Bahnhofsmission Hirschberg(Thür)- wozu rund um die Uhr offen?

06.10.2015 07:29von ( gelöscht )
Frage
avatar
( gelöscht )
Bahnhofsmission Hirschberg(Thür)- wozu rund um die Uhr offen?

Hallo,

im Jahr 2012 wurde im Eisenbahnforum "Drehscheibe" eine interessante Diskussion zum "kleinen Grenzverkehr" zwischen der BRD und der DDR geführt:

In der Diskussion blieb eine Frage offen, vielleicht kann hier jemand weiterhelfen?

Es geht darum, warum es in Hirschberg/Saale (Krs. Schleiz) im Bahnhof eine Dienststelle des Roten Kreuzes (vmtl. also eine Art Bahnhofsmission) gab, die rund um die Uhr geöffnet hatte.
Dass dem so war, belegt folgender Ausschnitt aus einem Kursbuch der DR, der in der erwähnten Diskussion im Drehscheibe-Forum gezeigt wurde:

http://www.drehscheibe-online.de/foren/r...510#msg-5761510

Hirschberg selbst lag unmittelbar an der Grenze im Sperrgebiet.
Der Bahnhof Hirschberg war lediglich nach Norden nach Schönberg/Plauen angebunden, die Bedeutung dieser Bahn mit einigen wenigen Nahverkehrszügen am Tag war eher unbedeutend.
Einen Eisenbahngrenzübergang gab es in Hirschberg nicht.

Der Straßengrenzübergang "Hirschberg" lag einige km entfernt an der Autobahn.

Welche Zwecke erfüllte ausgerechnet in Hirschberg eine 24h geöffnete Bahnhofsmission?

Ich würde mich freuen, wenn jemand zur Aufklärung beitragen könnte!

Viele Grüße

Daniel

06.10.2015 08:11von eisenringtheo
Antwort

0

0

Betreuung bis zur Weiter- oder Rückreise von Personen, die an diesen Grenzbahnhöfen einen längeren Aufenthalt hatten, nachdem sie wegen Problemen mit den Reisedokumenten oder eines DDR Einreiseverbotes den Zug verlassen mussten. Wie stark das Ministerium für Staatssicherheit Einfluss auf das Deutsche Rote Kreuz der DDR und insbesondere das Bahnhofsmissionswesen genommen hat, wäre doch eine interessante Frage.
In der Tat hatte es in Hirschberg keinen Eisenbahngrenzübergang, aber eine Strassengüst. Möglicherweise war die Mission für Reisende in Bussen, die vorübergehend nicht weiterreisen durften??
Theo

06.10.2015 10:24von ( gelöscht )
Antwort

0

0

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #2

In der Tat hatte es in Hirschberg keinen Eisenbahngrenzübergang, aber eine Strassengüst. Möglicherweise war die Mission für Reisende in Bussen, die vorübergehend nicht weiterreisen durften??
Theo


Hallo Theo,

das könnte schon durchaus sein, der Gedanke kam mir auch schon.
Allerdings müsste man sich die Frage stellen, warum Busgruppen, die erstmal nicht einreisen durften (aber auch nicht in die BRD zurückgeschickt wurden), dann in einer zweckentfremdeten Bahnhofsmission einige km abseits des Grenzübergangs einquartiert wurden, und nicht am Straßengrenzübergang selbst. War dort Platznot?
Und mögen solche "gestrandeten" Busgruppen und Ähnliches wirklich so zahlreich gewesen sein, dass dies die Besetzung einer Bahnhofsmission 365 Tage im Jahr 24 Stunden rechtfertigte?

Daniel

avatar
( gelöscht )
06.10.2015 10:42von eisenringtheo
Antwort

0

0

Es ging wohl nicht um Busgruppen, sondern um einzelne Reisenden, deren Papiere nicht in Ordnung waren oder die ein Ein- und/oder Durchreiseverbot hatten.:Was die Transitbusse von der BRD nach Westberlin und umgekehrt angeht, gab es mehr planmässige Bus- als Bahnkurse. Der Preis war niedriger als bei der Bahn, die Reisedauer etwas höher, weil die Höchstgeschwindigkeit für Busse bei 80km/h (?) lag. Wie die PKE konkret bei Beanstandungen an der Sammelliste vorgegangen sind, welche ihnen der Reiseleiter an der Güst übergeben hat, weiss ich natürlich nicht. Ich halte es aber denkbar, dass die betreffenden Personen den Reisebus verlassen musste und der Bus ohne sie in den Transit gefahren ist.

06.10.2015 12:24von Lutze
Antwort

0

0

Vielleicht sollten die Bahnhofsmissionen in der DDR und das DRK der DDR getrennt
behandelt werden,das eine wurde kirchlich gesteuert und in den 50ziger Jahren
abgeschafft,wobei das DRK der DDR in dieser Zeit neu gegründet wurde und im
Bereich des Bevölkerungsschutzes des Ministerium des Innern unterstand
Lutze

Mit diesem Beitrag wurden folgende Inhalte verknüpft
06.10.2015 14:57von ( gelöscht )
Antwort

0

0

Zitat von Lutze im Beitrag #5
Vielleicht sollten die Bahnhofsmissionen in der DDR und das DRK der DDR getrennt
behandelt werden,das eine wurde kirchlich gesteuert und in den 50ziger Jahren
abgeschafft,wobei das DRK der DDR in dieser Zeit neu gegründet wurde und im
Bereich des Bevölkerungsschutzes des Ministerium des Innern unterstand
Lutze


Auf einzelnen Bahnhöfen (z.B. Bln-Ostbahnhof) gab es bis 1990 Bahnhofsmissionen. Andererseits muß man der bahn das Recht zubilligen, selbst zu entscheiden, welcher Wohfahrtsorganisation sie Räume zur Verfügung stellt. Die "Tochtergesellschaften" der Kirchen haben kein Vorrecht, bestimmte Teile des "Wohlfahrtsmarktes" als Monopol zu besetzen. Persönlich habe ich mit der Bahnhofsmission in der DDR schlechte Erfahrung gemacht. Eine Mutter mit zwei Kindern wurde dort nicht aufgenommen, die Bahnhofsmission besorgte auch keine Unterkunft, so, daß ich zusammen mit einem Kollegen sämtliche geeigente Einrichtungen abtelefoniert habe, bis ein Zimmer gefunden war.

avatar
( gelöscht )
06.10.2015 16:30von Lutze
Antwort

0

0

Die Bahnhofsmission am Berliner Ostbahnhof war die einzige,
die es in der DDR gab,ihre Unterbringung befand sich gegenüber
auf einem Privatgelände,daher war es schwierig diesen
christlichen Dienst zu verbieten
Lutze

Bereits Mitglied?
Jetzt anmelden!
Mitglied werden?
Jetzt registrieren!