Die Donau als Grenze bei Bratislava

  • Seite 1 von 9
15.09.2015 20:00
avatar  ( gelöscht )
#1
avatar
( gelöscht )

Das "H. Tautz"- Thema brachte mich wieder mal drauf:
Bei Bratislava bildet ja die Donau so auf ca. 7,5 km die Grenze zu Österreich..
Ist jemandem etwas bekannt, dass dort erfolgreiche Fluchten stattgefunden haben ?
Eben einfach durch die Donau schwimmen ?
(OK- bei ca. 300 m Breite und der Strömung sicher nicht ganz einfach...)
Wie war das linke Ufer gesichert ?
Vielleicht kommt ja sogar Bodo "Bobchen" Ro...e aus Osterwieck hier mal als Gast vorbei ...

Danke schonmal...

Siggi


 Antworten

 Beitrag melden
15.09.2015 20:20 (zuletzt bearbeitet: 15.09.2015 20:40)
avatar  GZB1
#2
avatar

Wimre stand am Ufer auf CSSR-Seite ein Zaun, den man beim vorbeifahren aus dem PKW sehen konnte. Zumindest in den 70ern.


 Antworten

 Beitrag melden
15.09.2015 20:27
avatar  ( gelöscht )
#3
avatar
( gelöscht )

Kannst ja mal bei Kieling nachlesen . Der ist beim Durchschwimmen der Donau angeschossen worden !

Klingt natürlich nicht so gut für DDR Flucht ,deswegen hat er dann später die Flucht nachgestellt ! Dies mal mit Durchschwimmen der Elbe !



http://www.focus.de/politik/deutschland/...aid_449459.html


 Antworten

 Beitrag melden
16.09.2015 20:57
avatar  ( gelöscht )
#4
avatar
( gelöscht )

Danke erstmal- na ja, zumindest schien es ja nicht ganz problemlos gewesen zu sein (aber sonst hätten ja wahrscheinlich auch die BSG-Sektionen Schwimmsport den größten Zulauf gehabt...)
Siggi


 Antworten

 Beitrag melden
17.09.2015 09:13 (zuletzt bearbeitet: 17.09.2015 09:18)
avatar  Kalubke
#5
avatar

Vom Zug aus konnte man damals die CSSR-Grenzanlagen nördlich von Bratislava auch sehen. Ca. 10 km bevor die Grenze auf die Donau trifft, etwa in Höhe Stupava näherte sich die Bahnlinie bis auf 200 - 300 m der Grenze und verlief dann ca. 6 km bis Devinska Nova Wes parallel zu ihr. Es gab Wachtürme, einen Kontrollstreifen und einen ca. 3 m hohen Stacheldrahtzaun mit Holzpfosten und oben ca. 1 m lange quer liegende Latten, an denen auch Stacheldraht befestigt war.

Dieser Grenzabschnitt war ein Fluchtschwerpunkt (siehe MfS-Karte)!

Gruß Kalubke




 Antworten

 Beitrag melden
17.09.2015 09:21
avatar  seaman
#6
avatar

Zitat von Kalubke im Beitrag #5
Vom Zug aus konnte man damals die CSSR-Grenzanlagen nördlich von Bratislava auch sehen. Ca. 10 km bevor die Grenze auf die Donau trifft, etwa in Höhe Stupava näherte sich die Bahnlinie bis auf 200 - 300 m der Grenze und verlief dann ca. 6 km bis Devinska Nova Wes parallel zu ihr. Es gab Wachtürme, einen Kontrollstreifen und einen ca. 3 m hohen Stacheldrahtzaun mit Holzpfosten und oben ca. 1 m lange quer liegende Latten, an denen auch Stacheldraht befestigt war.

Dieser Grenzabschnitt war ein Fluchtschwerpunkt (siehe MfS-Karte)!

Gruß Kalubke








Hast Du eine ähnliche Karte(MfS) auch zur ungarisch-österreichischen Grenze?

seaman


 Antworten

 Beitrag melden
17.09.2015 09:46 (zuletzt bearbeitet: 17.09.2015 09:48)
avatar  Kalubke
#7
avatar

Ja habe ich.
Quelle: Monika Tantzscher: Die verlängerte Mauer. Die Zusammenarbeit der Sicherheitsdienste der Warschauer-Pakt-Staaten bei der Verhinderung von "Republikflucht" (Reihe B: Analysen und Berichte Nr. 1/1998). Hg. BStU. Berlin 1998.

Gruß Kalubke








 Antworten

 Beitrag melden
17.09.2015 09:50
avatar  seaman
#8
avatar

Danke!
Mich interessieren speziell Fluchten über den Neusiedler See...

seaman


 Antworten

 Beitrag melden
17.09.2015 09:56
avatar  Kalubke
#9
avatar

Wie ich mal hörte, gab es am Neusiedler See auch auf der ungarischen Seite Badebetrieb, woraus sich Fluchtgelegenheiten ergeben haben (z.B. mit Luftmatrazen).

Gruß Kalubke


 Antworten

 Beitrag melden
17.09.2015 09:59
avatar  seaman
#10
avatar

Zitat von Kalubke im Beitrag #9
Wie ich mal hörte, gab es am Neusiedler See auch auf der ungarischen Seite Badebetrieb, woraus sich Fluchtgelegenheiten ergeben haben (z.B. mit Luftmatrazen).

Gruß Kalubke


Mir ging es hier eher um Schleusungen...von Ungarn nach Austria.

seaman


 Antworten

 Beitrag melden
17.09.2015 10:16 (zuletzt bearbeitet: 17.09.2015 10:22)
avatar  Kalubke
#11
avatar

In Anatomie der Staatssicherheit Band HA VIII findet sich dazu folgendes:

Das IM-Ehepaar »Bernd Sturm« und »Rita Brandt« aus Bremen:

Der inoffizielle Mitarbeiter »Bernd Sturm« aus Karl-Marx-Stadt verpflichtete sich 1980 zur inoffiziellen Zusammenarbeit mit der HA VIII. 1982 begannen MfS-Offiziere mit der Vorbereitung seiner Übersiedlung. Seine langjährige Freundin wurde gleichfalls zur Zusammenarbeit verpflichtet. Planmäßig zog das IM-Ehepaar nach der Eheschließung von Karl-Marx-Stadt nach Ost-Berlin, wo »Rita Brand« im VEB Rationalisierung Konfektion Berlin eine Stelle erhielt; »Bernd Sturm« arbeitete als Ingenieur im Patentamt in Ost-Berlin. 1986 siedelten sie als »Kundschafter« in den Westen über. Die Aktion unter dem Tarnnamen »Balaton« zählte zu den aufwendigsten, die in den MfS-Akten der HA VIII dokumentiert sind. Nachdem mehrere Ausreisevarianten besprochen und zwischen 1982 und 1985 getestet wurden, sollten die beiden IM »Bernd Sturm« und »Rita Brandt« eine Flucht an der ungarischen Grenze über Österreich in die Bundesrepublik vortäuschen. An der Organisation der »Flucht« waren mehrere MfS-Diensteinheiten beteiligt. Die HA VI des MfS stellte Beschreibungen, Fotos und Skizzen aller »Handlungsorte in den genannten Grenzabschnitten der Republik Österreich und in der Ungarischen Republik sowie alle infrage kommenden Verkehrsverbindungen und Wege« zusammen. Die Zentrale Koordinierungsgruppe für Flucht und Übersiedlung (ZKG des MfS) beschaffte »Beweise und überprüfbare Fakten« für spätere Befragungen der »DDR-Flüchtlinge« durch bundesdeutsche Behörden.

MfS-Offiziere der HA VIII erstellten den Fluchtplan und erfanden eine »nachprüfbare« Fluchtgeschichte. Während eines Ungarnurlaubs im Sommer 1986 fuhr das IM-Ehepaar getarnt als West-Berliner mit dem »Orientexpress« von Budapest nach Wien. Von Wien aus gelangten sie mit einem Bus ins Grenzgebiet. Laut Fluchtplan sollte der »Grenzdurchbruch« im Burgenland am Neusiedler See erfolgen. Gegen Mitternacht erreichten sie die »geplante Übertrittsstelle«. Hier »versteckten« sie sich im fünf Kilometer breiten Schilfgürtel, neben Seeadlern und Wasserbüffeln, um »entsprechend die Kleidung nass zu machen und ihren Ausweis zu vernichten «. Dann begaben sie sich in den frühen Morgenstunden nach Wien und meldeten sich bei der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland. Als sie Tage später im Aufnahmelager Gießen eintrafen und dort abermals ihre »Fluchtgeschichte« erzählten, war das MfS zufrieden.

In einem Vermerk von Hauptmann Bialek heißt es:

»Es trat also kein Verdacht auf, wie bei anderen Bürgern, die dann über Drittländer von der Botschaft sich dann in irgendein Entwicklungsland oder sonstwie einer bundesdeutschen Botschaft stellen. Die werden oft geargwöhnt, dass sie geschleust wurden. Hier trat ein entsprechender Verdacht nicht auf, sodass also die Wahl über diesen Weg eigentlich eine sehr gute Bestätigung für die verantwortungsvolle Arbeit der Genossen hier in der Zentrale gewesen ist.«


Es gab auch Rückführungen West->Ost durch das MfS in diesem Bereich, z.B. 1962 von Wien aus den ehem. Leiter der HV A/V/WAT Walter Thräne (in der DDR zum Tode verurteilt, Strafe später in 15 Jahre Haft umgewandelt).

Gruß Kalubke


 Antworten

 Beitrag melden
17.09.2015 10:22 (zuletzt bearbeitet: 17.09.2015 10:24)
avatar  seaman
#12
avatar

Ja Danke.
Diese Geschichte ist mir auch so bekannt.
Der Deckname"Sturm" war wohl beliebt.Den gab es häufiger.
.....................................................................................................................
Ebenfalls kenne ich eine Person die von der Militäraufklärung NVA schwimmend über den Neusiedler See in das OG geschickt wurde.

seaman


 Antworten

 Beitrag melden
17.09.2015 10:45
#13
avatar

Wie funktionierte die internationale Zusammenarbeit der östlichen Geheimdienste bei Schleusungen? Man musste ja unbedingt vermeiden, dass ungarische Grenzer einen DDR Agententen in pflichtgemässer Erfüllung ihrer Wachtätigkeit enttarnten?
Theo


 Antworten

 Beitrag melden
17.09.2015 11:10
avatar  seaman
#14
avatar

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #13
Wie funktionierte die internationale Zusammenarbeit der östlichen Geheimdienste bei Schleusungen? Man musste ja unbedingt vermeiden, dass ungarische Grenzer einen DDR Agententen in pflichtgemässer Erfüllung ihrer Wachtätigkeit enttarnten?
Theo


Ohne Details zu vermitteln gab es schon eine Zusammenarbeit zwischen den GD bzw.Grenzern z.b. Ungarn. Beim geplanten Grenzübertritt Neusiedler See begann es damit,dass man nicht im Grenzort Sopron in das Visier der ungarischen Abwehr geriet.Sopron galt damals als Agentendrehscheibe.
Beim eigentlichen Grenzübertritt konnte dafür gesorgt werden,dass Sicherungskräfte Grenze kurzfristig abgezogen wurden.

seaman


 Antworten

 Beitrag melden
17.09.2015 11:41
#15
avatar

Zitat von seaman im Beitrag #14
Zitat von eisenringtheo im Beitrag #13
Wie funktionierte die internationale Zusammenarbeit der östlichen Geheimdienste bei Schleusungen? Man musste ja unbedingt vermeiden, dass ungarische Grenzer einen DDR Agententen in pflichtgemässer Erfüllung ihrer Wachtätigkeit enttarnten?
Theo


Ohne Details zu vermitteln gab es schon eine Zusammenarbeit zwischen den GD bzw.Grenzern z.b. Ungarn. Beim geplanten Grenzübertritt Neusiedler See begann es damit,dass man nicht im Grenzort Sopron in das Visier der ungarischen Abwehr geriet.Sopron galt damals als Agentendrehscheibe.
Beim eigentlichen Grenzübertritt konnte dafür gesorgt werden,dass Sicherungskräfte Grenze kurzfristig abgezogen wurden.

seaman

(...)


Zwischen den den beiden Sätzen sehe ich einen logischen Widerspruch.
Theo


 Antworten

 Beitrag melden
Bereits Mitglied?
Jetzt anmelden!
Mitglied werden?
Jetzt registrieren!