Glienicker Brücke Baker

15.05.2015 16:08 (zuletzt bearbeitet: 15.05.2015 17:50)
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#1
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Potsdam = Aus den Geschichtsanalen der Passkontrolle Potsdam -Rückerinnerung


James Baker , Außenminister der USA, in Potsdam zum
Staatsbesuch im November 1989
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Es waren wohl die letzten Tage der DDR, als ich die Aufgabe bekam, die Grenzpassage des US-Außenministers James Baker an der GÜST Glienicker Brücke abzusichern. Schnelle und höfliche Abfertigung war wie immer angesagt !!! Für die noch existierende DDR war das eine bedeutsame Sache, es ging um ein Zusammentreffen mit dem Ministerpräsidenten der DDR, Hans Modrow, im Interhotel Potsdam. Im Vorfeld des Geschehens empfing ich das "Vorauskommando" des States Department in Gestalt einer Frau und eines Mannes. Ich machte sie mit den Gepflogenheiten sowie der Geschichte der Glienicker Brücke vertraut, wir machten einen Rundgang. ich schilderte die Ereignisse der Grenzöffnung und konnte alle Fragen zur Geschichte der Brücke sachkundig beantworten. Wir saßen dann im Dienstgebäude der Passkontrolleinheit bei einer Tasse Kaffee zusammen. Die Einreise nach Potsdam verlief problemlos und ich konnte dies meinem Vorgesetzten in Berlin melden.




Glienicker Brücke in Potsdam




Diese Zusammenkunft wurde in den Medien entsprechen gewürdigt.




Aber wie sollte die Rückreise organisiert werden? Der Zeitpunkt konnte mich bzw. die Kontrollkräfte wie ein Blitz aus heiterem Himmel treffen. Was also tun? Findigkeit war angesagt, wie schon in anderen Fällen. Nachdem ich meinen Entschluss gefasst hatte
machte den damaligen Leiter der Passkontrolleinheit, Major Günther Kopsch mit meiner Idee vertraut und sagte: "Günther, du begleitest mich jetzt zum Kontrollpunkt der Westberliner Polizei," Er sah mich ungläubig an und bemerkte, dass wir dies nicht machen können bzw. dies verboten sei. Ich entgegnete, "Hier befehle ich, du brauchst nur mitkommen."
Wir überschritten den "weißen Strich" , der die Staatsgrenze markierte, und ich stellte mich dem diensthabenden Westberliner Polizisten vor mit den Worten: "Oberstleutnant Behrendt, Passkontrolle der DDR. Ich möchte jemanden aus dem Begleitkommando von Außenminister Baker sprechen". Er holte einen dieser Männer herbei und auch hier stellte ich mich mit Namen und Dienstgrad vor. Er ging auf mein Anliegen ein und versprach, mich zu informieren, wenn Harr Baker den Tagungsort verließ. Dies geschah dann auch und Herr Baker konnte den Schlagbaum auf der Brücke ohne jegliche Kontrolle in Richtung Berlin passieren.

Meine "Mission" war erfüllt und ich konnte meinem Vorgesetzten in Berlin Vollzug melden.
Anzumerken sei noch, dass mir die Leiterin des Vorauskomando ein Schreibetuie mit Inhalt überreichte, welches ich heute noch in meinem Besitz habe.










.

Präsent des States Department


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15.05.2015 16:17
avatar  seaman
#2
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Zitat von PKE im Beitrag #1
Potsdam = Aus den Geschichtsanalen der Passkontrolle Potsdam -Rückerinnerung


James Baker , Außenminister der USA, in Potsdam zum
Staatsbesuch im November 1999
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Ist der Abend des 12.Dezember 1989 gemeint?

seaman


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15.05.2015 16:42
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#3
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Kaum zu glauben, dass es für die Ein/Ausreise eines hohen Staatsgastes kein penibles Protokoll gab. Aber in diesen Zeiten war wohl alles ein wenig anders....


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15.05.2015 17:02
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#4
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in 1999 kann das nicht passiert sein, da war unser PKE nicht mehr im Amt und die DDR schon 9 Jahre Geschichte
@PKE, offenbar hast du im Eröffnungsbeitrag dein Geschenk der US Begleitung von Baker zeigen wollen, ich sehe aber nur leeren Raum.
Hab ich das falsch interpretiert/verstanden?

Gruß Gert


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15.05.2015 17:24 (zuletzt bearbeitet: 15.05.2015 17:24)
#5
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Zitat von SiK90 im Beitrag #3
Kaum zu glauben, dass es für die Ein/Ausreise eines hohen Staatsgastes kein penibles Protokoll gab. Aber in diesen Zeiten war wohl alles ein wenig anders....

Eigentlich hätte die Information ja aus dem Büro des Chefs des Protokolls des DDR-Außenministeriums kommen müssen, vorzugsweise an Mitarbeiter von Sicherheitsorganen, die schon vorgängig an alle wichtigen Orte kommandiert wurden. Durchaus möglich, dass solch heikle Mission vor der Wende vom MfS gemanagt wurden und man jetzt improvisieren musste.
Theo


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15.05.2015 17:28
#6
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Ein Spruch für alle Lebenslagen :


Hilf dir selbst, sonst hilft dir keiner



passport


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15.05.2015 17:30
avatar  Lutze
#7
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Die Sicherheitsmitarbeiter der DDR hatten im Dezember 89
viel wichtigeres zu tun,da mußten jede Menge an Unterlagen
geschreddert werden
Lutze

wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren


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15.05.2015 17:36
#8
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Na @Lutze , so schlimm kann es nicht gewesen sein. Deine Akte war ja auch noch vorhanden



passport


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15.05.2015 17:42 (zuletzt bearbeitet: 15.05.2015 17:50)
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#9
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Zitat von Gert im Beitrag #4
in 1999 kann das nicht passiert sein, da war unser PKE nicht mehr im Amt und die DDR schon 9 Jahre Geschichte
@PKE, offenbar hast du im Eröffnungsbeitrag dein Geschenk der US Begleitung von Baker zeigen wollen, ich sehe aber nur leeren Raum.
Hab ich das falsch interpretiert/verstanden?

Gruß Gert


Mir war sofort klar das ist nur ein Schreibfehler.


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15.05.2015 17:51
avatar  Pitti53
#10
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Habe mir mal erlaubt den Schreibfehler zu korrigieren


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15.05.2015 18:05 (zuletzt bearbeitet: 15.05.2015 18:08)
#11
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Eine Ehrenkompanie an der Brücke gab es dann wohl auch nicht



Chilenische Ehrengarden..


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07.03.2021 07:56
#12
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"Mobility, Vigilance, Justice"

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07.03.2021 08:05 (zuletzt bearbeitet: 07.03.2021 08:05)
#13
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Ehrengeleit bei der Überführung der Leiche von Major Arthur D. Nicholson über die Glienicker Brücke nach West-Berlin.
https://img.welt.de/img/geschichte/mobil...er-den-le-2.jpg

"Mobility, Vigilance, Justice"

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