die braune Macht

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14.04.2017 09:23
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#211
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Zitat von damals wars im Beitrag #209
Umsiedler war ein deutscher Amtsbegriff, hat also mit Genossen nicht zu tun!
Kann man nicht wissen, wenn man in dieses Thema nie eingestiegen ist...


aber nur in der Zone Hubert, hier im "Altreich" wurden sie Vertriebene genannt . Ich meine der letztere Begriff beschreibt die Sache genauer


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14.04.2017 09:30
avatar  Ebro
#212
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War Düsseldorf nicht eigentlich auch "Zone", amerikanische?


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14.04.2017 09:32
#213
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Es war ein politischer DDR-Amtsbegriff der nur in der SBZ-DDR in diesem Zusammenhang verwendet wurde, von Stalin vorgegeben und von besonders linientreuen Genossen gerne wiederholt.

Diese Menschen waren Heimatvertriebe, Flüchtlinge, aber da so die Möglichkeit bestand, dass man die ethnischen Säuberungen von Stalin hinterfragen könnte, wurde der verharmlosende Begriff Umsiedler unter den Linientreuen der DDR verwendet.
Wie schon im Nordkaukasus, an der Wolga, auf der Krim, in Süden Finnland, in Bessarabrien oder in Ostpolen wurden Menschen auf den Wunsch Stalins gewaltsam vertrieben. Das mit den Vertreibungen hatte sich Stalin wohl vom Massenmörder Hitler abgeschaut.

Die stalinhörigen DDR-Kaderlinken verwendeten dann nur noch den Begriff "Umsiedler" und ab sofort auch polnische Begriffe für die deutsche Ortsnamen in den ehemaligen Ostgebieten. 700 Jahre hieß Stettin in Deutschland Stettin die DDR-Linientreuen nannen es dann von heute auf morgen nur noch Szczecin, aus Breslau wurde Wrocław. So wollte man die Vergangenheit dieser Städte vertuschen.

Niemand würde bei uns auf die Idee kommen, zu Rom, Roma zu sagen oder zu Mailand, Milano.


Die Universität Oldenburg beschäftigt sich mit der DDR-Sprachbegriffen, einfach mal lesen.... @damals wars

Der Begriff "Umsiedler" bezeichnete in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) und in der DDR Flüchtlinge und Vertriebene aus den ehemals deutschen und (auch) deutsch besiedelten Territorien im östlichen Europa.
http://ome-lexikon.uni-oldenburg.de/begr...siedler-sbzddr/


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14.04.2017 09:35
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#214
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Zitat von vs1400 im Beitrag #208
ich habe 2 mal die dauerausstellung vom lager zwei besucht.

der erste besuch war eher zufällig, denn es war auch mein erster besuch dieser gedenkstätte und ja, dass war schon heftig.
dieses lager 2 war nicht im plan und daher fiel der aufenthalt recht kurz aus, auch hatte ich die zeit im nacken, denn es war ne tagestour mit motorisierten zweirad.

mein 2. besuch zielte eher auf den bereich des lagers 2 und ja, da kam wirklich nochmal enttäuschung auf.
anbei einige bilder von der damaligen ausstellung ...

..
gruß vs



interessant der Aufruf an die Erfurter Einwohner. Ich konnte damals als noch sehr junger Einwohner Erfurts ( Mike ist das so richtig? )noch nicht lesen, aber meine Mutter berichtete, ab 1.Juli 45 ging der Tanz erst richtig los. Sie und meine Vater haben die Rote Armee jedenfalls nicht begrüßt, denn ihr Verhalten war nicht so, dass man sie freudig erregt begüßen musste.


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14.04.2017 09:47
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#215
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die Vertriebenen , die in der sowjetischen Zone blieben, haben eine schlechte Entscheidung getroffen. Die SED kümmerte sich überhaupt nicht um sie. In den Westzonen bekamen sie später ( in den 50 er Jahren) den Lastenausgleich , das war keine volle Entschädigung für verlorenes Gut und Grundstücke aber immerhin etwas. Auch wurden sie bevorzugt beim Bau von Siedlungen usw, was wiederum der einheimischen Bevölkerung nicht so gefiel. Der Lastenausgleich war eine Art Soli, d.h die Bevölkerung in den Westzonen wurde mit einer Sonderabgabe auf Grundstücke, Wertpapiere, Hypotheken usw. belastet und das generierte Geld an die Vertriebenen aus den Ostgebieten und den anerkannten politischen Flüchtlingen aus der späteren DDR ausgezahlt. Ich finde eine sehr gerechte Sache, denn sie hatte all zusammen diesen Krieg angezettelt und verloren.

edit Fähler


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14.04.2017 09:50
#216
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Ja @Gert, der Stalin-Kult trieb auch in der DDR absurde Blüten, er mutierte zu einer Art Ersatzreligion unter den orthodoxen Parteigläubigen.


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14.04.2017 10:00
#217
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Die "Umsiedler", die zum grössten Teil vor ihrer "Umsiedlung" in Arbeitslagern verbringen mussten, fanden es ungerecht, dass sie keine Würdigung durch den Staat erhielten, während die Opfer des Faschismus grosse Beachtung fanden und auch ordentlich Geld kriegten
https://de.wikipedia.org/wiki/Verfolgter_des_Naziregimes
https://de.wikipedia.org/wiki/Medaille_f...s_1933_bis_1945
Theo


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14.04.2017 10:01
avatar  Ebro
#218
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Stimmt, meine Mutter hatte mir auch erzählt, dass bei ihr die Tränen liefen....!
Und auf Parteiversammlungen wurde immer ein Stuhl für den Genossen Stalin freigehalten. Bis zu welchem Zeitpunkt das so gemacht wurde, weiß ich aber nicht.


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14.04.2017 10:03
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#219
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[quote="Grenzläufer"|p610205Ja @Gert, der Stalin-Kult trieb auch in der DDR absurde Blüten, er mutierte zu einer Art Ersatzreligion unter den orthodoxen Parteigläubigen.

Zitat




@Grenzläufer , einer dieser im Video gezeigten Schüler hätte ich sein können. Ich war an seinem Tod kurz vor dem 9. Geburtstag und ich erinnere mich gut.
Die offizielle DDR fiel in eine Art Schockstarre ob des Todes des 2.größten Führer aller Zeiten(den 1.Platz hatte schon ein anderer). Ich empfand das Ganze als sehr verstörend, ich konnte das überhaupt nicht einordnen.

edit fähler


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14.04.2017 10:15
#220
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Zitat
RE: die braune Macht • Absender: eisenringtheo, vor 9 Minuten
quote Diesen Beitrag zitieren

Die "Umsiedler", die zum grössten Teil vor ihrer "Umsiedlung" in Arbeitslagern verbringen mussten, fanden es ungerecht, dass sie keine Würdigung durch den Staat erhielten, während die Opfer des Faschismus grosse Beachtung fanden und auch ordentlich Geld kriegten
https://de.wikipedia.org/wiki/Verfolgter_des_Naziregimes
https://de.wikipedia.org/wiki/Medaille_f...s_1933_bis_1945
Theo



Nicht alle kommunistischen Opfer der NS-Diktatur wurden entschädigt, ein großer Teil wurde unter Stalin ermordert.
Darüber wurde in der DDR nicht geredet..... der Deckmantel des Schweigens drüber gelegt.


>>> Stalins KPD-Opfer
(...)
Den Kern der Geschichte hat Weber längst bloßgelegt: Mehr als sechzig Prozent der KPD-Funktionäre, die vor dem Zugriff der Gestapo in die Sowjetunion geflüchtet waren, sind von Stalins Schergen ermordet worden oder im Gulag umgekommen. Von den Mitgliedern des Politbüros der KPD hat Stalin mehr ermorden lassen als Hitler (fünf Namen stehen auf dem Blutkonto der Gestapo, sieben auf dem der GPU).
Weber hat im neuen Band insgesamt 466 KPD-Opfer des Stalinismus namentlich erfaßt: 315 Kurzbiographien von deutschen Kommunisten, die in der Sowjetunion ermordet oder zur Zeit des Hitler-Stalin-Paktes an die Gestapo ausgeliefert wurden oder verschollen sind (...)<<<

http://www.zeit.de/1990/16/stalins-kpd-opfer


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14.04.2017 10:17
#221
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Wenn wir hier über Kriegsgefangene schreiben, dann meist unterlegt mit Zahlen, die die Vorstellungskraft sprengen.

Hier die Geschichte eines sowjetischen Kriegsgefangenen. Der Artikel ist in englisch.

Nikolai Vasenin: Soviet soldier who worked with the French Resistance then served 15 years in a labour camp for treason

http://www.independent.co.uk/news/people...-a-9911364.html

Der im Artikel erwähnte Dokumentarfilm nur in russisch:



Moskwitschka


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14.04.2017 10:21
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#222
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Zitat von eisenringtheo im Beitrag #217
Die "Umsiedler", die zum grössten Teil vor ihrer "Umsiedlung" in Arbeitslagern verbringen mussten, fanden es ungerecht, dass sie keine Würdigung durch den Staat erhielten, während die Opfer des Faschismus grosse Beachtung fanden und auch ordentlich Geld kriegten
https://de.wikipedia.org/wiki/Verfolgter_des_Naziregimes
https://de.wikipedia.org/wiki/Medaille_f...s_1933_bis_1945
Theo


unter diesen "Verfolgten" auch von Lenski, aristokratischer General der Wehrmacht und Beisitzer am Volksgerichtshof für mindestens ein Todesurteil mitverantwortlich.
1949 von der DDR als "Verfolgter des Naziregimes " anerkannt , 1958 in Pension geschickt mit 65 Jahren unter voller Anrechnung seiner Dienstzeit in der deutschen Wehrmacht. Ich fasse es nicht, dazu musste er nur den kleinen Schritt unternehmen, im Gefangenenlager der Russen ihnen von hinten hineinzukriechen.
Wie war noch der Spruch der Stasi ? Wer Nazi ist bestimmen wir !!
Bin mal gespannt auf die Kommentare jener, die ständig über die Pensionen der Nazigenerale und anderer braun angefärbten Kader des 3.Reiches in den Westzonen
sich echauffieren. Nun mal los : Feuer frei, wie seht ihr das?


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14.04.2017 10:35
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#223
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Zitat von Moskwitschka im Beitrag #221
Wenn wir hier über Kriegsgefangene schreiben, dann meist unterlegt mit Zahlen, die die Vorstellungskraft sprengen.

Hier die Geschichte eines sowjetischen Kriegsgefangenen. Der Artikel ist in englisch.

Nikolai Vasenin: Soviet soldier who worked with the French Resistance then served 15 years in a labour camp for treason

http://www.independent.co.uk/news/people...-a-9911364.html

Der im Artikel erwähnte Dokumentarfilm nur in russisch:



Moskwitschka




die Tatsache, dass alle Verschleppten, Internierte Russen in D nach ihrer Befreiung von Stalins Schergen erneut interniert und eingesperrt wurden ist für mich überhaupt nicht nachvollziehbar.Es ist eine große Demütigung und auch ein Verbrechen an diesen Menschen. Zu so etwas waren nur die autoritären faschistischen und kommunistischen Regime fähig. Ich kann ja noch verstehen, dass er die Soldaten der Wlassowarmee, einer freiwilligen Hilfstruppe der Wehrmacht einsperren und verfolgen ließ, aber Unschuldige die gegen ihren Willen nach D verschleppt wurden als Spione und Agenten des Feindes zu bezeichnen, dafür muss man einen Gehirntumor haben um so zu denken. Eine andere Erklärung finde ich nicht.


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14.04.2017 10:36
#224
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Zitat von Ebro im Beitrag #212
War Düsseldorf nicht eigentlich auch "Zone", amerikanische?

OT. Eigentlich schon. Aber es lebte sich schon früh im Westen besser, das dachten wohl auch die Schmannewitzer Heidelerchen aus Sachsen und zogen in den Westen, denn nur dort konnte man "dekadenter" Musik reich werden.

Ob sie die Pudel immer artgerecht behandelten???
Theo


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14.04.2017 10:39
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#225
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Zitat von eisenringtheo im Beitrag #224
Zitat von Ebro im Beitrag #212
War Düsseldorf nicht eigentlich auch "Zone", amerikanische?

OT. Eigentlich schon. Aber es lebte sich schon früh im Westen besser, das dachten wohl auch die Schmannewitzer Heidelerchen aus Sachsen und zogen in den Westen, denn nur dort konnte man "dekadenter" Musik reich werden.

Ob sie die Pudel immer artgerecht behandelten???
Theo


Theo, eigentlich nicht, es war very british


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