Die DDR von Innen und außen betrachtet von 1959-1990

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01.09.2016 13:59
#31
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Um die DDR und ihre Vorgeschichte genau dokumentieren zu können, sind immer wieder neue Quellen verfügbar und durch die verschärfte Einstellung der historischen Elektronenmiskroskops werden chronologische Zusammenhänge sichtbar, die ein komplettes Weltbild korrigieren können.
Was hätte jener Prof. Siegfried Prokop für einen Grund, Propaganda zu betreiben oder sich wichtig zu machen ?

https://www.youtube.com/watch?v=IsLQO5xCMw8

Die Zusammenhänge und Tatsachen zu den ungleichen Reparationskosten beider deutscher Staaten sind einem Pokerspiel gefolgt, das Stalin mit polnischen Kommunisten in Schwerin gespielt hat (https://youtu.be/IsLQO5xCMw8?t=1127).
Und auch, daß es bereits LPG- Gründungen in der DDR gab, als der Sozialismus noch gar nicht beschlossen worden war so daß diese Projekte rückabgewickelt worden und es erst viel später richtig damit los ging.
Eine Frage bleibt dahingehend, was man selbst getan hätte, wenn man bereits als Geschichtsschüler der 8. Klasse so etwas erfahren hätte.
Wäre man Feind der BRD oder Genosse geworden ?
Würde es gar die DDR noch geben, wenn man solche Details eben nicht unter den Teppich gekehrt und wenigstens Personen, die älter als 14 waren zugänglich gemacht hätte ?
Wie gesagt, halte ich es für nahezu ausgeschlossen, daß dieser Professor Märchen erzählt oder die Geschichte fälscht, er hat eben andere Quellen, die möglicherweise lange verschlossen bzw. verschollen waren und uns aus irgendwelchen Gründen zu DDR- Zeiten vorenthalten worden und wieder mal hätte man mit Objektivität und Ehrlichkeit mehr erreicht, das war auch schon beim Wahlbetrug durch sozialistische Eiferer auf der Zielgeraden der DDR der Fall.
Möglicherweise muß man das auch mit der permanent anstehenden Kriegsgefahr in Verbindung bringen, indem man eben vermied solche Details an die Öffentlichkeit zu befördern.
Weiter im Text lüftet er noch ein Geheimnis zur Berliner Mauer, daß eben all das gar keine plumpe Lüge von W. U. war sondern viel komplexer und explosiver (konkrete atomare Bedrohung) https://youtu.be/IsLQO5xCMw8?t=2458 war und sogar durch die Strauß- Memoiren von 1988 belegt ist.
Die Genossen waren viel pragmatischer und strategischer unterwegs als manch einer das für möglich gehalten hätte.
Angesichts solcher Fakten können wir heute wohl ohne weiteres behaupten, daß die historischen Realitätsverweigerer aus Zeiten des Kalten Krieges auch Blick auf den Rhein hatten.
Auch die hier schon diskutierten Goldvorräte der BRD kommen zur Sprache.
https://youtu.be/IsLQO5xCMw8?t=2725
Wenn die wirklich bis 2099 gepfändet sein sollen, wäre es schön das auch mal genau so zu kommunizieren, aber mit Glasnost ist es wohl auch im Westen nicht weit her, wer weiß was die Kanzler noch alles zu unterschreiben hatten, bevor sie ans Ruder durften.
Mir fällt das echt schwer zu glauben, aber offensive Gegenreden dazu seitens der Staatsvermögensverwalter gibt es nicht und da die Goldbatzen immer noch in Fort Knox sind und jederzeit beschlagnahmt werden können erklärt die unverbrüchliche Treue zum großen Befreier von einst.
Die Schlußfolgerungen für die Jetztzeit lassen Schlimmes vermuten aber auch, daß der Professor doch nicht ganz unpolitisch unterwegs ist, zumindest das mit der Unterschrift glaube ich nicht, da hätte sich Gysi schon gemeldet.


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26.08.2018 22:20
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#32
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Guten Abend, tut mir leid, dass ich erst jetzt wieder melde. Aber es gibt immer mal Zeiten wo div. Ursachen ein Beitragverfassen nicht zulassen.
Aber nun:
Immer noch 1962- 1972

Das die Beschreibung dieser Periode recht lang ausfällt, hängt wohl damit zusammen, dass ich altersmässig alles mehr empfunden habe.
Stichwort Personalpapiere. Bis 1968 reichte zur Ein/Ausreise in die DDR ein Personalausweis aus. 1968 beschloss der hochweise Ministerrat der DDR, dass es die DDR Internationaler machen würde, wenn eine Visumpflicht eingeführt würde. Der gelernte Bundesbürger empfand das als Rückschritt, der er konnte in vielen Ländern nur mit dem Perso reisen. Nun musste für jeden in meine Familie ein Reisepaß her. Das war bei einer 4 köpfigen Familie doch eine kleine zusätzliche Ausgabe, 6 D-Mark pro Paß, plus Fotokosten. Damals mußte man zum Fotografen um ein vernüftiges Bild und vor allen Dingen vorschriftengerecht zu bekommen. Es gab ja immer wieder Gerüchte, dass die Einreise in die DDR wg. des Bildes verwehrt wurde.
Nun kam 1969 die erste Fahrt mit dem nagelneuen Reisepass. Mit großen Erstaunen stellten wir fest, dass auf eine Doppelseite ein großer Stempel ohne viel Text eingestempelt wurde. Titel: Visum zur Einreise. Es wurde noch handschriftlich der Zielort eingetragen. Dazu gab es noch einen Stempel für die EinreiseDas dabei noch anfangs DM- Taler die Seite wechselten, war natürlich logisch. Bloß warum sollte unbedingt die linke Seite des Passes freigehalten werden?
Das wurde einem klar, wenn man der Meldepflicht nachkam. Da wurde ein Stempel "Aufenthaltsberechtigung" in der linken Seite oben eingestempelt. Dazu der Eintrag in welchem Kreis man sich Aufhalten durfte. Nach ein paar Tagen kurz vor der geplanten Abreise durfte man wieder bei der allgewaltigen Volkspolizei, Abt. Meldewesen vorsprechen und den dritten Stempel "Visum zur Ausreise" mit Ausreisedatum zu erhalten. Und schon die Doppelseite voll. Das zweimalige Erscheinen war nur in den ein oder zwei Jahren so. Danach konnte man gleich bei der Anmeldung den Abreise- Tag und bekam gleich beide Stempel eingedückt. Auch war es möglich, sich eine Genehmigung für einen weiteren Kreis oder Stadt geben lassen, um dortige Verwandte zu besuchen. Später galt die Aufenthaltsberechtigung für die ganze DDR. Man musste aber erst zu diesem Ort fahren,wo die Verwandschaft, den Besuchsantrag gestellt hatte.

So nun muss ich Schluss machen, mörgen früh findet zeitig eine OP statt. Weitere Beiträge folgen, wie es die Nachwehen der OP zulassen


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26.08.2018 23:08
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#33
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Hallo @Der aus dem Westen
Bei dem Tempo deiner Beiträge fliegt mir fast die Mütze weg,aber schön das du dich wieder gemeldet hast.
Lgandyman


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26.08.2018 23:33
#34
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Hallo @Der aus dem Westen

Fahrt mit dem nagelneuen Reisepass. Mit großen Erstaunen stellten wir fest, dass auf eine (rechts) Doppelseite ein großer Stempel ohne viel Text eingestempelt wurde. Titel: Visum zur Einreise. Es wurde noch handschriftlich der Zielort eingetragen. Dazu gab es noch einen Stempel für die Einreise...
Bloß warum sollte unbedingt die linke Seite des Passes freigehalten werden?
Das wurde einem klar, wenn man der Meldepflicht nachkam. Da wurde ein Stempel "Aufenthaltsberechtigung" in der linken Seite oben eingestempelt

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Die Erklärung ist ganz einfach und simpel und hat kein Geheimnis zum Inhalt.
Die meisten Pass- Kontrolleure waren RECHTSHÄNDER. Daher nimmt der MA den Pass / Dokument in die linke Hand. Mit der rechten Hand bedient er den PKS



und den Visaroller




Wenn man jetzt den Pass mit der linken Hand aufschlägt liegt die rechte Visaseite des Dokumentes auf dem Arbeitstisch. Ganz abgesehen davon das auf der rechten Visaseite kein Lichtbild, Befestigungsösen des LB oder eine Perforierung den Visaeintrag durch Wölbungen störte und damit eine saubere Stempelung erfolgte. Denn der "Visaroller" ist leicht auf der gummierten Unterseite gewölbt .



Lt. OTA erfolgte die Handhabung des Visarollers indem man diesen von unten nach oben über die Visaseite rollte. Das diente dazu das man mit dem Staatssemblem die Gebührenmarke unten lks. entwertete.



Das Visa wurde o. lks mit dem PKS eröffnet und o. rechts bei der Ausreise entwertet. Dazu mussten noch die Zählkarte und der Berechtigungsschein zum Empfang eines Visa mit dem PKS entwertet werden.

Für die MA der VPKA Abt. P/M blieb dann in den meisten Fällen nur die linke Seite des RP zur Bearbeitung über.

passport


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27.08.2018 02:30
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#35
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Hallo Passport, das hast du ja schön erklärt und uns gezeigt aber in der Praxis sah es an der Autobahn Marienborn etwas anders aus. Da wurden diese Stempel teilweise auch wild durch einander in den RP gedrückt, auch auf verschiedenen Doppelseiten. Wenn ich in meinen RP schaue, muß ich schon mal um blättern um alle Stempel von einer Reise zu suchen. Na ja, haben wohl nicht alle MA so nach dem vor gegebenen System gearbeitet. (Vielleicht Übermüdung Nachts). Ich fuhr meist des Nachts.


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27.08.2018 13:05
#36
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Hallo @Cambrino ,

wie sagt schon der Sender Jerewan : im Prinzip ja, aber...



passport


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27.08.2018 13:20
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#37
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Es gibt da bei "youtube" ein Video von der BStU unter dem Suchbegriff: MfS ZAIG 141

Dies ist ein Schulungsfilm des MfS und die Aufnahmen zeigen die alte GÜST Wartha bei sehr starkem Reiseverkehr. Dort kann man sehen unter welchem Druck die Kontrolleure teilweise gearbeitet haben. Solche Arbeitsbedingungen würde jeder MA des Bundes Zoll verweigern....

Und auf eines möchte ich noch hinweisen, das Video wurde in das Netz gestellt und alle Kennzeichen der BRD Fahrzeuge verpixelt, doch die Kontrolleure der Paßkontrolle sind eindeutig und klar erkennbar!
Wie ist das hier mit dem Datenschutz und dem Recht auf das eigene Bild?


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27.08.2018 18:53
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#38
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Frage zu #31
Ist das der Prokop der, "Wer stiehlt schon Unterschenkel", geschrieben hat??


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31.08.2018 01:50
#39
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Zitat von Bastler100 im Beitrag #38
Frage zu #31
Ist das der Prokop der, "Wer stiehlt schon Unterschenkel", geschrieben hat??


Nein, der Autor hieß Gert Prokop und der Professor hieß Siegfried Prokop.


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14.09.2018 17:12
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#40
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So da bin ich wieder, zwar immer noch angeschlagen. Denn eine OP mit mehr als 5 h Tiefschlaf stecke ich offensichtlich nicht mehr so weg. Selbst der Appetit ist noch nicht wiedergekommen. Da freut sich nur die Waage.

Also, noch das Thema Paßvollstempeln. Hier wurde ja schon durch die Foristen etwas dazugesteuert an Info. Aber die Genossen der Organe waren ja stempelwütig: Scherz an: Vielleicht waren im Fünfjahresplan von Herrn Mittag eine riesige Anzahl Stempel vorgesehen. Scherz aus. Jedenfalls finde ich noch eine Anzahl "Transitvisum" in meinem Paß. Die waren für die Fahrt im DDR-Deutsch von der "BRD zur selbständigen Einheit Westberlin" im Transit gedacht. Konnte man gleich für Hin- und Rückfahrt erwerben. Bis zum Grundlagenvertrag füllte sicher der Reisepaß sich auch auf diesem Wege. Interesanterweise waren die Brüder und Schwestern der VR Polen und CSSR bescheidener. Denn da reichte für ein Visum eine einzige Seite.
Nun nähern wir uns dem Jahresende 1972. Da gab es eine Anordnung des Herrn Dickel, dass mehrfache Besuche in die DDR möglich waren, der Aufenthalt wird in der Regel für das gesamte Gebiet der DDR erteilt und der Hit, man konnte mit dem PKW einreisen! Dieses haben wir (Familie) Weihnachten 1972 genutzt. Blöd war es nur für die Kollegen Paß- und Meldewesen. Die mussten am 24.12. Dienst tuen und hatten die Ehre uns die linke Seite der Paßseite mit Stempeln zu verzieren
Lustig waren nur die Reaktion derentgegenkommenden DDR-PKWs in der Dunkelheit auf den Landstrassen. Man wurde grundsätzlich mit Aufblenden gebeten, weniger Licht zu erzeugen. Das ging aber nicht. Denn der Ford, mit dem wir fuhren, war schon mit H4 - Fahrlicht ausgerüstet. Zudem war auch eine Drehstromlichtmaschine verbaut. Die konnte die Spannung halten, sodaß vor einem die Straße a la " Osram so hell wie der lichte Tag" erleuchtet wurde. Da kann man sich vorstellen, wie das ungewohnt war für die DDR- Bürger. Für uns dagegen war ungewohnt, dass viele Trabis mit in Betrieb befindlichen Nebellampen entgegenkamen.

Stichwort Versorgung: Wie es im täglichen Leben in der DDR abging, konnten wir Westler nicht unbedingt sehen. Denn zu Familientreffen wurden ja in weiser Voraussicht Vorräte angelegt, usw. Was meine Eltern dazutaten, waren die ominösen Pakete. Stichwort "Geschenksendung, kene Handelsware"
Beknackt aus heutiger Sicht, dass bis zum Ende der DDR, diese Aufschrift zu verlangen. Dann wurden ja die Koffer und später die Kofferräume entsprechend bestückt. Also die Tafeln waren gut bestückt.

Soweit erst einmal bis 1972.


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14.09.2018 17:22
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#41
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Weißt Du, @Der aus dem Westen , was mich anstinkt? Diese eingebaute Häme in Deinem Bericht. Was hatten wir, was ihr Ossis nicht hattet. Fällt Dir nach dieser langen OP nichts Besseres ein?
Schreibe doch einfach sachlich, was Dir an der Grenze widerfahren ist und lass Dein komisches Auto mit seinen OSRAM-Lampen aus dem Spiel.
Trotz dieser Karre wollte ich damals nicht mit Dir tauschen und heute schon gar nicht.


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14.09.2018 17:53
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#42
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94

Naja nicht gleich aus der Haut fahren. Soweit ich weiß verbaute Ford erst mit der Modelgeneration 1973/74 H4-Lampen und diese stammten von Philips. Na wie auch immer. Aber diesen Effekt den der ausm Westen beschreibt kenne ich auch. Doch da muß ich bissel ausholen. Grundsätzlich unterscheiden sich ja herkömmliche Bilux- und H4-Lampen in der Fassung, sodas beim Umbau auf H4 auch ein neuer passender Reflektor hermuß. Allerdings gabs in der VRB vom einheimischen Lampenhersteller (oder wars SU-Import?) H4-Lampen mit Bilux-Sockel, ja wie geil war das denn *freu*
Also ungefähr Zweidrittel von Urlaubstaschengeld investiert und gleich einen ganzen Kartong (wimre 10 Stück) mitgenommen. Dann fuhr die halbe Motorradcli­que, also zumindest alles was 12V hatte auch hell wie OSRAM rum. Leider nicht genug, denn es blieben noch 2 Stück übrig und diese zwecks vollendeter Refinanzierung meinen alten Herren aufgeschwatzt. Paßten ja astrein in die FER-Lampenfassungen. Und nach zweidrei Wochen kam er dann an und baute auf klassisch Bilux zurück. Auch er meinte zuoft angelichthupt worden zu sein.


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14.09.2018 18:16
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So ähnlich fühle ich mich heute auf meinem leicht alternden Fahrrad (Made in Switzerland - super Stahlrahmen). Habe ne (damals gute) Halogenlampe mit Rollendynamo. Aber die Räder heute leuchten ja wie Tiefstrahler.


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14.09.2018 18:31
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So um die Wendezeit 89/90 herum. Die PKW von manchem Wessiprofivertreter sahen aus wie zugedreckt oder irgendwo über den Ackerweg gefahren weil," Zeit war auf einmal Geld" oder besser waschen war somit völlig unnötig. Vor 89, da muss Besucher West noch vor jedem Grenzübertritt mit der Karre in die Waschanlage gedüst sein....weil, "blenden war doch Alles".

Ich erinnere mich der Leipziger Frühjahrs-und Herbstmesse...hier in meiner Geburtsstadt überall auf die Messehäuser-Parkplätze X top blankgeputzte Westkarren Wahnsinn sowas, das war eigentlich nur sinngemäß Schauspielern Pur. Dies mal als realitischen Beitrag zum Thema.

Rainer-Maria


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14.09.2018 18:40
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#45
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Würde ich nicht überschätzen. Wir haben sowieso "nie" das Auto geputzt, schon gar nicht vor Ost-Besuchen. Das waren sicher Mietwagen, die sich Firmen für Messen mieten. Auch heute. Einfach weil viele Leute dort hin- und hermüssen.


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