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#101

RE: Hallo! Kann jemand mir helfen? :)

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 22.04.2015 20:43
von DoreHolm | 9.031 Beiträge | 6858 Punkte
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Zitat von Ostlandritter im Beitrag #97
Zitat von Merlini im Beitrag #96
Da ist ja einer besonders schießgeil. Kann es manchmal sein, dass er wegen Unzuverlässigkeit nie mit zum schießen durfte? Wer seinen Frust mit der Kaschi bekämpfen will, der sollte vielleicht doch mal zum Arzt gehen. Dem User kann geholfen werden.Es soll da schon ganz gute Medikamente geben. Ich bin nur froh, dass es nur wenige User im Forum gibt, die diese Ansichten teilen. Das ist die Sorte der Will fähigen, die auf Befehl alles machen würden. Die gab es zwar schon immer, aber es hat nie ein gutes Ende genommen. Kann man alles in den Geschichtsbüchern nachlesen.

Der Hesselfuchs





Ich würd ihm gern mal ´ne Übungsstunde mit meinem "Schultermörder K98" andrehen,-
bis sich sein Zustand wieder normalisiert hat...


Grün: Oh ja, kann ich nachfühlen. Hatte am Montag 10 Schuss mit dieser Knarre (ZF auf 200 m) abgegeben, dgl. 10 mit der großkalibrigen Remington. Bei jedem Betätigen des Abzuges erwartet man den Schlag in die Schulter, wenn man dabei keinen dicken Pullover anhat.



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#102

RE: Hallo! Kann jemand mir helfen? :)

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 22.04.2015 23:35
von Kalubke | 3.078 Beiträge | 2941 Punkte
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1. Name: Kalubke
2. Alter: 52
3. Geboren in (Stadt): Ostberlin
4. Geleben in: Ost-Berlin, gelernt und studiert in Sachsen

5. Was ist für Sie Ostalgie?
sentimentale Verklärung der DDR-Verhältnisse
6. Was vermissen Sie von DDR?
den unbefangeneren und unkomplizierten zwischenmenschlichen Umgang
7. Wie können Sie Ostalgie erklären? Welche sind die Grunden von Ostalgie?
Enttäuschung über die gesellschaftliche Entwicklung den letzten 20 Jahren
8. Warum die Leute vermisst das Leben in DDR?
siehe 7
9. Was war besser als Heute in die DDR? Und was war schlechter?
schlechter: Miss- und Mangelwirtschaft, Einschränkungen der Meinungs-, Presse- und Reisefreiheit, politische Dogmen und Bevormundung
besser: siehe 6, Geld, Status und materielle Dinge standen bei vielen (nicht bei allen) nicht so im Vordergrund wie heute, weniger existenzieller Stress als heute

10. Die DDR hatte mehr Vorteile oder Nachteile? Welche?
mehr Nachteile, siehe 9
11. Sind Sie einverstanden mit der Idee, dass die Leute von Ost-Deutschland nicht eine Vereinigung wollte, sondern eine bessere DDR?
Nein, das war stets eine Minderheit, die aber als erstes politisch in Erschinung trat, während sich die Masse zunächst noch abwartend verhielt.
12. Die Repression war wirklich so hart wie beschrieben?
Nur, wenn man offen gegen Staat und SED autrat, bzw. wenn man die Absicht hatte, die DDR unerlaubt in Richtung Westen zu verlassen und noch nicht im Rentenalter war.
13. Wass möchten Sie von DDR ändern, wenn Sie zurück zu dieser Zeit gehen konnten?
siehe 9. (schlechter)
14. Wie können Sie eine so grosse Nummer von Spionen (oder “Informelle Mitarbeiter”) erklären?
die SED war sich ihrer Macht nie sicher und hatte Staatskrisen (17. Juni) erlebt und knapp überstanden, das führte zu einem übersteigerten Sicherheitsbedürfnis gegenüber der eigenen Bevölkerung
15. Wie ist Ihren Leben nach der Vereinigung geändert?
bin beruflich in die Selbständigkeit gewechselt, wäre zu DDR-Zeiten so nicht ohne weiteres möglich gewesen
16. Fühlen Sie sich verschieden von ex-West Deutsche? In welche Sinne? (oder: Denken Sie, dass Ost Deutsche noch verschiedene von West Deutsche sind?)
25 Jahre gemeinsame Vergangenheit haben die Menschen in Ost und West einander angenähert, es gibt aber noch Mentalitätsunterschiede, die auf der unterschiedlichen Sozialisierung in der Zeit vor 1989 beruhen
17. Was haben Sie gefühlt, als der berliner Mauer gefallen ist? Was haben Sie gemacht in diesem Moment?
war ein aufregender und unfassbarer Moment
18. Wie haben die DDR-Zeitungen und Fernsehen die Mauerfall erklärt?
gar nicht, weil es ein chaotischer Akt war, es wurde nur verkündet, dass ab dem 10.11.1989 Freizügigkeit im Reiseverkehr besteht
19. Was vermissen Sie am meistens von DDR?
siehe 6.
20. Waren Sie nach der Vereinigung zufrieden? Wann haben Sie begonnen, etwas von DDR zu vermissen?
als sich Veränderungen in der Mentalität der ehem. DDR-Bürger abzeichneten, die sich wegen der neuen gesellschaftlichen Verhältnisse begannen zu entwickeln
21. Sind Sie in heutige Deutschland zufrieden?
persönlich ja,
22. Denken Sie dass heutige Deutschland wirklich vereinigt ist?
verwaltungstechnisch und infrastrukturell ja, politisch noch nicht ganz
23. Haben Sie einige Anekdote oder Erzählungen über Ihren Leben in DDR? (Können Spass machen, ärgern, traurig machen… Fühlen Sie sich frei!)
habe als Student an dem subkulturellen Happening "Wasunger Karneval" teilgenommen und verschiedenste bizarre Siuationen erlebt:
auf der Anreise per Anhalter in Oberhof von der Polizei festgenommen und im Zug nach Erfurt zurückgeschickt worden,
aus dem Zug gesprungen und nachts 30 km über den Rennsteig nach Südthüringen gelaufen,
eine ganze Stadt voller DDR-Hippies und -Hedonisten im Ausnahmezustand erlebt und die Volkspolizei stand machtlos drum herum,
nähere Schilderungen des Geschehens werde ich mal lieber nicht abgeben, aus Sitte und Anstand


Gruß Kalubke



Elch78 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 24.04.2015 08:50 | nach oben springen

#103

RE: Hallo! Kann jemand mir helfen? :)

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 29.04.2015 09:41
von Hackel39 | 3.509 Beiträge | 2210 Punkte
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Zitat von ek40 im Beitrag #74
[quote=Hackel39|p464762][quote=ek40|p464749][quote=Merlini|p464744] Ich weis ja nicht wo Du gelebt hast und warum Du bestimmte Privilegien hattest, aber was du schreibst entspricht nicht der Realität.


Nur ein belegtes Beispiel zum Thema aus meiner Heimat stand am 17. April in der Zeitung.
Es geht um den "Modezar Bormann aus Schönebeck".
Einfach mal die 2 Seiten lesen. http://www.volksstimme.de/nachrichten/lo...choenebeck.html
Persönlich kenne ich einige Leute aus meiner Stadt,denen es genauso erging.
Ob Gurkenquetsche oder Textilfabrikant,sie ereilte das gleiche Schicksal.

Mit welchem Ergebnis,ist uns allen bekannt........
Mit Verlaub,deswegen kann ich es nicht nachvollziehen,wenn hier im Thread davon gesprochen wird,dass es soetwas (Einengung/Gängelung usw.) nicht gab.
Das ist einfach unwahr!
Menschen wurden vertrieben und enteignet,wurden (nicht nur im Westen) mit Berufsverbot belegt!
Wie nennt man denn soetwas dann?

Gruß ek40



Zu meinen "Privilegien":
Vater. Schlosser im Braunkohlekombinat Etzdorf
Mutter: Köchin MITROPA Halle, beide ohne staatliche Auszeichnen oberhalb "Kollektiv der sozislistischen Arbeit", keine leitenden Funktionen im Staatswesen/ Betrieb
Einheirat in Funktionärs- oder ähnliche "Führungs"- Familien: Fehlanzeige
Beruf: Lokführer ununterbrochen seit 1984.
Ich hab keinerlei persönlichen Grund mich mit den Eliten der DDR nachträglich zu solidarisieren, mir geht es um die reine Aufarbeitung der DDR- Geschichte und die war kein übersichtliches Fußballfeld auf dem man alle Fouls und genialen Spielzüge von den Rängen aus überblicken konnte.
Deshalb sind auch solche Geschichten wie über den Modezar von Schönebeck notwendig, um die vertanen Chancen der DDR zu analysieren und auf dem ersten Blick sieht man erstmal zwei Parteien, nämlich eine, die zu Differenzierungen und pragmatischer Arbeitsweise im Sinne des Fortschritts bereit war und eine andere, die Neid und Gleichmacherei propagierte, weil sie (vermeintlich) nicht teilhaben konnte an dieser Erfolgsgeschichte.
Was also tun ?
Natürlich kann man sich es mit dem Wissen von heute doch leicht machen und sagen: Die blöden Parteibonzen hätten denen doch einfach nur vertrauen können nach dem Motto "Leben und Leben lassen", aber kann man sich das vor dem Hintergrund, für ein ganzes Volk Verantwortung zu haben wirklich so einfach machen ?
Es ist doch keinesfalls so, daß man einfach nur die Volkswirtschaft aus einer Kombination solcher Nischen zu einem funktionierenden Komplex zusammenfassen konnte, da war doch immer noch die höherwertige Notwendigkeit die nahezu 100%ige Einbeziehung des arbeitsfähigen Volkes in Wertschöpfung und Verteilung zu organisieren und dieses Anliegen wäre auch für das jetzige System (aus Aufstockern, Subventionsempfängern, Generation "Praktikum") die optimale Struktur, die in der Marktwirtschaft zwar nicht erreichbar, aber dennoch anzustreben ist, allein schon aus der Sicht der Profitmaximierung und humankapitalistischen Ressourcenerschließung und somit zur Stabilisierung des Staats- und Gemeinwesens.
Man kann diese Enteignungen aus einem einzigen wichtigem Grund nicht undifferenziert als Unrecht bezeichnen, wobei es das im Einzelfall so gewesen sein könnte.
Was wäre denn geworden, wenn sich in der Masse eine Oberschicht herausgebildet hätte, die über ihre internationalen Netzwerke und Mobilität losgelöst von der politischen (und gewählten) Führung ihr eigenes Süppchen gekocht hätte ?
Wenn auch der Modezar fair und anständig war, so ist es doch im Allgemeinen nicht das Wesen des Kapitalisten, erst recht nicht wenn eine ruinöse Konkurrenz um die Arbeitsplätze seine Gewinnperspektiven auf eine ungesunde Ebene verschieben würde, einer Ebene der anonymen Macht wie wir sie heute Tag für Tag zu spüren bekommen.
Ich bin selbst bei einem durch und durch fairen Arbeitgeber angestellt und weiß das zu schätzen, ich weiß wo ich hergekommen bin (als mich die Staatsbahn in den Dreck -die Zeitarbeit- zu treten versuchte) und was ich denen zu verdanken habe.
Ich weiß aber auch, daß die mich brauchen, weil niemand sonst ihre profitablen Züge in dieser Flexibilität, Effizienz und Qualität ans Ziel bringen würde, genauso wie Herr Borman seine Schneiderinnen brauchte, um seine Klamotten an den Kunden zu bringen, es sind temporäre Partnerschaften mit einem gemeinsamen Ziel und weil diese Partnerschaften nicht zwingend ideal verlaufen würden, gab es eben die Einmischung der SED, die bis zu einem gewissen Grade verständlich war.
Dieser einzige Grund, daß man eben in niemanden hineinschauen kann, um seine strategischen Absichten (die durchaus zum Nachteil des Volkes, der Leistungsgerechtigkeit, der Demokratie ausgehen könnten...) abzusehen, verbunden mit der Gefahr der grassierenden parasitären Lebensverhältnisse (Stichwort Millionenerben) könnte zur Legitimation dieser Verstaatlichungswelle beitragen, eben das inzwischen berechtigte Mißtrauen dahingehend, daß der Markt eben nicht zur Selbstheilung in der Lage ist, schon gar nicht mit Blick auf die globalen Vorgänge.
Wie gesund es ist, bereits innerhalb der folgenden Generation in einem überfremdeten Land bis 74 arbeiten zu müssen wird sich irgendwann auch den Kritikern und Skeptikern des DDR- Modells erschließen, bis dahin verbleibe ich mit freundlichen Grüßen, Hackel.


94, Udo und Pitti53 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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