5.11.89: Die UdSSR bestätigt indirekt eine mögliche Wiedervereinigung der Deutschen

06.09.2009 17:58
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05. November 1989
Absage an die Einmischung
Der Kreml stellt seine ideologischen Interessen in Osteuropa weitgehend zur Disposition
Quelle: SZ 6.11.89
SZ 6.11.89
Absage an die Einmischung
Der Kreml stellt seine ideologischen Interessen in Osteuropa weitgehend zur Disposition
Von Bernhard Küppers Moskau. 5. November –

Auszüge: ….. Auf westliche Fragen, ob Ungarn aus dem Warschauer Pakt austreten könne und ob eine Wiedervereinigung der Deutschen möglich sei, antwortet der sowjetische Sprecher Nikolaj Schischlin von der Internationalen ZK-Abteilung der KPdSU locker im Stil von Radio Eriwan: Im Prinzip: ja .
Nicolae Ceausescu bekam im August nicht einmal Unterstützung aus der DDR und CSSR für seine Forderung nach einem Eingreifen gegen eine Regierungsübernahme durch den Nichtkommunisten Tadeusz Mazowiecki in Polen.

Noch war die Woche nicht vergangen, in der Egon Krenz von seinem Gespräch mit Michail Gorbatschow In Moskau "volle Einmütigkeit" berichtet hatte, da zeigte das sowjetische Fernsehen schon Bilder, die davon zeugten, daß in der DDR selbst solche Einmütigkeit nach der "Wende" nicht eingekehrt ist. Die Kamera lenkte den Blick von der bisher größten Massendemonstration in Ostberlin einmal auf ein Gorbatschow-Porträt und dann wieder auf Sprüche gegen Krenz".

"Ideologische" Interessen aber werden von Moskau weitgehend zur Disposition gestellt. Wenn in osteuropäischen Ländern "alternative Kräfte" auf den Plan träten so geschehe dies, "weil das Volk dies wir, erklärte Außenminister Eduard Schewardnadse. Jedem Land gebühre aber das Recht auf die "absolute Freiheit der Wahl".
KGB Chef Krjutschkow bestätigte in seiner Festrede die Mutmaßung, daß sich die derzeitige Moskauer Führung bei der .Entideologisierung" ihrer Außenpolitik vornehmlich von dem Ziel einer Eingliederung in die Weltwirtschaft leiten läßt." In der Welt von heute könnten "geschlossene Gesellschaften" nicht bestehen.“


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