Fluchtversuch im Militärzug aus Gerwisch

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26.05.2015 12:54
#1
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Veröffentlicht am 07.12.2014


Ein kaum bekannter aber besonderst spektakulärer Fluchtversuch in einem alliierten amerikanischen Militärzug eines Gerwischers, fand 1961 in Gerwisch bei Magdeburg statt.
Das Besondere dabei war die daraus entstandenen diplomatischen Verwicklungen der beiden Siegermächte des 2. Weltkrieges, Sowjetunion und USA.
Im Weißen Haus in Washington entschied J. F. Kennedy persönlich über das Schicksal von Siegfried Pump aus Gerwisch.
Der daraus Kurze Zeit später entstandene Film (Verspätung in Marienborn / Stop Train 349 ) lief weltweit erfolgreich in den Kinos und wurde 1964 in Berlin beim deutschen Filmpreis mit dem Filmband in Gold, bestes Drehbuch ausgezeichnet wurde für den „Goldenen Bären nominiert und erhielt 1963 auf der Berlinale den Jugendfilmpreis.


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26.05.2015 16:55
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#2
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eine sehr berührende Geschichte. Ich habe mir versucht, vorzustellen, die Freiheit so nahe vor Augen zu haben und dann in letzter Sekunde doch noch in die Stasi Verliese abgeführt zu werden. Das einzige Verbrechen was ihm zur Last gelegt wurde, war, dass er von seinem Recht auf Selbstbestimmung Gebrauch machen wollte. Ein Arbeitssklave wollte sich unauffällig der Ausbeutung entziehen.


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26.05.2015 18:17
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#3
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Nachdem ich den Film verdaut habe, ist es mir wieder mal klar geworden, warum ich immer wieder gegen das unmenschliche Regime und ihrer Schergen in diesem Forum schreibe.
Alle, die das nicht so sehen wie ich, kann ich nur entgegen halten, dass ich sie als Verleugner entsprechender und nachweisbarer Tatsachen ansehe.
Ich muss auch dazu sagen, dass der amerik. Oberst eine Pfeife war. Ich hätte, ebenso wie der MP, bis Weihnachte gewartet. Die Sowjets hätten es nicht darauf ankommen lassen, das daraus ein Konflikt entsteht.
zoll


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26.05.2015 18:30
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#4
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Hi,
Wenn ich jetzt einen Spielfilm nicht als Dokumentation der allseligmachenden Wahrheit ansehe, sondern als Unterhaltung oder Kunst, bin ich dann ein Verleugner ?
Hans ( Vermutlich Verleugener)


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26.05.2015 18:38
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#5
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Zitat von Hans im Beitrag #4
Hi,
Wenn ich jetzt einen Spielfilm nicht als Dokumentation der allseligmachenden Wahrheit ansehe, sondern als Unterhaltung oder Kunst, bin ich dann ein Verleugner ?
Hans ( Vermutlich Verleugener)


@Hans
na ja, die Sequenz in dem Spielfilm war einfach Klamauk, wie das so in dieser Zeit üblich war. Aber der Kern der Geschichte ist für mich heute noch sehr berührend, weil ich in dieser Zeit gelebt habe und diese Sch.. Konfrontation in unserem Leben damals allgegenwärtig war.


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26.05.2015 18:47
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#6
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Zitat von zoll im Beitrag #3
Nachdem ich den Film verdaut habe, ist es mir wieder mal klar geworden, warum ich immer wieder gegen das unmenschliche Regime und ihrer Schergen in diesem Forum schreibe.zoll

Selber Scherge!
ansonsten kommst Du einige Jahre zu spät.

Zitat von zoll im Beitrag #3

Alle, die das nicht so sehen wie ich, kann ich nur entgegen halten, dass ich sie als Verleugner entsprechender und nachweisbarer Tatsachen ansehe.
Ich muss auch dazu sagen, dass der amerik. Oberst eine Pfeife war. Ich hätte, ebenso wie der MP, bis Weihnachte gewartet. Die Sowjets hätten es nicht darauf ankommen lassen, das daraus ein Konflikt entsteht.
zoll


Du hättest sicher ganz toll gehandelt, so wie Du auf Krawall gebürstet bist.
Wie tatsächlich gehandelt wurde, hat man bei P. Fechter gesehen.

Und das die Russen tatsächlich zu handeln fähig war, haben sie in Berlin mehr als einmal bewiesen.


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26.05.2015 19:02
avatar  linamax
#7
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Zitat von damals wars im Beitrag #6
Zitat von zoll im Beitrag #3
Nachdem ich den Film verdaut habe, ist es mir wieder mal klar geworden, warum ich immer wieder gegen das unmenschliche Regime und ihrer Schergen in diesem Forum schreibe.zoll

Selber Scherge!
ansonsten kommst Du einige Jahre zu spät.

Zitat von zoll im Beitrag #3

Alle, die das nicht so sehen wie ich, kann ich nur entgegen halten, dass ich sie als Verleugner entsprechender und nachweisbarer Tatsachen ansehe.
Ich muss auch dazu sagen, dass der amerik. Oberst eine Pfeife war. Ich hätte, ebenso wie der MP, bis Weihnachte gewartet. Die Sowjets hätten es nicht darauf ankommen lassen, das daraus ein Konflikt entsteht.
zoll


Du hättest sicher ganz toll gehandelt, so wie Du auf Krawall gebürstet bist.
Wie tatsächlich gehandelt wurde, hat man bei P. Fechter gesehen.

Und das die Russen tatsächlich zu handeln fähig war, haben sie in Berlin mehr als einmal bewiesen.


Es ist unfaßbar was du hier ab läßt . So was von Haß zerfressen .


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26.05.2015 19:23
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#8
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Zitat von linamax im Beitrag #7
Zitat von damals wars im Beitrag #6
Zitat von zoll im Beitrag #3
Nachdem ich den Film verdaut habe, ist es mir wieder mal klar geworden, warum ich immer wieder gegen das unmenschliche Regime und ihrer Schergen in diesem Forum schreibe.zoll

Selber Scherge!
ansonsten kommst Du einige Jahre zu spät.

Zitat von zoll im Beitrag #3

Alle, die das nicht so sehen wie ich, kann ich nur entgegen halten, dass ich sie als Verleugner entsprechender und nachweisbarer Tatsachen ansehe.
Ich muss auch dazu sagen, dass der amerik. Oberst eine Pfeife war. Ich hätte, ebenso wie der MP, bis Weihnachte gewartet. Die Sowjets hätten es nicht darauf ankommen lassen, das daraus ein Konflikt entsteht.
zoll


Du hättest sicher ganz toll gehandelt, so wie Du auf Krawall gebürstet bist.
Wie tatsächlich gehandelt wurde, hat man bei P. Fechter gesehen.

Und das die Russen tatsächlich zu handeln fähig war, haben sie in Berlin mehr als einmal bewiesen.


Es ist unfaßbar was du hier ab läßt . So was von Haß zerfressen .


Eberhard, der Hubert leidet nicht an Hass, sondern an unvorstellbaren Ohnmachtsgefühlen weil seine schöne sozialistische Welt nicht mehr so funktioniert, wie das mal im Zentralorgan gepredigt und prognostiziert wurde ( die höher entwickelte Gesellschaftsform auf dem Weg zum Kommunismus). Er gehört damit leider zu den Verlierern der ideologischen Auseinandersetzungen.


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26.05.2015 19:42
#9
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Zitat von zoll im Beitrag #3
Nachdem ich den Film verdaut habe, ist es mir wieder mal klar geworden, warum ich immer wieder gegen das unmenschliche Regime und ihrer Schergen in diesem Forum schreibe.
Alle, die das nicht so sehen wie ich, kann ich nur entgegen halten, dass ich sie als Verleugner entsprechender und nachweisbarer Tatsachen ansehe.
Ich muss auch dazu sagen, dass der amerik. Oberst eine Pfeife war. Ich hätte, ebenso wie der MP, bis Weihnachte gewartet. Die Sowjets hätten es nicht darauf ankommen lassen, das daraus ein Konflikt entsteht.
zoll

http://de.wikipedia.org/wiki/Scherge

Sich vielleicht mal mit den Regelungen/Gepflogenheiten/Spielregeln zw. den 4 Allliierten zur damaligen Zeit vertraut machen.
So wegen dem ; Ich hätte....

Lösungen gabs immer in solchen Fällen, nur nicht auf diesem Weg.


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26.05.2015 20:37
avatar  GZB1
#10
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Korrekt,
welche "wichtige Bedeutung" hatte ein einzelner Deutscher der die Beziehungen zwischen den Alliierten störte?

Keine!


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26.05.2015 20:44
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#11
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Zitat von linamax im Beitrag #7

Es ist unfaßbar was du hier ab läßt . So was von Haß zerfressen .


Das Kompliment gebe ich Euch gern zurück.
Einfach den Film bis zu Ende schauen würde schon helfen.


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26.05.2015 20:53
avatar  Mike59
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Zitat von zoll im Beitrag #3
Nachdem ich den Film verdaut habe, ist es mir wieder mal klar geworden, warum ich immer wieder gegen das unmenschliche Regime und ihrer Schergen in diesem Forum schreibe.
Alle, die das nicht so sehen wie ich, kann ich nur entgegen halten, dass ich sie als Verleugner entsprechender und nachweisbarer Tatsachen ansehe.
Ich muss auch dazu sagen, dass der amerik. Oberst eine Pfeife war. Ich hätte, ebenso wie der MP, bis Weihnachte gewartet. Die Sowjets hätten es nicht darauf ankommen lassen, das daraus ein Konflikt entsteht.
zoll


Mein Beileid hast du.


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26.05.2015 20:57
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#13
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Um mal auf die Fakten zurückzukommen:

http://www.gemeinde-biederitz.de/news/1/...%BCchtling.html
Zitat" Mehr als 14 Stunden nach dem Zug DB 6710 unter Dampf in Marienborn stand, wird Siegfried Pump der Staatssicherheit übergeben und vier Monate später vom I. Strafsenat des Bezirksgerichts Magdeburg zu 21 Monaten Haft verurteilt."

Also, nichts mit Sibirien...


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26.05.2015 23:01
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#14
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94

Paar Wochen später gelang eine Flucht ...

7. Dezember 1961: Zwei junge Männer, die Kragen ihrer Mäntel hochgeschlagen, betreten gegen 21 Uhr die Bahnhofskneipe in Gerwisch, einem kleinen Nest bei Magdeburg. Sie wissen genau, dass der Zug, den sie nehmen wollen, dort nicht halten wird. Am Tresen trinken sich Peter Albrecht (22) und sein Freund Curt Kain (23) ein bisschen Mut an.
Sie warten auf den amerikanischen Militärzug, den »Freedom Train«, der seit dem 8. Dezember 1945 zwischen Berlin und Frankfurt am Main pendelt. Er ist amerikanischen Soldaten und deren Familienangehörigen vorbehalten. Diese Züge dürfen von der DDR nicht kontrolliert werden. Nur an der Grenze Helmstedt/Marienborn überprüfen die Russen anhand von Listen die Zahl der Passagiere.
An der Brücke kurz nach dem Bahnhof wird gebaut. Dort fährt der Zug langsam, Peter Albrecht und Curt Kain wollen aufspringen.
Sie ahnen nicht, dass wenige Tage zuvor, am 22. November 1961 bereits ein 20-jähriger aus Gerwisch genau das versucht hatte. Dabei wurde er vom Zugbegleiter der DDR-»Reichsbahn« beobachtet. Der gab heimlich Alarm und die Russen hielten den DB 610 am Grenzbahnhof Marienborn auf. Sie durften den Zug zwar nicht betreten, aber ihn nach Gutdünken aufs Abstellgleis schieben, so lange sie wollten, durften sie. Die Sache geriet damals zur diplomatischen Affäre, bis Präsident John F. Kennedy persönlich entschied, Siegfried Pump an die ostdeutschen Behörden auszuliefern. Wegen eines Flüchtlings wollte man keinen Ärger.
Als der »Freedom Train« heran keucht, sind die beiden an den Gleisen. Der Zug fährt schneller, als sie gehofft hatten. Trotzdem springen sie. Albrecht ist ein trainierter Sportler. Er war Vize-DDR-Meister im Geräteturnen der Jugend, gehört zur Jugend-Nationalmannschaft. Auch Handballer Kain hat genügend Kondition, um aufzuspringen. Die beiden haben unverschämtes Glück, denn sie treffen zufällig die einzige Tür des Zuges, die nicht durch einen Drahtbügel zusätzlich von innen gegen Aufsperren gesichert ist.
Plötzlich stehen die beiden vor einem US-Offizier. Er will wissen, ob jemand die blinden Passagiere gesehen hat. Das war nicht der Fall. Nur deshalb dürfen sie bleiben. Die Grenzpassage erfolgt ohne Zwischenfälle. Die Amerikaner geben ihnen Militärjacken und Käppis, dann dürfen sie in Helmstedt, dem »Checkpoint Alpha«, den Zug verlassen.
Frei sind Peter Albrecht und Curt Kain noch nicht, denn die Amerikaner fürchten, die Stasi steckt hinter der ganzen Geschichte. So werden sie von den verschiedensten Dienststellen befragt, der Höhepunkt ist der Lügendetektor der CIA. Doch die beiden Magdeburger haben nichts zu verbergen. Kain arbeitet später bis zur Rente bei VW in Wolfsburg, Albrecht führt eine Firma in Braunschweig.

gefunden bei http://download.e-bookshelf.de/download/...TML/index.xhtml


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26.05.2015 23:12
#15
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Zitat von zoll im Beitrag #3
Nachdem ich den Film verdaut habe, ist es mir wieder mal klar geworden, warum ich immer wieder gegen das unmenschliche Regime und ihrer Schergen in diesem Forum schreibe.
Alle, die das nicht so sehen wie ich, kann ich nur entgegen halten, dass ich sie als Verleugner entsprechender und nachweisbarer Tatsachen ansehe.
Ich muss auch dazu sagen, dass der amerik. Oberst eine Pfeife war. Ich hätte, ebenso wie der MP, bis Weihnachte gewartet. Die Sowjets hätten es nicht darauf ankommen lassen, das daraus ein Konflikt entsteht.
zoll



Wer hier die Pfeife lass ich mal offen

Hast Du etwa geglaubt das die Allierten wegen einen DDR-Deutschen den 3. WK beginnen ?

Der amerikanische Oberst hat korrekt gehandelt.

Hier noch ein Beispiel :

Wir hatten auf Marienborn / A. mal einen ähnlichen Fall gehabt. Amerikanische Militärangehörige versuchten DDR-Bürger mit einen PKW auszuschleusen. Am sowjetischen KP wurde das Kfz. gestoppt. Letzendlich trafen sich der amerikanische und sowjetische Kommandant und klärten diese Angelegenheit. Selbstverständlich nach Information an die jeweiligen Oberkommandos ihrer Streitkräfte in D.
Danach befahl der amerikanische Kommandant seinen Militärangehörigen den Kofferraum zu öffnen. Die DDR-Bürger wurden dann den sowjetischen Soldaten übergeben und landeten danach logischerweise bei uns. Ein paar Tage wurde uns mitgeteilt das die amerikanischen Soldaten bereits Europa verlassen hatten.
Auch in der Zeit des "Kalten Krieges" setzten die Allierten ihre Besatzungsrechte durch. Wegen irgendwelcher Flüchtlinge riskierte man keinen politischen Zwischenfall.


passport


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