Tagesvisum für Westdeutsche nach Ostberlin

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13.08.2015 22:05
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#1
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Hallo zusammen,

ich habe mich gerade angemeldet, also möchte ich mich kurz vorstellen.

Ich bin aus Frankfurt am Main, Jahrgang 1961 und war Anfang der 80er mehrmals in Westberlin zu Besuch bei einem Freund. Insgesamt bin ich wohl 5 Mal mit Tagesvisum von Westberlin nach Ostberlin gegangen. Und hier kommt auch schon meine Frage:

Als Westdeutscher musste man bis spätestens Mitternacht wieder über den Ostberliner Grenzübergang zurück, von dem man gekommen war. So habe ich das jedenfalls in Erinnerung und ich habe das auch auf einigen Web-Sites so bestätigt bekommen. Was passierte eigentlich mit den Westbürgern mit Tagesvisum, die zu spät kamen, zum Beispiel erst um 1 Uhr nachts? Mussten sie eine Strafe zahlen, oder wurden sie gar verhaftet? Damals kursierten viele Gerüchte, aber ich weiß bis heute nicht, was in einem solchen Fall tatsächlich passierte.


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13.08.2015 22:13
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#2
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Na als aller erstes waren DM gefragt 25 was sonst weiter,vieleicht eine Ermahnung oder Notiz.

Achso,dann sei mal Willkommen hier im Forum.


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13.08.2015 22:27 (zuletzt bearbeitet: 13.08.2015 22:28)
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#3
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Da an der Güst Öffnungszeiten bekanntgemacht waren (z.B. 06-24 Uhr, Einreise bis 20 Uhr) hat es mich auch interessiert, was bei Verspätung passiert wäre. Ich traue es den PKE und Zoll zu, dass sie Feierabend gemacht und die Güst geschlossen haben. "Kommen sie um sechs Uhr wieder!!!" Wahrscheinlich Visagebühr und MIndestumtausch für den nächsten Tag und wohl eine Verwarnung.
Theo


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13.08.2015 22:58
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#4
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Im Thread »Die Stasi war mein Eckermann« beschreibt ein Zeitzeuge wie er's oft aus und manchmal auch überreizte.

Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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14.08.2015 10:01
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#5
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Zitat von eisenringtheo im Beitrag #3
Da an der Güst Öffnungszeiten bekanntgemacht waren (z.B. 06-24 Uhr, Einreise bis 20 Uhr) hat es mich auch interessiert, was bei Verspätung passiert wäre. Ich traue es den PKE und Zoll zu, dass sie Feierabend gemacht und die Güst geschlossen haben. "Kommen sie um sechs Uhr wieder!!!" Wahrscheinlich Visagebühr und MIndestumtausch für den nächsten Tag und wohl eine Verwarnung.
Theo


Zutrauen kann man. Unterschieben auch....
Ja nun, es soll doch sehr viele Grenzübergänge, auch in der freien Welt geben, wo freitags die Schranken zu sind. Und die LKW - Fahrer am Wochenende Camping machen.


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14.08.2015 10:08 (zuletzt bearbeitet: 14.08.2015 10:09)
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#6
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Zitat von Georg im Beitrag #5
(...)
Zutrauen kann man. Unterschieben auch....
(...)


Genau. Glauben heisst nicht wissen! Vielleicht hat es ja jemanden hier der Bescheid weiß. Sicher ein ehemaliger Trapo auf Nachtschicht an der Bahn-Güst Friedrichstrasse....
Theo


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14.08.2015 10:30
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#7
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Vielen Dank erst einmal für die vielen Antworten.
So ganz schlau bin ich noch nicht daraus geworden. Als BRD-Bürger hatten wir ja schlicht Angst vor den DDR-Beamten. Einmal bin ich mit Freunden in einem Auto nach Ostberlin rüber. Bei der Ausreise bestand der Beamte darauf, die Rückbank zurückzuklappen. Als sich das als nicht möglich erwies, rief er seinem Kollegen zu, er solle mal das Brecheisen holen. Erst als der Besitzer des Autos vor Panik schier außer sich war, ließen die Beamten davon ab. Es war die pure Schikane.
Entsprechende Angst hatten wir vor der Grenze. Ich hätte mir damals nicht vorstellen können, dass man einem BRD-Bürger schlicht 25 DM abgenommen hätte, wenn er um 1 Uhr in der Nacht an der Grenze aufgetaucht wäre.
Was war denn das OFFIZIELLE Prozedere für den Fall, und gibt es hier Erfahrungen über Einzelfälle darüber, was genau in einem solchen Fall passierte?


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14.08.2015 10:37
avatar  Lutze
#8
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Grenzkontrolleure der DDR mit Brecheisen zugange
bei Ausreise von Bundesbürgern
Lutze

wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren


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14.08.2015 11:08
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#9
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Zitat von Lutze im Beitrag #8
Grenzkontrolleure der DDR mit Brecheisen zugange
bei Ausreise von Bundesbürgern
Lutze

Nein das war der Zoll und wahrscheinlich war das Brecheisen für den Fahrer, damit er es benutzt. Nach meiner Erfahrung rührte der Zoll an der Abfertigungsstrasse nach Möglichkeit grundsätzlich selber nichts an. Man musste selber ran.
Wenn man das nicht selber konnte, wurde der Aufenthalt wohl etwas länger. Ich habe selber gesehen, dass Autofahrer in eine Halle fahren mussten. (Und wer dort was und wie gemacht hat??? Natürlich keine Ahnung)
Theo


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14.08.2015 11:15
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#10
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Mein Punkt ist nicht das Brecheisen sondern, was einem BRD-Bürger widerfahren konnte, wenn er mit einem Tagesvisum verspätet an die Grenze kam. Und es geht mir um die Grenze von Ostberlin nach Westberlin. Was passierte dann?


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14.08.2015 11:34
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Zitat von eisenringtheo im Beitrag #9
Zitat von Lutze im Beitrag #8
Grenzkontrolleure der DDR mit Brecheisen zugange
bei Ausreise von Bundesbürgern
Lutze

Nein das war der Zoll und wahrscheinlich war das Brecheisen für den Fahrer, damit er es benutzt. Nach meiner Erfahrung rührte der Zoll an der Abfertigungsstrasse nach Möglichkeit grundsätzlich selber nichts an. Man musste selber ran.
Wenn man das nicht selber konnte, wurde der Aufenthalt wohl etwas länger. Ich habe selber gesehen, dass Autofahrer in eine Halle fahren mussten. (Und wer dort was und wie gemacht hat??? Natürlich keine Ahnung)
Theo


So kenne ich das auch. Machen Sie mal hier auf und dort etc. Das Prozedere war bei der Ausreise eigentlich normal. Ich denke mal, wenn man die Zeit überzogen hat, dann waren, wenn man eine plausible Erklärung hatte, 25 DM fällig (wenn überhaupt). In den Bau ist dewegen sicher keiner gegangen. Sollten aber die User von der PKE eigentlich erklären können. Da gab es doch bestimmt eindeutige Dienstanweisungen.


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14.08.2015 15:59 (zuletzt bearbeitet: 14.08.2015 16:01)
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#12
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Zitat von Robert im Beitrag #10
... Was passierte dann?

Durch die Empfehlung aus #4 haste Dich schon durchgelesen? Nö ... na dann mal zu. Einen Zeitungsausschnitt über den Autoren dieses Thread, leider kein Nutzer mehr hier. Um die Frage direkt zu beantworten, wenn ein Tagesvisum nicht langte, gabs ebend zumindest laut Springerpresse ein 'Zwei-Tage-Visum'.
Guckst Du ... https://files.homepagemodules.de/b150225/...n2_VlMIOJcK.gif

Achso, ab Juli'82 war erst um zwei am Folgetag ultimo. Was hin und wiedermal für leichte Differenzen bei der Zeitumstellung sorgte.

Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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14.08.2015 16:14
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#13
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Zitat von Robert im Beitrag #7
....Als BRD-Bürger hatten wir ja schlicht Angst vor den DDR-Beamten. ....



Na, damit bist Du aber weit und breit der einzige "Alt- Bundi".. alle anderen hatten nach deren eigenen (oft und lautstark im Brustton der Überzeugung wiederholten) Bekunden noch nie irgendwelchen Respekt vor irgendwelchen "Obrigkeiten" ...

Siggi
(der dir mangels eigener Erfahrung zu Deiner eigentlichen Frage leider nicht helfen kann)


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14.08.2015 16:25
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Zitat von der alte Grenzgänger im Beitrag #13
Zitat von Robert im Beitrag #7
....Als BRD-Bürger hatten wir ja schlicht Angst vor den DDR-Beamten. ....



Na, damit bist Du aber weit und breit der einzige "Alt- Bundi".. alle anderen hatten nach deren eigenen (oft und lautstark im Brustton der Überzeugung wiederholten) Bekunden noch nie irgendwelchen Respekt vor irgendwelchen "Obrigkeiten" ...

Siggi
(der dir mangels eigener Erfahrung zu Deiner eigentlichen Frage leider nicht helfen kann)




Naja, es war schon furchteiflößend, wenn man z.B. an der Güst drei Linden gestanden hat und in ein MG schauen durfte. Ich habe zwar ein dickes Fell aber ab und zu habe ich auch mal besser meine große Schnauze gehalten, hauptsächlich wenn die Damen der PKE zugange waren. Habe zwar im Nachhinein immer wieder gemault wenn ich durch war aber und mich bei entspechenden Stellen darüber ausgelassen, bis dahin war ich aber eher verhalten


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14.08.2015 16:27
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Na dann will ich einmal loslegen. Ich war damals oft in Ostberlin .Habe einige Zeit in WB gelebt, mein Pass sagte aber Hamburg. So habe ich die Gelegenheiten genutzt und bin in der Friedrichstr. ausgestiegen. Hatte schon ein Stammlokal. Durch mein sächsisch merkten die nicht so schnell ,das ich in Westberlin wohnte. Doch mit der Zeit änderte es sich ,wenn ich 20 Min. vor 24 :00 drängelte zu bezahlen. Kam schon mal vor das ich die Zeit etwas überschritt. Da kamen mal ermahnende Worte oder Nachzahlen. Allerdings wenn bekannt war ,wo ich wohnte musste ich mir eine andere Kneipe suchen. Die Wünsche kannste mal.wurden zu viel. Zum Anderen mein Ostgeld wurde immer mehr ,soviel konnte ich nicht versaufen. So hatte ich unweit der Friedrichstr. unter einem bestimmten Stein mein Depot. Doch man konnte auch über Nacht in Ostberlin bleiben. Dazu musste man sich ein Zimmer in einem Inter-Hotel nehmen. Das mit dem Visa wurde da schnell und Problemlos gelöst. Was mich etwas wunderte mit der Zeit kannte man mich ,kein Wunder bei 2x in der Woche Einreise und halb besoffen gegen 24:00 Ausreise. Doch von zwei Ausnahmen abgesehen wurde ich nicht gefilzt oder schikaniert. Ich blieb immer freundlich und höflich.


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