde im 8./- Rgt und nicht wie ich immer annahm beim 6./-


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06.07.2016 16:12
#178
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Da dürfte was nicht stimmen. ´83 gab es die Anlage 701, wenn es sie überhaupt noch gab. Nach ausschalten (Stromzufuhr) war die noch 1 h "scharf".

Dazu müsste Mibau mehr wissen.

Zum Rest kann ich schlecht was sagen. Den Schlüssel könnte ich mir noch vorstellen aber Zivilsachen?

Und wo war der Posten der mit auf der Füst war?

MfG Berlin


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06.07.2016 18:13
avatar  mibau83
#179
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die 701 gab es nicht allzu oft, die meisten anlagen waren vom typ 501. in unseren abschnitt befanden sich 2 anlagen 501 und 1 anlage 701, jede cirka 5 km lang. abgebaut wurden die bei uns im sommer 1984, gleichzeitig gab es den neubau des gssz.


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06.07.2016 18:24
avatar  Ratze
#180
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Zitat von berlin3321 im Beitrag #178
Da dürfte was nicht stimmen. ´83 gab es die Anlage 701, wenn es sie überhaupt noch gab. Nach ausschalten (Stromzufuhr) war die noch 1 h "scharf".

Dazu müsste Mibau mehr wissen.

Zum Rest kann ich schlecht was sagen. Den Schlüssel könnte ich mir noch vorstellen aber Zivilsachen?

Und wo war der Posten der mit auf der Füst war?

MfG Berlin


Das war im Abschnitt des 6. GrRgt kurz vor der Grenze zum 8./- Grabow
Kam mir beim Lesen auch eigenartig vor.
Wurde denn nicht in der Kp sofort Alarm ausgelöst wenn jemand die SM 70 abschaltet?
Ratze

Dies ist leider eine Falschaussage von mir !! Es war das 8./- Rgt. - Asche auf mein Haupt


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