Zwischenfälle im Grenzdienst

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18.08.2015 18:39
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#1
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Moin ,
ich habe einige Themen zu Zwischenfällen im Grenzdienst eröffnet .
Mich interessieren diese Schiksale , weil sie gewollt oder ungewollt , " verschwiegen " wurden .

Soldaten , die im Grenzdienste durch Flüchtlinge , Fahnenflüchtige oder " den Feind " getötet wurden , sind von den damals politisch Verantwortlichen zu Propagandazwecken zu Helden erklärt worden .

Egal was der oben beschriebene Soldat für ein Mensch war , ob er ein guter oder schlechter Vater , ein guter oder schlechter Kamerad , ein guter oder schlechter Freund , ein guter oder schlechter Ehemann , ein guter oder schlechter Genosse war . Egal , er wurde zum Helden .

Nach ihm wurden Schulen , Truppenteile , Strassen benannt .

Der Soldat , der im Grenzdienst durch einen Unfall , ein Verbrechen oder auch durch Suizid ums Leben kam wurde evtl. vergessen .
Bewusst oder unbewusst .

Diese Schicksale , die Geschichte dieser Menschen , Hintergründe dieser Vorkommnisse interessieren mich .

Und nur hier kann ich Menschen finden , die evtl etwas über diese Zwischenfälle berichten können .

Mein Username B208 ist abgeleitet von der Bundesstrasse 208 , die zwischen Mustin und Roggendorf durch die Grenze getrennt war und in meinem damaligen Abschnitt liegt .

Nun habe ich in einem Bericht über den Zwischenfall vom 07.11.1971 gelesen . Diese Grenzkompanie Gross-Thurow lag ebenfalls an der B208 , unmittelbar hinter dem Grenzsignalzaun unmittelbar an der B208 . Oft bin ich im Rahmen einer Grenzstreife am Schlagbaum B208 gewesen und habe evtl mit dem Fernglas genau auf diese Stelle geschaut , an der sich diese dramatische Situation abgespielt hatte .

Jeder von uns ist sicherlich schon einmal an einem , am Strassenrand stehenden Kreuz vorbei gefahren , das Freunde oder Angehörige , mit dem Namen des Verunglückten versehen , dort aufgestellt haben . Zur Erinnerung an einen Menschen oder auch zur Mahnung .

Ich möchte gerne mehr über diese Zwischenfälle und die Schicksale wissen .

Die Meinung und die Art wie -Georg- zu diesen Themen und Beiträgen steht möchte ich nicht kommentieren .

B208


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18.08.2015 20:11
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#2
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Es mag sein, daß ein Teil der im Grenzdienst zu Tode gekommenen zu propagandistischen Zwecken zu Helden verklärt worden sind. Es hört sich hochtrabend an das "Andenken in Ehren zu bewahren" aber genau darauf kommt es mir an. Ich werde es nicht zu lassen, daß das Andenken von Egon Schultz, Reinhold Huhn, Rudi Arnstadt, Klaus Peter Seidel oder Jürgen Lange in den Dreck gezogen wird.
Es gibt genügend Gedenksteine die die Gefallenen zweier Weltkriege oder des Deutsch- Französischen Krieges ehren nur der Ehrenhain für getötete Grenzsoldaten wurde vernichtet. Sie sind nicht in den Krieg gezogen, sie haben es gewagt den Frieden zu bewahren gegenüber einen Staat, den es heute nicht mehr gibt - ganz gleich ob sie es wollten oder mussten sie haben dabei ihre Jugend eingebüßt und den Tod gefunden.

Gruß Hartmut!


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18.08.2015 20:48
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#3
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Zitat von B208 im Beitrag #1

Ich möchte gerne mehr über diese Zwischenfälle und die Schicksale wissen .



dazu findet man was in guten büchern und wenn man aufmerksam liest in diversen foren mit grenzbezug.

kleines beispiel, liste aller bekannten unnatürlichen todesfälle und der durch minen und schußwaffengebrauch verletzten im abschnitt des gr 3, in einem buch von g. lehmann.


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18.08.2015 21:11
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#4
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Leider ist auch diese Liste mit Vorsicht zu genießen, so wird da der Abschnitt des GR-3 recht 'großzügig' betrachtet. So werden auf Seite 179 die Wm. Schmidt und Janello erwähnt. Hier mal die offizielle Leseprobe vom amicus Verlag ...

Dateianhänge
  • lp-lehmann.pdf

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18.08.2015 21:17
avatar  mibau83
#5
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umschlagseite beachten!!

der bereich des gr 3 bzw. der 3. grenzerbereitschaft lag in all den jahren, mit wechselten grenzen, zwischen lauchröden und stedtlingen.


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18.08.2015 21:25
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Klar, und dann schreibt der nächste eine Liste für's GR-1 und da kommen die Beiden, welche mMn fatalerweiser zur falschen Zeit am falschen Ort waren, dann auch mit rein. Auch klar, odär? Und nu ... ein weiterer dann zählt dann nur noch zusammen und schon entstehen Zahlen ... ach was soll ich's erklären ohne mich zu wiederholen. Wie ich schon schrieb ...

Zitat
Leider ist auch diese Liste mit Vorsicht zu genießen!


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18.08.2015 22:03
avatar  mibau83
#7
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nunja, wenn man nicht festgefahren in seiner selbst erlebten struktur ist, sehe ich da kein problem, odär!!. erstemal sehe ich den autor als zeitzeugen und der hat alle möglichen strukturen miterlebt und schreibt darüber.
was dann daraus diverse erbsenzähler machen ist mir eigentlich egal!


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18.08.2015 23:25 (zuletzt bearbeitet: 18.08.2015 23:28)
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#8
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Zitat
wenn man nicht festgefahren in seiner selbst erlebten struktur ist ...

Genau das meine ich. Man sollte halt auch mal über den Tellerrand schauen, auch und gerade bei heutiger Recherche. Das Beispiel Schmidt/Janello ist ja nun auffällig weil erstens seinerzeit propagandistisch ausgeschlachtet und zweitens dadurch namentlich bekannt. Nun wird das aber wohl nicht der einzigen falsch zugeordneten Fall sein. Damit meine ich nicht nur dieses Nekrolog des Genossen Major a.D., auch andere Listen beinhalten eine 'gewisse Unschärfe'.
Hochachtung empfinde ich da vor Historikern wie Dr. Staadt, welcher sich mit seinem Team der Herausforderung stellte, genau solch grauen Stellen aufzuhellen. Die Herangehensweise eines Zeitzeugen ist immer (na oder meist) Bottom-Up, das heißt er sieht seinen konkret erlebten Fall und versuch diesen zu verallgemeinern und das, wenn's dumm läuft, auch noch möglichst umfassend. Der seriöse Historiker nutzt aber den Top-Down-Ansatz. Sozusagend mit einem Blick von außen (sprich oben) werden einzelne Fälle (aus der Tiefe der Quellen) herausgearbeitet und erst dann ein Zusammenhang hergestellt, wobei das nicht mehr die Aufgabe eines seriösen Historikers sein sollte ...
... doch warum nur beschleicht mich gerade der Verdacht hier einem Blinden die Farben erklären zu wollen da'm doch (ich zitiere) was dann daraus diverse erbsenzähler machen [...] eigentlich egal [ist].


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19.08.2015 00:03
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#9
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Eine subjektive Bewertung der Geschehnisse ist genauso legitim, wie eine einseitige Parteinahme zu wessen Gunsten auch immer, so fern die Fakten nicht gänzlich geleugnet werden. Die Toten werden dadurch ja auch nicht wieder lebendig. Die Sichtweise aus der Froschperspektive ist häufig viel emotionaler als eine Top- Down- Geschichtsdoktrin.

Gruß Hartmut!


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19.08.2015 02:14 (zuletzt bearbeitet: 19.08.2015 02:21)
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#10
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Zitat von utkieker im Beitrag #2
Es mag sein, daß ein Teil der im Grenzdienst zu Tode gekommenen zu propagandistischen Zwecken zu Helden verklärt worden sind. Es hört sich hochtrabend an das "Andenken in Ehren zu bewahren" aber genau darauf kommt es mir an. Ich werde es nicht zu lassen, daß das Andenken von Egon Schultz, Reinhold Huhn, Rudi Arnstadt, Klaus Peter Seidel oder Jürgen Lange in den Dreck gezogen wird.
Es gibt genügend Gedenksteine die die Gefallenen zweier Weltkriege oder des Deutsch- Französischen Krieges ehren nur der Ehrenhain für getötete Grenzsoldaten wurde vernichtet. Sie sind nicht in den Krieg gezogen, sie haben es gewagt den Frieden zu bewahren gegenüber einen Staat, den es heute nicht mehr gibt - ganz gleich ob sie es wollten oder mussten sie haben dabei ihre Jugend eingebüßt und den Tod gefunden.

Gruß Hartmut!


Auch die von mir aufgeführten zu Tode gekommenen Soldaten haben die Uniform getragen , ihre Jugend eingebüßt und haben es gewagt den Frieden zu bewahren . Haben ihr Leben im Dienst verloren .

Nur weil sie nicht bei einem Grenzzwischenfall gestorben sind , sind sie weniger "wert" ? Eigenartige Überlegung .

Du bist 1959 geboren , Arnstadt verstarb 1962 , was kannst du über ihn sagen , was weisst du über ihn , dass du es nicht zulassen wirst , dass er in den Dreck gezogen wird . Was immer du mit Dreck meinst !?!?

Es gibt in meinem Beitrag keine Absicht irgendetwas in den Dreck zu ziehen .

B208


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19.08.2015 07:00
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#11
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Ich habe nie behauptet, daß du Jemanden in den Dreck ziehst. Ich schließe auch die Soldaten im ehrenden Angedenken mit ein, welche nicht im Fokus der Presse standen. Wenn das missverständlich rübergekommen, ist bitte ich das zu entschuldigen.

Gruß Hartmut!


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19.08.2015 13:48
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#12
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Gegen unabhängige Forschung von Wissenschaftlern ist nichts einzuwenden. Warum auch ?
Archive stehen zur Verfügung. Ergebnisoffene wissenschaftliche Arbeiten.
Und ich bleibe bei meinen Ansichten, obs gefällt oder nicht ! Ist es nötig, daß Schmerz und Trauer von Angehörigen nicht zählen. Es riskiert wird, daß sich Narben wieder öffnen, weil Zeitgeschichte mit " Gerüchten, der Frisör hat erzählt.... " aufgepeppt wird ?
Ich denke nicht.
Allerdings, wenn ich zeitgemäße Veröffentlichungen sehe ( http://www.bild.de/news/inland/mord/dres...32592.bild.html ) bleibt den armen Eltern nichts erspart.


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19.08.2015 17:39
avatar  Lutze
#13
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Ein Zwischenfall an der Grenze ist auch bekannt,wo der Schütze
auf einen längst ergebenen Flüchtling die Knarre richtete und das ganze Magazin
leerballerte,für mich ein dreckiger Mörder
Lutze


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19.08.2015 19:26
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#14
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Zitat von Lutze im Beitrag #13
Ein Zwischenfall an der Grenze ist auch bekannt,wo der Schütze
auf einen längst ergebenen Flüchtling die Knarre richtete und das ganze Magazin
leerballerte,für mich ein dreckiger Mörder
Lutze


Sehe ich übrigens genauso, ich denke an den Fall Walter Kittel. Ich denke aber auch an den Fall Ulrich Krohn, der von seinen Posten ermordet und beraubt wurde. Es gab in unseren Reihen auch Verbrecher für die ich mich schäme. Soldat = Mörder oder Soldat = Held, lässt sich nicht verallgemeinern.

Gruß Hartmut!


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19.08.2015 19:43
avatar  GKUS64
#15
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Und wieder ein alter Beitrag, der aber zum Thema passt:

Unfälle im Dienst an der innerdeutschen Grenze (3)


MfG

GKUS64


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