Einsilbigkeit - Unhöflichkeit ? Kontrolleure an der innerdeutschen Grenze

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16.08.2015 22:18
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#31
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Man hätte ja auch weinrote Kragenspiegel oder Litzen ran machen können und sich die Ärmelbänder der Grenztruppen sparen? "Ganz bestimmt" waren es nur ökonomische Gründe.


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16.08.2015 22:20
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#32
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Es gab nicht genug Uniformen?
kaum zu glauben
Lutze

wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren


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16.08.2015 22:23
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#33
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94

Zitat von passport im Beitrag #30
Es gab nun mal keine Passkontrolleuruniform extra für uns. ...

Achne, und was ist mit der bei Sammlern heute begehrten 'PKE-Jacke'?

Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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16.08.2015 22:23
#34
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Zitat von Harzwanderer im Beitrag #31
Man hätte ja auch weinrote Kragenspiegel oder Litzen ran machen können und sich die Ärmelbänder der Grenztruppen sparen? "Ganz bestimmt" waren es nur ökonomische Gründe.



Na klar ! Sonst noch was ! Haste mal im Ausland erlebt das irgendein Kontrolleur ein Schild um den Hals hatte mit der Aufschrift : ich arbeite mit den Geheimdienst zusammen"



passport


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16.08.2015 22:27
#35
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Ich vermute schon, dass der Führung auf politischer Ebene, also die Herren der obersten Instanzen der Partei, wie auch die beteiligten Ministerium wünschten, dass die verschiedenen Zugehörigkeiten nicht sofort sichtbar waren. Einerseits kehrt das Wort «konspirativ» in wichtigen Leitpapieren des MfS immer wieder, und andererseits denken Politiker, dass die Menschen dümmer sind als sie.

Die Wahl einer Uniform wurde gewiss auf dieser obersten Ebene und nicht bei der Truppe entschieden.

Stringer49

Wenn das Wort das Mittel gegen die Stille und das Getöse ist, so ist die Flut der Wörter im Stakkato seine dialektische Umkehrung.

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16.08.2015 22:30 (zuletzt bearbeitet: 16.08.2015 22:37)
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#36
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Man hätte ja auch Einreisebehörde der DDR oder so aufs Ärmelband schreiben können, ohne gleich MfS zu sagen. Beim Wachregiment war man ja immerhin offen in Uniform weinrot und mit Ärmelband vor Westlern unterwegs.

Die Passierscheine für Tagesbesuche beantragten wir immer beim "Büro- für Reise- und Besuchsangelegenheiten" in West-Berlin (auch komplett Stasi) aber die haben ihre Formulare für die Ein- und Ausreise immer ganz großartig mit "Ministerrat der DDR" gestempelt. Manchmal hat das übereifrige Helfer der Volkspolizei in der Provinz bei Kontrollen dann (irrtümlich) schwer beeindruckt. Die dachten, man ist VIP-Gast. Hehe.


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16.08.2015 22:34
#37
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@Stringer49

Ist doch das normalste der Welt. Will ich als GD in den verschiedensten Institutionen im Verantwortungsbereich aktiv werden muss man sich entsprechend (ver)kleiden.


passport


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16.08.2015 22:35
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#38
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Bescheinige, Klassenstandpunkt weiterhin gefestigt. Reise nach Schierke kann genehmigt werden.


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16.08.2015 22:38
#39
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Zitat von Harzwanderer im Beitrag #38
Bescheinige, Klassenstandpunkt weiterhin gefestigt. Reise nach Schierke kann genehmigt werden.




kannst ja mal eine Anfrage zB an das BfVS stellen, wie Diese das machen. Insbesondere die Spionageabwehr



passport


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16.08.2015 22:40 (zuletzt bearbeitet: 16.08.2015 22:40)
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#40
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Da wird solange wieder ein mobiler Turm auf dem Wurmberg gestellt, wie Du in Schierke bist.


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16.08.2015 22:41
avatar  Alfred
#41
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Zitat von Harzwanderer im Beitrag #36
Man hätte ja auch Einreisebehörde der DDR oder so aufs Ärmelband schreiben können, ohne gleich MfS zu sagen. Beim Wachregiment war man ja immerhin offen in Uniform weinrot und mit Ärmelband vor Westlern unterwegs.

Die Passierscheine für Tagesbesuche beantragten wir immer beim "Büro- für Reise- und Besuchsangelegenheiten" in West-Berlin (auch komplett Stasi) aber die haben ihre Formulare für die Ein- und Ausreise immer ganz großartig mit "Ministerrat der DDR" gestempelt. Manchmal hat das übereifrige Helfer der Volkspolizei in der Provinz bei Kontrollen dann (irrtümlich) schwer beeindruckt. Die dachten, man ist VIP-Gast. Hehe.



Warum nicht Ministerrat ?

Auch das MfS gehörte zum Ministerrat / bereich.


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16.08.2015 22:51
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#42
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Das MfS war ein Ministerium aber es war nicht "der" Ministerrat. So stand es aber auf dem Stempel.


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16.08.2015 22:52
#43
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Zitat von 94 im Beitrag #33
Zitat von passport im Beitrag #30
Es gab nun mal keine Passkontrolleuruniform extra für uns. ...

Achne, und was ist mit der bei Sammlern heute begehrten 'PKE-Jacke'?



@94


Du meinst bestimmt die Winterjacke ?



passport


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16.08.2015 23:11 (zuletzt bearbeitet: 16.08.2015 23:14)
#44
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Zitat von Harzwanderer im Beitrag #28
Die PKE waren alle Angehörige des MfS, getarnt mit einer Uniform der Grenztruppen, und sicher keine "Beamten". Beamte im west-deutschen Sinne gab es in der DDR überhaupt nicht.

Das Stasi-Gelöbnis (Ausschnitt)

Zitat
WIR GELOBEN,

auf der Grundlage und in konsequenter Durchsetzung der Beschluesse
unserer Partei und Regierung,

angesichts der verschaerften Klassenauseinandersetzung zwischen
Sozialismus und Imperialismus,

mit hoher politischer Reife, standhaft und kompromisslos den Feind
zu bekaempfen,

seine verbrecherischen Plaene, Absichten und Massnahmen rechtzeitig
zu erkunden und zu vereiteln,

dem Feind keine Chance fuer seine gegen Frieden, Demokratie und
Sozialismus gerichteten Machenschaften zu lassen.


(komplett)
http://www.bytecruncher.de/witze/polddrgl.html





Einsilbigkeit - Unhöflichkeit?
Nein, stramm gedrillte Genossen mit hoher politischer Reife.
So wie ihr intellektuelles Idol, der "Humanist" Erich Mielke.

Danke für den link, Harzwanderer. Diese Gelöbnis sagt alles, typisch für eine Diktatur.

Das ist der Jammer dieser Welt,
Dass all die Dummheit der Millionen
Den wenigen, deren Geist erhellt,
Den Weisen wird zu Dornenkronen;
Dass sich der Massen Unverstand
Frech an des Genius Schwingen heftet,
Ihr zerrt aus seinem hohen Land,
Bis er zu Boden sinkt entkräftet.
Kurt Eisner


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16.08.2015 23:28
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#45
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Mal weg von den Uniformen und zurück zu den beiden prägenden Begriffen der ersten Beiträge: Einsilbigkeit und Unhöflichkeit. Beide kann ich so nicht bestätigen: Ich habe 1955 im zarten Alter von 5 Jahren erstmalig die innerdeutsche Grenze passiert und zu Sylvester 89 letztmalig; insgesamt dürften es mehr als 25 Besuuche gewesen sein. Naturgemäß kann ich mich an die ganz frühen Kontrollen nicht mehr erinnern, an die späteren aber um so besser.

Nein, einsilbig waren die Kontrolleure nicht, ich würde ihr Verhalten als reserviert, aber sachlich und korrekt bezeichnen. Es wurde das gesagt, was notwendig war und das absolut nicht unhöflich, im Gegenteil: Es war eine kalte Höflichkeit, ohne jede Spur von menschlicher Wärme. Das Wort "Bitte" ("Bitte entnehmen Sie diese Tasche" oder "Bitte öffnen Sie den Motorraum") fehlte so gut wie in keinem Satz.

Nein, es waren keine Schwätzer oder Schwätzerinnen, die da standen: Persönliche oder gar private Bemerkungen waren für mich unvorstellbar. Ein Plausch über das Wetter, die letzten Fußballergebnisse oder über das rein sachlich-dienstliche Hinausgehende? Undenkbar. Höflich, aber unpersönlich und kalt.

Beim Schreiben dieser Zeilen fällt mir ein, dass ich das als völlig normal empfunden habe. Ein Gegenbeispiel: Bei meinem letzten Besuch mit einem WoMo in UK wurde ich von dem Abfertigungsbeamten nach dem Ziel gefragt. Wahrheitsgemäß antwortete ich ihm "Northwards up to Cape Wrath". Er meinte, dass er selber noch nie so weit nach Norden gekommen wäre und wünschte mir eine schöne Reise und vor allen Dingen gutes Wetter. Bei einem DDR-Grenzer wäre ich über einen solchen Dialog nicht nur höchst verblüfft, sondern vermutlich auch ziemlich misstrauisch geworden. Und wahrscheinlich auch sehr einsilbig.

Zitat von KARNAK im Beitrag #13

Der Ehrlichkeit halber und um die Sache rund zu machen, die "Nichtschikane" fand statt, nicht weil uns die Wessis so sympathisch waren, sie fand statt weil wir für solchen"Zirkus" überhaupt keine Zeit mehr hatten.
Das trifft auf die stark frequentieren Grenzübergänge sicher zu, aber: Ich bin mit dem PKW über Bergen/Salzwedel eingereist. Und das nahezu ausschließlich in der Zeit zwischen Mitternacht und 01:00 h morgens. Nur in seltenen Ausnahmefällen gab es einen anderen westdeutschen "Leidensgenossen", im Regelfall saß ich allein mit meiner Familie in der "Mausefalle" - denn so empfand ich die Lokation: Hinter Dir ein verschlossenes Tor, vor Dir ein verschlossenes Tor, dazwischen zwei oder drei Abfertigungsbaracken - und ich. Und ich hatte oft den Eindruck, dass die Kontrollen länger als unbedingt nötig dauerten, ich hatte oft den Eindruck, dass den Kontrolleuren schlicht langweilig war und wir dazu auserkoren waren, für etwas Abwechslung zu sorgen. Aber wirklich schikaniert wurden wir nur ein einziges mal und bis heute weiß ich nicht, welche Ursache diese gut 4stündige Kontrolle (bei der Ausreise) hatte.


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