Gab es Gastarbeiter aus dem Westen?

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03.03.2016 16:47
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#1
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Liebe Mitglieder,

ich habe mich hier angemeldet, da ich eine - etwas ungewöhnliche - Frage zu der Zeit um 1953 rum habe. Gab es zu dieser Zeit "Gastarbeiter" aus dem Westen? Und war es üblich, dass viele Leute bei anderen zur Untermiete gewohnt haben, oder betraf dies eher die Ärmeren?

Meine Fragen kommen daher, dass meine Mutter (1954 geboren) durch Zufall nun von einer Bekannten erfahren hat, dass ihr leiblicher Vater wohl Gastarbeiter in der DDR war. Bislang ist sie immer davon ausgegangen, dass der Mann der sie großgezogen hat, auch ihr leiblicher Vater war (er ist zwischenzeitlich verstorben). Natürlich ist uns bewusst, dass ihr leiblicher Vater nicht mehr leben wird, dennoch würden wir gerne zumindest ein wenig Klarheit in diese Situation bringen. Ihr leiblicher Vater soll wohl bei Ihrer Mutter zur Untermiete gewohnt haben und "Gastarbeiter aus dem Westen" gewesen sein. Dort hat er wohl angeblich seine eigene Familie gehabt und habe daher bei Ihrer Mutter nur deswegen zur Untermiete gewohnt. Ihre Mutter ist wohl kurz nach der Schwangerschaft in ein Auffanglanger in den Westen geflohen. Rein rechnerisch ist sie entweder dort Schwanger geworden (Gibt es Informationen darüber, ob es in den Auffanglagern häufiger zu sexuellen Übergriffen kam?) oder halt durch diesen Untermieter. Irgendwie kommt uns die Geschichte aber seltsam vor und da es keine Verwandtschaft mehr gibt um einen Vaterschaftstest zu machen, ist die einzige Möglichkeit für uns nun, die Geschichte auf die Plausibilität hin zu überprüfen. Denn bislang haben wir noch nie etwas davon gehört, dass jemand aus dem Westen zum Arbeiten in die DDR gegangen ist?

Es wäre toll, wenn uns jemand helfen könnte zumindest ein wenig Licht ins dunkle zu bringen! :-)

Vielen Dank!

Kerstin


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03.03.2016 16:50 (zuletzt bearbeitet: 03.03.2016 16:55)
#2
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Merkwürdige Geschichte.

Der Begriff Gastarbeiter ist jedenfalls nicht richtig.

Damals gab es noch alte Verbindungen und deswegen grenzüberschreitende Arbeitsverhältnisse. Der Einheitsgedanke war in beiden deutschen Staaten noch aktuell.
Aber Gastarbeiter sind Ausländer. Gastarbeiter ist nämlich nur ein Euphemismus für den älteren Begriff Fremdarbeiter.

Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)


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03.03.2016 17:23
#3
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Meist waren es wohl Monteure von westlichen Firmen, so auch in den 1970er Jahren.
http://www.zeit.de/1979/14/die-ddr-das-ist-ausland-fuer-uns
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-40349743.html
Theo


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03.03.2016 17:27 (zuletzt bearbeitet: 03.03.2016 17:27)
#4
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Ja Theo. Aber 1953?

Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)


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03.03.2016 17:28
avatar  Pit 59
#5
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Klar gabs früher öfters das Monteure Ihre Maschinen selber in der DDR aufgestellt haben. Natürlich wurden die von Ihrer Firma bezahlt,was wollte man auch mit Alus ? die man eventuell brauchte für Essen u.s.w. wurden getauscht.


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03.03.2016 17:38
avatar  andyman
#6
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Hallo und willkommen im Forum.
Die einzige Spur ist wohl der Bekannte deiner Mutter und der damalige Wohnort.Da könnte ein Ansatz sein,aber das wissen hier einige beruflich bedingt besser als ich.
Ansonsten bei Julia Leischik anfragen?
Lgandyman

Gruß aus Südschweden
Was nützt alles Hasten und Jagen,auch du bist nur ein Tropfen im Meer der Unendlichkeit. Confuzius


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03.03.2016 17:46
#7
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Da gibt es einen DEFA Dokumentarfilm aus dem Jahre 1954 "Die Sieben vom Rhein"
Sieben westdeutsche Arbeiter aus dem Ruhrgebiet, aus Mühlheim und Bochum, sind zu Besuch im Stahl- und Walzwerk Riesa und sammeln Erfahrungen über das Land und den Alltag der Arbeiter in der DDR der 50er Jahre(...)
http://www.kabeleins.ch/sosiehtsaus/film...ieben-vom-rhein
https://en.wikipedia.org/wiki/Die_Sieben_vom_Rhein
Mit Kommentar von Karl-Eduard von Schnitzler
Theo


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03.03.2016 18:48
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#8
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Das viele Leute nach dem 2.Weltkrieg(wohl nicht nur in der DDR) zur Untermiete gewohnt haben resultierte einzig daraus, das Einzelpersonen mit genügend Wohnraum verpflichtet wurden, Räume an Zugezogene(Vertriebene in der BRD, Umsiedler in der DDR)abzugeben. So kenne ich es von meinen Eltern,(waren jung...Mutter Volksdeutsche, Vater Urleipziger) unserer Wohnung im Leipziger Osten wo ich ab 1953 aufgewachsen bin,der damalige Hauptmieter dann später automatisch Untermieter wurde.

Der alte Mann beschränkte sich ab Ende der 70er Jahre auf ein Zimmer(vorher zwei) mit gemeinsamer Küchennutzung und eben Toilette halbe Treppe tiefer.

Rainer-Maria


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03.03.2016 19:52
#9
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Moin,

gab es nicht so eine Vereinbarung in der "Schieferecke" in Thüringen?

Und war das in Harbke mit der Braunkohle und dem Kraftwerk nicht ähnlich?

MfG Berlin

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Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung, nicht repräsentativ, im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !

Ein Holder geht durch dick und dünn...

Der Holder auf dem Acker, der kleine Racker schlägt sich wirklich wacker....

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03.03.2016 20:09
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#10
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Zitat von eisenringtheo im Beitrag #3
Meist waren es wohl Monteure von westlichen Firmen, so auch in den 1970er Jahren.
http://www.zeit.de/1979/14/die-ddr-das-ist-ausland-fuer-uns
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-40349743.html
Theo



Im Buna und in anderen Betrieben arbeiteten Leute von http://www.voestalpine.com/group/de/.
Sie erichteten das Heizwerk Z 47 und erweiterten es.
In Italien wurden sogenannte Bockwurstkessel (10tDampf/Stunde) gekauft und von den Italienern auch aufgebaut.

Auch der Spiegel berichtete:http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-40349743.html


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03.03.2016 20:14
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#11
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Zitat von damals wars im Beitrag #10
Zitat von eisenringtheo im Beitrag #3
Meist waren es wohl Monteure von westlichen Firmen, so auch in den 1970er Jahren.
http://www.zeit.de/1979/14/die-ddr-das-ist-ausland-fuer-uns
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-40349743.html
Theo



Im Buna und in anderen Betrieben arbeiteten Leute von http://www.voestalpine.com/group/de/.
Sie erichteten das Heizwerk Z 47 und erweiterten es.
In Italien wurden sogenannte Bockwurstkessel (10tDampf/Stunde) gekauft und von den Italienern auch aufgebaut.

Auch der Spiegel berichtete:http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-40349743.html



Hubert, Monteure !
Gerd


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03.03.2016 20:43
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#12
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( gelöscht )

Hallo,
zumindestens soll es in Berlin noch 1966 sektorengrenzüberkreuzende Arbeitswege gegeben haben, in beide Richtungen, nicht nur bei der Reichsbahn.

Ich hörte von Medizinern im Chefarzt und Professurbereich.


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03.03.2016 20:43
#13
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Zitat von damals wars im Beitrag #10
Zitat von eisenringtheo im Beitrag #3
Meist waren es wohl Monteure von westlichen Firmen, so auch in den 1970er Jahren.
http://www.zeit.de/1979/14/die-ddr-das-ist-ausland-fuer-uns
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-40349743.html
Theo



Im Buna und in anderen Betrieben arbeiteten Leute von http://www.voestalpine.com/group/de/.
Sie erichteten das Heizwerk Z 47 und erweiterten es.
In Italien wurden sogenannte Bockwurstkessel (10tDampf/Stunde) gekauft und von den Italienern auch aufgebaut.

Auch der Spiegel berichtete:http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-40349743.html


Hast du das richtig gelesen? Es geht um 1953


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03.03.2016 21:27
avatar  mibau83
#14
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in den 50er jahren gab es zum beispiel arbeiter aus oberfranken, die täglich zur arbeit nach thüringen fuhren.

im video ab minute 30:10 zu sehen.


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03.03.2016 23:50
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#15
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( gelöscht )

Zitat von SET800 im Beitrag #12
Hallo,
zumindestens soll es in Berlin noch 1966 sektorengrenzüberkreuzende Arbeitswege gegeben haben, in beide Richtungen, nicht nur bei der Reichsbahn.

Ich hörte von Medizinern im Chefarzt und Professurbereich.



Bei der DR und der Wasserstraßendirektion bis 1989, allerdings zum Schluß eher von Ost (Wohnort) nach West (Arbeitsort).


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