Wie stark war der Einfluß der Roten Armee/Sowjetarmee/UdSSR auf die NVA?

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04.03.2015 12:12
#1
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Die Antworten dazu weichen oft stark voneineinder ab. Ich bin der Meinung, dass die NVA eine recht große Eigenständigkeit hatte.

Dazu einige Fakten:

Bei der Schaffung einer eigenen Armee über die Hauptverwaltung Ausbildung (HVA), Kasernierte Volkspolizei (KVP) und Nationale Volksarmee (NVA) waren neben den Beratern der Sowjetarmee auch Berater der deutschen Wehrmacht tätig.

Der blauen Uniform der HVA folgte die khakifarbene Uniform der KVP, deren Schnitt sehr der sowjetischen Uniform ähnelte. Mit Gründung der NVA 1956 wurde wiederum neue Uniformen eingeführt. Diese steingraue Uniform ähnelte sehr der deutschen Wehrmacht. Sie war angelehnt an das grau von Uniformen der Befreiungskriege und erinnerte auch an das Verbrechen des II.Weltkrieges. So oder so – es wurde an nationale Traditionen angeknüpft.

Oder nehmen wir die deutschen Traditionen des Parade- bzw. Exerzierschrittes. Das traditionelle Tempo für den preußischen Parade- bzw. Exerzierschritt war 114 Schritt/min, das für den russisch/sowjetischen 120 Schritt/min. Bei der Vorbereitung einer Parade wurde festgestellt, dass die Einheiten nicht nach dem 120 Schritt/min. marschieren konnten. Das ging bis zum damaligen Verteidigungsminister der DDR. Willi Stoph soll damals gesagt haben: „Wir sind nicht in Moskau, sondern in Berlin.“ Die Entscheidung fiel für den alten preußischen Parade-bzw. Exerzierschritt.

Auch für die Armee wurde nicht irgendein Name gesucht, sondern die nannte sich Nationale Volksarmee.

Wie seht Ihr das?


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04.03.2015 19:20
#2
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Ich sehe das so, dass die NVA selbstverständlich völlig unbeeinflusst durch die SU war und es unseren Regierenden "am Ar..ch vorbei" ging, was die in Moskau dachten oder wollten..

Im Ernst- ich nehme alles zurück behaupte das Gegenteil.

Siggi


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04.03.2015 20:09
#3
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Zitat von der alte Grenzgänger im Beitrag #2
Ich sehe das so, dass die NVA selbstverständlich völlig unbeeinflusst durch die SU war und es unseren Regierenden "am Ar..ch vorbei" ging, was die in Moskau dachten oder wollten..

Im Ernst- ich nehme alles zurück behaupte das Gegenteil.

Siggi

Da sind wir uns einig, dass Moskau die grundsätzliche Richtung vorgab. Aber so ein paar ganz kleine Versuche einer Mini-Eigenständigkeit gab es doch. Oder ?

Klaus


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04.03.2015 20:22
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#4
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Ich denke auch in der Grundausbildung /Ausbildung wurde an preußisch deutsche Tugenden angeknüpft. Die ganze Organisation des Innendienstes hatte nicht viel mit der roten Armee zu tun. Was sehr wohl von der roten Armee übernommen wurde war die ständige Gefechtsbereitschaft.Dazu musste immer ein bestimmter Prozentsatz in der Kaserne bleiben.Für die rote Armee sollte sich ein 22.Juni nie wieder wiederholen.


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04.03.2015 21:04
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#5
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( gelöscht )

....und die Politkommissare waren von den Russen übernommen!


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04.03.2015 22:36
#6
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Seitens der SU gab es eine strenge Isolation und Abgrenzung. Daher gab es keinen direkten Einflüsse (die "Freundschaftstreffen" stellten keine wirkliche Beziehung dar).

Der Einfluß war die der Führung der KPdSU gegenüber der SED.


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04.03.2015 22:45
#7
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Naja und heute heist es wieder---!!!!--!!!!-!!!!!!- wir folgen Dir. Und das hat der Bunderwehr schon über hundert Tote gekostet. Heute sieht es nicht anders aus --wie in der Vergangenheit.


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05.03.2015 02:18
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#8
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Warum bringst du immer wenn es um solche Themen geht den Vergleich zu heute? Das hat mit dem Thema eigentlich nichts zu tun. Außer du versuchst damit etwas zu relativieren. Das ist an der Stelle aber gar nicht nötig.

Wie ich in der Biografie von GO Stechbarth gelesen habe, hatten die Berater der Roten Armee schon einen Einfluss auf die NVA. Nur haben die damaligen Verantwortlichen nicht alles übernommen. Er beschreibt dort zb eine Szene wo eine Parade eingeübt werden sollte. Die Sowjets hatten wohl ein schnelleres Marschtempo und die NVA Soldaten kamen damit nicht zurecht. Also fragte er in welchem Tempo die Wehrmacht marschierte. Das hat dann funktioniert und würde so übernommen.

Es ist doch nur normal das die Sowjets als Besatzer und "Pate" für den neuen Staat und somit auch der neuen Armee ihre Vorschriften gaben. Schließlich wollte man ja auch zusammen gegen einen Gegner standhalten. Da macht es durchaus Sinn, wenn nicht alle verbrüderten Armeen unterschiedliche Systeme nutzen. Ich meine in der og Biografie auch gelesen zu haben, dass die NVA (und deren Vorgänger) anfangs vieles vom großen Bruder übernommen hat und sich aber im Laufe ihres Bestehens davon emanzipiert hat.

Es ist also gar nicht nötig irgendetwas zu relativieren. Die NVA ist ihren Weg gegangen und wäre im Ernstfall eine schlagkräftige Truppe gewesen. Und das in einem Verbund wie es der WV war, einer immer mehr zu sagen haben kann, ist nicht ungewöhnlich. Wer die meisten Kräfte hat, kann auch bestimmen.


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05.03.2015 07:22
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#9
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Zitat von Klauspeter im Beitrag #3
Zitat von der alte Grenzgänger im Beitrag #2
Ich sehe das so, dass die NVA selbstverständlich völlig unbeeinflusst durch die SU war und es unseren Regierenden "am Ar..ch vorbei" ging, was die in Moskau dachten oder wollten..

Im Ernst- ich nehme alles zurück behaupte das Gegenteil.

Siggi

Da sind wir uns einig, dass Moskau die grundsätzliche Richtung vorgab. Aber so ein paar ganz kleine Versuche einer Mini-Eigenständigkeit gab es doch. Oder ?

Klaus

Stimmt! Wir müssen nicht tapezieren, wenn unser Nachbar es macht!

Das wurde dann bei einem persönlichen Besuch zum 40.Jahrestag gerade gerückt.


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05.03.2015 07:48 (zuletzt bearbeitet: 05.03.2015 07:49)
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#10
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Zitat von Rostocker im Beitrag #7
Naja und heute heist es wieder---!!!!--!!!!-!!!!!!- wir folgen Dir. Und das hat der Bunderwehr schon über hundert Tote gekostet. Heute sieht es nicht anders aus --wie in der Vergangenheit.



Ja,und das nur wegen der Kriegseinsätze der Bundeswehr


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05.03.2015 09:46 (zuletzt bearbeitet: 05.03.2015 09:46)
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#11
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Zitat von Pit 59 im Beitrag #10
Zitat von Rostocker im Beitrag #7
Naja und heute heist es wieder---!!!!--!!!!-!!!!!!- wir folgen Dir. Und das hat der Bunderwehr schon über hundert Tote gekostet. Heute sieht es nicht anders aus --wie in der Vergangenheit.



Ja,und das nur wegen der Kriegseinsätze der Bundeswehr


Pit du hast Afghanistan vergessen ?


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05.03.2015 10:20 (zuletzt bearbeitet: 05.03.2015 10:22)
#12
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Zitat von Gert im Beitrag #11
Zitat von Pit 59 im Beitrag #10
Zitat von Rostocker im Beitrag #7
Naja und heute heist es wieder---!!!!--!!!!-!!!!!!- wir folgen Dir. Und das hat der Bunderwehr schon über hundert Tote gekostet. Heute sieht es nicht anders aus --wie in der Vergangenheit.



Ja,und das nur wegen der Kriegseinsätze der Bundeswehr


Pit du hast Afghanistan vergessen ?


Ja das hat deutschen Politikern über 50 Tote Soldaten beschert. Und ob es das wert war--darüber kann man rätseln--da hilft auch kein Lach-smylie


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05.03.2015 10:36
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#13
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Mein Stabschef hatte gute Kontakte zur Sowjetarmee, und das hat uns in einem Winter durch die Kälte geholfen.
Unserem Regiment war die Heizkohle ausgegangen, der große Bruder half!


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05.03.2015 10:56
#14
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Zitat von Gert im Beitrag #5
....und die Politkommissare waren von den Russen übernommen!

Das sehe ich auch so.
Da gab es auch keine Abstriche von wegen Eigenständigkeit. Vor allem die Politorgane/Politoffiziere hatten zu sichern, dass die Interessen der SED/KPdSU in der NVA ohne Abstriche umgesetzt wurden. Hier hatte also die UdSSR entscheidenden Einfluss auf die innere Entwicklung.

Klaus


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05.03.2015 11:12
#15
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Zitat von Freienhagener im Beitrag #6
Seitens der SU gab es eine strenge Isolation und Abgrenzung. Daher gab es keinen direkten Einflüsse (die "Freundschaftstreffen" stellten keine wirkliche Beziehung dar).

Der Einfluß war die der Führung der KPdSU gegenüber der SED.


Diese Isolation und Abgrenzung war auch in der NVA spürbar, trotz der Versuche, über Waffenbrüderschafts-Treffen und gemeinsame Übungen etwas anderes vorzutäuschen.
Ich habe in Leipzig, Nohra bei Weimar, in Erfurt und Roßlau bei Dessau an einigen solcher Freundschaftstreffen teilgenommen. Ich habe sympathische und liebe Menschen der Sowjetarmee kennengelernt; gastfreundlich und herzlich. Was mir aber nie gelungen ist, waren persönliche Beziehungen auf privater Ebene. Sie durften uns nicht privat einladen und wir durften sie nicht privat besuchen. Die DDR war für die Sowjetarmee Feindesland.
Ich erinnere mich an taktische Übungen, die wir auf Übungsplätzen durchführten, die von der Sowjetarmee genutzt wurden. Märsche bei Nacht waren auf diesen Plätzen besonders gefährlich. Trotz Sicherheitszusagen führten sowjet. Einheiten Nachtschießen durch. Ein ungutes Gefühl beschlich uns hin und wider.
KLaus


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