Flucht 1980 und 1982 Ellrich/Sülzhayn/Tettenborn/Zorge

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11.10.2015 12:52
#1
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Hallo,
1980 soll im Bereich Ellrich/Sülzhayn ein Grenzübertritt zweier Männer stattgefunden haben, wobei einer der Beiden kurz darauf in die DDR zurückkehrte. 1982 soll dieser Mann erneut mit einer Frau und einem Mann im Bereich Ellrich geflüchtet sein. Hat jemand von diesem Ereignis gehört und kann etwas dazu sagen?


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23.10.2015 21:27 (zuletzt bearbeitet: 23.10.2015 21:28)
avatar  totti
#2
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Stimmt. War von Oktober´81 bis Oktober ´82 in Ellrich. Während dieser Zeit gab es einen Durchbruch im Bereich " Dicke ". wann genau weiß ich nicht mehr, muss aber ´82 gewesen sein, würde sagen im Sommer. Eine Frau und zwei Männer.Ein Stück von der Dicken entfernt war ein BT und da war eine Hundetrasse, voll beleuchtet, in diesem Bereich war der Durchbruch.
Die beiden Posten wurden danach in die Mangel genommen.Ist aber nichts weiter passiert, konnten den Posten keine Schuld geben.
War auch nicht möglich von der " Dicken " alles zu sehen,wo der Posten eingesetzt war. Muss spät abends bzw. Nachts gewesen sein.
Die drei waren wohl auch schon länger im Gebiet, mehrere Stunden wenn nicht sogar Tage, hatten alles beobachtet. Zumindest wurde es dann so dargestellt.
Der Hund,wo der Durchbruch stattfand war total eingeschüchtert. Gefunden wurde noch ein Hirschfänger ( glaube so wurde ein großes Messer genannt ).
Da ich Motorradfahrer war, war ich sehr oft auf der Dicken. Zufälligerweise hatte ich gerade da Urlaub.
An einzelne Details kann ich mich auch nicht mehr so richtig erinnern, ist doch schon eine ganze Weile her, so blieb es mir in Erinnerung.


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24.10.2015 02:36 (zuletzt bearbeitet: 24.10.2015 11:19)
avatar  Kalubke
#3
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War das in diesem Waldgebiet hier?



Wie sind die denn unbemerkt durch den GSZ in den Schutzstreifen gekommen? Evt. unterirdisch durch irgendwelche vergessenen Bergwerksstollen? Waren wohl bestimmt Einheimische, die sich dort auskannten.

Gruß Kalubke


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24.10.2015 13:18
avatar  totti
#4
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War in etwa in diesem Gebiet.
Können nur über den GSZ gekommen sein. Unterirdisch war da nichts. Wie das gelang weiß ich nicht mehr, war zwar Streckmetall ( was nicht so einfach zu übersteigen ist ) hatte aber geklappt.
Es handelt sich um ein riesiges Waldgebiet, wo man sich auch bequem verlaufen kann. Gewisse Informationen könnten die drei schon gehabt haben. Vielleicht sind sie aber auch nur den Kolonnenweg gefolgt, der führte ja zur Grenze. Wie schon geschrieben wurde davon ausgegangen das die drei eventuell schon einige Tage sich in diesem Wald aufhielten und alles beobachtet hatten.Da jemand zu finden ist unmöglich.Die Posten gingen/fuhren ja im allgemeinen auch immer den Kolonnenweg lang und wurden wahrscheinlich beobachtet ohne es selber mitzubekommen.


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24.10.2015 13:22
#5
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Schon ein Ding wenn einer zweimal flüchtet und jedesmal auch jemand dabei ist, riecht ja schon fast nach Schleusung.
Ich weiss zwar nicht wo "Dicke" war, so dicke hatte ich es mit den Wegpunkten nicht, wenn aber der Punkt im Ellricher Stadtwald war, also dort gabs dann doch schon eine ganze Menge guter Fluchtpunkte, auch der GSZ war an einigen Punkten unwegsam, ebenfalls das Zulaufsgebiet unwegsam.
Wer das Gelände gut kannte und/oder ausspähte, keine Null im Sport war und seinen Kopf nicht nur zum drauf regnen trug, der hatte dort immer eine real gute Chance zur Flucht, auch in Etappen, Verstecke gabs genug in unzähligen Schluchten und verdeckten Stellungen.
Hier und da waren zwar Hunde da, aber die befanden sich teils eben auch an Steigungen, wo ein Hund auch zu kämpfen hat.
Ob früher dort im Stadtwald Minen waren, dass weiss ich nicht, bekannt ist mir das nicht, kann mich auch nicht an einen Abbau dort direkt im Wald erinnern.
Also ein idealer Fluchtbereich, hätte ich je die Absicht gehabt die DDR auf diesem Weg zu verlassen, ich wär genau dort durch.

Verloren ist der Tag, an dem man nicht gelacht hat.


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24.10.2015 13:28
avatar  Hanum83
#6
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Ich wundere mich immer wie es doch jemand geschafft haben muss ohne Auslösung über den GSZ zu kommen, hielt ich damals für eigentlich unmöglich.
Vielleicht haben wir uns doch zu sehr auf die Technik verlassen und nur durch Glück ist nichts passiert, denk da an den friedlichen Schlummer, auch im Sommer nachts im Wald.

EK42, HG 84/1, "Frühling-Freiheit!"

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24.10.2015 13:37
avatar  Lutze
#7
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Zitat von totti im Beitrag #4
War in etwa in diesem Gebiet.
Können nur über den GSZ gekommen sein. Unterirdisch war da nichts. Wie das gelang weiß ich nicht mehr, war zwar Streckmetall ( was nicht so einfach zu übersteigen ist ) hatte aber geklappt.
Es handelt sich um ein riesiges Waldgebiet, wo man sich auch bequem verlaufen kann. Gewisse Informationen könnten die drei schon gehabt haben. Vielleicht sind sie aber auch nur den Kolonnenweg gefolgt, der führte ja zur Grenze. Wie schon geschrieben wurde davon ausgegangen das die drei eventuell schon einige Tage sich in diesem Wald aufhielten und alles beobachtet hatten.Da jemand zu finden ist unmöglich.Die Posten gingen/fuhren ja im allgemeinen auch immer den Kolonnenweg lang und wurden wahrscheinlich beobachtet ohne es selber mitzubekommen.


Gab es dort keine Stolperdrähte?
Lutze

wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren


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24.10.2015 13:38
#8
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@totti, kennst Du noch alle Hundepunkte, also wo Laufseile waren?
Ich war 1985 dort oben zur Hundeversorgung, bekomme aber die Punkte nicht mehr auf die Reihe, es waren mehrere verstreut, teilweise dann auch nur 1-5 Hunde, oft auch an Steilhängen mitten im Wald an ehemaligen Fluchtstrecken die ermittelt wurden.
Ich bin mit dem LO damals ganz schon OffRoad gewesen um das Futter so nah als möglich an die Hunde zu bekommen, nicht nur einmal schmierte der LO ab und der Bolzen guckte ziemlich weit hinten raus.
Im Winter ging das natürlich nicht, dann war Robben angesagt, in Schnee und Kälte die Milchkann schleppen, oh da ist manch Fluch zum Himmel gegangen weil man nur auf der Nase lag, zum Feierabend dann aussah wie ne Sau.
Zum Glück hat sich aber niemand verletzt, das war nämlich nicht ohne im Schnee dort die Hänge rauf und runter, rechts und links mindestens 10 kg Gewicht von den Kannen, waren mehr Hunden dann waren die Kannen voll, Fassungsvermögen 20 Liter.

Verloren ist der Tag, an dem man nicht gelacht hat.


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24.10.2015 13:59
#9
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Nein Lutze, zumindest zu meiner Zeit kenne ich sowas nicht, ausser an Gassentoren auf dem Weg und Stück daneben.

Zum GSZ, also Klebeband war dein Freund da allerdings musste man dann schon etwas Wissen über die Grenze haben.
Teilweise waren aber eben noch die einfachen Zäune, besonders in den stark unwegsamen Gebieten, kein Signalstacheldraht vor den Platten, nur die Abweiser und die wurden auch erst in den letzten Jahren breiter und länger.
Dann waren eben wie gesagt gerade dort einige Bereiche dermassen unwegsam und dadurch auch nicht einsehbar, man hatte dort echt Zeit.
Dazu oft Nebel, besonders in den entsprechenden Jahreszeiten.
Es gab für breite Bereiche des GSZ, wie auch des GZ1, keine direkte und schnelle Anfahrtmöglichkeit.
Am GZ1 gings, da war der Kolonnenweg, der es aber auch in sich hatte.
Zum GSZ gab es 2-3 Hauptrouten, alles was dazwischen war, musste man zu Fuss erreichen und das glich dort oben Bergsteigen und auch Schlamm waden.
Der Boden war immer irgendwie nass, sehr lehmig/schlammig.
Eine schnelle Abrieglung am GSZ war garnicht möglich.

Der Stadtwald ist auch ziemlich gross und total unübersichtlich.
Wie im Bild von Kalubke gut zu sehen, der GZ1 wurde westlich drumherum gebaut, der GSZ östlich, dazwischen Wald und unzählige unübersichtliche Schluchten.
Eigentlich hätte man den Wald komplett platt machen müssen um dort halbwegs Durchblick zu haben, der Grund das dies nicht geschah, dürfte wohl darin liegen, dass es Jagdgebiet Generalität war und von Teilen der Partei und Staatsführung.
Für eine bessere Sicherung und das anlegen von Wegen gerade am GSZ, dürfte wohl auch das Geld gefehlt haben.
Im Zuge der Minenräumung gabs dort ja einige Erneuerungsmassnahmen aber schnelle Wege fehlten nach wie vor.
Was dann nach 1985 dort noch gebaut wurde weiss ich aber nicht.

Verloren ist der Tag, an dem man nicht gelacht hat.


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24.10.2015 15:21
avatar  totti
#10
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Stolperdrähte gab es schon, allerdings wenn die ausgelöst haben und es sich nichts finden ließ sind wir immer davon ausgegangen das es Wild war, genauso am GSZ. Wenn da nichts ausergewöhnliches vorgefunden wurde ( Spuren im Sand ) sind wir von Wild oder technischen Defekt ausgegangen.
Es verging ja im allgemeinen eine gewisse Zeit eh man am Auslösepunkt war. Gerade im Bereich " Dicke " wo alles Wald war und sehr unübersichtlich.
Hundetrasse kenne ich nur im Bereich Dicke. Später waren wohl noch Hunde in der "Aue". Interessant ist noch zu erwähnen, dass zwischen Dicke und Aue keine Posten waren und das bei einer Strecke von mehreren Kilometern.Dieses Gebiet wurde nur sporadisch kontrolliert.
Zumindest war es zu meiner Zeit so, möglich das es zu anderen Zeiten anders war.


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22.11.2015 17:00
#11
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@Machrist,

der User @sülzy könnte dir darüber genau Auskunft geben.
Er hat mir dieses Ereignis damals über PN erzählt.
Er selbst ist beim illegalen Grenzübertritt im Bereich Ellricher Stadtwald verhaftet worden.
Leider ist der User @sülzy seit einem Jahr nicht mehr on gewesen.
Ich weiß nur das der geflüchtete der später zurückkehrte mit seiner damaligen Freundin im Bereich Stadtwald
in der Nähe der ehemaligen FüSt flüchtete. Von einer dritten Person ist mir nichts bekannt.
Genaueres könnte @sülzy Auskunft geben.

MFG Batrachos

Drosseln sind Vögel. Sie in Motorräder zu stecken ist Tierquälerei!!
Motorradfahren ist das schönste, was man angezogen machen kann.
45° ist das zu schräg-bist du zu schwach


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22.11.2015 17:35
avatar  totti
#12
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Hallo,
@sülzy ist wohl am 23.07.83 beim Versuch die Grenze zu überqueren festgenommen worden ( steht zumindest in seiner Vorstellung ).
Also erst ein Jahr später, da war ich schon weg, daher weiß ich nichts davon.
1982 waren es zwei Mann und eine Frau im Bereich " Dicke ". Schade das die zwei Grenzer wohl hier nicht angemeldet sind ( würde gerne mich mit Ihnen über alte Zeiten unterhalten ), da würde man sicher eine genauere Darstellung bekommen. Ich selber weiß es nicht mehr so genau, habe leider schon einiges vergessen, leider.

Gruss


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22.11.2015 18:14
avatar  ( gelöscht )
#13
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( gelöscht )

der zweimal abgehauen ist War früher uffz
in ellrich der andere grenz Helfer. beide
arbeiteten in der eisengiesserei Busse nahe der füst ellrich
sülzy


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22.11.2015 20:05 (zuletzt bearbeitet: 22.11.2015 20:05)
avatar  totti
#14
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Zitat von sülzy im Beitrag #13
der zweimal abgehauen ist War früher uffz
in ellrich der andere grenz Helfer. beide
arbeiteten in der eisengiesserei Busse nahe der füst ellrich
sülzy


Interessant,dann hatten sie ja genug Kenntnisse und wussten wie sie es machen müssen.
totti


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22.11.2015 21:27
#15
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Na ich wäre aber nicht dort an der Füst geflüchtet, dann eher im Bereich Rotheshütte/Sülzhayn durch die Wälder wo keine Wege sind.
Bis da ein Posten oder eine Abriegelung da gewesen wäre, hätte man vielleicht den GZ1 bereits überwunden.

Totti, wo genau war "Dicke" und "Aue"?
Das geht aus der Karte von Kalubke leider nicht hervor.
Mich interessiert das halt, weil Du sagtest dort waren Hunde.
Ich bin ja immernoch irgendwie auf der Suche der Standorte der Hunde dort oben im Wald, um mal meinen täglichen Dienstweg nachvollziehn zu können.
Es waren mehrere und die wechselten auch, dazu die vielen Wege, darum ist es heute auch vor Ort kaum nachvollziehbar, neue Wege durch den Forst kamen auch noch hinzu.

Verloren ist der Tag, an dem man nicht gelacht hat.


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