Wie stark war der Einfluß der Roten Armee/Sowjetarmee/UdSSR auf die NVA?

  • Seite 2 von 3
05.03.2015 19:36
#16
avatar

Zitat von damals wars im Beitrag #13
Mein Stabschef hatte gute Kontakte zur Sowjetarmee, und das hat uns in einem Winter durch die Kälte geholfen.
Unserem Regiment war die Heizkohle ausgegangen, der große Bruder half!


Ja. Und zu Schachtarbeiten für die DDR-Energiewirtschaft mußten die Sowjetsoldaten auch ran. Den Schnaps u. a. Bezahlung haben die Offiziere für sich genommen.
Das war gängige Praxis.

Diese "Beziehung" auf Kosten der einfachen Soldaten war eine miese Sache............

Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)


 Antworten

 Beitrag melden
05.03.2015 19:42
avatar  GZB1
#17
avatar

Hier mal die Geschichte wie die NVA zu ihrer traditionell deutschen Uniform kam:

Vor allem die Fußnote (10) ist lesenswert: https://books.google.de/books?id=bpSSAgA...eutsche&f=false


 Antworten

 Beitrag melden
05.03.2015 19:48 (zuletzt bearbeitet: 05.03.2015 19:49)
#18
avatar

Paßt eigentlich dazu, daß die Deutschen (auch die der DDR) innerhalb der Sowjettruppe immer noch als Feinde betrachtet wurden.

(Eine entsprechende Doku mit ehemaligen Sowjetsoldaten gab es. Der wollte nicht ins "Feindesland" und wunderte sich über Freundschaft)

Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)


 Antworten

 Beitrag melden
06.03.2015 12:16
#19
avatar

Zitat von Freienhagener im Beitrag #18
Paßt eigentlich dazu, daß die Deutschen (auch die der DDR) innerhalb der Sowjettruppe immer noch als Feinde betrachtet wurden.

(Eine entsprechende Doku mit ehemaligen Sowjetsoldaten gab es. Der wollte nicht ins "Feindesland" und wunderte sich über Freundschaft)


Ich habe bisher wenig dazu gefunden, wie die Beziehungen der Bundeswehr/Bundeswehr-Angehörigen zu den US-Truppen u.a. in der BRD stationierten Truppen war. Interessieren würde es mich schon. Oder habe ich wieder schlecht die "Themen-Suche" genutzt?
Klaus


 Antworten

 Beitrag melden
06.03.2015 13:20
avatar  Alfred
#20
avatar

Zitat von Klauspeter im Beitrag #15
Zitat von Freienhagener im Beitrag #6
Seitens der SU gab es eine strenge Isolation und Abgrenzung. Daher gab es keinen direkten Einflüsse (die "Freundschaftstreffen" stellten keine wirkliche Beziehung dar).

Der Einfluß war die der Führung der KPdSU gegenüber der SED.


Diese Isolation und Abgrenzung war auch in der NVA spürbar, trotz der Versuche, über Waffenbrüderschafts-Treffen und gemeinsame Übungen etwas anderes vorzutäuschen.
Ich habe in Leipzig, Nohra bei Weimar, in Erfurt und Roßlau bei Dessau an einigen solcher Freundschaftstreffen teilgenommen. Ich habe sympathische und liebe Menschen der Sowjetarmee kennengelernt; gastfreundlich und herzlich. Was mir aber nie gelungen ist, waren persönliche Beziehungen auf privater Ebene. Sie durften uns nicht privat einladen und wir durften sie nicht privat besuchen. Die DDR war für die Sowjetarmee Feindesland.
Ich erinnere mich an taktische Übungen, die wir auf Übungsplätzen durchführten, die von der Sowjetarmee genutzt wurden. Märsche bei Nacht waren auf diesen Plätzen besonders gefährlich. Trotz Sicherheitszusagen führten sowjet. Einheiten Nachtschießen durch. Ein ungutes Gefühl beschlich uns hin und wider.
KLaus



Hallo,

dass die DDR für die Gruppe "Feindesland" war, habe ich noch nie gehört und hatte bei entsprechenden Treffen und Gesprächen auch nie diesen Eindruck.


 Antworten

 Beitrag melden
06.03.2015 14:00
#21
avatar

Zitat von Klauspeter im Beitrag #15
Zitat von Freienhagener im Beitrag #6
Seitens der SU gab es eine strenge Isolation und Abgrenzung. Daher gab es keinen direkten Einflüsse (die "Freundschaftstreffen" stellten keine wirkliche Beziehung dar).

Der Einfluß war die der Führung der KPdSU gegenüber der SED.


Diese Isolation und Abgrenzung war auch in der NVA spürbar, trotz der Versuche, über Waffenbrüderschafts-Treffen und gemeinsame Übungen etwas anderes vorzutäuschen.
Ich habe in Leipzig, Nohra bei Weimar, in Erfurt und Roßlau bei Dessau an einigen solcher Freundschaftstreffen teilgenommen. Ich habe sympathische und liebe Menschen der Sowjetarmee kennengelernt; gastfreundlich und herzlich. Was mir aber nie gelungen ist, waren persönliche Beziehungen auf privater Ebene. Sie durften uns nicht privat einladen und wir durften sie nicht privat besuchen. Die DDR war für die Sowjetarmee Feindesland.
Ich erinnere mich an taktische Übungen, die wir auf Übungsplätzen durchführten, die von der Sowjetarmee genutzt wurden. Märsche bei Nacht waren auf diesen Plätzen besonders gefährlich. Trotz Sicherheitszusagen führten sowjet. Einheiten Nachtschießen durch. Ein ungutes Gefühl beschlich uns hin und wider.
KLaus



Diese Aussage kann ich nur bestätigen. Wir haben auf der OS in Frankenberg oft Volleyball gegen die Freunde gespielt, nach dem Spiel mussten die immer gleich aufsitzen und ab ging die Fuhre. Das gleich Bild wenn wir bei ihnen spielten umgekehrt.
Auch in Rostock oder Schwerin das gleiche Bild.
In Schwerin gab es ja die sog. "Freundschaftssiedlung", keine Kontakte erwünscht. Wenn wir das unseren Soldaten erklären sollten, wir als Truppenoffiziere konnten das nicht.

Bei gemeinsamen taktischen Übungen ab Division, handelte auch jede Einheit für sich, von Zusammenwirken keine Spur. Die waren direkt abweisend.

=============================================================================================
Phantasie ist wichtiger denn Wissen, denn Wissen ist begrenzt!

 Antworten

 Beitrag melden
25.08.2015 10:10
#22
avatar

Der Einfluss der CA auf die NVA war ungeheuer groß, ist meine Meinung.

Schöne Beispiele hat dazu, wie bereits schon kurz angerissen durch andere User hier, unser Landesvater (Chef LaSK) GO a.D. Stechbarth in seiner Autobiographie geliefert.

In den Anfangszeiten der KVP gab es in fast jeder Kompanie / Bataillon einen Offizier der RA, der ein Auge auf die Truppe und vor allem auf die Kommandeure und Politarbeiter hatte.
Bis zum Schluss der NVA gab es in jeder Division und höheren Einrichtungen den MOS (Militär Ober Spezialist). Der normale Soldat oder Truppenoffizier wusste kaum etwas davon oder sah diesen nie.

Ich weiß nicht, inwieweit Ihr Euch schon mal mit der operativen Planung beschäftigt habt. Diese Planung wurde ab Division in der NVA (selbst in den Mob-Divisionen) durchgeführt.

Diese Planung ging von oben nach unten. Der Stellvertreter des Ministers und Chef des Hauptstabes der NVA (GO a.D. Streletz) verteidigte die operative Planung der NVA, entsprechend der Aufgabenstellung des Generalstabes der CA, in Wünsdorf. Damit ist klar, dass der Generalstab der CA, die Aufgabe vorgab und der Hauptstab der NVA darauf reagierte und entsprechend seine Planung durchführte.
War diese bestätigt, erging die Aufgabenstellung an die LaSK (von dort dann die Militärbezirke), die LSK / LV, die VM, GT der DDR und die Kampfgruppen der Arbeiterklasse (in Zusammenarbeit mit dem Ministerium des Innern), die wiederum die Planung im MfNV verteidigten und bestätigt bekamen. Von diesen bestätigten Planungen ging es dann in die Divisionen, die dann entsprechend in den Militärbezirken oder den jeweiligen Kommandos oder im Ministerium des Innern, die Planung verteidigten und bestätigt bekamen oder eben nachbessern mussten.

Der Kopf war also der Generalstab der CA in Moskau und dessen Bevollmächtigte in Wünsdorf. Somit hatte die CA schon sehr starken Einfluss auf die NVA und bis auf das MfS, starken Einfluss auf die NVA.

Aber nicht nur da.
Die gesamte Taktik war ausgerichtet auf die sowjetischen Strategien und Taktiken. Die Deutsche Armeen vor 45 und auch die BW heute, rühmt sich der Auftragstaktik. Für mich mehr oder weniger eine Worthülse. Jedoch ist es recht eindeutig, dass die NVA im Gefecht oder der Schlacht, eindeutig die Befehlstaktik anwendete (wenn es denn zur Anwendung gekommen wäre). Nun habe ich des Öfteren versucht zu beweisen, dass die BW auch die Befehlstaktik anwendet. Dafür bekam ich im NVA-Forum schon viele Haue. Na ja, gehört nicht in dieses Thema.

Aber ihr seht, selbst die Taktik und Normative, nach denen wir als Soldaten der NVA handelten, sind russische Vorgaben. Das ist dem einzelnen Soldaten / Offizier gar nicht mehr bewusst geworden. Aber es war so und das lässt sich an jeder Menge Handlungsabläufen und Normativen für´s Gefecht, die Schlacht beweisen.

Wenn man jedoch bedenkt, dass alle Armeen des WV nach gleichen Prinzipien und Normativen handelten, ist das eigentlich gar nicht so schlecht. Deshalb ist es auch möglich gewesen, dass eine deutsche Armee (MB V) unter dem Kommando einer polnischen und einer russischen Front (MV III) ohne Probleme hätte handeln können. Ob das nun jedem gefällt oder nicht, sei mal dahin gestellt.

In diesem Sinne - Was ist der Unterschied zwischen Wessis und Russen? Die Russen sind wir wieder losgeworden.


 Antworten

 Beitrag melden
25.08.2015 17:48
avatar  ( gelöscht )
#23
avatar
( gelöscht )

Hallo Beethoven !

Hat mit sehr gefallen , Dein kleiner Abriß oder besser Einschätzung und besonders am letzten Satz ist viel wahres dran !

MfG Fritze


 Antworten

 Beitrag melden
25.08.2015 18:50
avatar  ( gelöscht )
#24
avatar
( gelöscht )

Im Grenzregiment hat uns mal die CA vor der Kälte gerettet, in dem sie uns mit Kohlen aushalfen.
Im Feldlager haben wir sie mal mit dem BMP gesehen, das wars aber auch.
Dienstsprache war deutsch.


 Antworten

 Beitrag melden
26.08.2015 08:43
#25
avatar

Dienstsprache war deutsch

Na, sonst hätte ja kaum einer etwas verstanden

Die Kommandosprache hingegen war Russisch. Das war für die Offiziere die in Russland studiert haben (oder für die Raketschicks die schon als OS in Russland waren) kein Problem.

Für uns "Dresdener" schon eher obwohl wir jeden Tag (in Worten - jeden Tag) mindestens eine Stunde Russisch hatten. Meine "Safkafetroija" war nie mit mir zufrieden. Unsere sowjetischen Offiziershörer in der Seminargruppe sagten aber zu mir "... wir verstehen dich ..." . Das hat mich gefreut obwohl ich heute sagen muss, mein Russisch ist einfach nur zum weg laufen. Na, wir haben ja auch alles gelernt in Russisch, aber eben keine Umgangssprache.

In diesem Sinne - die Sprache eines Landes erlernt man am Besten auf den Kopfkissen der Landestöchter


 Antworten

 Beitrag melden
26.08.2015 10:21
#26
avatar

Zitat von Beethoven im Beitrag #22
In diesem Sinne - Was ist der Unterschied zwischen Wessis und Russen? Die Russen sind wir wieder losgeworden.


Sehr anschaulich und informativ, Deine Abhandlung über die Wirkung der RA auf die NVA, für mich als Kriegskunstunkundigen!

Zum letzten Satz: Meinst Du grundsätzlich, im Allgemeinen oder ein „Roll Over“ @Beethoven, bezogen auf das Forum?

Es grüßt Dich

Kressin

*****************************************************************************************************************************************
"Als ich 17 war, war in meinem Traumberuf nichts mehr frei” – Was das war? – "Rentner!
Erst Rentnerlehrling, dann Jungrentner und dann Rentnergeselle!”
*****************************************************************************************************************************************

 Antworten

 Beitrag melden
26.08.2015 22:55
avatar  ( gelöscht )
#27
avatar
( gelöscht )

Zitat von damals wars im Beitrag #24
Im Grenzregiment hat uns mal die CA vor der Kälte gerettet, in dem sie uns mit Kohlen aushalfen.
Im Feldlager haben wir sie mal mit dem BMP gesehen, das wars aber auch.
Dienstsprache war deutsch.


Also in unserer Grenzkompanie hatten wir immer genug eigene Kohlen, manche haben sogar aufgekohlt.


 Antworten

 Beitrag melden
26.08.2015 23:05
avatar  ( gelöscht )
#28
avatar
( gelöscht )


Also in unserer Grenzkompanie hatten wir immer genug eigene Kohlen, manche haben sogar aufgekohlt.


Na, Andreas ich glaub ,Du hast heute auch schon bissl geheizt ! Aber wohl eher mit Flüssigbrennstoff !

VG Fritze


 Antworten

 Beitrag melden
27.08.2015 08:00 (zuletzt bearbeitet: 27.08.2015 08:01)
avatar  ( gelöscht )
#29
avatar
( gelöscht )

Zitat von Fritze im Beitrag #28

Also in unserer Grenzkompanie hatten wir immer genug eigene Kohlen, manche haben sogar aufgekohlt.


Na, Andreas ich glaub ,Du hast heute auch schon bissl geheizt ! Aber wohl eher mit Flüssigbrennstoff !

VG Fritze


Tja Fritze, es geht auf den Herbst zu, da muss man es sich schon etwas warm machen, zur Not auch mit postsowjetischem Flüssigbrennstoff, hätt jetzt fast Sprengstoff geschrieben


 Antworten

 Beitrag melden
27.08.2015 18:48
#30
avatar

Zitat von Hanum83 im Beitrag #29


Tja Fritze, es geht auf den Herbst zu, da muss man es sich schon etwas warm machen, zur Not auch mit postsowjetischem Flüssigbrennstoff, hätt jetzt fast Sprengstoff geschrieben


Also auf diesem Gebiet war der sowjetische Einfluss auf die NVA ziemlich groß.


 Antworten

 Beitrag melden
Bereits Mitglied?
Jetzt anmelden!
Mitglied werden?
Jetzt registrieren!