Projekt gemeinsame deutsche Militärgeschichte

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16.03.2016 16:19 (zuletzt bearbeitet: 16.03.2016 16:21)
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#1
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Ein neues Projekt des MGFA der Bundeswehr zur allgemeinen Kenntnisnahme - wer sich den ganzen Text nicht antun möchte, hier der vielleicht wichtigste Absatz:

"Sowohl die Bundesrepublik als auch die DDR propagierten ihre Streitkräfte (...) als die einzig legitime deutsche Armee und Fortsetzerin bester Traditionen der deutschen Militärgeschichte. In der jeweiligen Öffentlichkeit galt die Gründung der jeweils anderen Armee zudem als Ausdruck einer aggressiven Grundhaltung und der Kriegsbereitschaft. Die Suche nach Gemeinsamkeiten und Ähnlichkeiten war verpönt. Vielmehr stellte man die Unterschiede in den Mittelpunkt und sprach sich beispielsweise gegenseitig jegliche nationale Identität ab. Propagandabegriffe wie »Aggressions und Revanchearmee« für die Bundeswehr und »Satellitentruppe Moskaus« für die NVA prägten von Anfang an das Bild von der anderen, vermeintlich kriegslüsternen Seite. Der vergleichende historische Blick auf die »Gründungsgeschichten« beider Streitkräfte offenbart heute – fern aller zeitgenössischer Propaganda – durchaus manch interessante Erkenntnis."

Das komplette Dokument hier ab S. 4: http://www.mgfa-potsdam.de/html/einsatzu...9980214eec2d590

Über Qualität/Parteilichkeit möchte ich mich hier nicht äußern - lediglich der Hoffnung Ausdruck verleihen, dass da was Interessantes bei 'rauskommen könnte.


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16.03.2016 19:56
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#2
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Man darf aber vielleicht nicht außer Acht lassen, dass beide Deutschen Streitkräfte auf Veranlassung Moskaus bzw. der USA gegründet wurden. Es war nicht unbedingt der Wille der Deutschen.

Dass dann auf beiden Seiten die dementsprechende Propaganda betrieben wurde, erscheint in der damaligen Zeit nur logisch.

Der Unterschied war, dass die Westpropaganda vielleicht ein wenig dezenter war.

Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen (Helmut Schmidt)


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16.03.2016 21:27
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#3
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Zitat von Zange im Beitrag #2
Der Unterschied war, dass die Westpropaganda vielleicht ein wenig dezenter war.


Wenig, aber nur sehr wenig. Siehe hierzu diesen Thread: Ein umstrittenes Dokument aus der Frühzeit der NVA


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16.03.2016 21:50
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#4
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Natürlich wurde auf beiden Seiten "scharf geschossen".
Aber bei mir, der im Westen aufgewachsen ist, gab es keine tägliche Propaganda. Wir mussten nicht zu irgendwelchen Veranstaltungen, in denen uns erklärt wurde, dass wir uns jederzeit gegen Angriffe aus dem Osten wappnen müssten.
Und das meine ich mit dezent.
Es wurde sicherlich eine gewisse Angst vor dem "Ostblock" unterschwellig geschürt. Auch der Spruch "die Russen kommen" war nicht ohne. Aber es gab keine tägliche Propaganda.
Die Begriffe "Ostzone" oder später "sog. DDR" (Bild Zeitung) waren natürlich Propaganda. Auch das ZDF-Magazin mit Löwenthal gehört dazu. Aber für mich kein Vergleich zu Herrn Schnitzler.

Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen (Helmut Schmidt)


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16.03.2016 21:51
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#5
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Während man die KVP sehr in den Vordergrund stellt, wird der BGS nur am Rande erwähnt.

So manch anderes ist aus der Buchreihe "Das unsichtbare Visier" bekannt.


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16.03.2016 21:59
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#6
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Hubert, ich sag mal nicht's dazu.
Gerd


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16.03.2016 22:03
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#7
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Zitat von G.Michael im Beitrag #6
Hubert, ich sag mal nicht's dazu.
Gerd


Mach mal!


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17.03.2016 01:12
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#8
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Zitat von damals wars im Beitrag #5
Während man die KVP sehr in den Vordergrund stellt, wird der BGS nur am Rande erwähnt.

So manch anderes ist aus der Buchreihe "Das unsichtbare Visier" bekannt.


Noch vor dem BGS und der KVP wurde die "Industriepolizei" als deutsche Söldnertruppe von GB's Gnaden in der britischen Zone gebildet. Das war die erste verkappte deutsche Armee nach 1945.


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17.03.2016 09:51
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#9
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Zitat von StabsfeldKoenig im Beitrag #8
Noch vor dem BGS und der KVP wurde die "Industriepolizei" als deutsche Söldnertruppe von GB's Gnaden in der britischen Zone gebildet. Das war die erste verkappte deutsche Armee nach 1945.


Also, erstmal war die IP in der amerikanischen Besatzungszone. Bei den Briten gab es die "Deutsche Zivile Arbeitsorganisation".

Zweitens - "Söldner"? Ursprünglich unterstanden sie ja der deutschen Polizei und dann der Militärverwaltung - also den damals geschäftsführenden Regierungsorganen, was sie zu einer ganz normalen Polizeitruppe machen würde. Und ihre Aufgaben waren das Bewachen von Industrieanlagen und erbeuteten Waffen - also den Hauptzielen von potentiellen "Werwolf"-Angriffen. Ganz normaler polizeilicher Objektschutz. Die waren genausowenig Söldner wie die KVP.


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17.03.2016 10:10
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#10
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Zitat von Zange im Beitrag #4
Natürlich wurde auf beiden Seiten "scharf geschossen".
Aber bei mir, der im Westen aufgewachsen ist, gab es keine tägliche Propaganda. Wir mussten nicht zu irgendwelchen Veranstaltungen, in denen uns erklärt wurde, dass wir uns jederzeit gegen Angriffe aus dem Osten wappnen müssten.
Und das meine ich mit dezent.
Es wurde sicherlich eine gewisse Angst vor dem "Ostblock" unterschwellig geschürt. Auch der Spruch "die Russen kommen" war nicht ohne. Aber es gab keine tägliche Propaganda.
Die Begriffe "Ostzone" oder später "sog. DDR" (Bild Zeitung) waren natürlich Propaganda. Auch das ZDF-Magazin mit Löwenthal gehört dazu. Aber für mich kein Vergleich zu Herrn Schnitzler.


Stimmt ! Nur Schnitzler war besser. Vergleich, nun ja........macht immer noch Spaß.


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17.03.2016 16:07
avatar  der 39.
#11
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In den ersten Jahren( etwa 1949 bis 1952 kamen auch etliche West-Ost Grenzverletzer, die über die sogenannten LCs berichteten ( Labor Companies) Kriegsgefangene, die dort nicht nur gearbeitet haben, sondern auch militärisch weiter ausgebildet wurden. Sie sollten einmal der Kern der Bundswehr werden. War mehrfach Ohrenzeuge bei solchen Befragungen. Sie gaben an, nicht mehr Soldat sein zu wollen und deshalb in die DDR zu kommen.
Habe das später nahezu vergessen, hoffe jetzt nur, das diese Fakten in der deutschen Militärgeschichte aufgeklärt und entsprechend gewürdigt wurden. In Erinnerung ist mir noch, dass sie alle aus der britschen Besatzungszone kamen.
Der 39.


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17.03.2016 17:29
#12
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Zitat von der 39. im Beitrag #11
In den ersten Jahren( etwa 1949 bis 1952 kamen auch etliche West-Ost Grenzverletzer, die über die sogenannten LCs berichteten ( Labor Companies) Kriegsgefangene, die dort nicht nur gearbeitet haben, sondern auch militärisch weiter ausgebildet wurden. Sie sollten einmal der Kern der Bundswehr werden. War mehrfach Ohrenzeuge bei solchen Befragungen. Sie gaben an, nicht mehr Soldat sein zu wollen und deshalb in die DDR zu kommen.
Habe das später nahezu vergessen, hoffe jetzt nur, das diese Fakten in der deutschen Militärgeschichte aufgeklärt und entsprechend gewürdigt wurden. In Erinnerung ist mir noch, dass sie alle aus der britschen Besatzungszone kamen.
Der 39.


Die Briten waren es auch, die ernsthaft daran dachten, deutsche Soldaten wieder zu motivieren und zu rekrutieren, um gemeinsam gegen den absehbar künftigen Gegner UdSSR zu Felde zu ziehen. Mein Vater erzählte Ähnliches, als er in Norwegen in britischer Gefangenschaft war. Die briten schienen sich sehr sicher zu sein, wenn sie einmal so weit wären und genug kampferfahrene deutsche Soldaten hätten, daß die USA und Frankreich, wenn´s geht, das ganze kapitalistische Europa, dann schon mitziehen würden.


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18.03.2016 21:17
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#13
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Zitat von der 39. im Beitrag #11
In den ersten Jahren( etwa 1949 bis 1952 kamen auch etliche West-Ost Grenzverletzer, die über die sogenannten LCs berichteten ( Labor Companies) Kriegsgefangene, die dort nicht nur gearbeitet haben, sondern auch militärisch weiter ausgebildet wurden. Sie sollten einmal der Kern der Bundswehr werden. War mehrfach Ohrenzeuge bei solchen Befragungen. Sie gaben an, nicht mehr Soldat sein zu wollen und deshalb in die DDR zu kommen.



Glaube ich Dir sofort. Es ist ja nicht unbekannt, dass die Migrationsbewegungen in den Nachkriegsjahren fast ebenso von West nach Ost gingen, wie umgekehrt.
Was mich sehr interessieren würde - weisst Du noch, welche Terminologie damals verwendet wurde? Im Westen war der Arbeitsbegriff ja lange "westdeutsche Wehrmacht" (heute kann sich kaum jemand mehr vorstellen, dass "Wehrmacht" ganz einfach "Armee" hieß); die Bezeichnung "Bundeswehr" kam ja erst von 1955/56.

Ich erinnere mich noch an etwas aus den Memoiren von Horst Stechbarth - er beschrieb, dass er Leute in der KVP hatte (also Freiwillige, die sich bewusst gemeldet hatten) die anfangs keine Waffe in die Hand nehmen wollten!


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18.03.2016 21:23
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#14
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Zitat von DoreHolm im Beitrag #12
[quote=der 39.|p530902]Die Briten waren es auch, die ernsthaft daran dachten, deutsche Soldaten wieder zu motivieren und zu rekrutieren, um gemeinsam gegen den absehbar künftigen Gegner UdSSR zu Felde zu ziehen. Mein Vater erzählte Ähnliches, als er in Norwegen in britischer Gefangenschaft war. Die briten schienen sich sehr sicher zu sein, wenn sie einmal so weit wären und genug kampferfahrene deutsche Soldaten hätten, daß die USA und Frankreich, wenn´s geht, das ganze kapitalistische Europa, dann schon mitziehen würden.



Nachdem er im Krieg aus erster Hand die monströse Persönlichkeit Stalins "bewundern" durfte, soll Churchill 1948 in dem ihm eigenen düsteren Humor über den Kriegsausgang gesagt haben:

"It is clear to me now that we have slaughtered the wrong pig"

"Es ist mir jetzt klar, dass wir das falsche Schwein geschlachtet haben"

("Soll", betone ich; es gibt leider keine offiziellen Transkripte seiner Reden aus dieser Zeit; das hier ist ein Zitat aus einem "New Statesman and Nation" (#35) von 1948 - wie gut die ihre Quellen geprüft haben, lässt sich leider nicht sagen)


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18.03.2016 21:31
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#15
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Das war nur der Neid von einem Mann, der ein ganzes Empire verspielt hatte, während Stalin eins schuf.


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