Da hatte ich mal so richtige Angst...

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05.03.2015 18:35
#1
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Jeder, der irgendwann gedient hat, hat auch so seine Erlebnisse – angenehme, aber auch unangenehme.
Gab es für Euch auch Situationen, in denen Ihr mal so richtig Angst hattet?

Ein eigenes Beispiel, an das ich mich manchmal noch erinnere. Es ist lange her.
Als Stellvertreter des Bataillonskommandeurs hatte ich spät abends noch Dienst in der Kaserne. Ein Unteroffizier, der wegen eines Deliktes ( es war wohl mehrfaches u.E.) Kasernenarrest hatte, kam mit seinem Urlaubsschein zu mir. Er wollte seine kranke Mutter in einer anderen Stadt besuchen und brauchte eine Unterschrift auf dem Urlaubsschein. Das Problem war nicht einfach, weil am nächsten Tag die Verhandlung gegen ihn vor dem Militärgericht der Division stattfinden sollte. Unterschreiben oder nicht unterschreiben? Ich unterschrieb.
Am nächsten Tag nachmittags saßen wir auf dem Flur des Militärgerichtes – mein Btl.-K und ich. Der Unteroffizier fehlte. „Na, Oberleutnant, da kannste Dir schon mal einen Stern abknöpfen“, sagte mein Kommandeur „aufmunternd“ zu mir. Mir war nicht wohl und ich hatte Angst.
Wenige Minuten vor Verhandlungsbeginn erschien der Uffz. Er hatte eine gültige Bescheinigung wegen Zugverspätung. Er hatte Wort gehalten. Meine Angst war weg; ich hatte Glück gehabt.

Habt Ihr ähnliche Situationen erlebt und wollt darüber sprechen?

Klaus


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05.03.2015 18:45
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#2
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Zitat von Klauspeter im Beitrag #1
Jeder, der irgendwann gedient hat, hat auch so seine Erlebnisse – angenehme, aber auch unangenehme.
Gab es für Euch auch Situationen, in denen Ihr mal so richtig Angst hattet?

Ein eigenes Beispiel, an das ich mich manchmal noch erinnere. Es ist lange her.
Als Stellvertreter des Bataillonskommandeurs hatte ich spät abends noch Dienst in der Kaserne. Ein Unteroffizier, der wegen eines Deliktes ( es war wohl mehrfaches u.E.) Kasernenarrest hatte, kam mit seinem Urlaubsschein zu mir. Er wollte seine kranke Mutter in einer anderen Stadt besuchen und brauchte eine Unterschrift auf dem Urlaubsschein. Das Problem war nicht einfach, weil am nächsten Tag die Verhandlung gegen ihn vor dem Militärgericht der Division stattfinden sollte. Unterschreiben oder nicht unterschreiben? Ich unterschrieb.
Am nächsten Tag nachmittags saßen wir auf dem Flur des Militärgerichtes – mein Btl.-K und ich. Der Unteroffizier fehlte. „Na, Oberleutnant, da kannste Dir schon mal einen Stern abknöpfen“, sagte mein Kommandeur „aufmunternd“ zu mir. Mir war nicht wohl und ich hatte Angst.
Wenige Minuten vor Verhandlungsbeginn erschien der Uffz. Er hatte eine gültige Bescheinigung wegen Zugverspätung. Er hatte Wort gehalten. Meine Angst war weg; ich hatte Glück gehabt.

Habt Ihr ähnliche Situationen erlebt und wollt darüber sprechen?

Klaus




hatte ich nicht, ich war nie Oberleutnant. Ich konnte nicht weit nach unten fallen


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05.03.2015 18:52
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#3
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Um meinen Dienstgrad hatte ich keine Angst. Aber es gab schon Situationen wo ich in Deckung gegangen bin.

Wer Sickenberg kennt und am Lindenberg sitzend die Hubschrauber auf sich zufliegen sah und die Bewegungen der Raketen gesehen hat, der weis von was ich schreibe. Ich denke da hat es auch noch einige andere solche Stellen gegeben.

Oder wenn wieder mal 61 Russen (ein Soldat mit 60 Schuss) abgängig war, ist man automatisch vorsichtig geworden.

Mit dem P 3 habe ich auch Situationen erlebt, die ich nicht noch mal erleben wollte.

Der Hesselfuchs


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05.03.2015 18:54
#4
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Zitat von Merlini im Beitrag #3
Um meinen Dienstgrad hatte ich keine Angst. Aber es gab schon Situationen wo ich in Deckung gegangen bin.

Wer Sickenberg kennt und am Lindenberg sitzend die Hubschrauber auf sich zufliegen sah und die Bewegungen der Raketen gesehen hat, der weis von was ich schreibe. Ich denke da hat es auch noch einige andere solche Stellen gegeben.

Oder wenn wieder mal 61 Russen (ein Soldat mit 60 Schuss) abgängig war, ist man automatisch vorsichtig geworden.

Mit dem P 3 habe ich auch Situationen erlebt, die ich nicht noch mal erleben wollte.

Der Hesselfuchs



Welche Raketen haben sich da bewegt?


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05.03.2015 18:59
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Wimre hieß die Kiste Huy Cobra und da waren rechts und links entweder Raketen oder Bordkanonen angebracht. Angeblich sollen die über ein Visier am Pilotenhelm gesteuert worden sein. Ich hatte immer den Eindruck, das die sich bewegt haben.

Der Hesselfuchs


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05.03.2015 19:02
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#6
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Ahoi ,

@Klauspeter , du hast die Situation beschrieben , aber nicht wovor du Angst hattest .

Was konnte dir passieren ?

B208


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05.03.2015 19:12
#7
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Zitat von Gert im Beitrag #2


hatte ich nicht, ich war nie Oberleutnant. Ich konnte nicht weit nach unten fallen



Hatte ich doch recht, er kann sich nicht merken was er zitiert......vorsorglich tippt der Gert alles an, da kann er immer noch mal nachlesen.


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05.03.2015 19:26
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#8
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Zitat von Klauspeter im Beitrag #1
... Habt Ihr ähnliche Situationen erlebt und wollt darüber sprechen?
Ja und nein. Also ja weil entfernt ähnlich erlebt und nein weil nicht drüber sprechen wollen.
Aber wie mir mal's Herz stehenblieb schrieb ich schonmal ins Forum ... Leuchtertasche (4)


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05.03.2015 19:34
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Zitat von B208 im Beitrag #6
Ahoi ,

@Klauspeter , du hast die Situation beschrieben , aber nicht wovor du Angst hattest .

Was konnte dir passieren ?

B208


Den Urlaubsschein hätte der Kompaniechef unterschreiben müssen, der weigerte sich aber aus gutem Grund. Ich hatte kein Recht, einen Uffz. einer Kompanie Urlaub zu geben. 80 Prozent des Personalbestandes hatten ständig in der Kaserne zu sein. Ich hatte mit meiner Unterschrift gegen Befehle zur Gefechtsbereitschaft verstoßen.
Der Uffz. hatte Kasernenarrest; da gibt es keinen Urlaub.
Der Uffz. hatte sich mehrmals unerlaubt entfernt. Am nächsten Tag war seine Verhandlung vor dem Militärgericht. Es wäre auch möglich gewesen, dass er Fahnenflucht begeht.
Es war gut gegangen - aber mir wurde ordentlich der Kopf gewaschen. Inhalt der Kopfwäsche - siehe oben.

Es hätte durchaus schlimmer kommen können, als nur ein Stern weniger. Nebenbei - ich glaube, in keiner Armee der Welt ist es einem Offizier gleichgültig, wenn er degradiert wird.

Klaus


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05.03.2015 19:36
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Kann ich ein klein bisschen nachvollziehen.
Wenn ein Urlauber oder "Ausgänger" zu spät zurückkehrte, hielten wir die Meldung so lange wie nur möglich zurück, in der Hoffnung, er hat sich nur verspätet. den dann ging ein Prozedere los, auf das man gern verzichtete. Die Grenze war nichtweit!
Einmal war jemand in der Straßenbahn eingeschlafen, und kam erst am Morgen wieder.Wir waren froh, aber er hatte nichts zu lachen
Wegen wiederholten Vorkomnissen landete er "im" Kupfergraben.


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05.03.2015 20:05
#11
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Ich denke mal, jeder der mehrere Jahre bei der Truppe abgerissen hat,hat auch Situationen erlebt, wo ihm der A.. auf Grundeis ging.Ich war ein beliebter Streifenführer und suchte mit meine Posten selbst aus,und hatte immer genügend Bewerber.An diesem Tag war nichts los in unserer beliebten Gaststätte " Waterkant " in Boltenhagen,( Gert dürfte sie kennen), kein Molly zu sehen. Nur ein paar Offz.von einem zeitweiligen Offz. Lehrgang aus fremdem Dienststellen.Die gingen uns nichts an.Also wie immer, wenn nichts los war, wir gingen ins Hinterzimmer. Die Posten hingen die Mpi an den Garderobenhaken.Ich hatte die Makarow am Koppel und der Wirt brachte wie immer Bier, wenn wir allein waren.Da ging dann irgentwann die Tür auf, weil einer der Offz. den Wirt suchte und sah wie die Mpi am Haken hingen und wir Bier tranken.Er schrieb einen Bericht , Streifenführer sitzt in der Gaststätte trinkt mit seinen Posten Alkohol und die Waffen hängen am Garderobenständer außerhalb der Reichweite der Posten.Ich mußte zum Stabschef , war mein unmittelbarer Vorgesetzter,der Offz. war anwesend und er verlangte, daß ich vors Militärgericht komme.Ich hatte ein paar unruhige Tage.Rausgehauen hat mich unser Abwehroffz. vom MfS, wie er es gemacht hat weiß ich nicht, jedenfalls bekam ich nur einen Verweis.Der wurde nicht einmal eingetragen, weil der zuständige für die Wehrstammbücher nicht anwesend war und keiner mehr darüber gesprochen hat.Ich hatte eine Scheißangst,denn das waren ein paar Monate vor meiner Entlassung.Eine andere Angst, ein ganz anderer Grund, viele Jahre später.Mein Pilzgebiet lag im TÜP.Ich mit dem Krad in den Wald und den Korb voller Pilze.Dann ging es los,Sie schossen mit 150ziger und ich befand mich in der Nähe des Zielgebietes,ein paar hundert Meter weg.Ich hörte den Abschuß und kurz darauf die Einschläge.Das dauert ein paar Sekunden bei der Entfernung. Nach jedem Einschlag rannte ich los. bis ich den Abschuß hörte, volle Deckung und nach jedem Einschlag wieder auf und los, bis ich aus dem Gefahrenbereich hinaus war.An die Pilze habe ich nicht mehr gedacht Ich wußte zwar, wenn sie genau schießen passiert mir nichts, ich wußte nur nicht wie genau die ihre Rohre richteten. Sie schossen nicht auf Sicht, sondern indirekt.Ich habe mir ein paar mal das Waffenwirkungsschießen der OHS Löbau angesehen, da werden alle Waffen eingesetzt u.a. auch die 150ziger. Wo die einschlagen ist im Umkreis nichts mehr wie es war.Sie zielten gut und ich kam heil raus, Danach habe ich mich immer vorher erkundigt, ob geschossen wird, wenn es in die Pilze ging.


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06.03.2015 03:42
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#12
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Ahoi ,

hab das hier schon mal irgendwo geschrieben . In den 70er , Nachtstreife , Nordspitze Mechower See , Grenzgraben . Geräusche , evtl. Bauarbeiten , aber wir konnten nichts sehen , von keiner Position . Da bin ich über den Graben , MP bei meinem Posten gelassen und einige Meter rein in den Warschauer Pakt . Aber auch von hier keine Erkenntnisse . Leise zurück zum Graben , dann das Malheur , bin eingesunken und kam ohne fremde Hilfe nicht raus . Ich den Posten Herbert K. gebeten mich mit irgendwas rauszuziehen . Herbert sagt " NÖ " und grinst . Die Sekunden kamen mir wie Minuten vor und jedes kleinste Geräusch klang zigfach lauter . Naja irgendwann hielt Herbert mit das G1 hin und ich über den Graben , aber nur mit einem Stiefel , der andere wurde zu Volkseigentum .

B208


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06.03.2015 04:20
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#13
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Unterkunftswache in RZ , eine Gruppe , immer von morgens 8 bis morgens 8 , 24 Stunden .
Eine Halbgruppe Ruhezeit von 20:00 bis 01:00 , die andere Halbgruppe von 01:00 bis 06:00 .
2 Mann immer Unterkunftsstreife . Ich war mit GHJ " Hugo " Jürgen T. ab 01:00 dran , ganz gutes und eingespieltes Team , nicht nur in dieser Nacht .
Dazu muss man wissen , ein Grenzhauptjäger kam in der Hundertschaft gleich nach dem Chef und dem Spiess .
Wir also los , bei richtig scheisse Wetter . Streifendauer immer 1 Std , dann Wechsel , im Normalfall ! Wir drehen also unsere Runde und kontrollieren das Wirtschaftsgebäude ( Speisesäle , Kantinen , Kasinos ) Tür offen ! wir rein , Tür zum Offz.Kasino auch offen , keine Sau da , Tür zum Kühlschrank auch offen , oha , was nun . Alles schön gemütlich eingerichtet , schwere Sessel , alte Ölgemälde von irgendwelchen Schlachten der Ratzeburger Reiter Husaren , so in der Art . Erste Bier , Kulmbacher Mönchshof ging schnell runter , noch im stehen . 50 Minuten hatten wir noch , Sessel so hingestellt , dass wir aus dem Fenster das Wachgebäude , den Stab ( da pennte der OvD ) und die Hundertschaft in der der Bereitschaftszugführer pennte , beobachten konnten . Zweites Bier , über Funk immer schön gemeldet , drittes Bier , also schon 6 Flaschen raus aus dem Kühlschrank . Es war gemütlicher als in der Wache . Also mit der anderen Streife nach uns getauscht , wir blieben im Offz.Kasino , die anderen in der Wache , war denen auch lieber . Viertes Bier usw usw . Dann waren wir wieder mit der Streife dran . 03:00 bis 04:00 . danach ging nichts mehr
der Kühlschrank halb leer , wir gut voll , aber Blick frei geradeaus . Alles ging seinen Gang . Aber am Montag hatten wir ein ganz ungutes Gefühl . Wir hatten frei für den WE Dienst , aber es zog uns in die Unterkunft , wollten unbedingt erfahren ob es etwas im Flurfunk gab , aber nichts , gar nichts . Der Tag war für uns seht unentspannt . Am Dienstag dann 07:00 Dienstbeginn mit der Befehlsausgabe , auch hier feuchte Hände . Aber keine Silbe über den Kühlschrank im Offz.Kasino . Die Sache war durch . Uns viel ein Stein vom Herzen .


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06.03.2015 09:11
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.


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06.03.2015 09:27
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@Klauspeter

hier zum was interessantes zum nach lesen.

Das erste mal richtig Angst gehabt


MFG Batrachos


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