Worauf beruhte die Stärke der NVA?

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06.03.2015 12:07
#1
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Allgemein anerkannt wird, dass die NVA nach der Sowjetarmee die zweitstärkste Armee des Warschauer Vertrages war. Sie war die viertstärkste Armee in Europa – nach der UdSSR, Großbritanien und Frankreich.
Die NVA besaß eine hohe Gefechtsbereitschaft, war ziemlich modern ausgerüstet, kampfstark und diszipliniert.

Worauf beruhte diese Stärke Eurer Meinung nach?

Lag es daran, dass die DDR im Warschauer Vertrag ökonomisch relativ stark war?
War es das Ergebnis von Druck, Dampf, Drill und Daueranschiss in der NVA?
Oder war sie so stark, weil sie eine Offensive-Armee war?

Wie seht Ihr das? Und wenn Ihr Lust habt, schreibt Eure Meinung dazu.

Klaus


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06.03.2015 13:00
avatar  GKUS64
#2
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Die Ursachen für die relative Stärke der NVA lagen für mich:

1. An der preußischen Mentalität , beim Aufbau der NVA waren doch viele ehemalige (umgeschwenkte) hohe Offiziere beteiligt. Selbst bei den Uniformen wurde diese Tradition gepflegt!

2. Da die NVA ja an der Nahtstelle zwischen NATO und Warschauer-Pakt lag wurde dieser Armee auch von den anderen W-Paktstaaten eine besondere Rolle zugewiesen. Bei der technischen Ausstattung wurde dies bestimmt auch durch den „Großen Bruder“ entsprechend (auch finanziell) berücksichtigt.

MfG

GKUS64


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06.03.2015 18:00
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#3
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Vielleicht hatte es was damit zu tun, dass viele sehr Obrigkeitshörig waren und manche auch noch sind. Das war schon immer eine deutsche "Tugend".
Immer tun, was ein Vorgesetzter befohlen hat. Wenns gut geht, dann den Erfolg für sich selber reklamieren. Wenns schief geht, dann hinter dem Befehlshaber verstecken.

Selbstständiges denken und handeln wollen viele gar nicht.

Der Hesselfuchs


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06.03.2015 18:05 (zuletzt bearbeitet: 06.03.2015 18:12)
#4
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Die hohe Gefechtsbereitschaft wurde immer wieder von Führungskräften betont, mehr nicht.
Bei Übungen wurde sicherlich nicht anders gemauschelt, wie in der zivilen Wirtschaft.

In der Mannschaft ging die Kampfeslust gegen Null. Das fiel nicht auf, weil es zum Glück nie eine "praktische" Prüfung gab.

Da gab es doch selbständiges Denken. Aber aus uns allen bekannten Gründen, war es besser, nicht zu "Putschen". Man dachte sich sein Teil.
Man rechnete nicht mit dem Ernstfall, sondern mit dem möglichst schnellen Abdienen der Tage und der planmäßigen Rückehr ins Zivilleben.

Untertanengeist, verbunden mit starker Überzeugung und dem Primat des Soldatentums, wie in der Hitler- und Kaiserzeit, gab es in der DDR nicht.
Da galt eher der "Blaumann" was als die Uniform.

Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)


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06.03.2015 18:17
avatar  Linna
#5
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Zitat von Klauspeter im Beitrag #1
Allgemein anerkannt wird, dass die NVA nach der Sowjetarmee die zweitstärkste Armee des Warschauer Vertrages war. Sie war die viertstärkste Armee in Europa – nach der UdSSR, Großbritanien und Frankreich.
Die NVA besaß eine hohe Gefechtsbereitschaft, war ziemlich modern ausgerüstet, kampfstark und diszipliniert.

Worauf beruhte diese Stärke Eurer Meinung nach?

Lag es daran, dass die DDR im Warschauer Vertrag ökonomisch relativ stark war?
War es das Ergebnis von Druck, Dampf, Drill und Daueranschiss in der NVA?
Oder war sie so stark, weil sie eine Offensive-Armee war?

Wie seht Ihr das? Und wenn Ihr Lust habt, schreibt Eure Meinung dazu.

Klaus


Ich zweifle an, dass die NVA die viertstärkste Armee in Europa war, die Bundeswehr war ihr weder personell noch waffentechnisch
unterlegen.


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06.03.2015 18:17
#6
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Eigentlich wissen wir über die Kampfmoral anderer Armeen doch gar nichts.

Sicherlich waren die Polen patriotischer als wir, mit einer stärkeren Kampfmoral. Warum wissen wir alle.
Eine (west)deutsche Besatzung hätte bei denen eine ganz andere Bedeutung.

Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)


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06.03.2015 18:21
#7
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Zitat von Freienhagener im Beitrag #4
Die hohe Gefechtsbereitschaft wurde immer wieder von Führungskräften betont, mehr nicht.

Die war weit höher als bei der Bundeswehr.

Zitat
Bei Übungen wurde sicherlich nicht anders gemauschelt, wie in der zivilen Wirtschaft.


Spekulation.

Zitat
In der Mannschaft ging die Kampfeslust gegen Null. Das fiel nicht auf, weil es zum Glück nie eine "praktische" Prüfung gab.


Trotzdem gab es Pflichterfüllung und Ehrgeiz.

Zitat
Man rechnete nicht mit dem Ernstfall, sondern mit dem möglichst schnellen Abdienen der Tage und der planmäßigen Rückehr ins Zivilleben.


Trotzdem mußte der "Job" gemacht werden, und er wurde gemacht.

Zitat
Untertanengeist, verbunden mit starker Überzeugung und dem Primat des Soldatentums, wie in der Hitler- und Kaiserzeit, gab es in der DDR nicht.
Da galt eher der "Blaumann" was als die Uniform.


Es wurde aber niemand wegen der Uniform "gesteinigt", wie es heute fast der Fall ist.

- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
.Die geistige Blindheit breitet sich weiter aus: Immer mehr sehen nur noch, was ihnen ins Auge springt.
.E.Ferstl

.

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06.03.2015 18:21
avatar  Pit 59
#8
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Ich zweifle an, dass die NVA die viertstärkste Armee in Europa war, die Bundeswehr war ihr weder personell noch waffentechnisch
unterlegen.



Aber wir hatten noch eine Superstarke Kampfgruppe in der Hinterhand.Da stimmte alles.


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06.03.2015 18:27
#9
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Die preußische Mentalität? Da ist sicher auf jeden Fall etwas dran. Beim großen Zapfenstreich in Berlin waren sie zu sehen, die "roten Preußen" und aus vielen Ländern der Welt kamen Interessierte, um sich diese Parade anzusehen.
Auch die Lage an der Nahtstelle WV und NATO spielte m.E. eine große Rolle.

Bei der "Obrigkeitshörigkeit" als deutscher Tugend bin ich mir nicht ganz so sicher. Mein kurzer Einblick in das "Innere" der zweiten deutschen Armee, der BuWe, zeigte mir wenig an Obrigkeitshörigkeit und wenig an "preußischen Tugenden". Mein Eindruck kann da aber durchaus falsch sein.

M.E. spielte auch die politische Bildung und Erziehung in der NVA eine große Rolle. Nicht gleich losschimpfen - ich meine nicht die oft langweilige politische Schulung mit den Themen - Vaterland -Partei - Bündnis - Freund - Feind. Wer sich da abquälte, das Thema an den Mann zu bringen, wurde sehr schnell zum "Alleinunterhalter" in der Politschulung.
Erfahrene Schulungsgruppenleiter nutzten die 14 Stunden monatlich zum Gespräch mit den Soldaten - getreu dem Motto: Über alles kann gesprochen werden, auch wenn es nicht auf alle Fragen eine Antwort gibt. Kommandeure und Politoffiziere sprachen oft mit den Soldaten, besonders wenn große Anstrengungen zu erwarten waren. Meine Erfahrungen waren, dass - wenn Aufgaben vernünftig erklärt wurden, auch große Anstrengungen zur Lösung der Aufgaben kamen.
Gruß Klaus


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06.03.2015 18:30 (zuletzt bearbeitet: 07.03.2015 07:34)
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#10
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Die meisten GWD die ich an der Grenze oder später beim Reservistendienst kennengelernt habe, wollten nur ihre Zeit in Ruhe abdienen. Ob da Patriotismus dabei war, wage ich zu bezweifeln. Selbst für die Uffze und Offiziere war es mehr ein Beruf in Friedenszeiten. Habe da keinen gekannt, der auf Kampfeinsätze gewartet hat. Die Gefahr eines III. WK unter Einsatz von Kernwaffen war einfach zu groß. Diese Gefahr hat uns wahrscheinlich auch vor kleineren Scharmützeln bewahrt.
Über die Höhe der Kampfkraft will ich mir kein vergleichendes Urteil erlauben. Bin mir aber ziemlich sicher, dass sich viele im Ernstfall eher ergeben hätten als bis zur letzten Patrone zu kämpfen.

Einige hätten mit Sicherheit auch die Flinte in die andere Richtung gehalten. Ich schließe mich da nicht aus.

Auf der GK haben wir immer geflachst. Wenn wir im Alarmfall etwas langsamer machen sind wir die ersten, die vom Ami Kaugummi geschenkt bekommen.

Der Hesselfuchs


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06.03.2015 18:31
#11
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Zitat von Klauspeter im Beitrag #1
Allgemein anerkannt wird, dass die NVA nach der Sowjetarmee die zweitstärkste Armee des Warschauer Vertrages war. Sie war die viertstärkste Armee in Europa – nach der UdSSR, Großbritanien und Frankreich.
Die NVA besaß eine hohe Gefechtsbereitschaft, war ziemlich modern ausgerüstet, kampfstark und diszipliniert.
.................................


Wie seht Ihr das? Und wenn Ihr Lust habt, schreibt Eure Meinung dazu.

Klaus



Als Grenzsoldat hatte ich ( ausser im Feldlager bei einem Besuch in Eggesin ) keine Berührungspunkte mit der NVA,-
aber ich denke mal, Du meinst mit zweitstärkste Armee eher die Anzahl an Waffen und Gerät ?

Sicher ist für die Kampfkraft ( welche, Gott sei Dank nie abgerufen wurde ) eine starke technische Ausrüstung eine der Grundlagen ,- und an militärischer Masse hat es sicher nicht gemangelt !

Ich habe aber so meine Bedenken ,- denn - das hat unter anderem die Geschichte der sowjetischen Armee gelehrt ,- noch höher als die materielle Überlegenheit ist die Kampfbereitschaft jedes Einzelnen zu werten ,- und da hab ich in puncto NVA so meine leisen Zweifel.....

....................................
Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !


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06.03.2015 18:35
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#12
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Auf der Stärke der Sowjetunion.


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06.03.2015 18:37
#13
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Zitat von Harzwanderer im Beitrag #12
Auf der Stärke der Sowjetunion.


Karascho !

....................................
Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !


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06.03.2015 18:38
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#14
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Kampfkraft war doch nicht das Wichtigste. Wir hätten doch gewonnen weil wir das Recht auf unserer Seite hatten. Wir hätten ja nicht für die Kapitalisten gekämpft sondern für die Arbeiterklasse. Die Entwicklung zur soz.Gesellschaft ist doch durch die Evolution Naturgesetz gewesen.

Der Hesselfuchs


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06.03.2015 18:39
avatar  Lutze
#15
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was soll man unter Daueranschiss verstehen?
Lutze

wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren


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