Einsatzgrundsätze der Fallschirmjäger

  • Seite 2 von 6
27.09.2015 14:58
#16
avatar

Ich antworte nur mal kurz, hab gleich Kaffeegäste.

Du liegst falsch.

Kleine Gruppen werden in der Nacht abgesetzt und meistens mit Gleitfallschirmen. Die siehst Du gar nicht. Erkläre ich alles wenn Interesse besteht.

Größere Luftlandungen werden in Geländen durchgeführt, die bereits vorher von solchen kleineren Gruppen aufgeklärt und feindfrei sind. Das ist der Vorteil der springenden Zunft in einem asymetrischen Krieg. Allerdings wurde das auch schon im II. WK und den nachfolgenden, lokal begrenzten Kriegen so gemacht. Auch dazu kann ich einiges schreiben, wenn Bedarf besteht.

Gruß


 Antworten

 Beitrag melden
27.09.2015 15:14
avatar  ( gelöscht )
#17
avatar
( gelöscht )

Zitat von Beethoven im Beitrag #14
Lieber Utkieker,

aus meiner bescheidenen, militärischen Sicht, wird in der heutigen Zeit der bewaffneten Auseinandersetzungen, der Teil der hoch spezialisierten Soldaten auf infanteristischem Gebiet eher stärker als schwächer.

Du weist sicherlich, "... nur dort wo der Infanterist (Fallschirmjäger, Grenadier, Jäger) seinen Fuss hinstellt, ist das Land auch erobert."

Gerade in asymetrischen Kriegen, wie sie heute geführt werden, ohne feste Fronten, ohne sicheres Hinterland, ohne permanenten und geordneten Nachschub, mit sehr hoher Dynamik und ungeheurer Feuerkraft schon im kleinsten militärischen Team, wird die Wichtigkeit von Infanteristen aller Coleur eher steigen als sinken. Natürlich wird in einer modernen Armee dieser Infanterist von modernsten Aufklärungsmittel (Satelliten, Drohnen, elektronische Gefechtsfeldüberwachung), schweren Waffen mit ungeheurer Feuerkraft ( Panzer, Fliescher, Raketen, Artillerie) unterstütz werden aber auch um Strecken sicher und schnell überwinden zu können - nennt man Manöver - (moderne SPz., Hubschrauber) nutzen.

In diesem Sinne


Du hast nicht ganz Unrecht @Beethoven, mal abgesehen davon, daß heute das Finanzkapital die neue "Infanterie" darstellt, geht es heute weniger um Landnahme sondern um Machtnahme. Früher wurden Hochzeiten durch den Hochadel arrangiert, heute geht es mit Mitteln von Korruption und wirtschaftlicher Erpressung. Das Bedrohungspotential imperialer Mächte wird natürlich aufrecht erhalten. Und dennoch hat sich ja auch militärisch einiges geändert. Luftlandeeinheiten werden heute weniger per Fallschirm abgesetzt sondern mit Hubschraubern, was erhebliche Vorteile hat. Früher wurden Fallschirmspringer meistens nachts über die feindlichen Linien abgesetzt und jeder Springer musste sich als Einzelkämpfer durchschlagen. Mit Hubschraubern kann man das Radar "unterfliegen", es geht zu jeder Tageszeit und Teile der Verbände bleiben in sich geschlossen.

Gruß Hartmut!


 Antworten

 Beitrag melden
27.09.2015 15:25
avatar  Lutze
#18
avatar

Muß man sich das so in etwa wie im Rambo II-Film vorstellen?
Lutze

wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren


 Antworten

 Beitrag melden
27.09.2015 15:28
avatar  Pit 59
#19
avatar

Zitat von Lutze im Beitrag #18
Muß man sich das so in etwa wie im Rambo II-Film vorstellen?
Lutze



Klar,nur das Blaue Licht aus Rambo 3 muss noch mit


 Antworten

 Beitrag melden
27.09.2015 15:31 (zuletzt bearbeitet: 27.09.2015 15:33)
avatar  ( gelöscht )
#20
avatar
( gelöscht )

Am allerbesten ist wohl man hält sich an die Taktik von General Brecht, also die, bei Krieg gar nicht erst hin zu gehen, oder halt zu fliegen.
Da dies nicht immer geht, mal abgesehen von den ollen Fallschirmjägern der DDR und denen der Neuzeit, ihr scheint Ahnung von den modernen militärischen Dingen zu haben.
Die US-Boys sehen mit ihren Helmkameras immer aus wie Cyber-Krieger, wozu sind denn diese Dinger da, werden die damit von Vorgesetzten an Bildschirmen geleitet?


 Antworten

 Beitrag melden
27.09.2015 17:53
#21
avatar

Im heutigen Kriegen, eben jenen asymetrischen Kriegen, mit keiner geschlossenen Front also riesengroßen Lücken, offenen Flanken, hoher Dynamik (schnelle Manöver), hochmoderne Armeen gegen Armeen oder Kämpfern, die nicht annähernd die Ausbildung und Ausrüstung, jedoch hohe Moral haben, ist der Einsatz von Hubschraubern zur schnellen Verlegung von Truppen von A nach B ein sehr probates Mittel. Vorreiter dieser Taktik, der luftbeweglichen Truppen war die US-Armee im Vietnamkrieg (Luftkavalerie), dem ersten asymetrischen größeren Ausmaßes.

Zur Zeit der sich gegenüberstehenden Blöcke war eine Anlandung mittels Hubschrauber ins das Rückwärtige Gebiet des Gegners (rGG) eine hochkomplexe und schwierige Handlung. Man musste Überflugkorridore von mindestens 5 - 10 km Breite schaffen, in welcher sich die Angriffsgruppierung dann bewegte. Das setzte voraus, dass fast alle Fla-Mittel des Gegners für die Zeit des Überfluges nieder gehalten werden müssen. Ein Aufwand, den man kaum betreiben kann ohne Einsatz der gesamten Armeefliegerkräfte (Heeresfliegerkräfte) und der Mittel des Funk-elektronischen Kampfes (der elektronischen Kriegsführung) der Armee, in dessen Interesse diese Luftlandung durchgeführt werden soll.

Wenn diese bewaffnete Auseinandersetzung in einem industrialisiertem Land geschieht, welche eine moderne Armee besitzt (z.B. Irak) ist das auch heute noch eine logistische und militärische Herausforderung.
Da ist ein hohes Einfliegen, so wie im Irak geschehen, mit einer ganzen US-Luftlandedivision und niedrigem Absprung schneller und leichter zu bewerkstelligen.

Gruß


 Antworten

 Beitrag melden
24.09.2020 10:16 (zuletzt bearbeitet: 24.09.2020 10:18)
#22
avatar

Lange her das Thema.

Der Soldat unterm Fallschirm hat heute mehr denn je seine Daseinsberechtigung.

Tiefe Schläge auf das Gebiet des Gegners, wo ansonsten im frontnahen Bereich der asymmetrische Krieg geführt wird, um wichtige politische, militärische oder wirtschaftliche Schlüsselgelände / Schlüsselobjekte (wir nannten es damals "Faustpfandobjekte oder -Gelände") zu besetzen oder zu zerstören, sind heute genauso wichtig wie vor 80 Jahren.
Wir erinnern uns an den Einsatz der 101. Luftlandedivision im Jahre 2002 in Afghanistan zur Ergreifung von Bin Laden. Abgesetzt wurde bei Nacht.
So geschieht es auch hauptsächlich beim Einsatz von Spezialtruppen die im kleinerenTeam handeln. Bei Nacht, aus großer Höhe, mit einem Gleitschirm, der da bei 0 m Wind bis zur 14-fachen Entfernung der Absprunghöhe zurück legen kann, wenn kurz nach dem Absetzen der Gleiter geöffnet wird.
Im freien oder stabilisierten Fall kann man auch sehr fein in das rückwärtige Gebiet des Gegners (rGG) eindringen und dann mit den speziellen Handlungen beginnen. Dabei geht es aber mit Sicherheit nicht darum, die Tochter des Revierförsters zu entführen.

Zu Zeiten der sich gegenüber stehenden Militärischen Blöcke, in den späten 80-er Jahren, war es schlechterdings kaum möglich, dass sich eine kleiner Gruppe längere Zeit, unentdeckt im rGG aufhalten konnte. Bis zu einer Tiefe von ca. 80 bis 100 km, war die Dichte der feindlichen Truppen so groß, dass theoretisch hinter jeden Busch, an jeder Kreuzung der Gegner stand. Also wurde dicht am Objekt abgesetzt und man ging sofort zu den aktiven Handlungen (z.B. Überfall auf ein Kernminenlager) über.

Größere Einheiten / Truppenteile / Verbände konnten kurzzeitig und das können sie auch heute noch, das Überraschungsmoment nutzend, militärische Überlegenheit schaffen um in dieser Zeit die eigentlichen Handlungen durchführen. Danach mussten Sie zurück geführt werden (z.B. durch ausfliegen), es kam Entsatz oder die Truppe ging zur Rundumverteidigung über. Das war der Hauptgrund, warum Mitte der 80-er Jahre, dass FJB-40 zum LStR-40 umstrukturiert wurde.

Erst außerhalb der militärischen Dichte oder in den Zwischenräumen der handelnden gegnerischen Truppen, waren Handlungen von kleinen Gruppen möglich. Heute, wo es keine geschlossenen Fronten mehr gibt, ist das eher möglich weil die Räume nicht flächendeckend überwacht werden (können), wenn man gegen eindeutig unterlegenen Gegner kämpft, der bei weitem nicht das Know How besitzt, wie man es selber zu Anwendung bringen kann.
Deshalb kann ich auch nur vor einem Krieg mit Russland warnen. Denn die würden den SEAL´s, dem SAS, dem KSK oder anderen Spezialeinheiten das Leben sehr schwer machen. Nicht wie man es in heutigen Filmen so sehen kann, wo so ein Team den Drogenbaron ausschaltet, oder in den Bergen von Afghanistan den Ortsführer beseitigt.

"Rein, zuschlagen, raus" ist die Devise. Ist man erstmal entdeckt, sieht es böse aus. Aber bis dahin muss man die eigentliche Aufgabe eben erfüllt haben. Jeder Soldat einer solchen Spezialeinheit, ist nur für einen Einsatz vorgesehen. Das war selbst bei uns so.

Gruß

Ich hänge mal eine Karte an die ich vor ein paar Jahren zeichnete, an welcher man erkennt, am Beispiel eines Armeekorps der Bundeswehr, wie dicht, der Aufbau der Gefechtsordnung war. Sich darin, unentdeckt zu bewegen war fast unmöglich. Heute sieht das anders aus.

Bildanhänge

 Antworten

 Beitrag melden
24.09.2020 17:09 (zuletzt bearbeitet: 24.09.2020 17:31)
avatar  marc
#23
avatar

@Beethoven

erst dachte ich die orange Fläche auf der Skizze wäre ein besonderer taktischer Raum.😄

Wie wären denn die Fallis auf den Flughafen Tempelhof gekommen, mit Hubis wäre das aufgrund der alliierten Luftüberwachung dann doch nicht gerade überraschend und schnell sehr verlustreich gewesen.

Transport per konspirativem Bahn- und/oder LKW-Transport direkt an das Flugfeld wäre das evtl. eine Variante gewesen?

Eine Fallschirmlandeoperation, zu mal sehr wetterabhängig, kommt in einer Stadt wohl nicht infrage, oder?


 Antworten

 Beitrag melden
24.09.2020 19:20
#24
avatar

Was früher Aufgabe der Fallis war, wird heute zum Teil mit Hilfe von Drohnen erledigt. Beispiele gibt es in der Gegenwart ausreichend. Mit Waffen und Bomben bestückt, haben sie eine gewaltige Feuerkraft und Reichweite.
Die Kampfhandlungen finden dann am Schreibtisch statt. Natürlich sind die Fallis nicht völlig überflüssig geworden, aber sie werden öffters durch Drohnen ersetzt.

Beispiele: https://www.deutschlandfunkkultur.de/dro...ticle_id=376686

Lebenskunst ist - "Im Alltäglichen das Wunderbare zu sehen"


 Antworten

 Beitrag melden
25.09.2020 09:41 (zuletzt bearbeitet: 25.09.2020 09:43)
#25
avatar

Über die Aufgaben der Luftsturm- und Fallschirmjägereinheiten der NVA wurde und wird ja viel spekuliert.

Es ist z.B. gar nicht möglich, dass eine Luftsturmkompanie den Flughafen Tempelhof hätte einnehmen können. Dazu wären die Kräfte nicht ausreichend. Die Anlandung per Hubschrauber (aber auch per Fallschirm) ist ja nun gerade auf einem Flugplatz verhältnismäßig einfach. Platz ist da. Das THG - 34 hätte z.B. sehr tief, über die Dächer anfliegen können und die Jäger aus 2 - 4 Meter absetzen können und zwar punktgenau dort, wo die Jäger hätten handeln sollen. Nämlich an neuralgischen Punkten des Flughafens. Vorausgehend ein Angriff mit Jagdbomberkräften und unter ständiger Unterstützung von Artillerie und in Erwartung von Entsatz durch Panzer- und Infanterieeinheiten. Na ja, ich hätte dieses Abschlachten nicht sehen wollen.

Wie bekannt, wäre das LStR in zwei LSt-Bataillone aufgeteilt worden. Und zwar auf jedes, durch die NVA zu bildendes, Armeekorps, die ja zu einer Front gehört hätten. Durch die Front hätte es dann die Aufgaben und vor allem die logistische Sicherstellung gegeben.

Es gab auch schon damals Drohnen, die allerdings mit den Heutigen nicht vergleichbar waren.
Und länger andauernde Handlungen, gerade im bebauten Gebiet, mit besetzen von Räumen und Objekten im rückwärtigen Gebiet des Gegners sind eben durch Drohnen nicht zu erfüllen.

Gruß


 Antworten

 Beitrag melden
25.09.2020 11:19 (zuletzt bearbeitet: 25.09.2020 15:53)
avatar  GZB1
#26
avatar

Gerade Transport-Hubschrauber in Standschwebe sind besonders leicht angreifbar und zu treffen. Da sind mit einem Hubi gleich mind. 20 Mann mit weg.

Ich vermute mal, dass als erstes die Radar- und Kommunikationsanlagen dort lahmgelegt werden sollten. Gerade bei letzteren wäre es sicher schwer gewesen, der Flughafen-Tempelhof hat ja einen der größten Gebäudekomplexe Europas und hat sehr viele Katakomben noch aus dem 2.WK.
Eine Räumung des Komplexes hätte bestimmt einige Tage gedauert.

Entsatz für die Fallis sollte ja wohl auch von Teilen des GR-33 kommen, welches nur wenige km entfernt hinter der Mauer in Treptow stationiert war. Allerdings waren direkt neben dem Flughafen, in der Friesenstr., auch Einheiten der WB-Bereitschaftspolizei untergebracht, zusätzlich zu den US-Sicherungseinheiten des Flughafens.


 Antworten

 Beitrag melden
25.09.2020 11:21
avatar  Larissa
#27
avatar

Hallo @Beethoven - gut von Dir zu lesen!
Schoene Fotos. Loeste eben bei mir Herzklopfen aus... Fallschirmspringen und Hubschrauber...
Gruss, Larissa

Russland ist ein Rätsel in einem Geheimnis, umgeben von einem Mysterium. Sir Winston Churchill

Das Rätsel ist einfach zu lösen, durch einfache Menschen in Russland.
Die Nebel des Mysteriums lüften sich in den Weiten des Landes.
Geheimniss umwittert bleibt eine Sache, die zu Russland gehört. Marleen Powell

 Antworten

 Beitrag melden
25.09.2020 12:01
avatar  R-363
#28
avatar

Bei einer beabsichtigten Einnahme Westberlins hätten die Fallschirmjäger ja nun auch nicht alleine gehandelt. Dazu wäre die „Besondere Gruppierung“ gebildet worden, die dann „auf dem Landwege“ vorgestoßen wäre. Hatten wir schon mal im Thread Wäre West-Berlin schnell eingenommen worden? behandelt, auch, mit welchem Kräfteansatz aus LaSK, GT (GKdo Mitte), Bereitschaftspolizei, Kampfgruppenbataillonen und nicht zuletzt sowjetischen Truppenteilen man sich das so vorstellte.

Soldat vom 01.11.1971 bis 30.06.2006 StOFä (NVA) a.D.; StFw a.D.

 Antworten

 Beitrag melden
25.09.2020 13:09 (zuletzt bearbeitet: 25.09.2020 13:09)
avatar  marc
#29
avatar

Das bestimmt, da es hier im Thema aber um die Fallis ging wären ihre Handlungen am konkreten Beispiel auch mal interessant gewesen. Die Geheimhaltungsfristen sind ja mittlerweile wohl um.


 Antworten

 Beitrag melden
31.10.2020 07:28
#30
avatar

Hi Larissa, ich hoffe, dass es Dir gut geht.
Vor allem wünsche ich Euch, dass Ihr einen ordentlichen Präsidenten bekommt.
Euer Wahlsystem ist aber auch dermaßen antiquiert, dass man da gar nicht so sicher sein kann (leider).

Zum Thema.

Die eine Kompanie der Fallschirmjäger hätte auf dem Flugplatz auch nur ein oder zwei Objekte besetzen können. Gerade im Kampf in Gebäuden (auch unterirdisch) waren die Jungs gut ausgebildet. So was könnte ich mir gut vorstellen. Aber Genaues weiß ich auch nicht.

Ich schrieb zu verschiedenen Möglichkeiten (ohne dabei Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben) einige Artikel, die man im Net finden und lesen kann.

Gruß


 Antworten

 Beitrag melden
Bereits Mitglied?
Jetzt anmelden!
Mitglied werden?
Jetzt registrieren!