Vorgang - Einreise in die DDR über Checkpoint Charlie für Ausländer

  • Seite 2 von 3
09.07.2015 13:27von ( gelöscht )
Frage
avatar
( gelöscht )
Vorgang - Einreise in die DDR über Checkpoint Charlie für Ausländer

Hallo,

ich bin ganz frisch hier angemeldet, habe auch schon etwas im Forum gesucht und recherchiere gerade den Vorgang der Einreise in die DDR über den Checkpoint Charlie für Ausländer. Ich habe einige Fragen dazu und wollte einfach mal überprüfen, ob ich mit meiner Recherche soweit richtig liege.

Es geht um folgende Situationen: Ost-Berlin, 1972, Checkpoint Charlie
1. Ein Schweizer Bürger reist von West-Berlin nach Ost-Berlin für einen Tag
2. Ein Mann mit britischem und deutschem Pass reist am gleichen Grenzübergang auch für einen Tag von West- nach Ost-Berlin - durch seinen britischen Pass müsste er doch auch als Ausländer gelten, oder?

Ich habe erfahren, dass der Checkpoint Charlie grundsätzlich nur von Ausländern benutzt wurde und mit Ausländer meine ich in dem Fall nicht BRD Bürger. Ist das richtig? Diese bräuchten ja eigentlich keinen Berechtigungsschein - sobald diese beiden Personen ihren ständigen Wohnsitz aber in West-Berlin gehabt hätten, hätten sie den "Berechtigungsschein zum Empfang eines Visums der DDR" gebraucht egal welcher Nationalität, richtig?

Soweit ich das verstanden habe, gab es also folgende Dokumententeile: evtl Berechtigungsschein / Visum als stempel im Pass / Grenzstempel unter dem Visumsstempel im Pass.

Und zum Ablauf: ich besorgte mir einen Berechtigungsschein


ging damit und meinem Pass zur Grenze - dann wurde mir vor Ort dieser Stempel in den Pass gedrückt


und das ganze dann bei Ein und Ausreise mit dem Grenzstempel abgestempelt


Bekam man direkt an der Grenze noch eine Wertmarke aufs Visum geklebt?

Ich denke einiges an Fragen deckt sich mit hier schon Behandeltem, aber die Informationsfülle zum Beispiel im Netz ist so riesig und teilweise dann eben doch ungenau. was zum Beispiel die Ausstellung des Visumstempels angeht, das ich mich nochmal an euch wende

Beste Grüße
Tino

09.07.2015 19:17von ( gelöscht )
Antwort

0

0

Aber die Staatsangehörigkeit war doch garnicht deutsch sondern einmal schweizerisch und einmal britisch und für ausländer gab es meines Wissens schon eine Regelung.

avatar
( gelöscht )
09.07.2015 19:40von passport
Antwort

0

0

Zitat von Tino83 im Beitrag #16
Aber die Staatsangehörigkeit war doch garnicht deutsch sondern einmal schweizerisch und einmal britisch und für ausländer gab es meines Wissens schon eine Regelung.



@Tino83


Für NSW-Ausländer, ausser Bundesbürger und Westberliner, gab es mehere Regelungen.

-Tageseinreisen in die Haupstadt Berlin konnte das Visum am Grenzübergang erworben werden.

-für mehrtägige Einreisen konnte man einen Vocher beim Reisebüro der DDR am Grenzübergang bzw. bei Reisebüros im Ausland die DDR-Reisen im Angebot hatten erwerben. Auf grundlage des Voucher wurde das Einreise-Visum erteilt.

-Visa wurden auch durch die Botschaften / Konsulate der DDR im Ausland ausgestellt.

-oder die Verwandten / Bekannten stellten den Visumantrag beim zuständigen VPKA



passport

09.07.2015 19:43von eisenringtheo
Antwort

0

0

Für die DDR war ein Westberliner ein Bürger mit ständigem Wohnsitz in Westberlin. Wegen offener Fragen inbezug auf die Staatsangehörigkeit wurde nicht nach dieser gefragt.

Theo

Mit diesem Beitrag wurden folgende Inhalte verknüpft
09.07.2015 20:02von eisenringtheo
Antwort

0

0

Zitat von passport im Beitrag #17
Zitat von Tino83 im Beitrag #16
Aber die Staatsangehörigkeit war doch garnicht deutsch sondern einmal schweizerisch und einmal britisch und für ausländer gab es meines Wissens schon eine Regelung.



@Tino83


Für NSW-Ausländer, ausser Bundesbürger und Westberliner, gab es mehere Regelungen.

-Tageseinreisen in die Haupstadt Berlin konnte das Visum am Grenzübergang erworben werden.

-für mehrtägige Einreisen konnte man einen Vocher beim Reisebüro der DDR am Grenzübergang bzw. bei Reisebüros im Ausland die DDR-Reisen im Angebot hatten erwerben. Auf grundlage des Voucher wurde das Einreise-Visum erteilt.

-Visa wurden auch durch die Botschaften / Konsulate der DDR im Ausland ausgestellt.

-oder die Verwandten / Bekannten stellten den Visumantrag beim zuständigen VPKA



passport


Nein, den Berechtigungsschein (und auf Wunsch auch das Visum) musste man als Nicht-BRD Bürger, wie zum Beispiel als Schweizer, selber unter Vermittlung eines Reisebüros beantragen. Das war mit Kosten verbunden. Erforderlich waren die Angaben des Gastgebers: Name, Vorname, genaue Adresse und Personenkennzahl. Diese mussten man vorgängig bei der zu besuchenden Person erfragen.
DDR Bürger konnten beim VPKA nur Anträge für BRD-Bürger und Westberliner stellen.
Theo

Mit diesem Beitrag wurden folgende Inhalte verknüpft
09.07.2015 20:05von passport
Antwort

0

0

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #19
Zitat von passport im Beitrag #17
Zitat von Tino83 im Beitrag #16
Aber die Staatsangehörigkeit war doch garnicht deutsch sondern einmal schweizerisch und einmal britisch und für ausländer gab es meines Wissens schon eine Regelung.



@Tino83


Für NSW-Ausländer, ausser Bundesbürger und Westberliner, gab es mehere Regelungen.

-Tageseinreisen in die Haupstadt Berlin konnte das Visum am Grenzübergang erworben werden.

-für mehrtägige Einreisen konnte man einen Vocher beim Reisebüro der DDR am Grenzübergang bzw. bei Reisebüros im Ausland die DDR-Reisen im Angebot hatten erwerben. Auf grundlage des Voucher wurde das Einreise-Visum erteilt.

-Visa wurden auch durch die Botschaften / Konsulate der DDR im Ausland ausgestellt.

-oder die Verwandten / Bekannten stellten den Visumantrag beim zuständigen VPKA



passport


Nein, den Berechtigungsschein (und auf Wunsch auch das Visum) musste man als Nicht-BRD Bürger, wie zum Beispiel als Schweizer, selber unter Vermittlung eines Reisebüros beantragen. Das war mit Kosten verbunden. Erforderlich waren die Angaben des Gastgebers: Name, Vorname, genaue Adresse und Personenkennzahl. Diese mussten man vorgängig bei der zu besuchenden Person erfragen.
DDR Bürger konnten beim VPKA nur Anträge für BRD-Bürger und Westberliner stellen.
Theo


@eisenringtheo ,

da muss ich mal nachhaken


passport

Mit diesem Beitrag wurden folgende Inhalte verknüpft
09.07.2015 20:34von passport
Antwort

0

0

Zumindestens Dieses hier im Passgesetz der DDR gefunden.

2) Ausländer können sich beim Überschreiten der Staatsgrenze der Deutschen Demokratischen Republik, soweit das in anderen Rechtsvorschriften oder `völkerrechtlichen Verträgen vorgesehen ist, auch mit
a) einem Paß ohne Visum;
b) anderen Personaldokumenten
mit Visum
mit anderen dem Visum gleichgestellten Berechtigungen oder
ohne Visum
ausweisen.

§ 5. Pässe, andere Personaldokumente, Visa und andere dem Visum gleichgestellte Berechtigungen der Deutschen Demokratischen Republik zum Überschreiten der Staatsgrenze der Deutschen Demokratischen Republik werden im Rahmen ihrer Zuständigkeit durch
a) das Ministerium des Innern und die Dienststellen der Deutschen Volkspolizei Paß und Meldewesen;
b) das Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten;
c) die Auslandsvertretungen der Deutschen Demokratischen Republik;
d) andere beauftragte Organe der Deutschen Demokratischen Republik
ausgestellt oder erteilt. Sie können zeitlich oder örtlich beschränkt, entzogen oder für ungültig erklärt werden.


Wenn ich Zeit habe durchforste ich mal die PKO. Aber das dauert, ist sehr umfangreich



passport

Mit diesem Beitrag wurden folgende Inhalte verknüpft
09.07.2015 20:53von eisenringtheo
Antwort
09.07.2015 21:11von Sperrbrecher
Antwort

0

0

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #19
Nein, den Berechtigungsschein (und auf Wunsch auch das Visum) musste man als Nicht-BRD Bürger, wie zum Beispiel als Schweizer, selber unter Vermittlung eines Reisebüros beantragen. Das war mit Kosten verbunden. Erforderlich waren die Angaben des Gastgebers: Name, Vorname, genaue Adresse und Personenkennzahl. Diese mussten man vorgängig bei der zu besuchenden Person erfragen.
DDR Bürger konnten beim VPKA nur Anträge für BRD-Bürger und Westberliner stellen.

So habe ich das auch im Erinnerung.
Unsere Verwandten konnten nur für mich bei der VP die Einreiseerlaubnis beantragen.
Für meine (ausländische) Frau mussten wir das über das Reisebüro erledigen.

09.07.2015 21:27von Sperrbrecher
Antwort

0

0

Im Merkblatt "Reisen in die DDR" (vom Mai 1985) steht:

Berechtigungsschein zum Empfang eines Visums
Bürger dritter Staaten und Staatenlose
Bürger dritter Staaten und Staatenlose erhalten den Berechtigungsschein zum Erhalt
des Visums am schnellsten über das
Reisebüro der Deutschen Demokratischen Republik
- Generaldirektion -
DDR - 1080 Berlin
Telefon 2154170 oder 2154171

Ist keine touristische Reise, sondern ein Besuch von Verwandten oder Bekannten
in der DDR (ohne Hotelaufenthalt) beabsichtigt, so muss in der Anschrift des Reisebüros
der Zusatz >>Abteilung für besuchsweise Einreisen<< aufgenommen werden.


Somit bestätigt sich meine Erinnerung und es war (für Ausländer) nicht möglich, sich von
DDR-Bürgern einladen zu lassen, welche dann die Genehmigung dafür bei der VP beantragten..
Das war nur bei Westdeutschen oder Westberlinern möglich.

Mit diesem Beitrag wurden folgende Inhalte verknüpft
10.07.2015 12:55von ( gelöscht )
Antwort

0

0

Erstmal vielen Dank für die vielen Antworten!

In der Stelle aus dem Buch "Dokumente der Deutschland-Politik" heisst es:


Wiki sagt dazu: "Für Westdeutsche (Bürger der BRD) und Ausländer war die Einreise mit einem gültigen Reisepass nach direkter Visumerteilung an der Grenzübergangsstelle sofort möglich, allerdings nur für das Stadtgebiet von Ost-Berlin" - wenn also der Wohnsitz bei Ausländern egal ist und sie wie Westdeutsche

Ich würde jetzt davon ausgehen, dass es also möglich war als Nicht-DDR / BRD / Westberlin- Bürger mit Visumserteilung an der Grenze einzureisen - es geht hier auch um ein Tagesvisum, kein längerer Aufenthalt und nur um das Gebiet Ost-Berlins - das macht wahrscheinlich auch nochmal Untzerschiede, ob man seine ausländische Ehefrau für 2 wochen zu Verwandschaftsbesuch mitnehmen möchte oder später noch nach Eberswalde möchte?

Grüße

avatar
( gelöscht )
10.07.2015 13:57von ( gelöscht )
Antwort

0

0

Zitat von Tino83 im Beitrag #25
Erstmal vielen Dank für die vielen Antworten!

In der Stelle aus dem Buch "Dokumente der Deutschland-Politik" heisst es:


Wiki sagt dazu: "Für Westdeutsche (Bürger der BRD) und Ausländer war die Einreise mit einem gültigen Reisepass nach direkter Visumerteilung an der Grenzübergangsstelle sofort möglich, allerdings nur für das Stadtgebiet von Ost-Berlin" - wenn also der Wohnsitz bei Ausländern egal ist und sie wie Westdeutsche

Ich würde jetzt davon ausgehen, dass es also möglich war als Nicht-DDR / BRD / Westberlin- Bürger mit Visumserteilung an der Grenze einzureisen - es geht hier auch um ein Tagesvisum, kein längerer Aufenthalt und nur um das Gebiet Ost-Berlins - das macht wahrscheinlich auch nochmal Untzerschiede, ob man seine ausländische Ehefrau für 2 wochen zu Verwandschaftsbesuch mitnehmen möchte oder später noch nach Eberswalde möchte?

Grüße

Meine Frau konnte damals auch für einen längeren Aufenthalt ohne Visa einreisen. Der Staat , dessen Pass sie hatte , hatte visafreien Grenzverkehr mit der DDR vereinbart.

avatar
( gelöscht )
10.07.2015 14:31von ( gelöscht )
Antwort

0

0

Das galt wahrscheinlich für die Schweiz und Großbrittanien nicht...

avatar
( gelöscht )
12.07.2015 14:57von passport
Antwort

0

0

Zitat von Tino83 im Beitrag #27
Das galt wahrscheinlich für die Schweiz und Großbrittanien nicht...


@Tino83

Hier einige Auszüge aus der PKO (Passkontrollordnung) der DDR. Sozusagen die "Bibel" der Passkontrolleure.

PKO Teil III

Grundsätze für die Genehmigung visapflichtiger Einreisen in die DDR zu einem befristeten Aufenthalt
Personen, die nicht von der Visapflicht befreit sind, benötigen für die Einreise in die DDR und ihre Wiederausreise ein Visum der DDR.
Visa bzw. Berechtigungen zum Empfang von Visa werden erteilt , wenn die Anträge auf Einreise in die DDR im Ergebnis eines Antrags- und Genehmigungsverfahrens von den dafür zuständigen Organen der DDR genehmigt wurden.


Allgemeine Bestimmungen über Visa zur Einreise in die DDR und zur Wiederausreise .

1. Zur Visaerteilung sind befugt
die Auslandsvertretungen der DDR
die HA Konsularische Angelegenheiten des Ministeriums für Auswärtige Angelegenheiten
die Visabüros SaBnitz und Warnemünde des Ministeriums für Auswärtige Angelegenheiten

~ dis PKE an den Grenzübergangsstellen
- das Ministerium des Innern und die Dienststellen der DVP - PM


Hier ein Auszug zum fografieren auf Grenzübergänge

PKO Teil IV

Publizistische Arbeiten, Film- und Fotoaufnahmen an Grenzübergangsstellen

3 . Wird festgestellt, daß Reisende an den Grenzübergängesteilen filmen oder fotografieren wollen, sind sie aufzufordern, dies zu unterlassen.
3.1» Bei bereits getätigten unberechtigten Aufnahmen kann, falls die Aufnahme von Kontroll- und Sicherungsanlagen bzw. Angehörigen der Kontrollorgane begrundet angenommen wird, deren Belichtung vom Reisenden gefordert werden




passport

Mit diesem Beitrag wurden folgende Inhalte verknüpft
12.07.2015 20:04von ehem. Hu
Antwort

0

0

Zitat von Gert im Beitrag #26

Meine Frau konnte damals auch für einen längeren Aufenthalt ohne Visa einreisen. Der Staat , dessen Pass sie hatte , hatte visafreien Grenzverkehr mit der DDR vereinbart.


Da fällt mir (bei NSW) mit normalem Reisepass nur Finnland ein mit dem die DDR Visafreiheit hatte.

friedliche Grüße Andreas

12.07.2015 20:15von ehem. Hu
Antwort

0

0

mal kurz quergelesen und wie folgt geantwortet:

PKO:
III./3/1 3.2

Einreisen zu einem befristeten Aufenthalt aus privaten
Gründen

sind bei Einreisen von Bürgern der BRD und Westberlinern
von den in der DDR wohnhaften Verwandten und Bekannten
bei den Dienststellen der DVP

von Bürgern anderer nichtsozialistischer Staaten bei
der Generaldirektion des Reisebüros der DDR
, die die
Anträge zur Prüfung an das PdVP Berlin weiterleitet.
zu beantragen.

War das die Frage?

friedliche Grüße Andreas

Bereits Mitglied?
Jetzt anmelden!
Mitglied werden?
Jetzt registrieren!