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#21

RE: Thüringische Exklave Ostheim

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 03.04.2016 22:15
von mibau83 | 1.125 Beiträge | 1198 Punkte
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klein-lichtenhain (kleintettauer zipfel) wäre ein eigenes thema wert. dort standen 3 häuser auf ddr-gebiet, deren bewohner hatten aber bundesdeutsche pässe.
dort gab es 1962 scharmützel bei denen auch der später bekannte ulrich wegener (gsg 9) als junger leutnant vor ort war.

http://www.bgs13-coburg1959.de/Kapp/page...ory/grenze.html (bis etwa in die mitte der seite runterscrollen)

bei einer grenzwanderung im mai 2014 waren einige user des forums mit mir dort vor ort.



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zuletzt bearbeitet 03.04.2016 22:18 | nach oben springen

#22

RE: Thüringische Exklave Ostheim

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 03.04.2016 22:16
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Zitat von Kalubke im Beitrag #17
Zitat von Gert im Beitrag #15


ja, in Kaltennordheim vor der 5 km Sperrzone haben wir unseren Fluchtwagen abgestellt und sind zu Fuß querbeet weiter. An Erbenhausen sind wir vorbei gegangen, so glaube ich. Wie der Wald hieß , an dem wir rauskamen weiss ich nicht. Nach Überwindung der Grenzzäune kam direkt wieder dichter Wald. Wir konnten uns nicht orientieren, fanden zunächst keinen Weg oder Straße. Es ging bergauf auf eine Bergkuppe. Als es hell wurde, erkundete ich die Gegend und fand einen Forstweg, der auf der anderen Seite ( westwärts) aus dem Wald heraus führte. Wir schauten auf ein großes Tal und da lag auch Fladungen vor uns.
Nach der Wende war ich dort. Es war ein Abschnitt, nördlich Melpers, die Grenze verlief aus Richtung Melpers erst einen Bogen und dann ziemlich gerade einen Bergabhang hinauf Richtung Nordwesten bis zum nördlichsten Grenzstein Bayerns. Dort auf halber Höhe dieser Geraden habe wir die Grenze passiert.


Dan müsste Eure Route ungefähr so verlaufen sein:



War das damals eine Aktion auf gut Glück, oder kannte sich jemand von Euch in der Gegend aus?

Gruß Kalubke




danke, das hast du sehr gut dargestellt. Ziemlich genau so ist das abgelaufen bzw müsste es gewesen sein.. Wir haben Kaltennordheim gegen 20:00 Uhr am Abend verlassen und sind um 2:11 h morgens über die Grenzlinie, also etwa 6 Stunden zu Fuss. wir sind nicht immer gelaufen, musste hin und wieder Deckung suchen, denn einmal wären wir beinahe im Hinterland einem Postenpaar in die Arme gelaufen. Ihr "Pech" war, dass sie sich unterhielten und das hörst du nachts ganz schön weit.
Auf gut Glück war das nicht, da hätte ich nicht mitgemacht, war gerade 6 Monate nach meiner Entlassung bei der 6.GBK. Nachtschichten hatte ich 1 Jahr am Kanten in der Lübecker Bucht trainieren dürfen, so war ich gut drauf.Nein, mein "Retter" war ein Kumpel aus der Berufsschule, der hatte sich im Sommer 1961 zu den sogenannten FDJ Regimentern verpflichtet ( waren die letzten Freiwilligen der Grenztruppen vor Einführung der Wehrpflicht) und war im dortigen Grenzabschnitt tätig. Er hatte nach 3 Jahren Grenzdienst ausgezeichnete Ortskenntisse und war ebenfalls im Oktober 64 entlassen worden. Er hat mich und 2 ander Kumpels geführt ( geografisch, das Grenzregime kannte ich ja auch aus dem FF )
So ist unsere Flucht erst am nächsten Morgen , vermutlich nach Kontrolle des Kontrollstreifens entdeckt worden ( es war Schnee und somit leicht zu erkennen, aller dings nicht wieviel, da wir eine Spur hintereinander nutzten, bischen Verwirrung musste sein )


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#23

RE: Thüringische Exklave Ostheim

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 03.04.2016 22:30
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Genau Punkt 2:11 Uhr kein DDR-Bürger mehr,
das muß ein Blick auf die Uhr wert gewesen sein
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren


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#24

RE: Thüringische Exklave Ostheim

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 04.04.2016 21:10
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Zitat von Kalubke im Beitrag #20


Jetzt sag aber den Franken nicht, dass sie eigentlich Bayern sind. Ich glaube, dann brauchst Du flinke Füße.

Gruß Kalubke


Nein, das sage ich nicht. Die Franken in Bayern sind genausowenig Bayern wie die Franken in Thüringen keine Thüringer sind! Es sind in beiden Fällen Franken!
http://www.franken-sind-keine-baiern.de/...n-in-Bayern.JPG


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#25

RE: Thüringische Exklave Ostheim

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 05.04.2016 08:27
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Die Franken haben als Volksgruppe bzw. Nachfahren eines alten Germanenstammes heute im Gegensatz zu den Baiuvaren, Sachsen und Suebern kein eigenes Bundesland, sondern nur nach ihnen benannte Regionen. Interessant ist, dass die Römer das Siedlungegebiet der Baiuvaren in ihr Reich integriert haben, während der Limes um die Sueber einen großen Bogen machte und auch die Franken weitgehend ausgeklammert wurden.

Bemerkenswert ist weiterhin, dass die Herrscher des frühmittelalterlichen Frankenreiches (z.B. Karl der Große von den Karolingern) zur Stärkung ihrer Macht Siedlungspolitik betrieben haben müssen. In vielen Gegenden außerhalb Frankens findet man Ortschaften mit folgenden Namen:

Franken
Frankenau
Frankenbach
Frankenberg
Frankenbrunn
Frankendorf
Frankeneck
Frankenfeld
Frankenforst
Frankenhain
Frankenhausen
Frankenheim
Frankenhofen
Frankenholz
Frankenmoor
Frankenreuth
Frankenrieth
Frankenroda
Frankenstein
Frankenthal
Frankenwinheim
Franc-Waret
Saint-Franc
Ancy-le-Franc
Bailly-le-Franc
Dommartin-le-Franc
Montigny-le-Franc
Nourard-le-Franc
Rigneux-le-Franc
Rombach-le-Franc
Suizy-le-Franc
Uncey-le-Franc
Le Plessis-le-Franc

Die Thüringer wiederum sind ein Gemisch verschiedener alteingesessener und neu hinzugekommener Siedler. Zu den alteingesesssenen gehören wohl die Hermunduren, einer der ersten Stämme die in der Vorzeit ein Reich gebildet haben. Die Nebraer Himmelsscheibe stammt möglicherweise von ihnen. Vlt. ist dieses Volksgemisch auch eine der Ursachen für die spätere Kleinstaaterei.

Gruß Kalubke



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zuletzt bearbeitet 05.04.2016 13:45 | nach oben springen

#26

RE: Thüringische Exklave Ostheim

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 05.04.2016 21:53
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ist schon ganz stark ot vom eigentlichen thema ostheim vor der rhön, aber sei es drumm!

die heutige region franken https://de.wikipedia.org/wiki/Franken_%28Region%29 hat mit dem frankenreich karls des großen nicht allzuviel zu tun!

die ehemalige kleinstaaterei auf dem heutigen gebiet thüringens hatte auch andere gründe.

anfangen müßte man z.b. bei der leipziger teilung 1485 der wettiner. https://de.wikipedia.org/wiki/Leipziger_Teilung

folgenschwerer war aber die entscheidung von herzog ernst I (der fromme) die ernestinischen lande der wettiner, auf seine söhne aufzuteilen(erbteilungsvertrag vom 24. februar 1680) https://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_I._%...ha-Altenburg%29

neben den ernestinischen wettinern in thüringen gab es aber auch die grafen von schwarzburg-käfernburg, die letztendlich herrschaften in rudolstadt und sondershausen hatten, sowie die reußen, ehem. vögte des nach ihnen benannten vogtlandes, mit residenzen in greiz und gera.



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zuletzt bearbeitet 05.04.2016 22:32 | nach oben springen

#27

RE: Thüringische Exklave Ostheim

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 05.04.2016 23:23
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Mit der Erbteilung hatten wohl alle Adelsgeschlechter in Europa ihre Probleme. In Polen gabs z.B. die Piastenzeit und das bis nach Litauen und Weißreußen reichende Großpolen zerfiel in verschiedenste Fürstentümer. Mit dem Frankenreich war das auch so. Ganz OT ist das nicht, denn die Exklave Ostheim war ja ein Ergebnis dieser Enwicklungen und den danach im 19 Jhd. folgenden Gebietsreformen.

Gruß Kalubke



zuletzt bearbeitet 07.04.2016 23:02 | nach oben springen

#28

RE: Thüringische Exklave Ostheim

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 06.04.2016 08:40
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Mit den Dialekten das ist schon interessant, ich bin in einer Region aufgewachsen mit einer Fränkischen Sprache, ein guter Bekannter aus Sonneberg besucht mich oft, mit dem kann ich mich lustigerweise in Voll-Dialekt unterhalten, er rollt nur mehr das "R", Hof ist eigentlich näher, da ist aber schon leicht Bahnhof mit Verstehen, ganz schlimm ist es in der Ecke Bayreuth/Weiden.
Meine Frau als Kernsächsin versteht wiederum gar nix wenn ich mit dem Sonneberger plausche.
Auf alten Tonaufnahmen hört man noch das in "meiner" Sprache auch mal kräftig "gerollt" wurde, hat sich aber innerhalb von 70 Jahren irgendwie erledigt.


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zuletzt bearbeitet 06.04.2016 08:55 | nach oben springen

#29

RE: Thüringische Exklave Ostheim

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 06.04.2016 23:21
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Das thüringische Fränkisch ist schon ein origineller Dialekt. Unterscheidet sich sowohl vom "Durchschnittsthüringisch" als auch von den fränkischen Dialekten westlich der ehem. Grenze. In der Fernsehserie SEDWITZ gabs ein paar klasse Dialoge, fast schon mit Kultstatus:

GT-Olt Ralle Pietzsch: "Sigge, was hastn gekriegt für Deine Truhe?"

Kumpel Sigge Wetzel: "Oach, 'n Tritt in Oarrsch hab i dafür kriegt. Der Prrofessor wo die kaufen wollte, das woar gar koaner. Dos woar a Offizieller. Der hat die prraktisch beschlagnahmt, als Volkseigentum, der Hundskrrüppel. Un doa wollt er au no moi zwoa oander Truhe hoam."

GT-Olt Ralle Pietzsch: "Hast noch mehr von dem Trödel?"

Kumpel Sigge Wetzel: "Ja, aber der kricht die net. Des verschuer ich alles. Da is Asche mit Volkseigentum."

Gruß Kalubke



zuletzt bearbeitet 08.04.2016 18:54 | nach oben springen

#30

RE: Thüringische Exklave Ostheim

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 07.04.2016 00:07
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in dieser serie das war aber kein südthüringisches fränkisch! in südthüringen spricht man die mainfränkischen dialekte itzgründisch und hennebergisch.itzgründisch z.b. wird in thüringen in den kreisen sonneberg und hildburghausen gesprochen, sowie in bayern in den kreisen coburg und teilen von lichtenfels.

zwei beispiele des sonneberger dialekts





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#31

RE: Thüringische Exklave Ostheim

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 07.04.2016 00:47
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https://www.youtube.com/watch?v=zfbdm-LAfRM

"Dr" steht hier nicht für Doktor sondern für "der"

Und nu ah noch dr Günther Anton mit seim Deitsch un frei Liedl

https://www.youtube.com/watch?v=_a4Aiw0rX24

Da noch gerolltes "R" so um 1930, ist übrigens kein Nazi-Lied


zuletzt bearbeitet 07.04.2016 01:00 | nach oben springen

#32

RE: Thüringische Exklave Ostheim

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 07.04.2016 06:53
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Zitat von mibau83 im Beitrag #30
in dieser serie das war aber kein südthüringisches fränkisch! in südthüringen spricht man die mainfränkischen dialekte itzgründisch und hennebergisch.itzgründisch z.b. wird in thüringen in den kreisen sonneberg und hildburghausen gesprochen, sowie in bayern in den kreisen coburg und teilen von lichtenfels.

[..]]


Ich war mal als Student ein paar Wochen in der Gegend Vacha/Dermbach. Also der Slang aus dem Film, klang m.E. dem dortigen Dialekt recht ähnlich.

Gruß Kalubke



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#33

RE: Thüringische Exklave Ostheim

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 07.04.2016 06:58
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Zitat von Hanum83 im Beitrag #31
Dr Gerlach Steff dr Bob Dylan vom Arzgebirg

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"Dr" steht hier nicht für Doktor sondern für "der"

Und nu ah noch dr Günther Anton mit seim Deitsch un frei Liedl

https://www.youtube.com/watch?v=_a4Aiw0rX24

Da noch gerolltes "R" so um 1930, ist übrigens kein Nazi-Lied


Kommen die beiden aus der Gegend, wo das Erzgebirge ins Vogtland übergeht? Sind die Vogtländer schon den Franken zuzuordnen? Auf jedenfall hört man bei ihnen z.B. "a wing" oder "a weng" ("a wingele", "a wengele"), so wie auch bei den Franken.

Gruß Kalubke



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#34

RE: Thüringische Exklave Ostheim

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 07.04.2016 07:33
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Zitat von Kalubke im Beitrag #33
Zitat von Hanum83 im Beitrag #31
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"Dr" steht hier nicht für Doktor sondern für "der"

Und nu ah noch dr Günther Anton mit seim Deitsch un frei Liedl

https://www.youtube.com/watch?v=_a4Aiw0rX24

Da noch gerolltes "R" so um 1930, ist übrigens kein Nazi-Lied


Kommen die beiden aus der Gegend, wo das Erzgebirge ins Vogtland übergeht? Sind die Vogtländer schon den Franken zuzuordnen? Auf jedenfall hört man bei ihnen z.B. "a wing" oder "a weng" ("a wingele", "a wengele"), so wie auch bei den Franken.

Gruß Kalubke


Irgendwann haben wohl Franken mal das Erzgebirge besiedelt.
Ich habe noch viel mehr gleiche Wörter bei meinem Sonneberger Sprachverwandten gefunden.
Die Vogtländer sind glaub ich keine Franken, geht wohl erst hinter Plauen los.
Hier https://de.wikipedia.org/wiki/Erzgebirgisch wird das Thema wissenschaftlich behandelt, sonderbar ist halt nur das auch schon innerhalb eines Dialektraumes ganz unterschiedliche Wörter verwendet werden, manchmal innerhalb von 10 Kilometern.
Ich kann, nur an der Aussprache und manchen Wörtern, grob erkennen wo einer innerhalb des Westerzgebirges herkommt.
Noch was sonderbares, als ich mal eine Weile in München war, hab ich es mal anstatt eines angesächselten Hochdeutsch (kann ich ja sowieso nicht ) einfach mal mit Erzgebirgisch versucht und siehe da, es funktionierte, war halt für die Jungs da dann ein fränkischer "Ausländer", wurdest aber nicht so blöd behandelt wie ein sächsischer.


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zuletzt bearbeitet 07.04.2016 07:40 | nach oben springen

#35

RE: Thüringische Exklave Ostheim

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 07.04.2016 09:33
von werner | 1.591 Beiträge | 6 Punkte
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Ja, die Franken und die Thüringer:

http://fraenkischesthueringen.blogspot.d...ringer-gab.html

Aber Arzgeberch ist mir neu. Mal schauen, ob der Blogger Hinzkunz auf die Spur geht. . .


Und irgendwo saßen die ganz anonym die leitenden Hirne, die den ganzen Betrieb koordinierten und die politischen Richtlinien festlegten, nach denen dieses Bruchstück der Vergangenheit aufbewahrt, jenes gefälscht, und ein anderes aus der Welt geschafft wurde.
George Orwell, 1984
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#36

RE: Thüringische Exklave Ostheim

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 07.04.2016 12:30
von GrafKrolock | 76 Beiträge | 7 Punkte
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Ist ja ein bißchen off-topic, aber die heute so genannten Franken haben wenig mit dem historischen Stamm der Franken zu tun. Genauso wie die heutigen Einwohner Sachsens überhaupt nichts mit den Sachsen zu tun haben, gegen die der große Karl weiland Krieg führte. Dieser Sachverhalt kam vielmehr durch Verschiebungen der Herrschaftsbereiche im Mittelalter zustande. So änderten sich zwar die Herzogtümer, nicht aber die eingesessene Bevölkerung.
Daher hat der heutige "fränkische" Dialekt keinerlei Verwandtschaft mit dem historischen Fränkisch. Dessen Nachfolgedialekte sind eher die zwischen Pfalz, Saarland, Luxemburg und Niederrhein gelegenen.
Dass die Schwaben deckungsgleich mit den Alemannen sind, mag aber heute auch niemand mehr so wirklich gerne hören :)


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#37

RE: Thüringische Exklave Ostheim

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 07.04.2016 12:38
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Noch mehr zu den Ortsnamen: Interessant ist die Siedlungspolitik der Franken nach Eingliederung der alemannischen und thüringischen Gebiete ins Fränkische Reich: Während ältere alemannische Siedlungen gemeinhin auf -ingen enden, tragen später gegründete Ortschaften oft die typisch fränkische Endung -heim. Das lässt drauf schließen, dass diese späteren Gründungen auf Betreiben fränkischer Herrschaften erfolgten.


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#38

RE: Thüringische Exklave Ostheim

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 07.04.2016 12:38
von Fritze (gelöscht)
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Dass die Schwaben deckungsgleich mit den Alemannen sind, mag aber heute auch niemand mehr so wirklich gerne hören :)

Und die Vandalen erst !

Hatte schon Anfang der 90er Jahre in Franken zu tun (Coburg , Crailsheim usw.)

Fand den Dialekt immer angenehm im Gegensatz zum Schwäbischen !


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#39

RE: Thüringische Exklave Ostheim

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 07.04.2016 23:29
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Zitat von GrafKrolock im Beitrag #37
Noch mehr zu den Ortsnamen: Interessant ist die Siedlungspolitik der Franken nach Eingliederung der alemannischen und thüringischen Gebiete ins Fränkische Reich: Während ältere alemannische Siedlungen gemeinhin auf -ingen enden, tragen später gegründete Ortschaften oft die typisch fränkische Endung -heim. Das lässt drauf schließen, dass diese späteren Gründungen auf Betreiben fränkischer Herrschaften erfolgten.


Hab dazu auch was gefunden: Die Siedlungsgeschichte in Franken kann man aus den Endungen der Ortsnamen ableiten:



Beispiel Raum Meiningen:



In der Keltenzeit scheinen auch viele Siedlungen entstanden zu sein. Die Alemannen sind m. E. kein echter Stamm gewesen. Das ist wohl nur eine Sammelbezeichnung der Römer für verschiedene Sippen und Geschlechter. Möglicherweise hat in der Römerzeit die Seßhaftigkeit darüber entschieden, ob die Volksgruppen in Mitteleuropa ins Römische Reich integriert wurden, oder nicht. Mit Nomaden konnten die damals anscheinend wenig anfangen. Die Sachsen z.B. sind von Jütland allmählich bis in die Mark Meißen gewandert, wo sie heute noch sind. Ein Teil von ihnen ist auf die Britischen Inseln zu den Angeln übergesetzt.

Gruß Kalubke



zuletzt bearbeitet 08.04.2016 09:02 | nach oben springen

#40

RE: Thüringische Exklave Ostheim

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 10.04.2016 14:40
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Hanum83 im Beitrag #31
Dr Gerlach Steff dr Bob Dylan vom Arzgebirg

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"Dr" steht hier nicht für Doktor sondern für "der"

Und nu ah noch dr Günther Anton mit seim Deitsch un frei Liedl

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Da noch gerolltes "R" so um 1930, ist übrigens kein Nazi-Lied



Anton Günthers "Deitsch on frei wolln mer sei" vorgetragen von Rocco Löser, gestern (9.April.16) beim Sternmarsch in Aue.
https://youtu.be/x5jxopgAUDU?t=4m7s


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Erstellt im Forum Spurensuche innerdeutsche Grenze von terraformer1
1 06.08.2012 13:01goto
von eisenringtheo • Zugriffe: 1624
Westberliner Exklaven auf DDR-Gebiet
Erstellt im Forum Fragen und Antworten zur Berliner Mauer von Rotten
133 19.03.2015 15:50goto
von Grenzläufer • Zugriffe: 39343
Hallo alle miteinander
Erstellt im Forum Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze von Julchen
10 12.06.2009 22:15goto
von Julchen • Zugriffe: 543

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