Fluchthilfe mit behördlicher Unterstützung aus dem Westen

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14.09.2015 16:21
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#1
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Guten Abend an alle,

möchte mal hier mein Glück probieren. Ich habe erfahren, dass westdeutsche Behörden u.a. das Westberliner Landesamt für Verfassungsschutz die Arbeit von Fluchthelfern unterstützt hat und teilweise auch bevorstehende Fluchthilfen aufgrund zu hoher Brisanz unterbunden hat. Ich würde gerne mehr darüber erfahren, wie jene Zusammenarbeit zwischen Verfassungsschutz und Fluchthelfern funktioniert hat. Gibt es Belege dafür? Ist jemand von euch im Rahmen von Recherchen o.ä. auf diese Thematik gestoßen? Wer waren die Kontaktpersonen?

Insbesondere geht es auch darum etwas mehr über die Arbeit des Fluchthelfers Dietrich Rohrbeck zu erfahren, der in den 1960'er Jahren u.a. auch Kinder über die Grenze nach Dänemark gebracht hat, nachdem die Eltern schon geflohen waren. Das ist wohl vom LfV organisiert worden. Ich würde gerne wissen, wer diese Kinder oder auch Eltern waren. Weiß jemand von euch etwas von Kinderschleusungen in den frühen 60'ern?

Ich freue mich auf ein angeregte Diskussion! Hören/Sagen ist herzlich willkommen!


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14.09.2015 18:38
#2
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Eine Schleusung für eine Familie kostete in den siebziger Jahren etwa 40'000 DM, zahlbar in Raten nach der Flucht. Der Fluchthilfevertrag galt nach dem bundesdeutschen Recht nicht als sittenwidrig, die Forderung daraus konnte somit eingeklagt, ein Urteil erwirkt und die Forderung zwangsvollstreckt werden. Ich denke kaum, dass westdeutsche Behörden den Fluchthelfern offiziell oder inoffiziell geholfen haben, halte es aber für höchst wahrscheinlich, dass einzelne Mitarbeiter von den kriminellen Menschenhändlerbanden geschmiert wurden und ihre Amtspflichten verletzt haben.
Das MfS hat grosse Anstrengungen unternommen, um Informationen über die Hintermänner zu sammeln und war oft recht erfolgreich. Dazu müsste es viele Akten geben, ob die einsehbar sind, weiss ich nicht.
Theo


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14.09.2015 19:24
avatar  Larissa
#3
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Entschuldige, mir scheinen Deine Fragen ein wenig blauaeugig, deshalb nicht ganz nachvollziehbar fuer mich.

Ganz abgesehen davon, wirst Du weder von den Institutionen selbst, oder von ehemaligen Mitarbeitern der Landesaemter zu einzelnen Vorgaengen etwas erfahren. Diese duerfen nicht plaudern und Mitbeteiligte werden sich hueten, in den alten Sumpf zu steigen. Das liegt daran, dass die Mittel den Zweck heiligten und weitaus mehr passierte waehrend einiger Geheimdienstaktionen.

Allerdings. Eine regelrechte offizielle oder auch illegale ‚Zusammenarbeit‘ zwischen diesen Schleusern und dem LfV Berlin West gab es nicht. Es gab Kontakte des LfV Berlin West durch WestAgenten zu Personen im Osten, aber sicher nicht, um diese Geschaefte der Schleuser zu unterstuetzen. Es ist mir allerdings auch bekannt, dass ueber die Ostsee geschleust wurde.

Dass es gibt ‚keine Archivierung aus den 60igern‘, ist eine vollig normale Auslegungsweise. Eine Geheimhaltung aller Vorgaenge, bis auf sehr wenige ungesicherte Streu-Nachrichten, meist um das Ganze mal ‚zu lueften‘ und bellende Hunde zu beruhigen, ist ueblich was Geheimdienste anbelangt.

Ueber Jahre hinweg erfuhr man nichts im Normalfall ueber den oder die Beamten, mit denen man zusammenarbeitete. Im Zusammenhang mit Einzelvorgaengen, die bis in den Osten reichten, gab es Hinweise, aber nie auf die tatsaechliche Identitaet der Personen auf beiden Seiten der Grenze. Auftraege gab es, kam man dahinter Identitaeten, dann tat man gut daran, die Schnauze zu halten.

In meinem Prozess kam nicht ein einziger einzelner Vorgang zur Sprache, sondern wurde alles unter der entsprechenden Decke der Geheimdienstlichen Taetigkeits§ abgegolten. So musst Du Dir das vorstellen. Insofern hast Du also Recht, dass alles ‚im Stillen‘ ging vor sich, genau wie verfahren wird auch heute. Deshalb der Name Geheimdienste. Die abschlaegigen Bescheide die Du hast bekommen, setzen den Punkt. Von diesen Institutionen bekommst Du keine Informationen. Gut so.
Larissa


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14.09.2015 20:34
#4
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Es wird auch von ehemaligen MA MfS dazu keine Informationen geben.Es waren kriminelle Organisationen,für die ein Menschenleben nichts Wert war,abgesehen von Privatschleusungen, die es auch gab, mit persönlichem Risiko im Transit.Der größte Teil der hochgegangenen lebt noch, sowohl Schleuser als auch Geschleuste, und wer soll sich dem Risiko aussetzen.Viele gut organisierte Schleuserorg. hatten gute Verbindungen zu den entsprechenden Behörden, sonst wäre vieles nicht so gelaufen, vor allem die Beschaffung der BRD Originaldokumente , die lagen ja auch nicht so einfach herum.Die Absicherung von spektakulären Schleusungen usw.
Ich weiß wovon ich rede.
Hin und wieder gibt es ja Veröffentlichungen, wo sich einige großtun mit geglückten Schleusungen. Das waren aber die Kleinen, die auf eigene Rechnung mit persönlichem Risiko arbeiteten.Die großen Schweigen, da verlaufen die Spuren im Nichts.Ich finde auch, Schweigen ist hier Gold.


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14.09.2015 21:14
avatar  Lutze
#5
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Und die Stasi waren die reinsten Menschenfreunde,
nach dem Motto "Ich liebe euch doch alle"
Lutze


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14.09.2015 23:00
#6
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Zitat von Lutze im Beitrag #5
Und die Stasi waren die reinsten Menschenfreunde,
nach dem Motto "Ich liebe euch doch alle"
Lutze



Und nun @Lutze

was soll dieses Geschreibsel zum Eröffnungsthread darlegen und erklären ?




passport


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15.09.2015 00:45
avatar  andyman
#7
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Zitat von Trohokro im Beitrag #1
Guten Abend an alle,

möchte mal hier mein Glück probieren. Ich habe erfahren, dass westdeutsche Behörden u.a. das Westberliner Landesamt für Verfassungsschutz die Arbeit von Fluchthelfern unterstützt hat und teilweise auch bevorstehende Fluchthilfen aufgrund zu hoher Brisanz unterbunden hat. Ich würde gerne mehr darüber erfahren, wie jene Zusammenarbeit zwischen Verfassungsschutz und Fluchthelfern funktioniert hat. Gibt es Belege dafür? Ist jemand von euch im Rahmen von Recherchen o.ä. auf diese Thematik gestoßen? Wer waren die Kontaktpersonen?

Insbesondere geht es auch darum etwas mehr über die Arbeit des Fluchthelfers Dietrich Rohrbeck zu erfahren, der in den 1960'er Jahren u.a. auch Kinder über die Grenze nach Dänemark gebracht hat, nachdem die Eltern schon geflohen waren. Das ist wohl vom LfV organisiert worden. Ich würde gerne wissen, wer diese Kinder oder auch Eltern waren. Weiß jemand von euch etwas von Kinderschleusungen in den frühen 60'ern?

Ich freue mich auf ein angeregte Diskussion! Hören/Sagen ist herzlich willkommen!



Hallo.Im Buch "Wege durch die Mauer"von Burkhard Veigel wird Fluchthilfe unter der Tarnung mit Kindertransporten von WB nach Skandinavien kurz angerissen,ob der gesuchte Dietrich Rohrbeck dabei eine Rolle spielte wird nicht erwähnt.Das es inoffizelle Kontakte mit Westberliner Behörden gegeben hat ist wohl sehr wahrscheinlich und wird im Buch angedeutet,Namen werden natürlich nicht genannt.
Schönen Gruß vom Hören/Sagen
andyman


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15.09.2015 02:59
#8
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Es gab mehrere Fälle wo für Fluchthilfeorganisationen echte Pässe mit falschen Namen ausgestellt wurden, sogar die eine oder andere Waffe sollen Fluchthelfer aus dunklen Quellen der Behörden erhalten haben. Freilich, heute streiten die Behörden alles ab oder hüllen sich in Schweigen.


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15.09.2015 05:55
avatar  Alfred
#9
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Vielleicht hier mal lesen :


Auszug aus " Die Sicherheit - Zur Abwehrarbeit des MfS"

Kann man komplett - gratis - lesen www.mfs-insider.de

Dateianhänge

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15.09.2015 07:53
#10
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Zitat von Alfred im Beitrag #9
Vielleicht hier mal lesen :



Eine Quellenangabe wäre nützlich
http://www.spiegel.de/sptv/reportage/a-149670.html
Zu den echten Blankopässen. Diese stammten bevorzugt aus dem Ausland. Und das hatte meines Erachtens auch einen politischen Grund. Deutsche Stellen mussten jegliche Handlung inbezug auf die DDR vermeiden, die völkerrechtlichen Bezug hatte. Dazu gehörten auch Pässe. Wenig überraschend ist, dass vor allem Behördenmitglieder halfen, die schon im "Dritten Reich" Funkionen gehabt hatten und deren Herz noch grossdeutsch schlug.
Theo


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15.09.2015 08:06
avatar  seaman
#11
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Um ein paar Rudimente zur Zusammenarbeit z.b. von Verfassungsschutz und Schleusern/Organisationen zu finden,sollte man sich um Ermittlungs-und Prozeßakten der DDR kümmern,die zu Verurteilungen von Schleusern führten.
Hier haben Einige der später Verurteilten umfassend "gesungen" und die Zusammenarbeit bestätigt.
Zusammenarbeit mit Pass-und Meldestellen bis hin zur Überprüfung auf Verlässlichkeit von zur Schleusung eingesetzten Fahrern und Kurieren durch die LfV.

seaman


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15.09.2015 08:14
avatar  seaman
#12
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Zitat von eisenringtheo im Beitrag #10
Zitat von Alfred im Beitrag #9
Vielleicht hier mal lesen :



Eine Quellenangabe wäre nützlich
http://www.spiegel.de/sptv/reportage/a-149670.html
Zu den echten Blankopässen. Diese stammten bevorzugt aus dem Ausland. Und das hatte meines Erachtens auch einen politischen Grund. Deutsche Stellen mussten jegliche Handlung inbezug auf die DDR vermeiden, die völkerrechtlichen Bezug hatte. Dazu gehörten auch Pässe. Wenig überraschend ist, dass vor allem Behördenmitglieder halfen, die schon im "Dritten Reich" Funkionen gehabt hatten und deren Herz noch grossdeutsch schlug.
Theo


Ein mir bekanntes DDR-Ehepaar bekam 1981 in Ostberlin von einer Schleuserorganisation bundesdeutsche Pässe mit falschen Namen aber aktuellen Fotos und Daten und ist über Prag dann geschleust worden...
Es hat noch Jahre danach dafür Geld abgedrückt.

seaman


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15.09.2015 08:33
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#13
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Genau das habe ich mir von diesem thread erhofft - viele stichpunkte an die ich anknüpfen kann. Danke schonmal!

@Signalobermaat, worum genau handelt es sich denn bei der Absicherung von Schleusungen? Warst du in irgendeiner Form daran beteiligt?

@seaman, deine Beitrag ist wieder sehr hilfreich, werde da versuchen anzuknüpfen. Den Kontakt beim Nordschleswiger habe ich leider noch nicht gefunden.

@Larissa, das meine Fragen naiv scheinen, liegt wohl daran, dass ich selber keinerlei eigene Erfahrungen mit derartigen Sachverhalten habe. Mit Sicherheit dürfen Ehemalige nicht plaudern, allerdings bedeutet dies ja nicht, dass sich alle daran halten. Mir wäre es sehr wichtig dieser thematik über persönliche Kontakte nachzugehen. Zusätzliche Frage, um was für einen Prozess, handelte es sich bei deinem Prozess?

@Alfred und @eisenringtheo, gucke mir eure beiträge noch genauer an. Hatte noch nicht die zeit zum lesen. Woher stammt dein verlinkter text alfred?

@Alle, warum lese ich aus vielen Beiträgen sehr viel Skepsis? Warum hier "Schweigen ist Gold" wenn die Möglichkeit besteht mit beidseitigen Vorurteilen und Halbwissen aufzuräumen?


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01.10.2015 10:32
avatar  Kalubke
#14
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Zitat von Trohokro im Beitrag #13

[...]

@Alle, warum lese ich aus vielen Beiträgen sehr viel Skepsis? Warum hier "Schweigen ist Gold" wenn die Möglichkeit besteht mit beidseitigen Vorurteilen und Halbwissen aufzuräumen?


Ich denke mal jemandem, der wie auch immer mit solchen Dingen zu tun hatte ist es relativ wurscht, ob das später zeitgeschichtlich aufgearbeitet wird oder nicht. Der will lieber seine Ruhe haben (die Memoirenschreiber mal ausgenommen). Das ist der grundlegende Interessenunterschied zwischen dem Akteur und dem Zeitgeschichtler.

Gruß Kalubke


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01.10.2015 10:55
avatar  Kalubke
#15
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Zitat von Major Tom im Beitrag #8
Es gab mehrere Fälle wo für Fluchthilfeorganisationen echte Pässe mit falschen Namen ausgestellt wurden, sogar die eine oder andere Waffe sollen Fluchthelfer aus dunklen Quellen der Behörden erhalten haben. Freilich, heute streiten die Behörden alles ab oder hüllen sich in Schweigen.


Man muss das auch im Konext mit der Entwicklung der Fluchthelferszene sehen. In den 60ern haben als Motivation ideelle Grunde überwogen. Das waren hauptsächlich Studenten, die ihre im Osten wohnenden Komilitionen und deren Angehörige rüberholen wollten (Am Anfang ging das sogar mit gefälschten Studentenausweisen). Die Kommerzialisierung fand später statt, als die Fluchtmethoden immer aufwändiger und kostspieliger wurden.

In einer Doku hat sich der ex-DDR Bürger Dieter Thieme zum Thema Waffen geäußert. Als es bei Tunnelfluchtunternehmen die ersten Opfer durch Vereitelungsoperationen der Schleusungen gab (z.B. Heinz Jercha von der FHG ,Seidel") ist nach Angaben von Thieme der Verfassungsschutz an seine FHG herangetreten und hat ihnen nahe gelegt, sich Pistolen zu besorgen, um Möglichkeiten der Verteidigung zu haben. Zur Beschaffung der Waffen brauchte man m. E. im Westen nicht die Behörden. Da gabs genug andere Quellen.

Gruß Kalubke


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01.10.2015 14:39
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#16
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Zitat von Kalubke im Beitrag #15
Zitat von Major Tom im Beitrag #8
Es gab mehrere Fälle wo für Fluchthilfeorganisationen echte Pässe mit falschen Namen ausgestellt wurden, sogar die eine oder andere Waffe sollen Fluchthelfer aus dunklen Quellen der Behörden erhalten haben. Freilich, heute streiten die Behörden alles ab oder hüllen sich in Schweigen.


Man muss das auch im Konext mit der Entwicklung der Fluchthelferszene sehen. In den 60ern haben als Motivation ideelle Grunde überwogen. Das waren hauptsächlich Studenten, die ihre im Osten wohnenden Komilitionen und deren Angehörige rüberholen wollten (Am Anfang ging das sogar mit gefälschten Studentenausweisen). Die Kommerzialisierung fand später statt, als die Fluchtmethoden immer aufwändiger und kostspieliger wurden.

In einer Doku hat sich der ex-DDR Bürger Dieter Thieme zum Thema Waffen geäußert. Als es bei Tunnelfluchtunternehmen die ersten Opfer durch Vereitelungsoperationen der Schleusungen gab (z.B. Heinz Jercha von der FHG ,Seidel") ist nach Angaben von Thieme der Verfassungsschutz an seine FHG herangetreten und hat ihnen nahe gelegt, sich Pistolen zu besorgen, um Möglichkeiten der Verteidigung zu haben. Zur Beschaffung der Waffen brauchte man m. E. im Westen nicht die Behörden. Da gabs genug andere Quellen.

Gruß Kalubke


In Westberlin mußte die Waffenbeschaffung (selbst wenn aus illegalen Quellen) von den Behörden (auch der Besatzungsmächte) abgesprochen sein, da nicht nur eine Strafe nach deutschem Strafrecht dohte. In Westberlin stand auf illegalen Waffenbesitz bis zur Aufhebung der besatzungsrechtlichen Regelungen auch die Möglichkeit, vor einem Militärgericht der Siegermächte die Todestrafe zu verhängen.


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01.10.2015 16:21
avatar  Kalubke
#17
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Also Du meinst, wenn man in Westberlin eine Waffe haben wollte, kam man an den Behörden nicht vorbei?

Gruß Kalubke


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01.10.2015 16:48
#18
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Zitat von Kalubke im Beitrag #17
Also Du meinst, wenn man in Westberlin eine Waffe haben wollte, kam man an den Behörden nicht vorbei?

Gruß Kalubke

Wer eine Waffe aus illegalen Quellen bezieht, wird wohl kaum die Polizei oder andere Amtstellen aufsuchen, sondern eher zu einenm Hinterhofbüchsenmacher gehen, um die Seriennummer oder andere Indentifikationsmerkmale zu entfernen. Das ist sehr nützlich, wenn man die Waffe für kriminelle Zwecke einsetzen will.


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01.10.2015 17:26
#19
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Zitat von Major Tom im Beitrag #8
Es gab mehrere Fälle wo für Fluchthilfeorganisationen echte Pässe mit falschen Namen ausgestellt wurden, sogar die eine oder andere Waffe sollen Fluchthelfer aus dunklen Quellen der Behörden erhalten haben. Freilich, heute streiten die Behörden alles ab oder hüllen sich in Schweigen.



Bis zur Einführung der neuen PA (von uns als Eiskratzer bezeichnet) und RP (EU-Pass rot) durch die Bundesrepublik Ende der 80ziger Jahre hatten wir in der Grenzabfertigung die Sachfahndung - 85 000 - zum Erkennen von gestohlenen Dokumenten. Bekanntlich wurden vor Einführung der maschienenlesbaren Dokumente die grünen RP und die grauen PA (WB grüne PA) durch die jeweilige Kommune ausgestellt. Auf dieser Sachfahndung waren alle Nummern der gestohlenen Dokumente aufgetragen, soweit diese bekannt waren. Die Nummern waren auf Tafeln (A4 Format) angebracht. Diese hingen an jeden Arbeitsplatz der Visaerteiler.



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02.10.2015 00:11
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#20
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Zitat von Kalubke im Beitrag #17
Also Du meinst, wenn man in Westberlin eine Waffe haben wollte, kam man an den Behörden nicht vorbei?

Gruß Kalubke


Zumindestens, wenn man vermeiden wollte, durch anonyme Anzeige aufzufliegen. Wäre für Organe der DDR die einfachste Lösung gewesen, einem Fluchthelfer in einer anonymen Anzeige kriminelle Absichten zu unterstellen und auf den Waffenbesitz hinzuweisen. Wären aber Fluchthelfergruppen bei Polizei oder Verfassungsschutz "akkreditiert" und die Absicht der Waffenbeschaffung abgesprochen gewesen, dann wären die Anzeigen im Papierkorb gelandet.


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