Fluchthilfe mit behördlicher Unterstützung aus dem Westen

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01.10.2015 14:39
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Zitat von Kalubke im Beitrag #15
Zitat von Major Tom im Beitrag #8
Es gab mehrere Fälle wo für Fluchthilfeorganisationen echte Pässe mit falschen Namen ausgestellt wurden, sogar die eine oder andere Waffe sollen Fluchthelfer aus dunklen Quellen der Behörden erhalten haben. Freilich, heute streiten die Behörden alles ab oder hüllen sich in Schweigen.


Man muss das auch im Konext mit der Entwicklung der Fluchthelferszene sehen. In den 60ern haben als Motivation ideelle Grunde überwogen. Das waren hauptsächlich Studenten, die ihre im Osten wohnenden Komilitionen und deren Angehörige rüberholen wollten (Am Anfang ging das sogar mit gefälschten Studentenausweisen). Die Kommerzialisierung fand später statt, als die Fluchtmethoden immer aufwändiger und kostspieliger wurden.

In einer Doku hat sich der ex-DDR Bürger Dieter Thieme zum Thema Waffen geäußert. Als es bei Tunnelfluchtunternehmen die ersten Opfer durch Vereitelungsoperationen der Schleusungen gab (z.B. Heinz Jercha von der FHG ,Seidel") ist nach Angaben von Thieme der Verfassungsschutz an seine FHG herangetreten und hat ihnen nahe gelegt, sich Pistolen zu besorgen, um Möglichkeiten der Verteidigung zu haben. Zur Beschaffung der Waffen brauchte man m. E. im Westen nicht die Behörden. Da gabs genug andere Quellen.

Gruß Kalubke


In Westberlin mußte die Waffenbeschaffung (selbst wenn aus illegalen Quellen) von den Behörden (auch der Besatzungsmächte) abgesprochen sein, da nicht nur eine Strafe nach deutschem Strafrecht dohte. In Westberlin stand auf illegalen Waffenbesitz bis zur Aufhebung der besatzungsrechtlichen Regelungen auch die Möglichkeit, vor einem Militärgericht der Siegermächte die Todestrafe zu verhängen.


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01.10.2015 16:21
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#17
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Also Du meinst, wenn man in Westberlin eine Waffe haben wollte, kam man an den Behörden nicht vorbei?

Gruß Kalubke


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01.10.2015 16:48
#18
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Zitat von Kalubke im Beitrag #17
Also Du meinst, wenn man in Westberlin eine Waffe haben wollte, kam man an den Behörden nicht vorbei?

Gruß Kalubke

Wer eine Waffe aus illegalen Quellen bezieht, wird wohl kaum die Polizei oder andere Amtstellen aufsuchen, sondern eher zu einenm Hinterhofbüchsenmacher gehen, um die Seriennummer oder andere Indentifikationsmerkmale zu entfernen. Das ist sehr nützlich, wenn man die Waffe für kriminelle Zwecke einsetzen will.


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01.10.2015 17:26
#19
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Zitat von Major Tom im Beitrag #8
Es gab mehrere Fälle wo für Fluchthilfeorganisationen echte Pässe mit falschen Namen ausgestellt wurden, sogar die eine oder andere Waffe sollen Fluchthelfer aus dunklen Quellen der Behörden erhalten haben. Freilich, heute streiten die Behörden alles ab oder hüllen sich in Schweigen.



Bis zur Einführung der neuen PA (von uns als Eiskratzer bezeichnet) und RP (EU-Pass rot) durch die Bundesrepublik Ende der 80ziger Jahre hatten wir in der Grenzabfertigung die Sachfahndung - 85 000 - zum Erkennen von gestohlenen Dokumenten. Bekanntlich wurden vor Einführung der maschienenlesbaren Dokumente die grünen RP und die grauen PA (WB grüne PA) durch die jeweilige Kommune ausgestellt. Auf dieser Sachfahndung waren alle Nummern der gestohlenen Dokumente aufgetragen, soweit diese bekannt waren. Die Nummern waren auf Tafeln (A4 Format) angebracht. Diese hingen an jeden Arbeitsplatz der Visaerteiler.



passport


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02.10.2015 00:11
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Zitat von Kalubke im Beitrag #17
Also Du meinst, wenn man in Westberlin eine Waffe haben wollte, kam man an den Behörden nicht vorbei?

Gruß Kalubke


Zumindestens, wenn man vermeiden wollte, durch anonyme Anzeige aufzufliegen. Wäre für Organe der DDR die einfachste Lösung gewesen, einem Fluchthelfer in einer anonymen Anzeige kriminelle Absichten zu unterstellen und auf den Waffenbesitz hinzuweisen. Wären aber Fluchthelfergruppen bei Polizei oder Verfassungsschutz "akkreditiert" und die Absicht der Waffenbeschaffung abgesprochen gewesen, dann wären die Anzeigen im Papierkorb gelandet.


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02.10.2015 00:29 (zuletzt bearbeitet: 02.10.2015 00:34)
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#21
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Ich denke auch dass es so gelaufen sein wird, sonst hätte die ganze Fluchthelferszene mit anonymen Anzeigen ziemlich leicht durch das MfS paralysiert werden können. Diejenigen z.B., die für ihre Schleusungsaktionen Ausweise geklaut hatten, mussten sich tatsächlich wegen Passvergehen vor Gericht verantworten.

Gruß Kalubke


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02.10.2015 08:44
#22
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Ich denke, dass Waffenbesitz bei den professionellen Schleusungen der 70er und 80er Jahren keine Rolle mehr gespielt haben. Gewaltverbrechen mit Waffeneinsatz wurden auch im Westen bestraft und nach einem Vorfall mit Waffen hätte die Schleuseragentur ihr Reisebüro schliessen müssen: Keine Aufträge mehr! Die Kundschaft wollte möglichst unbeschadet in den Westen und nicht in Schiessereien verwickelt werden.
Theo


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27.05.2021 16:28
#23
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Hier gibt es einen aktuellen Bericht über "Baby-Schmuggler" Rohrbeck:
https://www.focus.de/wissen/mensch/gesch...d_13176147.html


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08.09.2021 11:42
#24
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Hier ein weiterer Bericht über Rohrbeck:
https://ticker.mercedes-benz-passion.com...elfer_DE_DS.pdf


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08.09.2021 11:56
#25
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Im in Beitrag 24 verlinkten Pressebericht ist von einem Hanns Stephan W. die Rede, der von Rohrbeck per Mercedes und Schiff aus der DDR herausgeholt wurde. Dies dürfte Hanns Stephan Wüst sein, der hier selbst seine Flucht schildert: https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-...er-ddr-100.html


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