Die Donau als Grenze bei Bratislava

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24.04.2022 16:26
#121
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Ja wenn man alte Zeitungen durchsieht findet man vieles zum Thema. Hatte die erwähnte Passauer Zeitung nach Eisenbahnberichten durchgesehen.
Das waren nur Zufallsfunde.

Leider kenne ich keine Zeitung von der innerdeutschen Grenze,die diese Jahrgänge im Internet zur Ansicht hat.
Das ist meistens nur von vor 1945.


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24.04.2022 20:57
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#122
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Zitat von Blitz_Blank_Kalle im Beitrag #110
Zitat von Gert im Beitrag #107
Im Gegensatz zu DDR Grenzern konnte man die tschechischen Grenzer „bestechen“. Die waren scharf auf Versandhaus Kataloge.


Ist dir bekannt geworden, was die mit Versandhauskatalogen wollten? Schöne Westsachen angucken ?
Bestellen konnten die ja denke ich schlecht was bei Quelle, OTTO & Co.


@RalphT ja in etwa. Die Frauen wollten die Mode sehen und haben sie als Vorlage für eigene Schneider Arbeiten genutzt. Die Männer haben sich eher für Tech- Artikel interessiert. Die Tschechen konnten ja auch ins westliche Ausland fahren. Die dortigen Kommunisten waren nicht ganz so borniert wie die ostdeutschen . So wussten sie was man dort kaufen konnte. Weiterhin gab es spezielle Geschäfte wo gegen Devisen auch solche Sachen gekauft werden konnten. Etwa so wie Intershops.

Das ist es was ich darüber weiß.

Stil ist nicht das Ende des Besens.
Der Hauptgrund für Stress ist der tägliche Umgang mit Idioten!


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25.04.2022 16:05
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#123
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zu dem post 98

Die versuchte Flucht der Pragerin Jarmila Pospíšilová ereignete sich gleichfalls bei Hochstetten/Vysoká pri Morave
aber schon im Jahre 1953.


Zitat
Nur in seltenen Fällen konnte die Forschung bislang über Flucht und Tod weiblicher Flüchtlinge am Eisernen Vorhang aufklären. Ein solcher Fall ist der von Jarmila Pospíšilová. Laut den Akten der 11. Grenzschutzbrigade28 entschloss sich die damals Zwanzigjährige 1953 zur Flucht aus der Tschechoslowakei. Bereits in ihrer Heimatstadt Prag kontaktierte sie den erfahrenen Schlepper Gustav Polák, der sie am 3. Oktober 1953, kurz nach Mitternacht, bei Hochstetten/Vysoká pri Morave über die Staatsgrenze bringen sollte.

Was Polák nicht wusste, war, dass der tschechoslowakische Grenzschutz auf diese von ihm schon mehrfach genutzte »Schwachstelle« aufmerksam geworden war und die Bewachung dieses Abschnitts kurz zuvor intensiviert hatte. Hinzu kam, dass Pospíšilová laut den Unterlagen des Grenzschutzes beim Überqueren des ersten Zaunes mit der Kleidung am Stacheldraht hängen blieb und von einer Patrouille des 6. Zuges der Grenzwache aus Vysoká pri Morave bemerkt wurde. Die Grenzschützer berichteten später, dass sie am Zaun ein Rasseln bemerkt und Alarm geschlagen hätten. Beim Abfeuern einer Signalpatrone wollte man einen gedämpften Schrei aus der Richtung des Zaunes vernommen haben, worauf die Grenzsoldaten die dortigen Personen aufgefordert hätten, sich zu stellen. Als sich nichts rührte, hätten sie in Richtung Zaun gefeuert. Pospíšilová wurde von mehreren Schüssen getroffen und verblutete zwischen den Stacheldrahtbarrieren. Polák wurde verletzt und verhaftet. Den Schusswaffengebrauch rechtfertigten die Soldaten in einem anderen Bericht damit, dass sie bei Pospíšilová eine geladene Maschinenpistole und eine Handgranate sichergestellt hätten.29 Jedoch finden sich in den Berichten weder Hinweise auf einen Schusswechsel, noch wird der Waffenfund in anderen Unterlagen, wie etwa der Liste der bei Pospíšilová und Polák gefundenen Gegenstände, erwähnt.30
Der Leichnam Pospíšilovás wurde auf dem Friedhof von Slávičie údolie (heute Karlova Ves in Bratislava) bestattet. Wie in ähnlichen Todesfällen am Eisernen Vorhang wurde dem Totengräber ausdrücklich untersagt, das Grab zu kennzeichnen. Auch eine Anfrage des Vaters von Pospíšilová zwei Jahre später an das tschechoslowakische Innenministerium mit der Bitte, ihm die Grablage mitzuteilen, erbrachte keine genaueren Informationen. ...........

https://www.kommunismusgeschichte.de/jhk...n-1948-und-1963


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25.04.2022 23:35
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#124
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Nachdem dieser Exodus im Laufe der späten 1940er Jahre dramatische Ausmaße erreicht hatte, begann das Regime der Tschechoslowakischen Republik (ČSR) ab 1950, die Grenzen zu Österreich, zu West-, aber zu einem gewissen Grad auch zu Ostdeutschland schrittweise mit verschiedenen Sperranlagen hermetisch abzuriegeln. Man folgte damit dem ungarischen Vorbild (Errichtung ab 1948) und war der DDR einen Schritt voraus, die erst ab 1952 eine fünf Kilometer breite Sperrzone errichtete.

In der ČSR wurden ab 1951 teilweise mehrere Kilometer ins Landesinnere reichende Sperr- und Grenzzonen eingerichtet und die Sperranlagen systematisch ausgebaut: Zusätzliche Zäune, ein mit Starkstrom elektrifizierter mittlerer Hauptzaun, Minenfelder, Signalanlagen, Beobachtungstürme, Kfz-Sperrgräben, Hundelaufanlagen und Betonsperren sollten jeglichen illegalen Grenzübertritt unmöglich machen. Eine wichtige Voraussetzung für die Errichtung dieses Grenzregimes stellte die Vertreibung der deutschsprachigen Minderheit dar. Dutzende, weitestgehend verlassene Dörfer in der Schutzzone wurden in den 1950er Jahren kurzerhand geschleift. Diese Verschärfung des tschechoslowakischen Grenzregimes wurde auch in Österreich wahrgenommen, was nicht zuletzt aus zahlreichen zeitgenössischen und sehr kritischen Presseartikeln hervorgeht.

Die technischen Sperranlagen wurden durch die 1949 neu aufgestellte Grenzwache (Ochrana státní hranice) komplettiert. Von den insgesamt bald 20 000 Männern und Frauen dieser Einheit des Innenministeriums wurden drei Grenzschutzbrigaden entlang der Grenze zu Österreich eingesetzt. Neben Berufsgrenzschützern wurden auch Grundwehrdienstleistende dazu herangezogen. Dass gerade für sie der Einsatz an der Grenze eine enorme psychische Belastung bedeutete, belegen zahlreiche, heute verfügbare Berichte. Rund 600 durch Unfälle, friendly fire und Selbstmorde im Dienst verstorbene Grenzschützer bis 1989 sind ein beredtes Zeugnis.
https://tinyurl.com/yvtk36v6


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26.04.2022 09:23 (zuletzt bearbeitet: 26.04.2022 09:29)
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#125
28.04.2022 16:52
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#126
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22 Schüsse in einer Herbstnacht
Karel Duffek war zwischen die Fronten geraten und wurde liquidiert.
Auch wenn der Wachturm in Raabs an der Thaya, unweit der grünen Grenze zum heutigen Tschechien, nur zu Demonstrationszwecken aufgestellt wurde, erweckt er bei älteren Semestern Erinnerungen, die im Genre des Agententhrillers angesiedelt sind. .....
Die Schilderung einzelner realer Schicksale geht dennoch unter die Haut.
So wie jene von Karel Duffek. Wenigstens so viel ist gewiss: Duffek war Jahrgang 1928, also gerade einmal 22 Jahre alt, als man ihn an der Grenze ermordete. Er hatte mit seinen Eltern bis zum Kriegsende in Wien gelebt, zog dann in die ČSSR und wohnte im grenznahen Bezirk Jindřichův Hradec. Wie und warum er im Februar 1948 zum Militärgeheimdienst kam? Was für ein Typ er war? Karner weiß nur: „Es hat zuvor Zigaretten über die Grenze geschmuggelt.“
Wurde er zum Doppelagenten? Auch das ist nicht sicher. Die Akten der Staatsschnüffler, die stets mit Vorsicht zu lesen sind, wissen nur: Duffek wurde von seinen Vorgesetzten nach Bayern und auch nach Österreich geschickt, um in den Auffanglagern, die für Flüchtlinge eingerichtet worden waren, zu spionieren. Seine geheime Mission blieb nicht lange geheim: In St. Pölten wurde er von österreichischen Behörden, die einen Tipp bekommen hatten, festgenommen.
Damit dürfte der Spion endgültig zwischen die Fronten geraten sein. Für seine Landsleute schien erwiesen, dass er nach seiner Enthaftung in Österreich auch für die Amerikaner gearbeitet hat. Als Doppelagent.
Der Historiker Stefan Karner schildert in seinem Buch mehrere Fälle. Von Menschen, die am Eisernen Vorhang brutal exekutiert wurden. Auch der Name Karel Duffek findet sich unter den Toten. Den Dokumenten zufolge wurde er in der Nacht zum 2. Dezember 1950 von seinen Vorgesetzen an der Grenze zum Waldviertel in einen Hinterhalt gelockt und mit insgesamt 22 Schüssen niedergestreckt.
Nicht ganz in das von Karner bediente Bild von Gut und Böse passt das Ende der Akte Duffek: Gleich sechs Grenzsoldaten und drei Geheimdienstler wurden in Prag wegen Mordes zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Auch in totalitären Systemen gibt es wohl Menschen, die sich für Gerechtigkeit einsetzen.
Den Verurteilten wurde nicht abgenommen, dass sie Duffek auf der Flucht erschossen haben. Kein einziger der 22 Schüsse hatte ihn in den Rücken getroffen. ......
https://kurier.at/politik/ausland/22-sch...acht/34.880.569


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