Moldawien - ein neuer Krisenherd?

02.02.2016 00:50 (zuletzt bearbeitet: 02.02.2016 01:06)
#1
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Ehrlich gesagt, ich wäre nicht auf das Thema gekommen, wenn ich in Berlin nicht moldawischen Flüchtlingen begegnet wäre. Das soll aber nicht das Thema sein.

Moldawien, eine ehemalige Sowjetrepublik. Schon während meiner Schulzeit "dümpelte" sie am Rande der Sowjetunion so vor sich hin. Das einzige was hängen geblieben ist - ist Weinbau. Und was die Folklore betrifft, war man sehr nahe an Rumänien. Ob meine Erinnerungen mich da trügen, habe ich nicht überprüft.

Ich werde das Thema auch nicht "moderieren", wie man von einem thred - Eröffner vielleicht erwartet. Es soll einfach da sein für die. die sich dafür interessieren.

Als Einstieg habe ich einen Artikel aus Österreich gwählt

Die kleine Republik Moldawien rutscht immer tiefer in die Krise und steht nach fast 25 Jahren Unabhängigkeit vor dem völligen Chaos. Seit Wochen protestieren Tausende Menschen und verlangen nun ultimativ bis Donnerstag, 16 Uhr, den Rücktritt der bereits sechsten Regierung innerhalb eines Jahres. Die Wut ist groß. Ein gewaltiger Korruptionsskandal erschüttert das kleine, bettelarme Land zwischen der Ukraine und Rumänien. Fast eine Milliarde an Steuergeldern sind verschwunden, was 15 Prozent des Bruttoinlandsproduktes entspricht.

Die Lage könnte komplizierter kaum sein: Denn unter den Demonstranten hat sich eine seltsame Allianz gebildet. Sowohl pro-europäische als auch pro-russische Anhänger haben sich nun die Hand gereicht, um Neuwahlen zu erzwingen. Der erklärte Feind dieser so unnatürlichen Protest-Allianz ist der umstrittene Oligarch und Strippenzieher Vlad Plahotniuc, der auf dem besten Wege ist, das Land zu beherrschen. Im Parlament hat sich der vermutlich reichste Mann Moldawiens längst eine Mehrheit von Abgeordneten verschiedener Parteien gekauft. Auch die erst letzte Woche vereidigte neue, pro-westliche Regierung hat er im Hintergrund organisiert. Und er kontrolliert mit seinem vielen Geld auch die entscheidenden Figuren in Polizei, Staatsanwaltschaft und in den Gerichten, dazu die Anti-Korruptionsbehörde und den wichtigsten Medienkonzern. Sein Aufstieg zum Alleinherrscher scheint unaufhaltsam. Unter dem europäischen Deckmantel strebt Plahotniuc sogar das Präsidentenamt an.

Kein Wunder also, dass die Moldawier eine neue Politik und Neuwahlen wollen. Laut Umfragen würden bei vorgezogenen Neuwahlen aber die beiden pro-russischen Parteien – Sozialisten und "Unsere Partei" – einen klaren Sieg einfahren. Der Preis für den brennenden Wunsch der Moldawier nach einer ehrlichen Regierung würde also zum Triumph Moskaus. Und der Westen schaut wieder einmal hilflos zu. Der Internationale Währungsfonds hat alle dringend benötigten Hilfen gestoppt, solange der Milliardendiebstahl der staatlichen Gelder nicht aufgeklärt ist. Und dass das nicht passiert, dafür weiß der allmächtige Plahotniuc zu sorgen


http://www.nachrichten.at/nachrichten/po...;art391,2096173

Informiert euch, entdeckt diese Land und schreibt .

LG von der Moskwitschka


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02.02.2016 05:04
#2
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@Moskwitschka mit sehr nahe an Rumänien hast du recht,Moldawien ist wenn ich mich recht erinnere wie das Baltikum erst spät zur SU gekommen glaube 39/40 unter den Namen Besarabien wurde es von der Roten Armee "befreit" .Unter Moldauische Sozialistische Sowjet Repulik in die UdSSR eingegliedert.


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02.02.2016 07:26 (zuletzt bearbeitet: 02.02.2016 07:35)
#3
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Nicht zu vergessen den Transnistrienkonflikt,
https://de.wikipedia.org/wiki/Transnistrien-Konflikt
https://de.wikipedia.org/wiki/Transnistrien
So gesehen wäre es schon ein alter Konflikt. Sollte sich eine prorussische Mehrheit in der Moldau durchsetzen, wäre eine Ende des Konflikts und Transnistriens, das heisst eine Wiedervereinigung absehbar.
Der Westen will das bestimmt nicht, und der Konflikt könnte erst recht los gehen, möglicherweise ein Art inszenierter Maidan.
Theo


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02.02.2016 07:54
#4
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Militärparade zum 25. Jahrestag der Pridnestrowischen Moldauischen Republik ("Transnistrien")

Theo


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02.02.2016 08:50
#5
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Den Leuten geht es schlecht, aber Militärparaden!

=============================================================================================
Phantasie ist wichtiger denn Wissen, denn Wissen ist begrenzt!


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02.02.2016 10:53
#6
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Zitat von eisenringtheo im Beitrag #3
Nicht zu vergessen den Transnistrienkonflikt,
https://de.wikipedia.org/wiki/Transnistrien-Konflikt
https://de.wikipedia.org/wiki/Transnistrien
So gesehen wäre es schon ein alter Konflikt. Sollte sich eine prorussische Mehrheit in der Moldau durchsetzen, wäre eine Ende des Konflikts und Transnistriens, das heisst eine Wiedervereinigung absehbar.
Der Westen will das bestimmt nicht, und der Konflikt könnte erst recht los gehen, möglicherweise ein Art inszenierter Maidan.
Theo


Da kannste Dir 100% sicher sein--das sitzen die Bluthunde des Westens und vor allen der USA schon in den Startlöchern. Ausser in Tunesien ist doch der arabische Frühling überall in die Hose gegangen--und das Ergebnis sieht man ja. Am liebsten hätte man so ein Ding wie den Maidan noch in Weißrussland in die Gänge gesetzt.


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02.02.2016 23:56
#7
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[quote=Rostocker|p519530][quote=eisenringtheo|p519492]Nicht zu vergessen den Transnistrienkonflikt,
https://de.wikipedia.org/wiki/Transnistrien-Konflikt
https://de.wikipedia.org/wiki/Transnistrien
So gesehen wäre es schon ein alter Konflikt. Sollte sich eine prorussische Mehrheit in der Moldau durchsetzen, wäre eine Ende des Konflikts und Transnistriens, das heisst eine Wiedervereinigung absehbar.

Wie ,mit der Krim?


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03.02.2016 06:48 (zuletzt bearbeitet: 03.02.2016 06:51)
#8
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Zitat von hanseatin im Beitrag #7
[quote=eisenringtheo|p519492]Nicht zu vergessen den Transnistrienkonflikt,
https://de.wikipedia.org/wiki/Transnistrien-Konflikt
https://de.wikipedia.org/wiki/Transnistrien
So gesehen wäre es schon ein alter Konflikt. Sollte sich eine prorussische Mehrheit in der Moldau durchsetzen, wäre eine Ende des Konflikts und Transnistriens, das heisst eine Wiedervereinigung absehbar.

Wie ,mit der Krim?

Nein eine Wiedervereinigung von Transnistrien mit Moldawien (Moldau) mit anschliessendem Beitritt der eurasischen (Wirtschafts-) Union. Der Beitritt von Transnistrien zur RF ist nur Plan B; sowie der Beitritt der Krim zur RF nur Plan B war.
Theo


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03.02.2016 19:00
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#9
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Logisch wäre eine Wiedervereinigung von Rumänien mit Moldawien! Transnistrien schließt sich der Ukraine an, Russland zieht seine Truppen aus Transnistrien ab und bekommt im Gegenzug einen Landkorridor zur Halbinsel Krim mit ein wenig diplomatischen Geschick kann über Moldawien auch der Ukraine- Konflikt entschärft werden. Über den Verbleib der Ostukraine könnte neu verhandelt werden.

Gruß Hartmut!


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03.02.2016 20:36
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#10
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Das wäre ein interessanter und überlegenswerter Vorschlag.


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03.02.2016 20:46
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#11
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Eine sehr Schlüssige Idee @utkieker !
Leider haben sich herrschenden Grossmächte (fast) nie von logischen Vorschlägen leiten lassen !

Ich habe im Jahre 1984 die Region https://de.wikipedia.org/wiki/Bessarabien
besucht ,nach Teilen vom ehemaligen Jugoslawien ,Bulgarien und auch Rumänien. Hatte darüber schon berichtet .
Bessarabien hat auf dieser Reise (Tour) den größten Eindruck auf mich gemacht

Das Gebiet war ja zeitweise von deutschsprechenden Teilen besiedelt . Weil der Großvater eines Freundes in Bessarabien aufgewachsen war , wollte er diese Region kennenlernen und wir planten unsere (8-wöchige) Motorradtour so .
Die Anträge zur Vorbereitung der Reise ,inklusive Reispässe ,war schon ein kleines Abenteuer !
Aber wie heißt es auch noch heute , mit Beziehungen kommt man weiter ! Der Vater eines Reiseteilnehmers arbeitete beim Rat des Kreises an exponierter Stelle !

Fritze


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03.02.2016 21:04
#12
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Zitat von utkieker im Beitrag #9
Logisch wäre eine Wiedervereinigung von Rumänien mit Moldawien! Transnistrien schließt sich der Ukraine an, Russland zieht seine Truppen aus Transnistrien ab und bekommt im Gegenzug einen Landkorridor zur Halbinsel Krim mit ein wenig diplomatischen Geschick kann über Moldawien auch der Ukraine- Konflikt entschärft werden. Über den Verbleib der Ostukraine könnte neu verhandelt werden.

Gruß Hartmut!

Damit wären Unruhen programmiert. Die Bevölkerung Moldawiens gespalten: 50 Prozent prowestlich, 50 Prozent prorussisch. Transnistrien ist stramm prorussisch, die haben es sicher nicht mit Poroschenko und Jazenjuk. Die Ostukraine wird nach den Plänen Russlands de iure ukrainisch bleiben. Denn solange die Ostukraine-Frage nicht gelöst ist, wird die Ukraine nicht der Nato beitreten können. Die gleiche Strategie verfolgt Russland mit Moldawien, seit 25 Jahren beschützt Russland Transnistrien (vor moldawischen Ordnungskräften), hält aber daran fest, dass Transnistrien definiiv zu Moldawien gehört und man sehr an einer friedlichen Lösung des Konfliktes interessiert ist. Wie bei der Ostukraine kann man das glauben, muss es aber nicht...¨
Theo


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03.02.2016 23:55
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#13
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Zitat von eisenringtheo im Beitrag #12
Zitat von utkieker im Beitrag #9
Logisch wäre eine Wiedervereinigung von Rumänien mit Moldawien! Transnistrien schließt sich der Ukraine an, Russland zieht seine Truppen aus Transnistrien ab und bekommt im Gegenzug einen Landkorridor zur Halbinsel Krim mit ein wenig diplomatischen Geschick kann über Moldawien auch der Ukraine- Konflikt entschärft werden. Über den Verbleib der Ostukraine könnte neu verhandelt werden.

Gruß Hartmut!

Damit wären Unruhen programmiert. Die Bevölkerung Moldawiens gespalten: 50 Prozent prowestlich, 50 Prozent prorussisch. Transnistrien ist stramm prorussisch, die haben es sicher nicht mit Poroschenko und Jazenjuk. Die Ostukraine wird nach den Plänen Russlands de iure ukrainisch bleiben. Denn solange die Ostukraine-Frage nicht gelöst ist, wird die Ukraine nicht der Nato beitreten können. Die gleiche Strategie verfolgt Russland mit Moldawien, seit 25 Jahren beschützt Russland Transnistrien (vor moldawischen Ordnungskräften), hält aber daran fest, dass Transnistrien definiiv zu Moldawien gehört und man sehr an einer friedlichen Lösung des Konfliktes interessiert ist. Wie bei der Ostukraine kann man das glauben, muss es aber nicht...¨
Theo



Transnistrien gehörte nie zu Rumänien, sondern war vor 1939 die Moldauische ASSR innerhalb der Ukrainischen SSR. Insofern war die Abspaltung eine berechtigte Reaktion auf die nach Zerfall der Sowjetunion versuchten Verbindung von Moldawien und Rumänien.


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23.01.2017 22:17
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#14
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Zitat von schulzi im Beitrag #2
@Moskwitschka mit sehr nahe an Rumänien hast du recht,Moldawien ist wenn ich mich recht erinnere wie das Baltikum erst spät zur SU gekommen glaube 39/40 unter den Namen Besarabien wurde es von der Roten Armee "befreit" .Unter Moldauische Sozialistische Sowjet Repulik in die UdSSR eingegliedert.

Da spricht man auch rumänisch.


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