Fluchten und Biographien

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02.03.2016 10:01
#31
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Zitat von TAO im Beitrag #27
Zitat von andyman im Beitrag #22

Dem war nicht so.Die Grenze bzw.das Grenzsicherungssystem war geheim und unter der Bevölkerung keineswegs bekannt.Es gab sicher viele Insider z.B.gediente Grenzer,Anwohner aus dem Grenzgebiet oder Interessierte die sich Infos beschafft haben aber eine allgemeine Kenntnis der Verhältnisse ist bis heuzutage nicht vorhanden.
Lgandyman


Also, ich kann nur von mir sprechen. Es war mir durchaus bekannt, dass an der Grenze ab und zu mal welche erschossen werden und das dort ziemlich ausgeklüftete Sperranlagen waren, war mir auch nicht unbekannt. Gut, ich habe es aus dem Westfernsehen erfahren, welches nicht jeder in der DDR empfangen konnte. Allerdings eine Reise nach Berlin mit Besichtigung der Mauer, hätte jedem halbwegs vernünftigen Menschen einleuchten lassen müssen, dass man über diese Grenze nicht einfach so rüberspazieren kann. Insiderwissen war natürlich nur wenigen bekannt. Trotzdem ist es natürlich schade um jeden Toten, ja auch um jeden Festgenommenen.



Da stimme ich Dir zu. Man muss sich nur mal vorstellen--zehntausende Grundwehrdienstler haben am Kanten gedient. Und nach ihrer Entlassung soll nichts im Volk hängen geblieben sein. Sicher wussten viele nicht--wie dort der Dienstablauf war, der ja auch ständig geändert wurde. Da kann ich mir vorstellen,das das im Volk nicht groß bekannt war. Ich selber,wusste schon ein Jahr vorher, wie es dort in etwa ablief. Denn ein Kollege kam gerade zurück,der in der gleichen GK diente--wo ich etwas später über ein Jahr, das Bett bezog.


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02.03.2016 10:17 (zuletzt bearbeitet: 02.03.2016 10:18)
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#32
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Ich weiß gar nicht was damals so das Problem war, ich mein für die DDR, die umzugswilligen Leute einfach raus zu lassen und das ohne viel Gestrietze vorher und auch ohne die bestätigten noch jahrelang schmoren zu lassen bis zur Verkündung des Umzugstermins.
Wer partout nicht im Sozialismus wohnen möchte ist doch sowieso verloren für den Sozialismus.
Da hat der Theo schon den Finger drauf gehabt mit dem Feudalismus.


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02.03.2016 10:37
#33
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Wenn ich einen Zaun erichte möchte ich mich vor Gefahren von außen schützen. Die Chinesen bauten ihre Mauer deswegen,die Amis ihre Grenze zu Mexiko auch. EU Staaten ziehen Stacheldraht damit niemand ungetrolliert ins Land kommt.War das mit Mauer und Stacheldraht in der DDR auch ,damit keiner eindringt ?


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02.03.2016 10:44 (zuletzt bearbeitet: 02.03.2016 10:46)
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#34
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Zitat von hanseatin im Beitrag #33
Wenn ich einen Zaun erichte möchte ich mich vor Gefahren von außen schützen. Die Chinesen bauten ihre Mauer deswegen,die Amis ihre Grenze zu Mexiko auch. EU Staaten ziehen Stacheldraht damit niemand ungetrolliert ins Land kommt.War das mit Mauer und Stacheldraht in der DDR auch ,damit keiner eindringt ?


Theoretisch ja, praktisch haben wir mit dem anifaschistischen Schutzwall dem Westen die ganzen Faschisten vom Hals gehalten


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02.03.2016 10:51
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#35
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Zitat von Hanum83 im Beitrag #32
Ich weiß gar nicht was damals so das Problem war, ich mein für die DDR, die umzugswilligen Leute einfach raus zu lassen und das ohne viel Gestrietze vorher und auch ohne die bestätigten noch jahrelang schmoren zu lassen bis zur Verkündung des Umzugstermins.....................


Vielleicht für den Sozialismus verloren, nicht aber als Chemiewerker in Merseburg, als Mediziner in Prenzlau, als Ingenieur in Sömmerda oder Singwitz, als CNC-Facharbeiter bei Fritz Heckert, als Reichsbahner in GroßKobertha oder Mathe-Prof in Dresden..


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02.03.2016 11:37
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#36
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Zitat von SET800 im Beitrag #35
Zitat von Hanum83 im Beitrag #32
Ich weiß gar nicht was damals so das Problem war, ich mein für die DDR, die umzugswilligen Leute einfach raus zu lassen und das ohne viel Gestrietze vorher und auch ohne die bestätigten noch jahrelang schmoren zu lassen bis zur Verkündung des Umzugstermins.....................


Vielleicht für den Sozialismus verloren, nicht aber als Chemiewerker in Merseburg, als Mediziner in Prenzlau, als Ingenieur in Sömmerda oder Singwitz, als CNC-Facharbeiter bei Fritz Heckert, als Reichsbahner in GroßKobertha oder Mathe-Prof in Dresden..


Manche Leute wollen aber in einem Land wohnen und nicht in einer Firma.


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02.03.2016 11:39 (zuletzt bearbeitet: 02.03.2016 11:45)
#37
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Das ist doch alles allgemein bekannt.
Weil man diese Leute nicht begeistern konnte, weder ideell, noch materiell, wurden sie festgehalten. Das hat die DDR stabilisiert, war aber eine Bankrotterklärung.

Daß man sich fortan bei einem Fluchtversuch in Lebensgefahr brachte, war klar, nicht zuletzt durch die Information der Westmedien.
Aber man hat das bewußt in Kauf genommen, nicht aus Dummheit, sondern, weil es keinen anderen Weg gab.
Ob das ein schneller Entschluß war oder nach reiflicher Überlegung erfolgte, ist unerheblich. Jeder dieser Leute wollte sich zurecht nicht einschränken lassen.

»Socialismo o muerte« galt hier auch irgendwie............

Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)


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02.03.2016 11:48
#38
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Die offizielle Meinung bei der Führung der DDR war um 1960, dass eine Fortdauer der Abwanderung aus der DDR zu vermehrten Problemen in Industrie und Versorgung bis hin zu Chaos und Bürgerkrieg führen können. Um diesem Trend entgegenzuwirken war entweder mehr Wohlstand oder die Mauer erforderlich. Diese Problematik schildert der Spionagefilm "For Eyes Only" aus dem Jahre 1963 sehr eindrücklich ("fortgesetzte Steigerung der Flüchtlingspsychose")


For Eyes Only - Streng geheim from tom on Vimeo.


Trotz baulicher Massnahmen und Grenzbewachung durch Grenztruppen und Polizei konnten die Flüchtlingspsychoten bis 1989 nicht geheilt werden.
Theo


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02.03.2016 11:51
#39
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Zitat von Hanum83 im Beitrag #36
Zitat von SET800 im Beitrag #35
Zitat von Hanum83 im Beitrag #32
Ich weiß gar nicht was damals so das Problem war, ich mein für die DDR, die umzugswilligen Leute einfach raus zu lassen und das ohne viel Gestrietze vorher und auch ohne die bestätigten noch jahrelang schmoren zu lassen bis zur Verkündung des Umzugstermins.....................


Vielleicht für den Sozialismus verloren, nicht aber als Chemiewerker in Merseburg, als Mediziner in Prenzlau, als Ingenieur in Sömmerda oder Singwitz, als CNC-Facharbeiter bei Fritz Heckert, als Reichsbahner in GroßKobertha oder Mathe-Prof in Dresden..


Manche Leute wollen aber in einem Land wohnen und nicht in einer Firma.


Ich bin nur im Schichtsystem in einen Betrieb gegangen aber gewohnt hab ich da nicht.


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02.03.2016 11:52 (zuletzt bearbeitet: 02.03.2016 11:54)
#40
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Zitat von hanseatin im Beitrag #33
Wenn ich einen Zaun erichte möchte ich mich vor Gefahren von außen schützen. Die Chinesen bauten ihre Mauer deswegen,die Amis ihre Grenze zu Mexiko auch. EU Staaten ziehen Stacheldraht damit niemand ungetrolliert ins Land kommt.War das mit Mauer und Stacheldraht in der DDR auch ,damit keiner eindringt ?


Sicherlich hätten sich die meisten DDR-Grenzer gern auf die Kontrolle der westdeutschen Aktivitäten beschränkt und Dienst gemacht, wie der BGS.

-------------

Frage an die Grenzer:
Wen hat als Neuling am Kanten die Sicherung Richtung DDR tatsächlich überrascht?

Gruß

Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)


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02.03.2016 11:56
#41
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Zitat von Freienhagener im Beitrag #40
Zitat von hanseatin im Beitrag #33
Wenn ich einen Zaun erichte möchte ich mich vor Gefahren von außen schützen. Die Chinesen bauten ihre Mauer deswegen,die Amis ihre Grenze zu Mexiko auch. EU Staaten ziehen Stacheldraht damit niemand ungetrolliert ins Land kommt.War das mit Mauer und Stacheldraht in der DDR auch ,damit keiner eindringt ?


Sicherlich hätten sich die meisten DDR-Grenzer gern auf die Kontrolle der westdeutschen Aktivitäten beschränkt und Dienst gemacht, wie der BGS.



Hat man doch--ich musste immer Meldung absetzen,wenn der BGS oder ZGD auftauchten.


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02.03.2016 12:02
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#42
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Zitat von Rostocker im Beitrag #39
Zitat von Hanum83 im Beitrag #36
Zitat von SET800 im Beitrag #35
Zitat von Hanum83 im Beitrag #32
Ich weiß gar nicht was damals so das Problem war, ich mein für die DDR, die umzugswilligen Leute einfach raus zu lassen und das ohne viel Gestrietze vorher und auch ohne die bestätigten noch jahrelang schmoren zu lassen bis zur Verkündung des Umzugstermins.....................


Vielleicht für den Sozialismus verloren, nicht aber als Chemiewerker in Merseburg, als Mediziner in Prenzlau, als Ingenieur in Sömmerda oder Singwitz, als CNC-Facharbeiter bei Fritz Heckert, als Reichsbahner in GroßKobertha oder Mathe-Prof in Dresden..


Manche Leute wollen aber in einem Land wohnen und nicht in einer Firma.


Ich bin nur im Schichtsystem in einen Betrieb gegangen aber gewohnt hab ich da nicht.


Nach Set's Verständnis war ich ein Bürger des Bau- u. Montagekombinates Süd


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02.03.2016 12:05 (zuletzt bearbeitet: 02.03.2016 12:07)
#43
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Zitat von Rostocker im Beitrag #41
Zitat von Freienhagener im Beitrag #40
Zitat von hanseatin im Beitrag #33
Wenn ich einen Zaun erichte möchte ich mich vor Gefahren von außen schützen. Die Chinesen bauten ihre Mauer deswegen,die Amis ihre Grenze zu Mexiko auch. EU Staaten ziehen Stacheldraht damit niemand ungetrolliert ins Land kommt.War das mit Mauer und Stacheldraht in der DDR auch ,damit keiner eindringt ?


Sicherlich hätten sich die meisten DDR-Grenzer gern auf die Kontrolle der westdeutschen Aktivitäten beschränkt und Dienst gemacht, wie der BGS.



Hat man doch--ich musste immer Meldung absetzen,wenn der BGS oder ZGD auftauchten.


Und darauf hast Du Dich beschränkt?

Sei froh, daß dies keiner gemerkt hat...........

Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)


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02.03.2016 12:10
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Zitat von eisenringtheo im Beitrag #38
Die offizielle Meinung bei der Führung der DDR war um 1960, dass eine Fortdauer der Abwanderung aus der DDR zu vermehrten Problemen in Industrie und Versorgung bis hin zu Chaos und Bürgerkrieg führen können. Um diesem Trend entgegenzuwirken war entweder mehr Wohlstand oder die Mauer erforderlich.



Und aufgrund der weltwirtschaftlichen Lage war mehr Wohlstand nicht möglich, der USA-NATO-Reichtum beruhte auch, und das zum großen Teil, auf Ausbeutung billigster Rohstoffe durch Lohndumping:

Wie war die Versorgung russicher oder Mansfelder Bergleute mit Wohnungen, Schulen für die Kinder, medizinischer Betreuung usw. gegenüber Katanga, Malaysia oder Peru?

Grusinischer Teeanbau vs. Indien?

Und das wurde jetzt noch gesteigert, z.B.Seefahrt, arme Pakistani statt Deutscher Heuer.

Löhne 1985 auf dem DDR-Kreuzfahrtschiff und heute auf "Aida" usw.? Unterschied Gäste-Personal?


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02.03.2016 12:44 (zuletzt bearbeitet: 02.03.2016 12:45)
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#45
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Das ist genau das was mich früher am real existierenden Sozialismus am meisten angeko... hat, die Reduzierung meiner Persönlichkeit auf den Status eines Arbeits-Viechs das dafür einen warmen Stall, Wasser und Futter bekommt, ansonsten aber die Schnauze zu halten hat.


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