Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

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31.08.2008 19:45
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Am 11. August wurde im Spiegel ein Artikel veröffentlich wo angeblich von einem neuen Schiessbefehl die Rede ist wo auch Angeordnet worden ist auf Frauen und Kinder zu schiessen wenn diese versuchten die DDR Grenze zu überwinden.
Hier der Text aus dem Artikel:

Stur behauptete die DDR-Führung, es habe keinen Feuerbefehl gegen Mauer-Flüchtlinge gegeben - nun ist das Gegenteil bewiesen. In den Stasi-Unterlagen wurde ein bedingungsloser Schießbefehl entdeckt. Der lässt an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig.

Hamburg - "Zögern Sie nicht mit der Anwendung der Schusswaffe, auch dann nicht, wenn die Grenzdurchbrüche mit Frauen und Kindern erfolgen, was sich die Verräter schon oft zunutze gemacht haben", heißt es in der siebenseitigen Dienstanweisung vom 1. Oktober 1973. Der Befehl galt einer Spezialeinheit des DDR-Geheimdienstes, deren Angehörige als normale Grenzsoldaten getarnt waren. Die von 1968 bis 1985 bestehende Stasi-Einheit sollte die Flucht anderer Soldaten im Grenzbezirk Magdeburg verhindern.


Das Papier lag in den Akten eines Unterfeldwebels, der von 1971 bis 1974 in den Grenztruppen der DDR eingesetzt war. Der "Magdeburger Volksstimme" zufolge war der Stasi-Spitzel ein speziell ausgebildeter Einzelkämpfer, der die Fahnenflucht seiner Kameraden verhindern sollte. Allein von 1971 bis 1974 seien dem Bericht zufolge 144 Soldaten in den Westen geflohen. Insgesamt seien es mehr als 2800 gewesen.

Die Aufarbeitung der Vorfälle an der DDR-Regimegrenze erhalte mit dem Papier eine neue Qualität, erklärte Andreas Schulze, Sprecher der Birthter-Behörde. Der Befehl sei empörend. Bislang habe der Schusswaffengebrauch als letztes Mittel gegolten, um Flüchtlinge zu stoppen, sagte Schulze. "Bisher fanden wir in Dienstanweisungen zwar Passagen, die den Schusswaffengebrauch als letztes Mittel einräumten", sagte Schulze. Aber zuvor hätten die Grenztruppen laut Befehl immer erst mehrfach und eindeutig vorwarnen müssen. "Sie mussten die Flüchtlinge zum Beispiel zum Anhalten auffordern und Warnschüsse in die Luft abgeben." Auch im DDR-Grenzgesetz von 1982 sei die Anwendung der Schusswaffe als "äußerste Maßnahme der Gewaltanwendung" bezeichnet worden. Davon stehe in dem entdeckten Schießbefehl nichts.

Die Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Marianne Birthler, zeigte sich erschüttert über den Inhalt des bekannt gewordenen Papiers: "Dieser Befehl ist so unverhüllt und deutlich, wie er bis jetzt noch nicht vorgelegen hat", sagte Birthler im ZDF. "Das Dokument ist deswegen so wichtig, weil der Schießbefehl von den damals politisch Verantwortlichen nach wie vor bestritten wird", sagte Birthler der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Die Stasi-Unterlagenbehörde könne aber Lügen und Legendenbildungen entgegenwirken. "Wir sind noch lange nicht am Ende der Aufarbeitung", betonte die Bundesbeauftragte.

"Befehl ist eine Lizenz zum Töten"

Der Leiter der Gedenkstätte für Stasi-Opfer in Berlin-Hohenschönhausen, Hubertus Knabe, forderte in der "Welt am Sonntag" die Staatsanwaltschaft Magdeburg auf, die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens zu prüfen. "Der aufgefundene Befehl ist eine Lizenz zum Töten", sagte Knabe dem Blatt. Der Auftrag, ohne zu zögern auch auf Frauen und Kinder zu schießen, könne als Anstiftung zum Mord oder Totschlag gewertet werden, möglicherweise sogar als unmittelbare Tatbeteiligung. Die 91.000 hauptamtlichen Stasi-Mitarbeiter seien nach dem Ende der DDR "praktisch alle unbestraft geblieben. Nur ein einziger musste ins Gefängnis."

Allein an der Berliner Mauer starben 133 DDR-Flüchtlinge. Die DDR-Führung hatte trotzdem stets behauptet, es habe keinen Schießbefehl gegeben. Das Dokument sei auch ein Beleg für die dringend notwendige Fortsetzung der Aufarbeitung, so Schulze weiter. "Es zeigt: Die Geschichte der DDR ist noch längst nicht zu Ende erzählt." Besonders für die Jugend sei es wichtig, die ganze Wahrheit zu erfahren. "Gerade, weil bis heute ehemalige Regime-Vertreter versuchen, die Geschichte im Nachhinein umzudeuten."

Vor 46 Jahren, am 13. August 1961, war in Berlin mit der Errichtung der Mauer zwischen Ost und West begonnen worden. Stacheldraht, eine Betonmauer, Elektrozäune, Wachtürme und Wachposten sowie Selbstschussanlagen und Minenfelder entlang der 1378 Kilometer langen Demarkationslinie trennten die zwei Teile Deutschlands von da an für mehr als 28 Jahre. Am 9. November 1989 fiel die Mauer.


Quelle: spiegel.de


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02.09.2008 20:43
#2
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Mal zur Richtigstellung: Dieser Befehl hieß Schußwaffengebrauchsbestimmung. Ich bin froh, dass ich davon nie Gebrauch machen mußte.

Gruß rustenfelde


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26.09.2008 17:12
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#3
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Zitat von rustenfelde
Mal zur Richtigstellung: Dieser Befehl hieß Schußwaffengebrauchsbestimmung. Ich bin froh, dass ich davon nie Gebrauch machen mußte.

Gruß rustenfelde

also mir wurde immer eingetrichtert niemals auf, frauen, kinder schwangere zu schiessen


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14.01.2009 19:43
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#4
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Ich kenne das so das auf Frauen und Kinder die Schußwaffe nicht eingesetzt werden durfte!


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14.01.2009 22:30
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#5
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Ausnahmen bestätigten die Regel - war ja unlängst im Stern oder Spiegel zu bewundern.


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15.01.2009 12:47
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#6
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@manudave,

Zitat von manudave
Ausnahmen bestätigten die Regel - war ja unlängst im Stern oder Spiegel zu bewundern.


zweifle Deine Aussage nicht an, trotzdem wäre der Beleg (Scan) ganz nützlich!


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15.01.2009 13:37
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#7
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http://www.spiegel.de/panorama/zeitgesch...,499705,00.html

Hier der Link - das mit Frauen und Kindern steht im Mittelteil


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15.01.2009 17:46
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#8
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Egal ob Kind,Jugenlicher,Frau,Mann oder Rentner,jeder Schuss war einer zu viel.


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15.01.2009 19:08
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#9
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Das ist richtig. Ich stelle es mir auch nicht so einfach vor, den Grenzverletzer als Frau, Schwangere etc. zu indentifizieren. Man denke an die Ausnahmesituation in der sich auch so eine Grenzer befunden hat.


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15.01.2009 21:03
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#10
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miteinander,

als Dateianhang der von @manudave angeführte Bericht.


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16.01.2009 12:31
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#11
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Wie konnte ein Grenzer in wenigen Sekunden entscheiden,ob hier ein Kind,Frau
oder Mann die Flucht versucht.
Bei guten Sicht vieleicht noch machbar,aber bei Dunkelheit,Regen oder Nebel,wie
es öfter im Harz war,sehr schwierig.
Eine äusserst unangehneme Situation.


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16.01.2009 13:49
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#12
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Auch wenn ich mich wiederhole,jedes Opfer war eines zuviel!Oder wie Zermatt schreibt jeder Schuss.Zu den Opfern der Grenze zählen für mich auch die Zwangsumgesiedelten aus dem Grenzgebiet, egal aus politischen Gründen oder weil ihre Häuser zur Sicherung der Grenze abgerissen wurden.


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16.01.2009 19:13
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#13
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Dazu könnte man wieder einen eigenen Thread aufmachen. Das ist wohl eine der schlimmsten Tatsachen im Grenzregime gewesen.


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16.01.2009 19:23
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#14
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Zermatt,

Zitat von Zermatt
Wie konnte ein Grenzer in wenigen Sekunden entscheiden,ob hier ein Kind,Frau
oder Mann die Flucht versucht.
Bei guten Sicht vieleicht noch machbar,aber bei Dunkelheit,Regen oder Nebel,wie
es öfter im Harz war,sehr schwierig.
Eine äusserst unangehneme Situation.


Unabhängig ob Frau, Kind oder Mann, dürfte die Situation für den "gewöhnlichen" Grenzer eine "äußerst unangenehme Situation" gewesen sein.

Schätze der "Sperrgürtel" mit Minen, Selbstschussanlagen etc. wird nicht zuletzt deshalb installiert worden sein, damit eine Flucht nicht durch "Fehlschüsse" ermöglicht wurde.

Wie soll ich sagen, ich hoffe ich liege mit dieser Einschätzung richtig?!


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16.01.2009 19:26
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#15
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( gelöscht )

@turtle, @manudave,

DEM ist eigentlich NICHTS hinzuzufügen!


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