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#41

RE: Grenze in Pötenitz

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 29.11.2015 20:32
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#42

RE: Grenze in Pötenitz

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 30.11.2015 10:08
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"An dieser Stelle gab es diese berühmte "Kette" am Strand, die als Geländer zur DDR immer weiter ins Wasser führte. Aber die markierte Stelle in der Karte scheint weiter östlich gewesen zu sein und, parallel versetzt, auch vom Strand nach Norden geführt zu haben."


Da wir ja nun etwas von dem Thema "gestrichelte Lineíe" abgwandert sind, will ich zu der o.a. erwähnten Kette, zum BTV Priwall und zur Pötenitzer Wiek auch noch einige von meinen Bildern beisteuern.
Die Kette, übrigens eine von unseren Pionieren der GSA II/7 "besorgte" und errichtetete Ankerkette des BGS-See, war für uns immer eine ganz besondere Herausforderung. Viele der Strandbesucher nutzen sie als "Handtuchhalter" oder überstiegen sie auch häufig um weiter auf DDR-Gebiet zu kommen.
Wie dicht das Gebiet des Priwall im Sommer "belagert" war, ist hier zu sehen:


Auf dem folgend Bild habe ich gerade einem Herren einer rechtsnationalen Partei anlässlich seiner "Demonstration" am 13.08.1989, ca. 2m auf DDR Gebiet, die Situation des dortigen Grenzverlaufes DEUTLICH erklärt (was an meinem "freundlichen" Gesichtsausdruck zu erkennen ist):
.

Hier noch eine nette Geschichte unter dem Motto: "Vertrauen ist gut, Kontolle ist besser". Der jährlich Auftrag an die Pioniere des BGS hieß freihalten und erneuern der Grenzhinweise. Dazu gehörte auch die "berühmte" Kette.

Diese ging übrigens über den ganzen Priwall bis zu Pötenitzer Wiek. Sie musste von immer von Gestrüpp gesäubert werden und rot/weiß gestrichen werden. In einem Jahr hatten wir den Arbeitsauftrag nicht den hauseigenen Pionieren der GSA II/7 erteilt, sondern der Technischen Hundertschaft Küste.
Ich hatte an dem besagten Tag aber keine Zeit eine "Arbeitskontrolle" vor Ort durchzuführen.

Am späten Nachmittag klingelte bei mir das Telefon und ein Mitglied der Lübecker Bürgerschaft "überschüttete" mich mit einem Wortschwall von dem ich eigentlich nur verstand "Beschädigung, Kosten...und einige Worte, die ich hier nicht wiedergeben will".

Was war geschehen? Die Pioniere hatten weisungsgemäß mit ihren Motorsensen und Freischneidern alles Gestrüpp unter der besagten Kette mit "Stumpf und Stiel" vernichtet....leider war das kein Getrüpp, sondern eine von der Lübecker Partei "Die Grünen" mit viel Liebe und Geld angepflanzte - und unter Naturschutz gestellte - Sanddornhecke.
Aber was so ein echter Pionier ist..was weg muß - muß weg!
Der BGS hat dann neu gekauft und wieder angepflanzt.

Weniger als ein Jahr später habe ich dann am 12.04.1990 die Gelegenheit genutzt und mir[mal selbst den "Blick vom Turm" angeschaut (Bildquelle Freywald):


Die Pötenitzer Wiek war im Sommer aber auch alles andere als einsam. Um allen den Grenzverlauf noch deutlicher zu machen, hatten wir am Eingang der Pötenitzer Wiek zwei große Hinweistafeln aufgestellt, die den Grenzverlauf und die Hinweisschilder des BGS noch einmal erläuterten:


....und noch ein Jahr später war alles wieder verschwunden und sah am Priwall wieder aus wie in den 60ziger Jahren:



Gruß
waldersee


utkieker, Rostocker, IM Kressin, Lutze, Zange, RalphT, Kalubke, Schlutup, Harzwanderer, ek40 und exgakl haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 30.11.2015 10:31 | nach oben springen

#43

RE: Grenze in Pötenitz

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 30.11.2015 11:49
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supercoole Bilder

Da kommen Erinnerungen hoch.

Danke dafür und Gruß von

Zange


Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen (Helmut Schmidt)


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#44

RE: Grenze in Pötenitz

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 30.11.2015 16:02
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Noch ein paar Bilder aus meiner Dienstzeit-Sicherung der Seegrenze Bereich Insel Poel bis Barendorf
1. Küstenschutzboote im Hafen Tarnewitz
2.KS einlaufend in Tarnewitz
3.Ein Fischerboot läuft den Kontrollkutter der 6.GBK an.Der Kutter lag vor Anker und die aus- und einlaufenden Fischer die in Wismar stationiert waren, wurden registriert
4. Bordgeschütz 12,7mm von KS
5.Leuchtgranate auf Lafette.Nachts wurden in unregelmäßigen Abständen zur Beleuchtung des Küstenvorfeldes sowohl Leuchtraketen,Bild 6, als auch Scheinwerfer, Bild 7 eingesetzt.
Wer damals in Boltenhagen Urlaub gemacht hat, konnte das des nachts öfters erleben.Im Scheinwerferlicht war jede Kleinigkeit zu erkennen und das über viele Km
Bild 8 Auch das gab es, Havarie von G-63, der Kommandant knallte mit seinem KS Boot beim Einlaufen voll gegen die Pier
9. Dienststellenappell im Stab 4.GB Tarnewitz- Gert müßte noch einige kennen
10.Küstenschutzschiff(KSS) die damals größte Schiffsklasse der VM im Hafen Tarnewitz. Kam selten vor, daß die sich bis zu uns verirrt haben.
Freizeitbeschäftigung, Aal fangen und räuchern
Bin ja mal gespannt, ob die Bilder jetzt in der richtigen Reihenfolge erscheinen,wenn nicht selber zuordnen

Angefügte Bilder:


Kalubke, Gert, Harzwanderer, Lutze, Klauspeter, utkieker und exgakl haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#45

RE: Grenze in Pötenitz

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 30.11.2015 17:45
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Zitat von Signalobermaat im Beitrag #44
Noch ein paar Bilder aus meiner Dienstzeit-Sicherung der Seegrenze Bereich Insel Poel bis Barendorf
1. Küstenschutzboote im Hafen Tarnewitz
2.KS einlaufend in Tarnewitz
3.Ein Fischerboot läuft den Kontrollkutter der 6.GBK an.Der Kutter lag vor Anker und die aus- und einlaufenden Fischer die in Wismar stationiert waren, wurden registriert
4. Bordgeschütz 12,7mm von KS
5.Leuchtgranate auf Lafette.Nachts wurden in unregelmäßigen Abständen zur Beleuchtung des Küstenvorfeldes sowohl Leuchtraketen,Bild 6, als auch Scheinwerfer, Bild 7 eingesetzt.
Wer damals in Boltenhagen Urlaub gemacht hat, konnte das des nachts öfters erleben.Im Scheinwerferlicht war jede Kleinigkeit zu erkennen und das über viele Km
Bild 8 Auch das gab es, Havarie von G-63, der Kommandant knallte mit seinem KS Boot beim Einlaufen voll gegen die Pier
9. Dienststellenappell im Stab 4.GB Tarnewitz- Gert müßte noch einige kennen
10.Küstenschutzschiff(KSS) die damals größte Schiffsklasse der VM im Hafen Tarnewitz. Kam selten vor, daß die sich bis zu uns verirrt haben.
Freizeitbeschäftigung, Aal fangen und räuchern
Bin ja mal gespannt, ob die Bilder jetzt in der richtigen Reihenfolge erscheinen,wenn nicht selber zuordnen

@Signalobermaat danke für die Einstellung der Bilder, sehr schön. An die Offizieren auf den Bildern kann ich mich nicht erinnern, da ich so gut wie keinen Kontakt zum Stab in Tarnewitz hatte. Lediglich der Stabchef, muss wohl im Range eines Korvettenkapitäns gewesen sein, ist mir mal in Brook vorgestellt worden. Ich kannte nur den Kompaniechef in Brook , Kaleu Mü... und den Politstellvertreter, ich glaube es war ein Oltn. Gräb...
Ansonsten wa rBoltenhagen für uns nur zum Ausgang erreichbar. In Brook war Sperrgebiet aber das hätte von der DDR gar nicht zum Sperrgebiet erklärt werden müssen, das war auch so der Arsch der Welt da kam kein Mensch hin. Und ich aus einer Großstadt dorthin, da kannste dir vorstellen was du als blutjunger Mann dort für Alpträume bekommst.


Signalobermaat hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 30.11.2015 17:46 | nach oben springen

#46

RE: Grenze in Pötenitz

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 30.11.2015 17:46
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Zitat von Waldersee im Beitrag #42
"An dieser Stelle gab es diese berühmte "Kette" am Strand, die als Geländer zur DDR immer weiter ins Wasser führte. Aber die markierte Stelle in der Karte scheint weiter östlich gewesen zu sein und, parallel versetzt, auch vom Strand nach Norden geführt zu haben."


Da wir ja nun etwas von dem Thema "gestrichelte Lineíe" abgwandert sind, will ich zu der o.a. erwähnten Kette, zum BTV Priwall und zur Pötenitzer Wiek auch noch einige von meinen Bildern beisteuern.
Die Kette, übrigens eine von unseren Pionieren der GSA II/7 "besorgte" und errichtetete Ankerkette des BGS-See, war für uns immer eine ganz besondere Herausforderung. Viele der Strandbesucher nutzen sie als "Handtuchhalter" oder überstiegen sie auch häufig um weiter auf DDR-Gebiet zu kommen.
Wie dicht das Gebiet des Priwall im Sommer "belagert" war, ist hier zu sehen:




Hallo @Waldersee

wer hat eigentlich die rot-weiße Schranke vor der GS Nr. 01 gesetzt?

Danke



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#47

RE: Grenze in Pötenitz

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 30.11.2015 17:57
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Ist ein"uraltes" Relikt aus den 60ziger Jahren. Schau mal mein Strandbild oben.
Wir haben nach Grenzöffnung ja auch noch Reste des alten Stacheldrahtes gefunden. Ist halt alles stehengeblieben und nach und nach verrottet.
Hatte nichts mehr mit den Sperranlagen der 80ziger zu tun
Gruß waldersee


Schlutup hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#48

RE: Grenze in Pötenitz

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 30.11.2015 20:06
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Ich habe auch noch einen von der Pötenitzer Wiek.

Ich meine, dass es im Winter 83 oder 84 war, ich war mittlerweile Streifenführer und hatte Kollegen des 2. Ausbildungsjahres, POWs, mit auf Streife. Die Pötenitzer Wiek war zugefroren und wir gingen in den seit der 70er freigegebenen Strandbereich hinein.

Wir waren noch jung, praktisch noch Kindsköppe, sind auf das Eis gegangen und haben nur so zum Spaß und aus Langeweile, Löcher in das Eis getreten.

Plötzlich bemerkten wir, dass drüben Kräfte zusammengezogen wurden und auf der anderen Seite aufmarschierten.

Ich habe diesen Blödsinn sofort beendet, damit nicht daraus noch ein "innerdeutsches Problem" entsteht und ich zu Rapport muss.


Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen (Helmut Schmidt)


Kalubke hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 30.11.2015 20:23 | nach oben springen

#49

RE: Grenze in Pötenitz

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 30.11.2015 22:49
von Kalubke | 3.174 Beiträge | 3445 Punkte
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Zitat von Waldersee im Beitrag #42


[...]

Am späten Nachmittag klingelte bei mir das Telefon und ein Mitglied der Lübecker Bürgerschaft "überschüttete" mich mit einem Wortschwall von dem ich eigentlich nur verstand "Beschädigung, Kosten...und einige Worte, die ich hier nicht wiedergeben will".

[...]

Weniger als ein Jahr später habe ich dann am 12.04.1990 die Gelegenheit genutzt und mir[mal selbst den "Blick vom Turm" angeschaut (Bildquelle Freywald):


[...]

Gruß
waldersee



Solche "Probleme" dürften die Kollegen aus Pötenitz bei ihren Unkrautaktionen eher weniger gehabt haben.

Schönes Bild: Der BGS auf dem BT "Priwall", 5 Monate vorher noch völlig undenkbar. Habt ihr die GT- Kollegen von gegenüber auch mal auf ne Fahrt auf der Trave mitgenommen?

Gruß Kalubke



Waldersee hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#50

RE: Grenze in Pötenitz

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 01.12.2015 17:07
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Habt ihr die GT- Kollegen von gegenüber auch mal auf ne Fahrt auf der Trave mitgenommen?



Es kann sein, dass auf "Arbeitsebene" auch mal GrTr in der Wendezeit mitgefahren ist. Aber so genau weiß ich es nicht mehr. Wenn, dann waren es aber unsere "üblichen"Ansprechpartenr (GAK und vorgesetzte Einheiten).
Die "angelernte" Zurückhaltung war leider nur sehr langsam zu überwinden.
Ich habe das auch noch viele Jahre später gemerkt, wenn ich Dienststellen des neuen Grenzschutzkommandos Ost besuchte und die Kollegen etwas von meinem dienstlichen Lebenslauf erfahren hatten, aber zum Thema "Kontakte" gibt es ja andere Foren...
Gruß
waldersee


Kalubke hat sich für diesen Beitrag bedankt
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