ZERV, der Zentralen Ermittlungsstelle für Regierungs- und Vereinigungskriminalität

06.10.2015 20:16
#1
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Veröffentlicht am 22.09.2015


Rund 700 Ermittler der ZERV, der Zentralen Ermittlungsstelle für Regierungs- und Vereinigungskriminalität, kämpften knapp zehn Jahre lang gegen die Zeit und die Verjährung der SED-Verbrechen. Was bis zum Jahr 2000 nicht aufgeklärt werden konnte, das würde nie mehr aufgeklärt. Kaum ein Verbrechen, das die Ermittler der ZERV aufzuklären hatten, entsprach dem, was sie bislang kannten: Tote an der innerdeutschen Grenze, Auftragsmorde, Währungsbetrug, Treuhandkorruption, verschwundene Milliarden. Dazu ein komplex getarnter Waffenhandel und Devisenverbrechen aller Art. Die Ermittler kamen fast ausschließlich aus dem Westen, hatten bisher wenig mit dem Osten zu tun. Voller Tatendrang reisten die ersten Westkommissare in Berlin an. Die erste Euphorie wich schnell einer kühlen Ernüchterung.

Es gelang den Kommissaren, einige Seilschaften in der Immobilien- und Treuhandszene zu enttarnen. Doch in vielen anderen Verbrechensfeldern kamen sie zu spät. Nicht zuletzt, weil zuständige Staatsanwaltschaften den Elan der Ermittler nicht teilten oder von oben ausgebremst wurden. Die Ermittlungen gegen Schalck-Golodkowski wurden eingestellt, die Embargobrüche westdeutscher Waffenlieferanten sollten nicht weiter untersucht werden und die Suche nach dem DDR-Vermögen wurde an eine Sondereinheit übergeben. Da war auch noch der BND, mit seinen ganz eigenen Interessen …

Über 20.000 Fälle haben die Ermittler bearbeitet. Die ermittelten Schadenssummen gingen in den mehrstelligen Milliardenbereich. Und doch hätten Sie noch mehr leisten können, mit etwas mehr politischer Unterstützung, sagen die Beteiligten heute.









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07.10.2015 00:37
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#2
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Und wenn wichtige Unternehmen/-er oder Politiker aus dem Westen beteiligt waren, dann fallen die Delikte sowieso in die Kathegorie "es gibt Verbrechen, die dürfen nie aufgeklärt werden". Ein Beispiel ist das Kaliwerk Bischofferode, schaumal, ob die Doku noch in der MDR-Mediathek steht.


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07.10.2015 06:15
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#3
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Das war alles nur zur Sicherung der Arbeitsplätze (im Westen, und damit a priori gut!)


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07.10.2015 12:07
avatar  VNRut
#4
07.10.2015 17:02
avatar  Kalubke
#5
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Bei den Vermögensverschiebungen war die ZERV nicht sehr erfolgreich. Von den geschätzen 20 Mrd wurden nur ca. 2 Mrd aufgeklärt. Vermögensverschiebungen fanden auch in der SU vor ihrem Zusammenbruch statt und waren oft das Sartkapital der heutigen Oligarchen.

Der Rechnungshof des Finanzministers Romberg hatte 1990 die letzte Regierung der DDR über Kontenbewegungen vom PDS-Vorstand über die PDS-Landesvorstände sowie von ehemaligen SED-OEBs an verschiedenste Einrichtungen und Personen informiert (siehe Anhang). Interessant ist dabei auch, dass die PDS zuvor vom MfS/AfNS-Konto 8812-35-445007 (Sparkasse) sage und schreibe 460 Mio Mark erhalten hat.

Das Geld ging in Form von Beteiligungen und Darlehen an natürliche und juristische Personen innerhalb und außerhalb der DDR und an DDR-Firmen mit Beteiligung von Personen aus der BRD sowie auf Verwahrkonten von Bildungsträgern und Rechtsanwälten.

Da haben damals wohl einige wenige beim Abdanken noch mächtig in die volkseigene Kasse gegriffen. Ob die jemals an die gerechte Sache geglaubt haben?



Gruß Kalubke




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11.10.2015 08:29
avatar  Hanum83
#6
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Zitat von Kalubke im Beitrag #5
Bei den Vermögensverschiebungen war die ZERV nicht sehr erfolgreich. Von den geschätzen 20 Mrd wurden nur ca. 2 Mrd aufgeklärt. Vermögensverschiebungen fanden auch in der SU vor ihrem Zusammenbruch statt und waren oft das Sartkapital der heutigen Oligarchen.

Der Rechnungshof des Finanzministers Romberg hatte 1990 die letzte Regierung der DDR über Kontenbewegungen vom PDS-Vorstand über die PDS-Landesvorstände sowie von ehemaligen SED-OEBs an verschiedenste Einrichtungen und Personen informiert (siehe Anhang). Interessant ist dabei auch, dass die PDS zuvor vom MfS/AfNS-Konto 8812-35-445007 (Sparkasse) sage und schreibe 460 Mio Mark erhalten hat.

Das Geld ging in Form von Beteiligungen und Darlehen an natürliche und juristische Personen innerhalb und außerhalb der DDR und an DDR-Firmen mit Beteiligung von Personen aus der BRD sowie auf Verwahrkonten von Bildungsträgern und Rechtsanwälten.

Da haben damals wohl einige wenige beim Abdanken noch mächtig in die volkseigene Kasse gegriffen. Ob die jemals an die gerechte Sache geglaubt haben?



Gruß Kalubke











Interessant.
Vor allem wohl auch für all diejenigen die damals ohne großzügige Unterstützung des PDS-Vorstandes den Übergang in die Marktwirtschaft schaffen mussten.
Komisch, beim Betrachten solcher Schriftstücke bilden die Synapsen im Unterbewusstsein immer den Begriff "Verbrecherbande"


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11.10.2015 08:50
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#7
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Es war gut, dass es die ZERV gab. In den letzten Ost-Monaten gab es ja eine weit reichende Selbstbedienungsmentalität unter den alten Kadern. Das war kriminell und ZERV bei der Berliner Staatsanwaltschaft hat als einer der wenigen was dagegen gemacht. Vieles in der Verwaltung war ja im Umbruch und dadurch "gelähmt".


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11.10.2015 09:39
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#8
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Zitat von Hanum83 im Beitrag #6
Zitat von Kalubke im Beitrag #5
Bei den Vermögensverschiebungen war die ZERV nicht sehr erfolgreich. Von den geschätzen 20 Mrd wurden nur ca. 2 Mrd aufgeklärt. Vermögensverschiebungen fanden auch in der SU vor ihrem Zusammenbruch statt und waren oft das Sartkapital der heutigen Oligarchen.

Der Rechnungshof des Finanzministers Romberg hatte 1990 die letzte Regierung der DDR über Kontenbewegungen vom PDS-Vorstand über die PDS-Landesvorstände sowie von ehemaligen SED-OEBs an verschiedenste Einrichtungen und Personen informiert (siehe Anhang). Interessant ist dabei auch, dass die PDS zuvor vom MfS/AfNS-Konto 8812-35-445007 (Sparkasse) sage und schreibe 460 Mio Mark erhalten hat.

Das Geld ging in Form von Beteiligungen und Darlehen an natürliche und juristische Personen innerhalb und außerhalb der DDR und an DDR-Firmen mit Beteiligung von Personen aus der BRD sowie auf Verwahrkonten von Bildungsträgern und Rechtsanwälten.

Da haben damals wohl einige wenige beim Abdanken noch mächtig in die volkseigene Kasse gegriffen. Ob die jemals an die gerechte Sache geglaubt haben?



Gruß Kalubke











Interessant.
Vor allem wohl auch für all diejenigen die damals ohne großzügige Unterstützung des PDS-Vorstandes den Übergang in die Marktwirtschaft schaffen mussten.
Komisch, beim Betrachten solcher Schriftstücke bilden die Synapsen im Unterbewusstsein immer den Begriff "Verbrecherbande"


kein Begriff passt besser , als dieser. Ich habe sie immer eine kriminelle Vereinigung genannt, so wird eine Verbrecherbande im Behördendeutsch genannt..
Die Schulden durfte natürlich Gesamtdeutschland übernehmen In diesen hohen Geldsummen, die die SED und das MfS verschoben haben, sind sicher auch ihre Rentenguthaben gewesen. Aber heute fleißig über Strafrenten klagen, ich denke es ist alles OK, man sieht sich im Leben immer 2 x.


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11.10.2015 09:53
#9
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Zitat von Gert im Beitrag #8
Zitat von Hanum83 im Beitrag #6
Zitat von Kalubke im Beitrag #5
Bei den Vermögensverschiebungen war die ZERV nicht sehr erfolgreich. Von den geschätzen 20 Mrd wurden nur ca. 2 Mrd aufgeklärt. Vermögensverschiebungen fanden auch in der SU vor ihrem Zusammenbruch statt und waren oft das Sartkapital der heutigen Oligarchen.

Der Rechnungshof des Finanzministers Romberg hatte 1990 die letzte Regierung der DDR über Kontenbewegungen vom PDS-Vorstand über die PDS-Landesvorstände sowie von ehemaligen SED-OEBs an verschiedenste Einrichtungen und Personen informiert (siehe Anhang). Interessant ist dabei auch, dass die PDS zuvor vom MfS/AfNS-Konto 8812-35-445007 (Sparkasse) sage und schreibe 460 Mio Mark erhalten hat.

Das Geld ging in Form von Beteiligungen und Darlehen an natürliche und juristische Personen innerhalb und außerhalb der DDR und an DDR-Firmen mit Beteiligung von Personen aus der BRD sowie auf Verwahrkonten von Bildungsträgern und Rechtsanwälten.

Da haben damals wohl einige wenige beim Abdanken noch mächtig in die volkseigene Kasse gegriffen. Ob die jemals an die gerechte Sache geglaubt haben?



Gruß Kalubke











Interessant.
Vor allem wohl auch für all diejenigen die damals ohne großzügige Unterstützung des PDS-Vorstandes den Übergang in die Marktwirtschaft schaffen mussten.
Komisch, beim Betrachten solcher Schriftstücke bilden die Synapsen im Unterbewusstsein immer den Begriff "Verbrecherbande"


kein Begriff passt besser , als dieser. Ich habe sie immer eine kriminelle Vereinigung genannt, so wird eine Verbrecherbande im Behördendeutsch genannt..
Die Schulden durfte natürlich Gesamtdeutschland übernehmen In diesen hohen Geldsummen, die die SED und das MfS verschoben haben, sind sicher auch ihre Rentenguthaben gewesen. Aber heute fleißig über Strafrenten klagen, ich denke es ist alles OK, man sieht sich im Leben immer 2 x.



@Gert , wenn Dir ein paar Millionen fehlen kannst Du ja bei mir einen Kredit aufnehen



passport


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11.10.2015 10:08
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#10
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Zitat von passport im Beitrag #9



@Gert , wenn Dir ein paar Millionen fehlen kannst Du ja bei mir einen Kredit aufnehen



passport


das glaube ich dann mal nicht, denn dazu hättest du sicher ein paar Pickel mehr auf deinem Rangabzeichen haben müssen. ALso mach bitte nicht solche leeren Versprechungen.


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11.10.2015 10:31
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#11
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Mark oder DM wäre auch noch wichtig.


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11.10.2015 14:16
avatar  Hanum83
#12
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Die kleinen Lichter haben ja nichts bekommen außer den Tritt in den Allerwertesten.
Frag mich welcher verdiente Kampfgenosse wohl hinter dem Chemnitzer Angelsport-Bedarf steckte, der hat vor Freude sicherlich Petri Heil gerufen als der warme Regen auf dem Konto war


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11.10.2015 16:48
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#13
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kleiner Fehler ZERV heißt Zentrale Ermittlungsgruppe für Regierungs- und Vereinigungskriminalität nicht Ermittlungsstelle


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12.10.2015 23:01
avatar  Kalubke
#14
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Zitat von Harzwanderer im Beitrag #11
Mark oder DM wäre auch noch wichtig.


Um mal beim Beispiel des Karl-Marx-Städter Petri-Jüngers zu bleiben, selbst bei Abwertung 1:2 blieben ihm nach der Währungsunion immerhin noch 300.000 DM bzw. 150 Mille in EUR. Er bekam die Kohle auch wie man heute neudeutsch sagt in zwei "Tranchen". Der Begriff wurde wahrscheinlich aus der "Fleischerfachsprache" entlehnt (tranchieren=sich die Filetstücke rausschneiden). Vieleicht war den Verteilern vorab der geplante Abwertungskurs bekannt geworden und sie haben nochmal nachgelegt weil der erste Betrag sonst einfach zu popelig gewesen wäre. Dafür konnte er sich außer der Reihe schon ein paar Kisten Angelhaken extra kaufen. Wie gesagt, für manche war der Sprung ins angeblich kalte Wasser des Kapitalismus eher lauwarm, sagen wir mal, fast wie Thermalquelle. Jetzt wird mir auch klar, warum FJS und SED so gut mit einander konnten. Wie sagt man so schön, wirft man ein braunes und ein weißes Ei runter sind se beide gelb.

Gruß Kalubke


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