Grenzzwischenfall bei Mustin (1976)

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29.03.2015 17:42von ( gelöscht )
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Grenzzwischenfall bei Mustin (1976)

Am 24.7.1976 wurde der Bundesbürger Willi B. (vollständiger Name wurde damals in der Presse bekannt gegeben, ich will hier trotzdem von der Nennung absehen) nordöstlich Mustin durch DDR-Grenzsoldaten angeschossen und schwer verletzt.
Gibt es hier im Forum jemanden, der seitens der Grenztruppen Zeuge dieses "Zwischenfalls" war? Siehe auch
g895p14444-Grenzzwischenfall-im-Jahr.html

29.03.2015 18:42von Kalubke
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Vom Datum her war das 3 Wochen nach dem tödlichen Grenzzwischenfall mit Gartenschläger. Der Ort müsste hier sein (siehe Karte). Gibts nähere Infos, warum sich Willi B. über die Grenze begeben hat? Die Führungsstelle der GK Thurow stand unmittelbar am Tatort hinter dem GZ I. Ich weiß aber nicht, ob das 1976 schon so war.

Gruß Kalubke

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29.03.2015 19:30von ( gelöscht )
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29.03.2015 20:07von Kalubke
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Hab auch noch was gefunden. Über diesen Vorfall gibt es die ZAIG-Information des MfS Nr. 531/76 (http://www.ddr-im-blick.de/Hubert_Co|BStUINTERNET/html/6132ivhfknvg_/S1018_600_de_1154501941/MAINTAB%5Etoc_sheet/_OLINK_TOC+CL+173837)

Gruß Kalubke

p.s Der Link direkt aus dem Beitrag funzt nicht, Du musst den Link in die URL-Zeile Deines Browsers kopieren.

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29.03.2015 20:45von Kalubke
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Also m. E. hat der Grenzer da etwas überreagiert noch dazu bei einem Angetrunkenen. Warum hat er ihn nicht einfach zurückgeschickt, so wie das bei dem Mercedes Fahrer im Grenzabschnitt der GK Bonese gemacht wurde (siehe ZAIG-Info weiter unten)?

Gruß Kalubke

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29.03.2015 23:05von ( gelöscht )
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@Krelle

Schau mal bei www.ddr-im-blick.de unter 22 und 30.06.1976 Nr. 466/76 und 485/76

Flucht eines BGS Angehörigen in die DDR..in "Deinem" alten Abschnitt. Nur ein paar Jahre zuvor.

Gruß Rothaut

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29.03.2015 23:41von Kalubke
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Grenzsäule 75, da muss er ja von den Wesloer Tannen aus durch den schmalen Waldstreifen zwischen den Wiesen am Landgraben in die Palingener Heide rüber gemacht sein. Darüber ist sogar die "AG" (vielleicht Arbeitsgruppe Grenze?) des KGB in Berlin-Karlshorst informiert worden (siehe Verteiler). Möglicherweise war er schon vorher mit denen verbunden.

Gruß Kalubke

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30.01.2016 17:11von Ratze
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Zitat von Kalubke im Beitrag #2
Vom Datum her war das 3 Wochen nach dem tödlichen Grenzzwischenfall mit Gartenschläger. Der Ort müsste hier sein (siehe Karte). Gibts nähere Infos, warum sich Willi B. über die Grenze begeben hat? Die Führungsstelle der GK Thurow stand unmittelbar am Tatort hinter dem GZ I. Ich weiß aber nicht, ob das 1976 schon so war.

Gruß Kalubke




Moin
der B. ist mit seinem Auto zur Grenze gefahren und hat es vor der ersten Sperre abgestellt. Er ist dann über dei Grenze gegangen, weil er annahm, der Grenzverlauf ist am Zaun. Der Anruf der Grenzsoldaten von der Postenstellung jenseits des Zaunes wurde von 2 Zeugen gehört und die folgenden 2 Schüsse auch. Nach der Auswertung der Stasiunterlagen sollen 66 Schuss gefallen sein, wovon nur 2 frafen. (Ihr könnt doch nicht auf mich schießen, Sandra Pingel - Schliemann)Ein weitere Zeuge vom Zoll hat nur drei Schüsse mitbekommen. der dritte soll abgegeben worden sein, als ein Bergungstrupp vom Führungspunkt kam, um den Angeschossenen zu versorgen. Nach ärztlicher Versorgung in Schönberg wurde er ca. 4 Wochen später abgeschoben und forderte auch auf westlicher Seite einen Zaun. Bei Interesse kann ich die Zeitungsartikel aus dieser Zeit zur Verfügung stellen.

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30.01.2016 17:31von ( gelöscht )
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Knapp drei Monate nach Gartenschläger so siehe #1 von Krelle, ich meine so bei mir, da war im Grenzkommando Nord noch der "Übersensible" drin. da wurde Alles mit mehr als wachem Auge gehandhabt, gesehen. Deswegen wohl auch diese ....ich nenne es mal Überreaktion.

Rainer-Maria der das schon mal schrieb, was nach Gartenschläger für tolle Schilderungen der ganzen Sache(ohne das Namen genannt wurden) bei uns im Stab kursierten. Realität wurde zum ....Jeder spann was dazu, am Ende hing der Kerl mausetot über den Zaun, wohl mit der Hand an der Mine...und Fotos soll es auch noch...ne wirklich, ist nicht zum lachen aber so müssen früher die Märchen entstanden sein?

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31.01.2016 04:07von ( gelöscht )
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Moin Ratze , wir haben uns vor wenigen Stunden bei der Lesung verabschiedet und sind schon wieder an der Grenze .

Die Zeitungsausschnitte wären toll , bitte einstellen . Es gab , wimre auch Fotos von der Situation in den Zeitungen . Wir mit Stahlhelm , aber keine Munition in den Magazinen , Schlüssel von der Mun.Kiste vergessen .

Der Grenzsoldat hatte durch den MGZ geschossen , von Höhe der B208 , das hinterließ im MGZ sichtbar Beschädigungen .

Uns wurde damals gesagt , ein Zöllner hätte versucht dem GV ein Seil zuzuwerfen , um dies zu verhindern wurde durch die GT in den Boden zwischen MGZ und Grenze in der Nähe des Zöllners geschossen . So die uns damals genannte Lage vor Eintreffen der Bereitschaftsgruppe aus Ratzeburg .

B208

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31.01.2016 11:58von Ratze
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Also ein Beamte GZD RZ war als Zweuge vor Ort und er wollte helfen, aber die Bedrohung mit der Schußwaffe durch die GrTr war vorhanden.
Soweit zu der Feststellung, ob ein Seil geworfen wurde, habe ich nirgends gefunden.

Meine Erinnerungen und Ergebnisse meiner Recherchen hat folgenden Ablauf von Westseite beobschtet ergeben:

W. Bubbers hatte die Grenze bei Mustin am 24.07.76 überschritten und war von Angehörigen der GrTr vom bKw aus beschossen und verletzt worden. Dieser Fall ist im Buch von Frau Dr. Pingel - Schlimann ausführlich beschrieben worden. Die Anzahl von ca. 60 abgegebenen Schüssen zeigt, wie nervös und angespannt die Soldaten waren, denn der Verletzte wies nur 2 Einschüsse auf.
Nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus in Schönberg/DDR forderte er nun die bessere Markierung der Grenze, direkt am Grenzverlauf.
Die Welt hatte bereits am 25.07. zum Schusswaffengebrauch am 24.07. an der B 208 berichtet. In den Lübecker Nachrichten waren Bilder vom „Tatort“ abgedruckt. Die DDR Führung machte die Bundesregierung dafür verantwortlich, dass Schüsse gefallen waren. „Wer die Grenze nicht als Staatsgrenze betrachte, fordert Menschen direkt auf, diese zu überschreiten.“
Im Monatsbericht des Zolls wurde u.a. beschrieben, dass Bubbers von jenseits des MGZ beschossen wurde, nachdem er die Grenze überschritten hatte und sich nach dem Schusswaffeneinsatz bis auf 10 m in Richtung Bundesgebiet zurückschleppen konnte. Eintreffende Zollbeamte, die erste Hilfe leisten wollten, wurden durch einen Warnschuss gestoppt. Bubbers kehrt in einem Kfz der ständigen Vertretung am 10.08. über den Grenzübergang HL – Schlutup zurück.
Der zuständige Kriminalbeamte der Kriminaldirektion Süd HL schrieb den Sachverhalt auf und setzte die entsprechende Meldung über die Fernschreibstelle der Landespolizei Ratzeburg ab. Danach war Bubbers mit seinem Auto zur B 208 gefahren und hatte die Grenze in Richtung MGZ überschritten, als er von zwei Soldaten angeschossen wurde, die an einer Postenstellung standen. Ein Zeuge hatte zwei Schuss gehört. Bubbers soll an der Schulter und Leiste geblutet haben. Es wurden noch drei weitere Schüsse abgegeben, ob gezielt oder nicht, ist nicht bekannt. Kurz darauf wurde vermutlich ein Warnschuss gegen einen Zollbeamten abgegeben, der Erste Hilfe leisten wollte. Der Unterschied bei den abgegebenen Schüssen (Dr. Pingel – Schliemann zu den Zollberichten) ist auf die verwendeten Quellen (Stasiunterlagen bzw. der Zeugen vor Ort) zurückzuführen. Die Verstärkung in Stärke von fünf Soldaten kam mit Waffen im Anschlag. Vor Erreichen des Verletzten gab einer der Soldaten einen weiteren Schuss ab. Der ca. 1 m vom Verletzten entfernt in die Erde einschlug. Zwei Soldaten trugen den Verletzten zu einem jenseits MGZ abgestellten Lkw und verluden ihn. Zur Besuchserlaubnis der Ehefrau, zur möglichen Anklage gegen Bubbers in der DDR, zu seiner Freilassung in Begleitung eines Mitarbeiters der ständigen Vertretung sind verschiedene Artikel erschienen.

Als Anlage versuche ich den Bericht des Kommissariates Süd der Polizei Lübeck anzufügen.
Es folgen später dei Zeitungsabschnitte aus Welt und Lübecker Nachrichten.

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31.01.2016 12:04von Ratze
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Hier einige Zeitungsausschnitte aus der Zeit Quellen LN und Welt vom 25.07 - 13.08.76






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31.01.2016 12:34von ( gelöscht )
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@Ratze Also Dein Engagement in dieser Sache finde ich bemerkenswert !

Fritze

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31.01.2016 13:38von Hanum83
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Ich denke mal die Standpauke für die Kollegen die dort durch den GZ1 geschossen hatten wird wohl mehr als heftig gewesen sein.
Wegen solchen "Verwicklungen" war es wohl strengstens verboten.
"Bürger der BRD, ich fordere sie auf unverzüglich das Hoheitsgebiet der DDR zu verlassen", mehr durftest du eigentlich nicht.

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31.01.2016 15:05von ( gelöscht )
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Moin Ratze ,
ich kann mich an ein Pressefoto erinnern , auf der Aufnahme ist der PVB " Ditsche " D. , I.Zug , 3.Hu. mit G1 und Stahlhelm südlich der B208 im Hintergrund der BT11 zusehen . Kann evtl. auch in der BGS Zeitschrift gewesen sein .

B208

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