Oberleutnant der NVA wollte in den Westen

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17.02.2015 20:36
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#1
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Grenzkompanie Caroline bei Barneberg im September 1957 oder 1958.
Abends gegen 23 Uhr kam ein älterer Mann mit Fahrrad auf unsere Dienststelle und sagte, auf der Strasse von Barneberg in Richtung Offleben habe Er einen Mann gesehen der einen hellen Sommermantel und Uniformmütze und lange Stiefel trug.Nach dieser Begegnung ging diese Person durch den Strassengraben übers Feld und das währe doch verdächtig.
Sofort wurde Grenzalarm ausgelöst, der gesammte Personalbestand musste raus und die Grenze in unserem Bereich abriegeln.
Unser Hundeführer hatte einen ehemaligen Spürhund und dieser sollte dort wo dieser Mann gesehen wurde versuchen die Fährte zu finden.
Der Hund war erfolgreich, hat die Fährte mehrfach verloren. Ich hatte schon meinen Urlausschein in der Tasche und wollte mit dem ersten Zug in Urlaub und nun lagen wir bei nasskaltem Wetter da draussen. Musste dann eben später fahren. Um ca.4.30 Uhr die Meldung Grenzalarm beendet, Person wurde festgenommen. Die Person wurde im Gebiet Hötenslebener/Offlebener Kippe kurz vor dem 10 m Streifen gestellt und festgenommen.Es handelte sich um einen Oberleutnant der NVA und angeblich Kompanie Chef der Offiziersschule in Döbeln ?
Er war mit einer Pistole und 6 Schuss bewafnet trug eine Aktenmappe mit wichtigen Dokumenten bei sich und hat keinen Wiederstand geleistet.
Bei der Festnahme sagte Er nur ich dachte ich bin schon im Westen. Ja und dann musste Er wieder für lange Zeit ein Stückchen weiter in Richtung Osten kostenlose Pension.
Ja es ist schon lange her aber solche Sachen vergisst man nicht so schnell.

Gruss CAMBRINO


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17.02.2015 20:45
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#2
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nach Westberlin abzuhauen,wäre sicherlich einfacher gewesen
Lutze

wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren


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17.02.2015 21:06
#3
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Zitat von Lutze im Beitrag #2
nach Westberlin abzuhauen,wäre sicherlich einfacher gewesen
Lutze

Nicht unbedingt. Bis 1961 war die Grenze West nicht stark befestigt. Um das sogenannte Gross-Berlin hingegen gab es viele KPP (Kontrollpassierpunkte). Als NVA Angehöriger blieb man dort hängen, denn deutsche Militärangehörigen war es wegen des Status von Berlin nicht erlaubt, sich in Gross-Berlin aufzuhalten.
(Mussten Offiziere eigentlich auch den Personalausweis abgeben, wenn sie dienten?)
Theo


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17.02.2015 21:14
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#4
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Zitat von Cambrino im Beitrag #1
Grenzkompanie Caroline bei Barneberg im September 1957 oder 1958.
Abends gegen 23 Uhr kam ein älterer Mann mit Fahrrad auf unsere Dienststelle und sagte, auf der Strasse von Barneberg in Richtung Offleben habe Er einen Mann gesehen der einen hellen Sommermantel und Uniformmütze und lange Stiefel trug.Nach dieser Begegnung ging diese Person durch den Strassengraben übers Feld und das währe doch verdächtig.
Sofort wurde Grenzalarm ausgelöst, der gesammte Personalbestand musste raus und die Grenze in unserem Bereich abriegeln.
Unser Hundeführer hatte einen ehemaligen Spürhund und dieser sollte dort wo dieser Mann gesehen wurde versuchen die Fährte zu finden.
Der Hund war erfolgreich, hat die Fährte mehrfach verloren. Ich hatte schon meinen Urlausschein in der Tasche und wollte mit dem ersten Zug in Urlaub und nun lagen wir bei nasskaltem Wetter da draussen. Musste dann eben später fahren. Um ca.4.30 Uhr die Meldung Grenzalarm beendet, Person wurde festgenommen. Die Person wurde im Gebiet Hötenslebener/Offlebener Kippe kurz vor dem 10 m Streifen gestellt und festgenommen.Es handelte sich um einen Oberleutnant der NVA und angeblich Kompanie Chef der Offiziersschule in Döbeln ?
Er war mit einer Pistole und 6 Schuss bewafnet trug eine Aktenmappe mit wichtigen Dokumenten bei sich und hat keinen Wiederstand geleistet.
Bei der Festnahme sagte Er nur ich dachte ich bin schon im Westen. Ja und dann musste Er wieder für lange Zeit ein Stückchen weiter in Richtung Osten kostenlose Pension.
Ja es ist schon lange her aber solche Sachen vergisst man nicht so schnell.

Gruss CAMBRINO


Hallo @Cambrino,der Flüchtling war nicht dumm,denn da war doch noch ein kleiner Graben.Der wurde zu meiner Zeit auch des Nachts von welchen Gestalten genutzt.Da mussten wir immer den Postenplatz ,,Schamotte verlassen.Da stand ein kleiner BT aus Holz auf Halde.Gegenüber der ehemaligen Gartenanlage hinter der Sperre.1966.Gruss Greso


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17.02.2015 21:15 (zuletzt bearbeitet: 17.02.2015 21:25)
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#5
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Hallo Lutze !
Zu der Zeit auf jeden Fall einfacher.
Bei einer Heimfahrt über Berlin Ostbahnhof hatte ich mal einen längeren Aufenthalt und bin in Zivil mit der S-Bahn nach Friedrichstrasse gefahren,dort ausgestiegen und an der Bahnsteigkante gewartet bis die Grenzer mit der Passkontrolle in dem Wagen fertig waren und ausstiegen bin ich zur anderen Tür eingestiegen und die Bahn fuhr ab nach Westberlin. Dort paar Schachteln Zigaretten gekauft , Schaufenster etwas angesehen und nach etwa 30 min. auf gleichen Weg wieder zurück. Hatte ja damals kein Interesse drüben zu bleiben.Es waren eben noch andere Zeiten. Wegen der Zugverbindung Richtung Prenzlau musste ich über Ostbahnhof umsteigen. Dazu brauchte ich für jede Durchreise durch Ost-Berlin eine Sondergenehmigung die ich auch immer bekam.

Gruss CAMBRINO


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17.02.2015 22:16
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#6
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Hallo Greso
Da haste Recht mit den Gestalten, auch zu meiner Zeit wurde im Bereich Offleben sehr oft geschleust. Mal im Bereich der Ziegelei (war damals noch in betrieb) und mal im Bereich am Bahndam rechte Ecke Sportplatz Offleben. Unsere Posten mussten sich dann auch für ca. 1-2 Stunden zurück ziehen. Die millit.Aufklärer des MFS wurden mit einem Kombi PKW mit verdunkelten Scheiben nach vorn gefahren, die Gestalten haben wir nie zu Gesicht bekommen.

Gruss CAMBRINO


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18.02.2015 09:27
avatar  exgakl
#7
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Na dann gebe ich euch mal einen Blick in eueren ehem. Abschnitt... so sah man es von der Führungstelle aus....

VG exgakl

Jede gute Idee beginnt mit dem Satz.. "halt mal mein Bier!"

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18.02.2015 10:39
#8
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Zitat von Cambrino im Beitrag #1

Bei der Festnahme sagte Er nur ich dachte ich bin schon im Westen. Ja und dann musste Er wieder für lange Zeit ein Stückchen weiter in Richtung Osten kostenlose Pension.
Ja es ist schon lange her aber solche Sachen vergisst man nicht so schnell.

Gruss CAMBRINO

Es war eine Fahnenflucht, und das ist in keiner Armee der Welt ein Kavaliersdelikt.
Gruß Klaus


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18.02.2015 10:50
avatar  Lutze
#9
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Zitat von exgakl im Beitrag #7
Na dann gebe ich euch mal einen Blick in eueren ehem. Abschnitt... so sah man es von der Führungstelle aus....

VG exgakl


hast du dort heimlich fotografiert?
Lutze

wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren


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18.02.2015 10:53
avatar  exgakl
#10
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Lutze das ist ein Diarama, welches in der Grenzkompanie hing...

Jede gute Idee beginnt mit dem Satz.. "halt mal mein Bier!"

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18.02.2015 11:22
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#11
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Die Flucht in dem Tagebaugebiet wäre einfacher gewesen, hätte der "Herr Oberleutnant" statt Uniform Zivilkleidung, am besten Arbeitskleidung eines Arbeiters der dortigen Braunkohletagebaue, getragen. Dann wäre er gar nicht aufgefallen. Seine Pistole und die Unterlagen hätte er am Körper tragen können.
Er hat sich so verhalten, als hätte er ein Schild um den Hals hängen mit der Aufschrift " Ich bin fahnenflüchtig und verlasse den Arbeiter- und Bauernstaat".
Der ist nicht wegen Fahnenflucht in den Bau marschiert! Weswegen wohl? Das Wort fängt mit D an.


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18.02.2015 18:48
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#12
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Zitat von zoll im Beitrag #11
Die Flucht in dem Tagebaugebiet wäre einfacher gewesen, hätte der "Herr Oberleutnant" statt Uniform Zivilkleidung, am besten Arbeitskleidung eines Arbeiters der dortigen Braunkohletagebaue, getragen. Dann wäre er gar nicht aufgefallen. Seine Pistole und die Unterlagen hätte er am Körper tragen können.
Er hat sich so verhalten, als hätte er ein Schild um den Hals hängen mit der Aufschrift " Ich bin fahnenflüchtig und verlasse den Arbeiter- und Bauernstaat".
Der ist nicht wegen Fahnenflucht in den Bau marschiert! Weswegen wohl? Das Wort fängt mit D an.


Hallo von Zoll ich Grüsse Dich !
Die Kleidung von dem Oberleutnant spielte nur eine Rolle, wo er auf der Strasse von Barneberg in Richtung Offleben gesehen wurde und dann auch noch auffällig durch den Strassengraben übers Feld lief. Bei der Festnahme in dem Tagebaugebiet spielte die Kleidung doch keine Rolle mehr. Dort gab es keine Arbeiter weil im östlichen Teil des Tagebaugebietes nicht gearbeitet wurde und sich auch Niemand ausser der Grenzposten der Grenzpolizei der DDR die dort Dienst taten, sich dort aufhalten durften. Es wurde nur im westlichen Teil des Tagebaugebietes gearbeitet.

Gruss CAMBRINO


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18.02.2015 19:39
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#13
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Zitat
September 1957 oder 1958



Na toll was für ein Jahr !


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18.02.2015 20:13
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#14
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Zitat von Cambrino im Beitrag #6
Hallo Greso
Da haste Recht mit den Gestalten, auch zu meiner Zeit wurde im Bereich Offleben sehr oft geschleust. Mal im Bereich der Ziegelei (war damals noch in betrieb) und mal im Bereich am Bahndam rechte Ecke Sportplatz Offleben. Unsere Posten mussten sich dann auch für ca. 1-2 Stunden zurück ziehen. Die millit.Aufklärer des MFS wurden mit einem Kombi PKW mit verdunkelten Scheiben nach vorn gefahren, die Gestalten haben wir nie zu Gesicht bekommen.

Gruss CAMBRINO

Die Ziegelei war zu meiner Zeit noch in betrieb.Da haben wir uns ab und an mal aufgewärmt.
Greso


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18.02.2015 20:18
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#15
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Zitat von exgakl im Beitrag #7
Na dann gebe ich euch mal einen Blick in eueren ehem. Abschnitt... so sah man es von der Führungstelle aus....

VG exgakl


Jetzt hast du uns aber was verraten.


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