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#21

RE: Die DDR von Innen und außen betrachtet von 1959-1990

in Die Grenze,Die Teilung,geteilte Familien 07.01.2016 20:08
von Der aus dem Westen | 33 Beiträge | 90 Punkte
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@ Hackel39

Für mich stellt sich heute in der Nachschau die DDR und das Verhalten der Bevölkerung sehr differenziert dar. Das hängt stark von dem Jahr ab in dem man die Betrachtung vornimmt. Eine Aussage darüber möchte ich wie schon geschrieben am Ende vornehmen.



seaman hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#22

RE: Die DDR von Innen und außen betrachtet von 1959-1990

in Die Grenze,Die Teilung,geteilte Familien 07.01.2016 21:02
von Hackel39 | 3.515 Beiträge | 2241 Punkte
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Zitat von Der aus dem Westen im Beitrag #21
@ Hackel39

Für mich stellt sich heute in der Nachschau die DDR und das Verhalten der Bevölkerung sehr differenziert dar. Das hängt stark von dem Jahr ab in dem man die Betrachtung vornimmt. Eine Aussage darüber möchte ich wie schon geschrieben am Ende vornehmen.



Das alte Problem, der Zeithorizont, die Herkunft, die Ansprüche.
Eine allumfassende seriöse Gesamtwertung die alle unterschreiben würden ist wohl nicht zu haben, in meine private Bilanz fließen aber auch die Biografien älterer Mitstreiter von damals ein.
Übrigens gab es aus dem vormals genanntem Buch (#20) auch noch bemerkenswerte Episoden zur Grenzabfertigung in denen die Autorin einräumt, daß es ihr einen Riesenspaß gemacht hat, die Genossen vom Zoll hin und wieder mit lustig- provokanten Sprüchen während der Abfertigung herauszulocken.
Das hatte dann die Konsequenz, daß auch sie gefilzt wurde und ich kann mir gut vorstellen, daß es Frau Habbema im weiteren Verlauf unnötig verplemperte Lebenszeit in der (Abfertigungs) Zone gekostet hat, da die Kontrolleure sich auffällige Kunden bevorzugt gemerkt haben könnten.
Und wenn dann jemand 30 m daneben steht und sich wundert, was die Uniformierten schon wieder veranstalten ist das oft die Vorgeschichte dazu, wie häufig so etwas vorkam vermag ich nicht zu sagen, im Buch ist aber immerhin die Rede davon.


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#23

RE: Die DDR von Innen und außen betrachtet von 1959-1990

in Die Grenze,Die Teilung,geteilte Familien 07.01.2016 21:31
von Alfred | 7.909 Beiträge | 4002 Punkte
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Hallo,

es müsste doch bekannt sein, warum einige Entscheidungen so gefallen sind.

Mit dem Wissen / Stand von heute ist es immer leicht einige Sachverhalte zu kritisieren. Bei einigen sollte aber vom damaligen Stand ausgegangen werden. Schnell wird heute einiges vergessen oder ausgeblendet.

Jeder wird sich noch darin erinnern, dass die DDR immer scharf darauf war, dass die Bürger / die DDR von der BRD entsprechend anerkannt werden. Dies wurde nicht realisiert.

Ein weiterer wichtiger Punkt bei der Reiseproblematik waren immer die Finanzen. Wie sollten die Bürger der DDR ausgestattet werden, wenn diese Reisen realisieren ? Da gab es ganz einfache Probleme. Herr Muster fährt mit seinem Auto nach München. Auf der Reise nach München hat dieses Auto eine Panne. Was passierte mit dem Auto, wie soll dies bezahlt werden ? Wie wird die Bundesbahn bezahlt u.v.a. m..

Zur Ausreiseproblematik

Hier war es doch so, dass es Bürger der DDR gab, die kamen mit bestimmten Problemen. Dann gab es nicht selten den Hinweis entweder ich bekomme bis zum xxx eine neue Wohnung oder ich stelle einen Antrag, entweder ich bekomme ein neues Auto oder ich stelle einen Antrag . Dies könnte man fortsetzen. Dies ergab aber wieder weitere Probleme. Gab man z.B. der Forderung nach einer neuen Wohnung nach, gab es oft zwei weitere „Probleme“. So konnte es sein, dass am nächsten Tag wieder einer Vorsprach und eine identische Forderung stellte. Dann gab es noch die Variante, dass Bürger „vorsprachen“ und ihren Unmut dahin äußerten, dass es doch nicht sein, dass Bürger Muster nur weil er die Behörde erpresst, eine neue Wohnung bekommt und der Bürger der auf seine Wohnung wartet, wird „bestraft“ denn er muss ganz normal warten.

Dann gab es in vielen Berufszweigen natürlich das Problem der Löhne. Hatte der Bürger der DDR in seiner Heimat einen ordentlichen Berufsabschluss, konnte er natürlich in der BRD auch einen Job bekommen und oft wesentlich mehr Lohn erwirtschaften.

So war es z.B. keine Seltenheit, das Ärzte schon bei Zeiten in der DDR den Entschluss fassten, in die BRD oder nach WB zu gehen. So schätzte man in der BRD die gute Ausbildung und mit der Ausbildung konnte man in der BRD natürlich wesentlich mehr verdienen und auch ein entsprechendes Leben führen.

Ein weiterer großer Vorteil war, dass in der DDR und der BRD vieles identisch war. Man sieht es ja heute bei den Flüchtlingen, immer wird angeführt, dass das größte Problem für die Vermittlung auf den Arbeitsmarkt 1. Die Sprache und 2. Die nicht vorhandene oder schlechte Ausbildung ist. Beides traf auf die Bürger der DDR nicht zu.



passport, Pitti53, Hackel39 und Damals87 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#24

RE: Die DDR von Innen und außen betrachtet von 1959-1990

in Die Grenze,Die Teilung,geteilte Familien 08.01.2016 00:33
von andyman | 2.806 Beiträge | 4685 Punkte
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Zitat von Hackel39 im Beitrag #20


Ich selbst wichte meinen damaligen Bekanntenkreis bezogen auf die Gruppen auf 80/15/5.
Die zweite Gruppe muß dabei nicht unbedingt parteilos gewesen sein, anders fällt mir die Einordnung noch schwerer.
Ich selbst reihe mich in die 80% der ersten Gruppe ein und wenn ich das Forum (Ostmitglieder 45+) kategorisieren müßte würde ich bei 60/25/15 landen, ist zwar nicht ganz einfach aber trotzdem interessant.
Vielleicht ist auch die Gruppeneinteilung der Niederländerin nicht schlüssig, ich gehe da aber mit, jeder dürfte irgendwo hineinpassen, oder ?


Hallo @Hackel39
Deine Wichtung der Forumsmitglieder finde ich interessant,wie und warum kommst du zu diesen Zahlen?Du müßtest alle hier schreibenden kennen und ihre Beiträge korrekt einordnen können.Da ich das anzweifle denke ich das deine Zahlen subjektiv aus dem Gefühl heraus entstanden sind.
Du sagst es selber das die Einteilung von Cox nicht schlüssig ist, wie sollte sie auch,als Ausländerin im privilegierten Schauspielermileu.Die 80% Mitläufer hätten jedenfalls in dem 89iger Jahr keinen Blumentopf gewinnen können. Das ist aber auch nur meine persönliche Meinung.
Gruß aus Südschweden
andyman


Gruß aus Südschweden
Was nützt alles Hasten und Jagen,auch du bist nur ein Tropfen im Meer der Unendlichkeit. Confuzius


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#25

RE: Die DDR von Innen und außen betrachtet von 1959-1990

in Die Grenze,Die Teilung,geteilte Familien 08.01.2016 09:37
von Hackel39 | 3.515 Beiträge | 2241 Punkte
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Zitat von andyman im Beitrag #24
Zitat von Hackel39 im Beitrag #20


Ich selbst wichte meinen damaligen Bekanntenkreis bezogen auf die Gruppen auf 80/15/5.
Die zweite Gruppe muß dabei nicht unbedingt parteilos gewesen sein, anders fällt mir die Einordnung noch schwerer.
Ich selbst reihe mich in die 80% der ersten Gruppe ein und wenn ich das Forum (Ostmitglieder 45+) kategorisieren müßte würde ich bei 60/25/15 landen, ist zwar nicht ganz einfach aber trotzdem interessant.
Vielleicht ist auch die Gruppeneinteilung der Niederländerin nicht schlüssig, ich gehe da aber mit, jeder dürfte irgendwo hineinpassen, oder ?


Hallo @Hackel39
Deine Wichtung der Forumsmitglieder finde ich interessant,wie und warum kommst du zu diesen Zahlen?Du müßtest alle hier schreibenden kennen und ihre Beiträge korrekt einordnen können.Da ich das anzweifle denke ich das deine Zahlen subjektiv aus dem Gefühl heraus entstanden sind.
Du sagst es selber das die Einteilung von Cox nicht schlüssig ist, wie sollte sie auch,als Ausländerin im privilegierten Schauspielermileu.Die 80% Mitläufer hätten jedenfalls in dem 89iger Jahr keinen Blumentopf gewinnen können. Das ist aber auch nur meine persönliche Meinung.
Gruß aus Südschweden
andyman


Natürlich ist es nur eine Schätzung, die sich zudem nur auf Vielschreiber bezieht, mit einer Zuordnung im Profil, besonders bezogen auf Altersangaben und politischer Herkunft kein Problem haben und hier offen und ehrlich ihre Meinung posten.
Und wenn man bei speziellen historischen Themen mit Ost- Westbezug deren Beiträge liest, ist eine gewisse Zurdnung durchaus möglich.
Ich schreibe hier seit 2008 und lese diese Themen zumindest mit, so daß es schon eine gewisse Datenbasis gibt, die nur von privaten Interesse ist und nicht weiter thematisiert wird, weil das kontraproduktiv und möglicherweise auch voreingenommen wäre und Mitglieder vergrätzen könnte, wenn die Jugendsünden immer wie ein Damoklesschwert über dem Forum pendeln würden.
Für die Wahrnehmung und Erinnerung außerhalb dieses Forums dient die Analyse einer jeweiligen Gruppe, z. B. der FDJ- Sekretäre bei der Anleitung in der Kreisstadt, das Arbeitskollektiv, die Nachbarn aus der Straße oder die Ortsgruppe des Angelvereins.
Deshalb auch meine Anmerkungen zur zweiten Gruppe, die C. Habbema benannte (DDR- Verbesserer ohne SED- Bezug), die ich etwas relativieren mußte, da es auf jenen Anleitungen der FDJ- Sekretäre, die durch die Bank Genossen waren, auch spektakuäre Diskussionen gab und zwar bereits zu Anfang meiner ehrenamtlichen Arbeit dort 1985 ff.
Ich werde nie vergessen, wie die teilweise hauptamtlichen FDJ- Lenker (tageweise bezahlte Freistellungen wegen der Größe des Betriebes) dort aufgetreten waren, da flogen die Fetzen, daß es heute fast schon wieder unwirklich erscheint aber der Genosse vom Korrossionsschutz Eisleben, einer von der Post und ein weiterer der als Stellvertreter vom Obstbau immer mal teilnahm waren ein Garant für kritische Auseinandersetzungen und zwar keinesfalls um des Radaus willen, da war echt was dahinter und die blieben so wie ich auch bis zum Schluß dabei.
Aber mal zum Schluß eine Anmerkung zum Blumentopf des Jahres 1989, da gab es wohl unterschiedliche Modelle, unterschiedliche Präferenzen für den Begriff "gewinnen".
Viele Mitläufer hatten im Windschatten der SED- Flagge hochwertige fachliche Qualifikationen erworben mit denen sie im neuen System sofort durchstarten konnten, andere gingen nahtlos in gut bezahlte SED- Jobs über, erinnert sei hier an Mitläufer Roland Claus, der ohne groß anzuecken heute im Bundestag gutes Geld verdient aber sicher hast Du in Deiner Anmerkung das Wörtchen mit (den Mitläufern...) vergessen, denn mit den Mitläufern als der Hackel sich auch bezeichnet, war '89 in der Tat nichts mehr zu retten, die waren verbrannt und desillusioniert.


andyman und thomas 48 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#26

RE: Die DDR von Innen und außen betrachtet von 1959-1990

in Die Grenze,Die Teilung,geteilte Familien 08.01.2016 10:23
von andyman | 2.806 Beiträge | 4685 Punkte
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Die sogenannte Datenbasis macht mich neugierig,wie muß ich mir das vorstellen,vergibst du Noten für Beiträge?
Lgandyman


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#27

RE: Die DDR von Innen und außen betrachtet von 1959-1990

in Die Grenze,Die Teilung,geteilte Familien 08.01.2016 10:59
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Zitat von andyman im Beitrag #26
Die sogenannte Datenbasis macht mich neugierig,wie muß ich mir das vorstellen,vergibst du Noten für Beiträge?
Lgandyman


Keine Sorge Andyman es ist nur ein Hintergrundprogramm und wie gesagt ohne Relevanz für das Forum.
Es ist dahingehend zu verstehen, daß ich die Diskutanten zuordnen muß um beispielsweise zu wissen, welche Rückfragen man stellen kann und welche keine Antwort erwarten lassen, weil die Biografie nicht paßt.
Ich kann jemanden, der nicht im Staatsapparat war keine Nachfragen stellen, wie das eine oder andere im Detail abgelaufen sein könnte, der würde dann auch nur im Nebel stochern so wie ich selber, das bringt niemanden etwas, darauf versuche ich halt zu achten.
Und wenn es mal ärgerlich wird, z. B. wenn flapsige, nicht zielführende Erwiderungen kommen, so denke ich halt meinen Teil (z.B. "Einzeller schreiben Einzeiler") ohne es so zu erwidern, auf jedem Fall sind die überwiegenden Beiträge hilfreich und führen halt zu einer Einordnung, die vollkommen wertfrei, also ohne Notenvergabe zur Kenntnis genommen werden.


andyman hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 08.01.2016 11:25 | nach oben springen

#28

RE: Die DDR von Innen und außen betrachtet von 1959-1990

in Die Grenze,Die Teilung,geteilte Familien 08.01.2016 11:05
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Zitat von Hackel39 im Beitrag #20

1. Die erste waren die Funktionäre, die am Aufbau beteiligt waren und den Betrieb der DDR am Laufen hielten, die Sozialisten, die Mitläufer, Schweiger und Stillhalter.

2. Die nächste Kategorie waren die Personen, die sich mit großer Überzeugung ans Werk machten, aus der real existierenden DDR eine neue zu machen, Leute, die den Mund aufmachten, die positiv denkenden Dissidenten und deren Mitläufer und Mitschwätzer, die später behaupteten "Ich war der und der..."

3. Die echten Dissidenten, diejenigen, die glaubten gegen die Regierung gekämpft zu haben und im Herbst '89 davon überzeugt waren, von der neuen Macht dafür belohnt zu werden, diejenigen die meinten: "Ich habe gesessen, also bin ich".


Mit dieser Kategorisierung kann ich nichts anfangen.
Die Zusammensetzung erschließt sich mir nicht. Z.B. sind Funktionäre, Sozialisten und Stillhalter in einer Kategorie, obwohl diese in ihren Einstellungen und Lebensentwürfen gar nichts gemeinsam haben müssen.
Dafür sind in der zweiten Kategorie "Personen, die sich mit großer Überzeugung ans Werk machten, aus der real existierenden DDR eine neue zu machen", was durchaus auch Sozialisten, Mitläufer uns sogar Funktionäre sein können, "die am Aufbau beteiligt waren", gemeinsam mit "Mitschwätzern". Es wird also eine große Gruppe geben, die in beide Kategorien passt, allein schon weil diese nicht gerade homogen zusammengesetzt sind.
Die dritte Kategorie ist ganz diffus: "Echte" Dissidenten, die glaubten gegen die Regierung gekämpft zu haben...
Sind sie nun echt oder glauben sie nur echt zu sein? Oder sind das nur "echt" Andersdenkende, die aber nicht gekämpft haben. Im Grunde spricht alles, was in Kategorie 3 angeführt wird, um den "echten Dissidenten" scheinbar zu definieren, dagegen, dass es sich hier um echte Dissidenten handelt.
Im Übrigen sind es offensichtlich auch nur die negativ denkenden Dissidenten, denn die positiv Denkenden stehen schon in Kategorie 2. Wer das unterscheiden kann, muss schon eine Menge Einblick in die Köpfe der zu kategorisierenden Personengruppe haben.

Da es neben den genannten Unklarheiten defintiv zwischen den Kategorien auch enorm große Schnittmengen zu geben scheint, wäre mein Vorschlag, der ersten Kategorie noch ganz pauschal die "Dissidenten" hinzuzufügen und sie "DDR-Bürger" zu nennen.
Dann dürften fast alle, nun ja, DDR-Bürger da rein passen.


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#29

RE: Die DDR von Innen und außen betrachtet von 1959-1990

in Die Grenze,Die Teilung,geteilte Familien 08.01.2016 11:25
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Zitat von sentry im Beitrag #28
Zitat von Hackel39 im Beitrag #20

1. Die erste waren die Funktionäre, die am Aufbau beteiligt waren und den Betrieb der DDR am Laufen hielten, die Sozialisten, die Mitläufer, Schweiger und Stillhalter.

2. Die nächste Kategorie waren die Personen, die sich mit großer Überzeugung ans Werk machten, aus der real existierenden DDR eine neue zu machen, Leute, die den Mund aufmachten, die positiv denkenden Dissidenten und deren Mitläufer und Mitschwätzer, die später behaupteten "Ich war der und der..."

3. Die echten Dissidenten, diejenigen, die glaubten gegen die Regierung gekämpft zu haben und im Herbst '89 davon überzeugt waren, von der neuen Macht dafür belohnt zu werden, diejenigen die meinten: "Ich habe gesessen, also bin ich".


Mit dieser Kategorisierung kann ich nichts anfangen.
Die Zusammensetzung erschließt sich mir nicht. Z.B. sind Funktionäre, Sozialisten und Stillhalter in einer Kategorie, obwohl diese in ihren Einstellungen und Lebensentwürfen gar nichts gemeinsam haben müssen.
Dafür sind in der zweiten Kategorie "Personen, die sich mit großer Überzeugung ans Werk machten, aus der real existierenden DDR eine neue zu machen", was durchaus auch Sozialisten, Mitläufer uns sogar Funktionäre sein können, "die am Aufbau beteiligt waren", gemeinsam mit "Mitschwätzern". Es wird also eine große Gruppe geben, die in beide Kategorien passt, allein schon weil diese nicht gerade homogen zusammengesetzt sind.
Die dritte Kategorie ist ganz diffus: "Echte" Dissidenten, die glaubten gegen die Regierung gekämpft zu haben...
Sind sie nun echt oder glauben sie nur echt zu sein? Oder sind das nur "echt" Andersdenkende, die aber nicht gekämpft haben. Im Grunde spricht alles, was in Kategorie 3 angeführt wird, um den "echten Dissidenten" scheinbar zu definieren, dagegen, dass es sich hier um echte Dissidenten handelt.
Im Übrigen sind es offensichtlich auch nur die negativ denkenden Dissidenten, denn die positiv Denkenden stehen schon in Kategorie 2. Wer das unterscheiden kann, muss schon eine Menge Einblick in die Köpfe der zu kategorisierenden Personengruppe haben.

Da es neben den genannten Unklarheiten defintiv zwischen den Kategorien auch enorm große Schnittmengen zu geben scheint, wäre mein Vorschlag, der ersten Kategorie noch ganz pauschal die "Dissidenten" hinzuzufügen und sie "DDR-Bürger" zu nennen.
Dann dürften fast alle, nun ja, DDR-Bürger da rein passen.



Ja Sentry, es ist weitgehend aus der genannten Quelle abgeschrieben und eben eine Aussage, wie ausländische Besucher das Land gesehen haben.
Es wird aber auch hier eines deutlich, was auch für das Hier und Heute eine Relevanz hat:
Das Ausland ist definitiv nicht in der Lage Vorgänge z. B. Krisenstaaten seriös zu bewerten, viele maßen sich das aber in einer traumwandlerischen Sicherheit an, ich selbst nehme mich da zuweilen nicht aus.
Wie falsch das sein kann, zeigt Deine Erwiderung auf die Einlassungen der niederländischen Schauspielerin, die mit dem Rückenwind ihrer Privilegien hier trotzdem couragiert auftreten konnte, für Kollegin A. Kraus, M. Wünscher oder R. Blume u.a. Ostmimen wäre für ähnliche Äußerungen die letzte Klappe gefallen.
Vermutlich bezog sich die Schauspielerin aber auf die Endabrechnung.
Wie Du richtig schreibst, waren in der zweiten Kategorie der positiv denkenden Dissidenten auch Parteimitglieder, aber hatten die denn wirklich noch Macht als sie den Mund aufmachten ?


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#30

RE: Die DDR von Innen und außen betrachtet von 1959-1990

in Die Grenze,Die Teilung,geteilte Familien 08.01.2016 11:54
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Zitat von Hackel39 im Beitrag #29

Ja Sentry, es ist weitgehend aus der genannten Quelle abgeschrieben und eben eine Aussage, wie ausländische Besucher das Land gesehen haben.



So ist es wohl - ein weiterer Beweis dafür, dass Pauschalierungen in der Regel nicht funktionieren und nur dazu geeignet sind, Unfrieden zu erzeugen.
Wer mag sich schon von einem Außenstehenden sagen, wie sein Leben ist oder war - und dann auch noch von einem, der meint, wir waren so uniform, dass wir in gerademal drei diffus zusammengewürfelte, durch die Bank negativ besetzte Kategorien einzusortieren wären.


andyman hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#31

RE: Die DDR von Innen und außen betrachtet von 1959-1990

in Die Grenze,Die Teilung,geteilte Familien 01.09.2016 13:59
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Um die DDR und ihre Vorgeschichte genau dokumentieren zu können, sind immer wieder neue Quellen verfügbar und durch die verschärfte Einstellung der historischen Elektronenmiskroskops werden chronologische Zusammenhänge sichtbar, die ein komplettes Weltbild korrigieren können.
Was hätte jener Prof. Siegfried Prokop für einen Grund, Propaganda zu betreiben oder sich wichtig zu machen ?

https://www.youtube.com/watch?v=IsLQO5xCMw8

Die Zusammenhänge und Tatsachen zu den ungleichen Reparationskosten beider deutscher Staaten sind einem Pokerspiel gefolgt, das Stalin mit polnischen Kommunisten in Schwerin gespielt hat (https://youtu.be/IsLQO5xCMw8?t=1127).
Und auch, daß es bereits LPG- Gründungen in der DDR gab, als der Sozialismus noch gar nicht beschlossen worden war so daß diese Projekte rückabgewickelt worden und es erst viel später richtig damit los ging.
Eine Frage bleibt dahingehend, was man selbst getan hätte, wenn man bereits als Geschichtsschüler der 8. Klasse so etwas erfahren hätte.
Wäre man Feind der BRD oder Genosse geworden ?
Würde es gar die DDR noch geben, wenn man solche Details eben nicht unter den Teppich gekehrt und wenigstens Personen, die älter als 14 waren zugänglich gemacht hätte ?
Wie gesagt, halte ich es für nahezu ausgeschlossen, daß dieser Professor Märchen erzählt oder die Geschichte fälscht, er hat eben andere Quellen, die möglicherweise lange verschlossen bzw. verschollen waren und uns aus irgendwelchen Gründen zu DDR- Zeiten vorenthalten worden und wieder mal hätte man mit Objektivität und Ehrlichkeit mehr erreicht, das war auch schon beim Wahlbetrug durch sozialistische Eiferer auf der Zielgeraden der DDR der Fall.
Möglicherweise muß man das auch mit der permanent anstehenden Kriegsgefahr in Verbindung bringen, indem man eben vermied solche Details an die Öffentlichkeit zu befördern.
Weiter im Text lüftet er noch ein Geheimnis zur Berliner Mauer, daß eben all das gar keine plumpe Lüge von W. U. war sondern viel komplexer und explosiver (konkrete atomare Bedrohung) https://youtu.be/IsLQO5xCMw8?t=2458 war und sogar durch die Strauß- Memoiren von 1988 belegt ist.
Die Genossen waren viel pragmatischer und strategischer unterwegs als manch einer das für möglich gehalten hätte.
Angesichts solcher Fakten können wir heute wohl ohne weiteres behaupten, daß die historischen Realitätsverweigerer aus Zeiten des Kalten Krieges auch Blick auf den Rhein hatten.
Auch die hier schon diskutierten Goldvorräte der BRD kommen zur Sprache.
https://youtu.be/IsLQO5xCMw8?t=2725
Wenn die wirklich bis 2099 gepfändet sein sollen, wäre es schön das auch mal genau so zu kommunizieren, aber mit Glasnost ist es wohl auch im Westen nicht weit her, wer weiß was die Kanzler noch alles zu unterschreiben hatten, bevor sie ans Ruder durften.
Mir fällt das echt schwer zu glauben, aber offensive Gegenreden dazu seitens der Staatsvermögensverwalter gibt es nicht und da die Goldbatzen immer noch in Fort Knox sind und jederzeit beschlagnahmt werden können erklärt die unverbrüchliche Treue zum großen Befreier von einst.
Die Schlußfolgerungen für die Jetztzeit lassen Schlimmes vermuten aber auch, daß der Professor doch nicht ganz unpolitisch unterwegs ist, zumindest das mit der Unterschrift glaube ich nicht, da hätte sich Gysi schon gemeldet.


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#32

RE: Die DDR von Innen und außen betrachtet von 1959-1990

in Die Grenze,Die Teilung,geteilte Familien 26.08.2018 22:20
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Guten Abend, tut mir leid, dass ich erst jetzt wieder melde. Aber es gibt immer mal Zeiten wo div. Ursachen ein Beitragverfassen nicht zulassen.
Aber nun:
Immer noch 1962- 1972

Das die Beschreibung dieser Periode recht lang ausfällt, hängt wohl damit zusammen, dass ich altersmässig alles mehr empfunden habe.
Stichwort Personalpapiere. Bis 1968 reichte zur Ein/Ausreise in die DDR ein Personalausweis aus. 1968 beschloss der hochweise Ministerrat der DDR, dass es die DDR Internationaler machen würde, wenn eine Visumpflicht eingeführt würde. Der gelernte Bundesbürger empfand das als Rückschritt, der er konnte in vielen Ländern nur mit dem Perso reisen. Nun musste für jeden in meine Familie ein Reisepaß her. Das war bei einer 4 köpfigen Familie doch eine kleine zusätzliche Ausgabe, 6 D-Mark pro Paß, plus Fotokosten. Damals mußte man zum Fotografen um ein vernüftiges Bild und vor allen Dingen vorschriftengerecht zu bekommen. Es gab ja immer wieder Gerüchte, dass die Einreise in die DDR wg. des Bildes verwehrt wurde.
Nun kam 1969 die erste Fahrt mit dem nagelneuen Reisepass. Mit großen Erstaunen stellten wir fest, dass auf eine Doppelseite ein großer Stempel ohne viel Text eingestempelt wurde. Titel: Visum zur Einreise. Es wurde noch handschriftlich der Zielort eingetragen. Dazu gab es noch einen Stempel für die EinreiseDas dabei noch anfangs DM- Taler die Seite wechselten, war natürlich logisch. Bloß warum sollte unbedingt die linke Seite des Passes freigehalten werden?
Das wurde einem klar, wenn man der Meldepflicht nachkam. Da wurde ein Stempel "Aufenthaltsberechtigung" in der linken Seite oben eingestempelt. Dazu der Eintrag in welchem Kreis man sich Aufhalten durfte. Nach ein paar Tagen kurz vor der geplanten Abreise durfte man wieder bei der allgewaltigen Volkspolizei, Abt. Meldewesen vorsprechen und den dritten Stempel "Visum zur Ausreise" mit Ausreisedatum zu erhalten. Und schon die Doppelseite voll. Das zweimalige Erscheinen war nur in den ein oder zwei Jahren so. Danach konnte man gleich bei der Anmeldung den Abreise- Tag und bekam gleich beide Stempel eingedückt. Auch war es möglich, sich eine Genehmigung für einen weiteren Kreis oder Stadt geben lassen, um dortige Verwandte zu besuchen. Später galt die Aufenthaltsberechtigung für die ganze DDR. Man musste aber erst zu diesem Ort fahren,wo die Verwandschaft, den Besuchsantrag gestellt hatte.

So nun muss ich Schluss machen, mörgen früh findet zeitig eine OP statt. Weitere Beiträge folgen, wie es die Nachwehen der OP zulassen



Sperrbrecher hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#33

RE: Die DDR von Innen und außen betrachtet von 1959-1990

in Die Grenze,Die Teilung,geteilte Familien 26.08.2018 23:08
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Hallo @Der aus dem Westen
Bei dem Tempo deiner Beiträge fliegt mir fast die Mütze weg,aber schön das du dich wieder gemeldet hast.
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#34

RE: Die DDR von Innen und außen betrachtet von 1959-1990

in Die Grenze,Die Teilung,geteilte Familien 26.08.2018 23:33
von passport | 3.144 Beiträge | 2018 Punkte
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Hallo @Der aus dem Westen

Fahrt mit dem nagelneuen Reisepass. Mit großen Erstaunen stellten wir fest, dass auf eine (rechts) Doppelseite ein großer Stempel ohne viel Text eingestempelt wurde. Titel: Visum zur Einreise. Es wurde noch handschriftlich der Zielort eingetragen. Dazu gab es noch einen Stempel für die Einreise...
Bloß warum sollte unbedingt die linke Seite des Passes freigehalten werden?
Das wurde einem klar, wenn man der Meldepflicht nachkam. Da wurde ein Stempel "Aufenthaltsberechtigung" in der linken Seite oben eingestempelt

____________________________________________________________________________________________________________________________________

Die Erklärung ist ganz einfach und simpel und hat kein Geheimnis zum Inhalt.
Die meisten Pass- Kontrolleure waren RECHTSHÄNDER. Daher nimmt der MA den Pass / Dokument in die linke Hand. Mit der rechten Hand bedient er den PKS



und den Visaroller




Wenn man jetzt den Pass mit der linken Hand aufschlägt liegt die rechte Visaseite des Dokumentes auf dem Arbeitstisch. Ganz abgesehen davon das auf der rechten Visaseite kein Lichtbild, Befestigungsösen des LB oder eine Perforierung den Visaeintrag durch Wölbungen störte und damit eine saubere Stempelung erfolgte. Denn der "Visaroller" ist leicht auf der gummierten Unterseite gewölbt .



Lt. OTA erfolgte die Handhabung des Visarollers indem man diesen von unten nach oben über die Visaseite rollte. Das diente dazu das man mit dem Staatssemblem die Gebührenmarke unten lks. entwertete.



Das Visa wurde o. lks mit dem PKS eröffnet und o. rechts bei der Ausreise entwertet. Dazu mussten noch die Zählkarte und der Berechtigungsschein zum Empfang eines Visa mit dem PKS entwertet werden.

Für die MA der VPKA Abt. P/M blieb dann in den meisten Fällen nur die linke Seite des RP zur Bearbeitung über.

passport


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#35

RE: Die DDR von Innen und außen betrachtet von 1959-1990

in Die Grenze,Die Teilung,geteilte Familien 27.08.2018 02:30
von Cambrino | 785 Beiträge | 4301 Punkte
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Hallo Passport, das hast du ja schön erklärt und uns gezeigt aber in der Praxis sah es an der Autobahn Marienborn etwas anders aus. Da wurden diese Stempel teilweise auch wild durch einander in den RP gedrückt, auch auf verschiedenen Doppelseiten. Wenn ich in meinen RP schaue, muß ich schon mal um blättern um alle Stempel von einer Reise zu suchen. Na ja, haben wohl nicht alle MA so nach dem vor gegebenen System gearbeitet. (Vielleicht Übermüdung Nachts). Ich fuhr meist des Nachts.


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#36

RE: Die DDR von Innen und außen betrachtet von 1959-1990

in Die Grenze,Die Teilung,geteilte Familien 27.08.2018 13:05
von passport | 3.144 Beiträge | 2018 Punkte
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Hallo @Cambrino ,

wie sagt schon der Sender Jerewan : im Prinzip ja, aber...



passport


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#37

RE: Die DDR von Innen und außen betrachtet von 1959-1990

in Die Grenze,Die Teilung,geteilte Familien 27.08.2018 13:20
von bürger der ddr | 7.856 Beiträge | 29419 Punkte
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Es gibt da bei "youtube" ein Video von der BStU unter dem Suchbegriff: MfS ZAIG 141

Dies ist ein Schulungsfilm des MfS und die Aufnahmen zeigen die alte GÜST Wartha bei sehr starkem Reiseverkehr. Dort kann man sehen unter welchem Druck die Kontrolleure teilweise gearbeitet haben. Solche Arbeitsbedingungen würde jeder MA des Bundes Zoll verweigern....

Und auf eines möchte ich noch hinweisen, das Video wurde in das Netz gestellt und alle Kennzeichen der BRD Fahrzeuge verpixelt, doch die Kontrolleure der Paßkontrolle sind eindeutig und klar erkennbar!
Wie ist das hier mit dem Datenschutz und dem Recht auf das eigene Bild?


Ein Ausspruch von A. Schopenhauer: "Seit ich die Menschen kenne liebe ich die Tiere"


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#38

RE: Die DDR von Innen und außen betrachtet von 1959-1990

in Die Grenze,Die Teilung,geteilte Familien 27.08.2018 18:53
von Bastler100 | 359 Beiträge | 1934 Punkte
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Frage zu #31
Ist das der Prokop der, "Wer stiehlt schon Unterschenkel", geschrieben hat??


Kleinmut und Stolz, aus diesem Holz
Schuf der Mensch sich am sechsten Tag Gott.
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#39

RE: Die DDR von Innen und außen betrachtet von 1959-1990

in Die Grenze,Die Teilung,geteilte Familien 31.08.2018 01:50
von Hackel39 | 3.515 Beiträge | 2241 Punkte
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Zitat von Bastler100 im Beitrag #38
Frage zu #31
Ist das der Prokop der, "Wer stiehlt schon Unterschenkel", geschrieben hat??


Nein, der Autor hieß Gert Prokop und der Professor hieß Siegfried Prokop.


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#40

RE: Die DDR von Innen und außen betrachtet von 1959-1990

in Die Grenze,Die Teilung,geteilte Familien 14.09.2018 17:12
von Der aus dem Westen | 33 Beiträge | 90 Punkte
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So da bin ich wieder, zwar immer noch angeschlagen. Denn eine OP mit mehr als 5 h Tiefschlaf stecke ich offensichtlich nicht mehr so weg. Selbst der Appetit ist noch nicht wiedergekommen. Da freut sich nur die Waage.

Also, noch das Thema Paßvollstempeln. Hier wurde ja schon durch die Foristen etwas dazugesteuert an Info. Aber die Genossen der Organe waren ja stempelwütig: Scherz an: Vielleicht waren im Fünfjahresplan von Herrn Mittag eine riesige Anzahl Stempel vorgesehen. Scherz aus. Jedenfalls finde ich noch eine Anzahl "Transitvisum" in meinem Paß. Die waren für die Fahrt im DDR-Deutsch von der "BRD zur selbständigen Einheit Westberlin" im Transit gedacht. Konnte man gleich für Hin- und Rückfahrt erwerben. Bis zum Grundlagenvertrag füllte sicher der Reisepaß sich auch auf diesem Wege. Interesanterweise waren die Brüder und Schwestern der VR Polen und CSSR bescheidener. Denn da reichte für ein Visum eine einzige Seite.
Nun nähern wir uns dem Jahresende 1972. Da gab es eine Anordnung des Herrn Dickel, dass mehrfache Besuche in die DDR möglich waren, der Aufenthalt wird in der Regel für das gesamte Gebiet der DDR erteilt und der Hit, man konnte mit dem PKW einreisen! Dieses haben wir (Familie) Weihnachten 1972 genutzt. Blöd war es nur für die Kollegen Paß- und Meldewesen. Die mussten am 24.12. Dienst tuen und hatten die Ehre uns die linke Seite der Paßseite mit Stempeln zu verzieren
Lustig waren nur die Reaktion derentgegenkommenden DDR-PKWs in der Dunkelheit auf den Landstrassen. Man wurde grundsätzlich mit Aufblenden gebeten, weniger Licht zu erzeugen. Das ging aber nicht. Denn der Ford, mit dem wir fuhren, war schon mit H4 - Fahrlicht ausgerüstet. Zudem war auch eine Drehstromlichtmaschine verbaut. Die konnte die Spannung halten, sodaß vor einem die Straße a la " Osram so hell wie der lichte Tag" erleuchtet wurde. Da kann man sich vorstellen, wie das ungewohnt war für die DDR- Bürger. Für uns dagegen war ungewohnt, dass viele Trabis mit in Betrieb befindlichen Nebellampen entgegenkamen.

Stichwort Versorgung: Wie es im täglichen Leben in der DDR abging, konnten wir Westler nicht unbedingt sehen. Denn zu Familientreffen wurden ja in weiser Voraussicht Vorräte angelegt, usw. Was meine Eltern dazutaten, waren die ominösen Pakete. Stichwort "Geschenksendung, kene Handelsware"
Beknackt aus heutiger Sicht, dass bis zum Ende der DDR, diese Aufschrift zu verlangen. Dann wurden ja die Koffer und später die Kofferräume entsprechend bestückt. Also die Tafeln waren gut bestückt.

Soweit erst einmal bis 1972.



Sperrbrecher hat sich für diesen Beitrag bedankt
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