Der Befehl " M "

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01.03.2015 09:40
#1
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Ich hab versucht ,- in allen Themen nach dem ominösen Befehl M zu suchen ,-
aber nun frag ich einfach in die Runde :
Gab es einen Befehl M ,- dieser wurde wohl einigen bei der Entlassung aus dem Wehrdienst verpasst ,-
und vor allem : Was bedeutet dieser Befehl M eigentlich ??

....................................
Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !


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01.03.2015 09:56
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#2
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( gelöscht )

Der sogenannte "M"-Befehl war ein Scheißbefehl, der besagte, dass die krankhaft-hysterische und paranoid-sicherheitsbedürftige Militärmaschinerie der DDR dich zu jeder Tages- und Nachtzeit zu deren saudämlichen Kriegsspielen zerren konnte.
Einige meiner Kollegen und ich selbst hatten dieses widerwärtige Scheißding am Hals.


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01.03.2015 09:58
#3
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Zitat von Ostlandritter im Beitrag #1
Ich hab versucht ,- in allen Themen nach dem ominösen Befehl M zu suchen ,-
aber nun frag ich einfach in die Runde :
Gab es einen Befehl M ,- dieser wurde wohl einigen bei der Entlassung aus dem Wehrdienst verpasst ,-
und vor allem : Was bedeutet dieser Befehl M eigentlich ??

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-41019349.html
Interessante Frage. Ich kann sie nur für die Schweiz beantworten. Dieser Befehl wird bei einigen vor der Dienstentlassung auf die Seite 2 des Dienstbüchleins geklebt (oder kommt per Post zum Einkleben). Wenn du diesen Befehl hast, musst du fleissig Radio hören und Zeitung lesen, denn dann kannst du so einberufen werden und musst dich dann so rasch als möglich am Ort einfinden, der im Befehl steht.
Theo


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01.03.2015 10:14 (zuletzt bearbeitet: 01.03.2015 10:30)
#4
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Hier ist er, nicht meiner:


=============================================================================================
Phantasie ist wichtiger denn Wissen, denn Wissen ist begrenzt!


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01.03.2015 10:18
avatar  Linna
#5
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Ich habe diesen Befehl "M" auch erhalten und habe ihn noch in meinen Bestandsunterlagen. Er besagte, daß sich der
Betreffende nach Bekanntmachung der Mobilmachung unverzüglich am Gestellungsort (war genannt) einzufinden hatte
und welche Dinge er mitfzuführen hatte.
Er musste dem Wehrpass beigefügt werden und durfte nicht ins Ausland verbracht werden. Die Nichtbefolgung dieses Befehles
wurde nach "Kriegsrecht" geahndet.
Gruß-Linna


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01.03.2015 10:31 (zuletzt bearbeitet: 01.03.2015 10:35)
#6
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Zitat von Linna im Beitrag #5
Ich habe diesen Befehl "M" auch erhalten und habe ihn noch in meinen Bestandsunterlagen. Er besagte, daß sich der
Betreffende nach Bekanntmachung der Mobilmachung unverzüglich am Gestellungsort (war genannt) einzufinden hatte
und welche Dinge er mitfzuführen hatte.
Er musste dem Wehrpass beigefügt werden und durfte nicht ins Ausland verbracht werden. Die Nichtbefolgung dieses Befehles
wurde nach "Kriegsrecht" geahndet.
Gruß-Linna


Was ich nicht verstehe :

Diesen Befehl M hatten doch die meisten Gedienten nicht !

Was also war die Grundlage oder Bedingung ,- jemandem so einen Befehl zu verpassen ??

Spezialisten ?
Vorbildliche Soldaten ?
Parteimitglieder ??

und @eisenringtheo :
Wenn es diesen Befehl auch in der Schweiz für Einige gab,- was waren bei Euch die Kriterien für die Ausgabe an Einige ?

Ich komme da einfach nicht weiter....

....................................
Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !


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01.03.2015 10:42
avatar  Linna
#7
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Zitat von Ostlandritter im Beitrag #6
Zitat von Linna im Beitrag #5
Ich habe diesen Befehl "M" auch erhalten und habe ihn noch in meinen Bestandsunterlagen. Er besagte, daß sich der
Betreffende nach Bekanntmachung der Mobilmachung unverzüglich am Gestellungsort (war genannt) einzufinden hatte
und welche Dinge er mitfzuführen hatte.
Er musste dem Wehrpass beigefügt werden und durfte nicht ins Ausland verbracht werden. Die Nichtbefolgung dieses Befehles
wurde nach "Kriegsrecht" geahndet.
Gruß-Linna


Was ich nicht verstehe :

Diesen Befehl M hatten doch die meisten Gedienten nicht !

Was also war die Grundlage oder Bedingung ,- jemandem so einen Befehl zu verpassen ??

Spezialisten ?
Vorbildliche Soldaten ?
Parteimitglieder ??

Ich komme da einfach nicht weiter....



Der Befehl "M" wurde auch Mob-1 (Mobilmachung 1-Befehl) bezeichnet. Ihn bekamen in der Regel Spezialisten, die nicht mehr
aktiv waren aber in der bestehenden Struktur der Einheiten eine "Planstelle" hatten. Sie wurden in der Regel auch öfter
zu Reserveübungen eingezogen.
Gruß-Linna


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01.03.2015 10:47 (zuletzt bearbeitet: 01.03.2015 11:11)
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#8
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Das mit dem M-Befehl müsste so Anfang der Achtziger gewesen sein. Es waren auf den Straßen verstärkt Armeefahrzeuge zu sehen. Ich müsste auch so einen Befehl gehabt haben, denn ich bekam mit der Post einen ,,Stellungsbefehl'' zum sofortigen Einfinden am Bahnhof meiner Stadt. Nun schnell das Nötigste (Zigaretten usw.) eingepackt und mit dem Bus zum Treffpunkt gefahren. Der Schock steckte mir in den Gliedern. Es wurde uns ja bei der Entlassung gesagt, dass Grenzer nicht mehr belästigt werden. Die Stimmung am Treffpunkt war dementsprechend. Alles auf den Ural und ab in ein LPG Gelände. Es war Abend und schon dunkel. Dort waren ein paar große Zelte aufgebaut. In diesen Zelten wurde aus Zivilisten nach Umkleiden Soldaten. Es war wie aus einem schlechten Film. Etwa 50 Reservisten und ich wurden in einem Raum untergebracht und haben die ganze Nacht dort zugebracht. Man sagte uns wir wären die Reserve. Früh gegen 9 Uhr bekamen wir einen Verpflegungsbeutel und durften gehen. Man brauchte uns doch nicht. Das war eine sehr unangenehme Nacht.
rasselbock


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01.03.2015 11:01
#9
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Zitat von Ostlandritter im Beitrag #6
(...)

und @eisenringtheo :
Wenn es diesen Befehl auch in der Schweiz für Einige gab,- was waren bei Euch die Kriterien für die Ausgabe an Einige ?

Ich komme da einfach nicht weiter....


Leider keine Ahnung. Ich keine keinen mit einem solchen Befehl.. Unterstanden ja auch der Geheimhaltungspflicht.
Theo


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01.03.2015 11:28 (zuletzt bearbeitet: 01.03.2015 11:28)
avatar  Lutze
#10
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Zitat von eisenringtheo im Beitrag #3
Zitat von Ostlandritter im Beitrag #1
Ich hab versucht ,- in allen Themen nach dem ominösen Befehl M zu suchen ,-
aber nun frag ich einfach in die Runde :
Gab es einen Befehl M ,- dieser wurde wohl einigen bei der Entlassung aus dem Wehrdienst verpasst ,-
und vor allem : Was bedeutet dieser Befehl M eigentlich ??

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-41019349.html
Interessante Frage. Ich kann sie nur für die Schweiz beantworten. Dieser Befehl wird bei einigen vor der Dienstentlassung auf die Seite 2 des Dienstbüchleins geklebt (oder kommt per Post zum Einkleben). Wenn du diesen Befehl hast, musst du fleissig Radio hören und Zeitung lesen, denn dann kannst du so einberufen werden und musst dich dann so rasch als möglich am Ort einfinden, der im Befehl steht.
Theo


mußten die Einberufenen mit den Schweizerischen Militär-Fahrrädern
zum Sammelort erscheinen?
Lutze

wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren


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01.03.2015 11:44
avatar  der 39.
#11
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Zitat von Ostlandritter im Beitrag #1
Ich hab versucht ,- in allen Themen nach dem ominösen Befehl M zu suchen ,-
aber nun frag ich einfach in die Runde :
Gab es einen Befehl M ,- dieser wurde wohl einigen bei der Entlassung aus dem Wehrdienst verpasst ,-
und vor allem : Was bedeutet dieser Befehl M eigentlich ??

Ich habe diesen Befehl zwei mal erhalten in den 70 ger oder 80 ger Jahren. Einmal musste ich mich lediglich in Uniform melden ( war bei mir verblieben). In einem anderen Falle wurde ich nach Hellerau(bei Dresden) beordert und übernahm dort eine Kolonne von ca 12 LKWs die alle mit
Reservisten in Zivil besetzt waren. Dies Kolonne hanbe ich in die Nähe von Spremberg in den Busch gebracht. Dort mssten alle Reservisten absteigen und ich brachte die Fahrzeugkolonne wieder nach Hellerau zurück. Nach den üblichen Schreibereien konnte ich wieder nach Hause.
der 39.


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01.03.2015 11:51
#12
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Interessant !
Ich hatte von diesem Befehl bisher nie etwas gehört.

Gruss Wolfgang


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01.03.2015 12:25 (zuletzt bearbeitet: 01.03.2015 12:25)
avatar  polsam
#13
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Zitat von HG19801 im Beitrag #2
Der sogenannte "M"-Befehl war ein Scheißbefehl, der besagte, dass die krankhaft-hysterische und paranoid-sicherheitsbedürftige Militärmaschinerie der DDR dich zu jeder Tages- und Nachtzeit zu deren saudämlichen Kriegsspielen zerren konnte.
Einige meiner Kollegen und ich selbst hatten dieses widerwärtige Scheißding am Hals.


@HG19801, eine sachliche Anrwort zur aufgeworfenen Frage sieht anders aus als Dass was du von dir gegeben hast.

Ich bin zwar auch Reservist der NVA, obwohl dort nie gedient, kannte diesen Befehl aber auch nicht.

Mir stellt sich die Frage, wurden die, die dieses Stück Papier erhalten haben öfter zum Reservistenwehrdienst geholt als die "normalen" Reservisten?


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01.03.2015 12:35
avatar  ( gelöscht )
#14
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( gelöscht )

Zitat von Ostlandritter im Beitrag #6
... Diesen Befehl M hatten doch die meisten Gedienten nicht !
... ... ...
Was also war die Grundlage oder Bedingung ,- jemandem so einen Befehl zu verpassen ??

Diesen Befehl hatten die meisten Gedienten wohl nicht, trotzdem blieben sicher noch genügend Kandidaten übrig, denen man dieses Ding an die Kniescheibe nagelte.
Für meine eigene Person muss ich sagen, dass ich jenen Befehl "M" nicht mit der Beendigung meines Grundwehrdienstes (offiziell Versetzung in die Reserve oder so ähnlich) erhielt und auch kein entsprechender Eintrag im Wehrdienstausweis vorlag.
Neee, nachdem ich in der ersten Hälfte der Achtzigerjahre einen dreimonatigen Reservistendienst abschrubben musste, wurde ich in schon konspirativ anmutender Weise vom zuständigen Wehrkreiskommando befehlsmäßig in ein Sportlerheim eines Fußballvereins zitiert, wo mir mittels geschickt artikulierter Wortverdrehung befohlen wurde ein Stück Papier zu unterschreiben, von dessen Inhalt ich keine Ahnung hatte, weil es bis auf die Unterschriftzeile abgedeckt war.
Die Grundlage für das "Angedeihen" eines solchen Befehls mag ich nicht nachzuvollziehen. Besondere Staatstreue und/oder Mangel an Westverwandtschaft dürften es nicht vehement gewesen sein, denn daran "kränkelte" so manch Betroffener.
Ich glaube, es ging im künstlich an den Haaren herbeigezogenen Sicherheitsgetue einfach nur darum, uns jungen Männern fortwährend auf die Bemme zu schmieren, dass einzig und allein das Militär als Ausdruck von Landessicherheit über das Weh und Ach des einzelnen wehrpflichtigen DDR-Bürgers zu entscheiden habe.

Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie froh ich um 1989/1990 war, als dieser ekelhafte und schikanöse Scheißdreck für immer aufhörte.


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01.03.2015 12:43
#15
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Zitat von HG19801 im Beitrag #14
...
wo mir mittels geschickt artikulierter Wortverdrehung befohlen wurde ein Stück Papier zu unterschreiben, von dessen Inhalt ich keine Ahnung hatte, weil es bis auf die Unterschriftzeile abgedeckt war.
...



Und, hast Du unterschrieben?

Wenn ja, mit welchen Argumenten konnte man Dich "überzeugen" einen Text zu unterschreiben, dessen Inhalt Du nicht kennen durftest?

Gruss Wolfgang


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