Leben und Tod

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01.12.2015 18:54
avatar  der 39.
#1
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Tod oder Leben
Die Frage nach Tod und Leben ist immer, zu jeder Zeit, eine der dominierenden Fragen des menschliches Lebens. Leben ist so voll unendlicher Vielfalt, hingegen der Tod einmalig und unwiderruflich. Deswegen spielt der Tod auch in unserer Gedanken- und Gefühlswelt eine sehr große Rolle. Auch in unserem Forum tauchen diesbezügliche Beiträge und Fragen berechtigterweise immer wieder auf.
Es berührt uns ungemein, wenn zum Beispiel auf den am Fallschirm hängenden Piloten geschossen wird, wenn die IS-Leute die Bewohner ganzer Dörfer töten, wenn es um Grenztote geht an welcher Grenze auch immer, ob der Westzöllner bei Aachen Schmuggler erschießt oder wenn an der innerdeutschen Grenze die Schusswaffe eingesetzt wurde oder Menschen in den Minensperren zwischen Griechenland und der Türkei ums Leben kommen.
Doch wir differenzieren auch, der Tod eines Familienmitglieds oder eines guten Freundes berührt uns stärker, als wenn etwa hunderte von Menschen in Afrika oder wo sonst auf der Welt Hungers sterben. Und wir differenzieren auch sehr stark, nach der Art, was den Tod eines Einzelnen verursacht hat.
Der natürliche Tod ist da am Klarsten und Deutlichsten in seinen Ursachen zu erkennen. Schon beim Thema Todesstrafe oder nicht, oder wenn es um Krieg oder kriegsähnliche Handlung geht, ist unsere Position schon zwiespältig Der Tod eines Menschen hat verschiedene Gesichter. Tucholsky schrieb einmal 1931 in Bezug auf den ersten Weltkrieg:
„Da gab es 4 Jahre lang ganze Quadratmeilen Landes, auf denen war der Mord obligatorisch, während er eine halbe Stunde davon, er ebenso streng verboten war. Sagte ich Mord? Natürlich Mord, Soldaten sind Mörder“
Wenn man von Völkermord spricht, ist alles schon wieder nicht mehr so nahe. Mich hat immer beeindruckt, wie die Indianer ausgerottet, Ketzer verbrannt, die Vietnamesen aus der Luft vergiftet wurden, wie eine unvorstellbare Menge Menschen durch eine einzige Atombombe getötet wurde.
Ist der Henker ein Mörder, oder etwa der Soldat?
Jeder Getötete hat eine Mutter und einen Vater und wahrscheinlich auch Ehepartner und Kinder. Wie erträgt der Tötende diese Gedanken? Der Soldat, der den Marschflugkörper auf die Reise schickt und zwangsläufig den Tod von Menschen mitschickt, denkt er wohl darüber nach, z. Beispiel über die trauernden Mütter?
Ich bin mir im Klaren, das ist ein schweres, wenn nicht sogar das schwerste Thema, der Tod ist unwiderruflich für jeden von uns. Wie stehen wir dazu?
Es verbietet sich von selbst, dass die manchmal üblichen Sprüche und Witze oder auch Anfeindungen völlig unangebracht sind und ich bitte die Administratoren darum, das Thema sofort zu beenden, wenn es nicht mit dem notwendigen Ernst behandelt wird.
Der 39.


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01.12.2015 19:09
avatar  Mike59
#2
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Interessantes Thema - wenn man bedenkt das man sich auf das "neue" Leben 9 Monate vorbereiten kann und der Tod augenblicklich eintritt. Das ist schwer zu verkraften.
[url]http://osthessen-news.de/n11517841/tragischer-unfall-auf-a4-bundespolizist-54-tödlich-verletzt-fünf-schwerverletzte.html[/url]
Das war meine Fahrgemeinschaft - ich hatte an diesem Tag frei. Ich glaube ich werde irre im Kopf.


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01.12.2015 19:14
#3
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Ein ernstes und sehr umfangreiches Thema.
Was mich in Deinem Eingangsbeitrag stört ist die Aussage von Tucholsky "Soldaten sind Mörder".
Ich mag Tucholsky, aber seine Aussage stimmt so nicht. Ich habe fast 25 Jahre in der NVA gedient, ohne zu morden oder zu töten.

Soldaten werden zu Mördern gemacht, wenn sie von den Regierenden in den Krieg geschickt werden, um zu töten.

Klaus


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01.12.2015 19:45
#4
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Zitat von Klauspeter im Beitrag #3
Ein ernstes und sehr umfangreiches Thema.
Was mich in Deinem Eingangsbeitrag stört ist die Aussage von Tucholsky "Soldaten sind Mörder".
Ich mag Tucholsky, aber seine Aussage stimmt so nicht. Ich habe fast 25 Jahre in der NVA gedient, ohne zu morden oder zu töten.

Soldaten werden zu Mördern gemacht, wenn sie von den Regierenden in den Krieg geschickt werden, um zu töten.

Klaus

Guten Tag,

ich glaube, dass ein wirklicher Militär sich alles wünscht ausser dem sein Wissen und seine Fähigkeiten in einem Krieg nutzen zu müssen und dort zu töten.

Es wird immer bezahlten Krieger geben wie bei Daech und wir werden uns ihrer wehren müssen.

Der Pazifismus kann wie jede Strömung des Geistes eine sektiererische Form haben und dann verliert er seinen eigentlichen Sinn.

Vielleicht war Tucholsky zu sehr geprägt von den Zyklen des Krieges in Europa ? Wir müssen acht geben, dass nationale Egoismen und falsche Liberalität nicht diese Zyklen wieder schaffen. Die Wörter « Hass » und « Feindschaft » sind oft eine Brücke für jene, welche den Tod für andere wollen.

Stringer49


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01.12.2015 21:32
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#5
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Ich bin nicht in die Kaserne geeilt, mit dem Vorsatz töten zu wollen, sondern gegebenenfalls töten zu verhindern. Seine Heimat zu verteidigen ist nichts ehrenrühriges, ich hätte es auch getan für alle die den Wehrdienst verweigert hätten.

Gruß Hartmut!


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01.12.2015 22:32
avatar  der 39.
#6
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Zitat von Klauspeter im Beitrag #3
Ein ernstes und sehr umfangreiches Thema.
Was mich in Deinem Eingangsbeitrag stört ist die Aussage von Tucholsky "Soldaten sind Mörder".
Ich mag Tucholsky, aber seine Aussage stimmt so nicht. Ich habe fast 25 Jahre in der NVA gedient, ohne zu morden oder zu töten.

Soldaten werden zu Mördern gemacht, wenn sie von den Regierenden in den Krieg geschickt werden, um zu töten.

Klaus

Ich habe auch so meine Bedenken, ob Tucholsky da recht hatte. Es war die Zeit 1931, in der der deutsche Faschismus im Anmarsch war. Der Redakteur der "Weltbühne" der die Sätze veröffentlichte, Carl von Ossietzky, wurde 1932 dafür angeklagt, aber nicht verurteilt, weil mit dem Ausspruch keine konkrete Person gemeint gewesen sei. Tucholsky blieb unbehelligt,da er unter dem Pseudonym "Ignaz Wrobel" geschrieben hatte.
Der 39.


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01.12.2015 22:47
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#7
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Zitat von Mike59 im Beitrag #2
Interessantes Thema - wenn man bedenkt das man sich auf das "neue" Leben 9 Monate vorbereiten kann und der Tod augenblicklich eintritt. Das ist schwer zu verkraften.
[url]http://osthessen-news.de/n11517841/tragischer-unfall-auf-a4-bundespolizist-54-tödlich-verletzt-fünf-schwerverletzte.html[/url]
Das war meine Fahrgemeinschaft - ich hatte an diesem Tag frei. Ich glaube ich werde irre im Kopf.


oohhh , Mann, Mike ich habe mir das angeschaut und gelesen. Da wurden aber deine Schutzengel gestern sehr gefordert. Das ist wirklich sehr tragisch. Eine Situation, auf der Autobahn auszusteigen, ist auch für mich in Gedanken immer ein Alptraum. Dort ist ein Ort wo in unserem sonst so geordneten Leben der Tod und das Leben ganz dicht beieinander liegen. Es tut mir leid für dich und deine verunglückten Kollegen.


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01.12.2015 23:50
avatar  vs1400
#8
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Hallo Mike59,

mein Beileid für deine Kollegen.

Gruß vom Torsten


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02.12.2015 10:51
#9
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Der Tod gehört zum Leben. Etwas ganz trauriges für die Angehörigen, aber auch etwas natürliches, wie die Geburt.
Ganz tragisch sind Unfälle, wie hier an einem traurigen Beispiel verdeutlicht.

Ich empfinde aber Tote durch Kriege als etwas ganz schlimmes, schreckliches, widernatürliches. Menschen sterben, oft unter fürchterlichen Umständen, verhungern oder verbrennen.
Kriege sind kein Naturgesetz; sie werden von Menschen gemacht. Es sind ganz bestimmte gesellschaftliche Verhältnisse, die Kriege hervorbringen.
Es ist gegenwärtig erschreckend, mit welcher Eile immer neue Kriegseinsätze geplant und beschlossen werden, statt Kriege zu beenden.

Menschen, die die Schrecken des Krieges noch kennen, sind fast ausgestorben.
Ist die schreckliche Erfahrung des Krieges nun auch für die neuen Generationen vorgesehen?

Heute früh schmeckte mir das Frühstück nicht mehr so richtig, als ich folgende große Überschrift in der Zeitung las:



Klaus


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02.12.2015 11:34
#10
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Wenn nun ein Kommando die Fregatte mit einer Mine attackiert, sagen wir als Gegenreaktion, sind das
dann Terroristen oder Soldaten .


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02.12.2015 11:40
#11
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Zitat von 1941ziger im Beitrag #10
Wenn nun ein Kommando die Fregatte mit einer Mine attackiert, sagen wir als Gegenreaktion, sind das
dann Terroristen oder Soldaten .


Wer nicht zu kreuze kriecht ist immer ein Terrorist.


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02.12.2015 12:48
#12
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Für sie Entstehung des IS wurden Ausgangspunkte gesetzt( wir diskutierten bereits), von denen die damals zuständigen in Schweigen hüllen.
Dafür jetzt aber um so mehr aktiv werden,wenn es um die Bekämpfung ihrer Folgen geht.
Die Frage ist doch,was bleibt uns jetzt eigendlich noch anderes übrig,als zu versuchen, erst einmal mit milit. Mitteln ein weiteres Ausbreiten , und Schlimmeres für den Moment zu verhindern.
Eine Endlösung wird es mit Krieg nicht geben, da bei den vielen Toten sicherlich neuer Haß aufgebaut wird.
Selbst wenn der Krieg gegen den IS, der übrigents nur mit Bodentruppen,wenn überhaupt ,gewonnen wird, ist es nur eine momentale Situation.
Mit der Beendigung des Krieges und dem Sieg über den IS entsteht nicht automatisch eine Demokratie.
Viele Anhänger werden bleiben und versuchen sich unter den neuen Bedingungen neu zu struktuieren.Also muß über viele Jahre das Land besetzt und kontrolliert werden, bis es stabil wird.
Haben wir doch selbst in Deutschland erlebt, bzw. aktuell in Afganisthan.In Deutschland haben wir schon seit 70 Jahren Besatzungstruppen.
Und darüber, ob es inzwischen richtige Freunde sein sollen, trifft auf alle ehem. u. jetzigen Besatzer zu, kann man geteilter Meinung sein.
Ich denke mal, unsere Öberen haben auch noch keine Lösung parat, also erst einmal bomben,bringt zumindestens Geld für die Rüstungsfirmen.


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02.12.2015 14:06
#13
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Zitat von 1941ziger im Beitrag #10
Wenn nun ein Kommando die Fregatte mit einer Mine attackiert, sagen wir als Gegenreaktion, sind das
dann Terroristen oder Soldaten .

Das sind Kombattanten und demzufolge auch Soldaten (denn sie unterstehen einem einheitlichen Kommando). Wenn sie keine Zivilisten verletzen, begehen sie keine Kriegsverbrechen. Mit regulären nach Kriegsvölkerrecht erlaubten Methoden haben diese Gruppen keine realistische Chancen und verlegen sich auf Guerillakampf. Dann muss man sie als Terroristen betrachten.
Major Hans von Dach (Schweizer Armee): Der Totale Widerstand: Kleinkriegsanleitung für jedermann
https://de.wikipedia.org/wiki/Der_totale_Widerstand
In Deutschland ist Der totale Widerstand seit 1988 auf der Liste der indizierten Printmedien der Bundesprüfstelle
http://brd-schwindel.org/download/BUECHER/Major%20H%20von%20Dach%20-%20Der%20totale%20Widerstand.pdf
Der "Fall" ist jedoch nie eingetreten und wir Schweizer sind nicht zu Terroristen mutiert...


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02.12.2015 14:27
#14
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Zitat von eisenringtheo im Beitrag #13
Zitat von 1941ziger im Beitrag #10
Wenn nun ein Kommando die Fregatte mit einer Mine attackiert, sagen wir als Gegenreaktion, sind das
dann Terroristen oder Soldaten .

Das sind Kombattanten und demzufolge auch Soldaten (denn sie unterstehen einem einheitlichen Kommando). Wenn sie keine Zivilisten verletzen, begehen sie keine Kriegsverbrechen. Mit regulären nach Kriegsvölkerrecht erlaubten Methoden haben diese Gruppen keine realistische Chancen und verlegen sich auf Guerillakampf. Dann muss man sie als Terroristen betrachten.
Major Hans von Dach (Schweizer Armee): Der Totale Widerstand: Kleinkriegsanleitung für jedermann
https://de.wikipedia.org/wiki/Der_totale_Widerstand
In Deutschland ist Der totale Widerstand seit 1988 auf der Liste der indizierten Printmedien der Bundesprüfstelle
http://brd-schwindel.org/download/BUECHER/Major%20H%20von%20Dach%20-%20Der%20totale%20Widerstand.pdf
Der "Fall" ist jedoch nie eingetreten und wir Schweizer sind nicht zu Terroristen mutiert...


Grün: Ich nehme an, daß Du das nicht verallgemeinern willst ? Ein Land, welches durch einen Aggressor besetzt ist, z.B. in einem Eroberungskrieg wie durch die Wehrmacht oder weiland auch Napoleon, gibt es keine reguläre Armee mehr, die sich mit kriegsvölkerrechtlichen Mitteln des Aggressors erwehren kann. Dem bleibt nur der Guerillakampf, als durch Partisanen. Willst du die als Terroristen bezeichnen, weil dabei auch zivile Kollaborateure auf der Strecke bleiben ? Nicht gleichzusetzen, wenn der Aggressor bis auf sein eigenes Territorium zurückgedrängt wird und sich dann dort bewaffneter Widerstand regt.


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02.12.2015 14:30
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#15
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Zitat von Signalobermaat im Beitrag #12
Für sie Entstehung des IS wurden Ausgangspunkte gesetzt( wir diskutierten bereits), von denen die damals zuständigen in Schweigen hüllen.
Dafür jetzt aber um so mehr aktiv werden,wenn es um die Bekämpfung ihrer Folgen geht.
Die Frage ist doch,was bleibt uns jetzt eigendlich noch anderes übrig,als zu versuchen, erst einmal mit milit. Mitteln ein weiteres Ausbreiten , und Schlimmeres für den Moment zu verhindern.
Eine Endlösung wird es mit Krieg nicht geben, da bei den vielen Toten sicherlich neuer Haß aufgebaut wird.
Selbst wenn der Krieg gegen den IS, der übrigents nur mit Bodentruppen,wenn überhaupt ,gewonnen wird, ist es nur eine momentale Situation.
Mit der Beendigung des Krieges und dem Sieg über den IS entsteht nicht automatisch eine Demokratie.
Viele Anhänger werden bleiben und versuchen sich unter den neuen Bedingungen neu zu struktuieren.Also muß über viele Jahre das Land besetzt und kontrolliert werden, bis es stabil wird.
Haben wir doch selbst in Deutschland erlebt, bzw. aktuell in Afganisthan.In Deutschland haben wir schon seit 70 Jahren Besatzungstruppen.
Und darüber, ob es inzwischen richtige Freunde sein sollen, trifft auf alle ehem. u. jetzigen Besatzer zu, kann man geteilter Meinung sein.
Ich denke mal, unsere Öberen haben auch noch keine Lösung parat, also erst einmal bomben,bringt zumindestens Geld für die Rüstungsfirmen.



ich find das rot mark. nur noch als eine üble Verunglimpfung. Die ausländischen Soldaten, die heute noch auf deutschem Boden sind habe keinen Besatzerstatus. Das weisst du, @Signalobermaat, ganz genau und trotzdem kommst du mit solchen Formulierungen.


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