Grenze in Pötenitz

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22.11.2015 22:04von Markus Stüber
Frage
Grenze in Pötenitz

Hallo,
weiß jemand, wie die Grenze im Bereich Pötenitz gesichert war? Es gibt einen großen Wald zwischen Pötenitz-Ausbau und Pötenitzer Wiek, dort war bis 1945 das Luftzeugamt der Luftwaffe untergebracht. Anschließend sprengten die Sowjets die Anlage. Teile des Grenzzauns verliefen am Ufer durch die Reste der alten Anlage - dort, wo auch noch heute der BT11 steht. Das Gelände st recht unwegsam, wurde es dennoch irgendwie überwacht? Gab es Einrichtungen der Grenzer außer dem Wachturm!
Gruß Markus

29.11.2015 18:46von ( gelöscht )
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War westlich davon für die Grenztruppen irgendwas rechtlich anders? Sowas wie "Territorialgewässer" und "vorgelagertes Wassergebiet" oder so?

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29.11.2015 19:15von Kalubke
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Zitat von Signalobermaat im Beitrag #29
Betr.Grenzsicherung Barendorf-Pötenitz
[...]
Das 1. Bild ist eine Aufnahme von der KBS Barendorf.
[...].


Der kleine helle Fleck kurz unterm Horizont etwa bei 11 Uhr, könnte das eine Grenztonne sein? Die müsste laut Karte ca. 3.000 m vom Beobachtungsturm entfernt sein.

Gruß Kalubke

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29.11.2015 19:22von Lutze
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Zitat von Signalobermaat im Beitrag #29
Betr.Grenzsicherung Barendorf-Pötenitz
Ich habe schon einmal versucht ein paar Bilder über die Sicherung der Seegrenze meines damaligen Dienstbereiches Barendorf bis Poel einzubringen. Funktioniert nicht, bekomme keinen Text zu den Bildern.Bzw. immer, wenn ich ein neues Bild hochlade verschwinden alle anderen Bilder wieder
Mal sehen, ob es bei den dreien hier klappt.
Das 1. Bild ist eine Aufnahme von der KBS Barendorf.Das 2. Bild, mit Blick auf den Sperrstreifen mit Postenturm der Grenzkompanie Brook( Dienststelle von User Gert)
Das 3. Bild bin ich auf der KBS Barendorf am Stativglas mit Blick Richtung Travemünde
Zu der Frage nach der gestrichelten Linie, weiß ich auch keine Antwort, eine von uns eingerichtete Sperre war es nicht.Ich war von 1963 bis 1967 in diesem Bereich, also wenn da etwas gewesen wäre, hätte ich es zumindestens gesehen.

Da ist doch ein FKK-Strand,
bestimmt die schönste Blickrichtung
Lutze

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29.11.2015 19:33von ( gelöscht )
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Ja, das gab es auch ganz normal im Westen.
An dieser Stelle gab es diese berühmte "Kette" am Strand, die als Geländer zur DDR immer weiter ins Wasser führte. Aber die markierte Stelle in der Karte scheint weiter östlich gewesen zu sein und, parallel versetzt, auch vom Strand nach Norden geführt zu haben.



Quelle: http://www.nva-forum.de/nva-board/upload...-1222109649.jpg

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29.11.2015 19:45von Signalobermaat
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Habe gerade gesehen, hat funktioniert.Bei Scan ist noch ein Dienstauftrag von mir zu sehen, den ich noch gefunden habe.
Also bei Barendorf endete unser Verantwortungsbereich( Volksmarine-6.GBK) Barendorf war der westlichste Stützpunkt der VM,für die restlichen Meter bis zur Grenze war die Grenzkompanie Pötenitz zuständig.Mit denen gab es in regelmäßigen Abständen Koordinierungsvereinbarungen
Der Stab des 4. Grenzbataillon der 6.GBK, zu dem ich gehörte, lag in Tarnewitz.Dazu gehörten ab dem 01.05.1963 die 10. Grenzkompanie auf der Insel Poel mit KBS, die 11. Grenzkompanie Beckerwitz Wohlenberger Wiek mit KBS Boltenhagen und die 12. Grenzkompanie Brook mit KBS Barendorf.
Weiterhin lag im Hafen Tarnewitz die 4. Grenzbootsabteilung, sie wurde später in die 6. umbenannt.
Bis zum 30.04.1963 gehörte der Stützpunkt Tarnewitz einschließlich der 3 KBS zur 4. Flottille Warnemünde und die Grenzsicherung wurde durch die grünen Grenzer durchgeführt.
Ab 01.05.63 waren wir auf einmal alle Grenzer.Wir hatten keine Ahnung von der Grenzsicherung und die Grenzer keine Ahnung vom Ablauf des seeseitigen Zusammenwirkens einschließlich der Unterlagen und Meldungen.Naja hat sich dann alles eingespielt, der Mensch ist ja lernfähig.
Es lief am Anfang nicht ganz komplikationslos ab,wir waren ja alles Freiwillige der Volksmarine und mit einem mal waren wir für die landseitige Sicherung der Seegrenze zuständig,ohne das jemand mit uns gesprochen hatte.
Die neue Leitung der Dienststelle kannte den vorhandenen Personalbestand und deren Aufgaben nicht und wir wußten nicht, was die von uns wollten. Gekannt haben wir auch niemand von denen.
Dazu kam, daß noch ein Teil zur VM gehörte und nur ein Teil übernommen worden war.Keiner wußte wer gehörte wo hin,ein Teil blieb ja noch Marinestützpunkt, die Unterkünfte und alles wurde ja gemeinsam benutzt, da gab es keine Trennung, da vorher ja alles eins gewesen war.
Da gab es am 1.Tag nach der Übernahme eine schöne Episode.
Bei der Grenze war am 1.Mai immer erhöhte Einsatzbereitschaft,d.h.kein Ausgang.Bei der VM gab es das nicht.
Da kam am 1.Mai ,der neue Grenz OvD ging durch das Objekt und sagte Ausgangssperre für alle Angeh. der jetzigen 6.GBK, die Angeh. der Volksmarine dürfen raus.
Wer wollte das unterscheiden. Wir alten hatten ja noch die Volksmarinebänder .Die neuen Mützenbänder mit Grenzbrigade Küste hatte noch keiner drin. Der OvD guckte auf die Mützenbänder, der VM hatte er ja nichts zu sagen und wir waren alle weg.
Als der OvD seine Runde machte, war das Objekt bis auf die Wache leer.Am nächsten Tag großes Theater und Belehrungen.
Es dauerte noch viele Wochen, ehe sich alles eingespielt hatte.Irgentwann haben wir dann alle mitgespielt.
Aber wir waren ja pfiffig,wir hatten generell das alte Band eingezogen und das Neue hinter der Beschriftung abgeschnitten und nur vorn an der Halterung befestigt, das es mit einem Griff herausgezogen werden konnte und wir äußerlich wieder zur VM gehörten.Wenn wir zur Dienststelle zurück gingen, wurde es wieder provisorisch befestigt und wir waren wieder 6.GBK
Ab Dienstgrad Meister gab es ja dann eine andere Uniform,Schirmmütze, dazu kam die ständige Zivilerlaubnis außerhalb des Dienstes, da spielte das dann auch keine Rolle mehr.
Aus heutiger Sicht alles Quatsch, aber es war halt so.

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29.11.2015 19:56von Kalubke
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Zitat von Harzwanderer im Beitrag #33

[...[
Aber die markierte Stelle in der Karte scheint weiter östlich gewesen zu sein und, parallel versetzt, auch vom Strand nach Norden geführt zu haben.




Das waren noch 3,8 km von der Grenze am Priwall den Strand entlang bis zu dieser Linie.

Hier mal ein Bild von der Grenzkommission, als sie am Priwall unterwegs war. Da die Sperranlagen hinter dem bzw. im Dünenwald verliefen, war am Strand weit und breit nichts davon zu sehen, mit Ausnahme des Bereiches des BT "Priwall", da ging der GZ I in einem ca. 100-200 m breiten Korridor bollwerkartig bis auf ca. 50 m an den Strand heran.



Gruß Kalubke

p.s. Sorry, ich sehe da gerade einen BGS-Streichholz im Hintergrund. Also muss das Bild nicht vom Ostseestrand, sondern vom Strand am Pötenitzer Wiek sein. Im Hintergrund dürfte die Halbinsel Priwall zu sehen sein. Ich lasse das Bild trotzdem drin.

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29.11.2015 20:00von Signalobermaat
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Lutze, es gab da mehrere schöne Blicke, bis ins Casino von Travemünde undbei schönem Wetter kamen die Segeljachten mit leicht oder unbekleideten Damen, die sich da sonnten recht dicht unter der Küste lang.
An eine Betonnung dicht am Strand kann ich mich nicht erinnern, wäre ja auch nutzlos,da dort keine Bootsbewegung war und strandmäßig war ja der Sperrstreifen, da kam von Land keiner hin. Es ist ja auch schon 48 Jahre her., aber schön war die Zeit an der Küste.
Ich werde bei Gelegenheit noch ein paar Bilder spendieren.

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29.11.2015 20:16von Rostocker
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Möchte noch erwähnen---das das Hotel auf den Priwall (westlich) der gleiche Bau war,wie in Rostock Warnemünde das Neptun Hotel. Der FKK Strand befand sich auch auf den Priwall. Und die Kette die den Strand querte, war schon auf Bundesdeutschen Gebiet. Und was den Postenplatz dort auf den BT betraf--da ist auch nicht jeder hingekommen. So wie mir während meiner kurzen Anwesenheit dort erklärt wurde.

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29.11.2015 20:20von Markus Stüber
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Hallo!
Mal kurz zurück zu meiner Ausgangsfrage. Wie sah es rund um das ehem. Luftzeugamt bei Pötenitz aus? Gibt es davon evtl. Fotos?
Gruß Markus

29.11.2015 20:21von Rostocker
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Zitat von Kalubke im Beitrag #35
Zitat von Harzwanderer im Beitrag #33

[...[
Aber die markierte Stelle in der Karte scheint weiter östlich gewesen zu sein und, parallel versetzt, auch vom Strand nach Norden geführt zu haben.




Das waren noch 3,8 km von der Grenze am Priwall den Strand entlang bis zu dieser Linie.

Hier mal ein Bild von der Grenzkommission, als sie am Priwall unterwegs war. Da die Sperranlagen hinter dem bzw. im Dünenwald verliefen, war am Strand weit und breit nichts davon zu sehen, mit Ausnahme des Bereiches des BT "Priwall", da ging der GZ I in einem ca. 100-200 m breiten Korridor bollwerkartig bis auf ca. 50 m an den Strand heran.



Gruß Kalubke

p.s. Sorry, ich sehe da gerade einen BGS-Streichholz im Hintergrund. Also muss das Bild nicht vom Ostseestrand, sondern vom Strand am Pötenitzer Wiek sein. Im Hintergrund dürfte die Halbinsel Priwall zu sehen sein. Ich lasse das Bild trotzdem drin.



Kann es sein, das das Foto vom pötenitzer Wieck war und nicht vom Ostseestrand.
Sorry, hatte wir fast den gleichen Gedanken.

29.11.2015 20:25von Kalubke
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Zitat von Markus Stüber im Beitrag #38
Hallo!
Mal kurz zurück zu meiner Ausgangsfrage. Wie sah es rund um das ehem. Luftzeugamt bei Pötenitz aus? Gibt es davon evtl. Fotos?
Gruß Markus


Das Foto in #35 dürfte in etwa aus diesem Bereich (Grenzsäulen 6 - 8, siehe Karte am Anfang des Threads) stammen. Die folgenden vlt. auch. Der GZ I verlief hier ca. 50 m bis max.100 m vom Ufer entfernt. Der Strand selbst war schon BRD-Gebiet, wie @Waldersee bereits schrieb und die Grenzlinie verlief am Dünenanfang. D.h. die Unterzeichner der Vermessungsprotokolle auf dem letzten Foto saßen auf der mecklenburgischen Düne und die Assistenten standen bereits auf dem holsteinischen Strand.









Gruß Kalubke

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29.11.2015 20:32von Schlutup
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@Signalobermaat

Danke für deine Bilder

30.11.2015 10:08von Waldersee
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"An dieser Stelle gab es diese berühmte "Kette" am Strand, die als Geländer zur DDR immer weiter ins Wasser führte. Aber die markierte Stelle in der Karte scheint weiter östlich gewesen zu sein und, parallel versetzt, auch vom Strand nach Norden geführt zu haben."


Da wir ja nun etwas von dem Thema "gestrichelte Lineíe" abgwandert sind, will ich zu der o.a. erwähnten Kette, zum BTV Priwall und zur Pötenitzer Wiek auch noch einige von meinen Bildern beisteuern.
Die Kette, übrigens eine von unseren Pionieren der GSA II/7 "besorgte" und errichtetete Ankerkette des BGS-See, war für uns immer eine ganz besondere Herausforderung. Viele der Strandbesucher nutzen sie als "Handtuchhalter" oder überstiegen sie auch häufig um weiter auf DDR-Gebiet zu kommen.
Wie dicht das Gebiet des Priwall im Sommer "belagert" war, ist hier zu sehen:


Auf dem folgend Bild habe ich gerade einem Herren einer rechtsnationalen Partei anlässlich seiner "Demonstration" am 13.08.1989, ca. 2m auf DDR Gebiet, die Situation des dortigen Grenzverlaufes DEUTLICH erklärt (was an meinem "freundlichen" Gesichtsausdruck zu erkennen ist):
.

Hier noch eine nette Geschichte unter dem Motto: "Vertrauen ist gut, Kontolle ist besser". Der jährlich Auftrag an die Pioniere des BGS hieß freihalten und erneuern der Grenzhinweise. Dazu gehörte auch die "berühmte" Kette.

Diese ging übrigens über den ganzen Priwall bis zu Pötenitzer Wiek. Sie musste von immer von Gestrüpp gesäubert werden und rot/weiß gestrichen werden. In einem Jahr hatten wir den Arbeitsauftrag nicht den hauseigenen Pionieren der GSA II/7 erteilt, sondern der Technischen Hundertschaft Küste.
Ich hatte an dem besagten Tag aber keine Zeit eine "Arbeitskontrolle" vor Ort durchzuführen.

Am späten Nachmittag klingelte bei mir das Telefon und ein Mitglied der Lübecker Bürgerschaft "überschüttete" mich mit einem Wortschwall von dem ich eigentlich nur verstand "Beschädigung, Kosten...und einige Worte, die ich hier nicht wiedergeben will".

Was war geschehen? Die Pioniere hatten weisungsgemäß mit ihren Motorsensen und Freischneidern alles Gestrüpp unter der besagten Kette mit "Stumpf und Stiel" vernichtet....leider war das kein Getrüpp, sondern eine von der Lübecker Partei "Die Grünen" mit viel Liebe und Geld angepflanzte - und unter Naturschutz gestellte - Sanddornhecke.
Aber was so ein echter Pionier ist..was weg muß - muß weg!
Der BGS hat dann neu gekauft und wieder angepflanzt.

Weniger als ein Jahr später habe ich dann am 12.04.1990 die Gelegenheit genutzt und mir[mal selbst den "Blick vom Turm" angeschaut (Bildquelle Freywald):


Die Pötenitzer Wiek war im Sommer aber auch alles andere als einsam. Um allen den Grenzverlauf noch deutlicher zu machen, hatten wir am Eingang der Pötenitzer Wiek zwei große Hinweistafeln aufgestellt, die den Grenzverlauf und die Hinweisschilder des BGS noch einmal erläuterten:


....und noch ein Jahr später war alles wieder verschwunden und sah am Priwall wieder aus wie in den 60ziger Jahren:



Gruß
waldersee

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30.11.2015 11:49von Zange
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@Waldersee

supercoole Bilder

Da kommen Erinnerungen hoch.

Danke dafür und Gruß von

Zange

30.11.2015 16:02von Signalobermaat
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Noch ein paar Bilder aus meiner Dienstzeit-Sicherung der Seegrenze Bereich Insel Poel bis Barendorf
1. Küstenschutzboote im Hafen Tarnewitz
2.KS einlaufend in Tarnewitz
3.Ein Fischerboot läuft den Kontrollkutter der 6.GBK an.Der Kutter lag vor Anker und die aus- und einlaufenden Fischer die in Wismar stationiert waren, wurden registriert
4. Bordgeschütz 12,7mm von KS
5.Leuchtgranate auf Lafette.Nachts wurden in unregelmäßigen Abständen zur Beleuchtung des Küstenvorfeldes sowohl Leuchtraketen,Bild 6, als auch Scheinwerfer, Bild 7 eingesetzt.
Wer damals in Boltenhagen Urlaub gemacht hat, konnte das des nachts öfters erleben.Im Scheinwerferlicht war jede Kleinigkeit zu erkennen und das über viele Km
Bild 8 Auch das gab es, Havarie von G-63, der Kommandant knallte mit seinem KS Boot beim Einlaufen voll gegen die Pier
9. Dienststellenappell im Stab 4.GB Tarnewitz- Gert müßte noch einige kennen
10.Küstenschutzschiff(KSS) die damals größte Schiffsklasse der VM im Hafen Tarnewitz. Kam selten vor, daß die sich bis zu uns verirrt haben.
Freizeitbeschäftigung, Aal fangen und räuchern
Bin ja mal gespannt, ob die Bilder jetzt in der richtigen Reihenfolge erscheinen,wenn nicht selber zuordnen

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