Bügellohe - Eine Siedlung an der Grenze zur CSSR

16.02.2015 13:28
#1
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Sudetendeutsche, die direkt an der tschechisch-bayerischen Grenze wohnten, mussten 1945 ihre Heimat verlassen.
Das Kuriosum, diese Sudetendeutsche hatten ihre Häuser in Tschechien, ihre Felder lagen aber auch in Bayern. So bauten sie auf ihren Feldern -ohne behördliche Genehmigung- in direkter Nähe zu ihrem alten Dorf eine neue Siedlung.

Das ist der Jammer dieser Welt,
Dass all die Dummheit der Millionen
Den wenigen, deren Geist erhellt,
Den Weisen wird zu Dornenkronen;
Dass sich der Massen Unverstand
Frech an des Genius Schwingen heftet,
Ihr zerrt aus seinem hohen Land,
Bis er zu Boden sinkt entkräftet.
Kurt Eisner


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16.02.2015 13:30 (zuletzt bearbeitet: 16.02.2015 13:30)
#2
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aus Wikipedia:


>>>Bügellohe

Die Wüstung Bügellohe ist eine verlassene Siedlung im deutsch-tschechischen Grenzgebiet bei Stadlern, Stadt Schönsee im Oberpfälzer Wald in Bayern.

Nach der Vertreibung 1946 bauten sich Sudetendeutsche unweit ihrer früheren Heimat neue Häuser im Wald unmittelbar hinter der bayerischen Grenze. Das Dorf lag in einem bügelähnlichen, in das Nachbarland ragenden Geländeteil auf dem „Bügellohe/Reichenstein/Weingartner-Fels“-Rücken, der bis über 896 m ü. NN. ansteigt und gleichzeitig auch die höchste Erhebung im heutigen Landkreis Schwandorf ist.

Die einstigen Bewohner stammten überwiegend aus dem untergegangenen Ort Wenzelsdorf mit dem Weiler Rappauf. 11 Familien, fast 60 Personen[1] suchten auf ihren, meist eigenen Grundstücken eine vorübergehende Bleibe. Hier wollten sie der drohenden Vertreibung entgehen und später wieder in ihr Dorf zurückkehren.[2] Man baute sich im Wald zunächst nur Baracken. Die notwendigen Bretter wurden nachts illegal aus den eigenen Gehöften, von tschechischer Seite über die Grenze auf die Bügellohe getragen.

Allerdings wurde das frühere Wenzelsdorf von der tschechischen Regierung dem Erdboden gleichgemacht, eine Rückkehr kam nicht mehr in Frage. Die Bügelloher Bürger errichteten daraufhin feste Häuser aus zumeist Feld- und Bruchsteinen, unter anderem auch ein Gasthaus (Florl) mit überdachter Kegelbahn. Ziegel konnten nicht von Pferdefuhrwerken angeliefert, sondern mussten von den Männern in mühevoller Arbeit den Berg hinauf getragen werden. Die Siedlung war kommunalen Stellen ein Dorn im Auge, da eine Verkehrsanbindung nach damaligen Größen unverhältnismäßig teuer und umständlich gewesen wäre.

Die Lebensbedingungen waren jedoch sehr hart: Es gab weder Strom, noch fließendes Wasser oder eine ordentliche Straße, über die das Dorf erreicht werden hätte können. Medizinische Hilfe kam sehr umständlich über einen Arzt aus Schönsee.[3] Schrittweise verließen die Menschen Bügellohe: 1950 lebten 59 Personen dort, 1960 nur noch 8. 1970 verließ der letzte Bewohner die Siedlung. Laut Zeitzeugen waren die kalten Jahreszeiten auf dem Grenzkamm zu unwirtlich, landwirtschaftliche Erträge in diesen Höhenlagen kaum erzielbar. Auch aufgrund des Wirtschaftsaufschwungs in Deutschland sah man dort oben keine Zukunft mehr.[4]

Die Bügellohe ist heute stark verfallen und die Häuser sind einsturzgefährdet. Jahrzehntelanger Frost, Regen und Wind nagten an den verlassenen Häusern. Nur ein Haus, das Fleischhackerhaus, ist wegen des intakten Blechdachs noch relativ gut erhalten. In diesem Haus wurde 2012 ein Informationszentrum mit elektrischer Beleuchtung und Bildtafeln über die Siedlung Bügellohe und ihre Geschichte eingerichtet.[5]
<<<

http://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCgellohe

Das ist der Jammer dieser Welt,
Dass all die Dummheit der Millionen
Den wenigen, deren Geist erhellt,
Den Weisen wird zu Dornenkronen;
Dass sich der Massen Unverstand
Frech an des Genius Schwingen heftet,
Ihr zerrt aus seinem hohen Land,
Bis er zu Boden sinkt entkräftet.
Kurt Eisner


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16.02.2015 13:37 (zuletzt bearbeitet: 16.02.2015 13:55)
#3
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Interessantes Video über die Wüstung Bügellohe ab ca.3:10

Das ist der Jammer dieser Welt,
Dass all die Dummheit der Millionen
Den wenigen, deren Geist erhellt,
Den Weisen wird zu Dornenkronen;
Dass sich der Massen Unverstand
Frech an des Genius Schwingen heftet,
Ihr zerrt aus seinem hohen Land,
Bis er zu Boden sinkt entkräftet.
Kurt Eisner


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16.02.2015 13:40
#4
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Das ist der Jammer dieser Welt,
Dass all die Dummheit der Millionen
Den wenigen, deren Geist erhellt,
Den Weisen wird zu Dornenkronen;
Dass sich der Massen Unverstand
Frech an des Genius Schwingen heftet,
Ihr zerrt aus seinem hohen Land,
Bis er zu Boden sinkt entkräftet.
Kurt Eisner


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16.02.2015 13:43 (zuletzt bearbeitet: 16.02.2015 13:49)
#5
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Das ist der Jammer dieser Welt,
Dass all die Dummheit der Millionen
Den wenigen, deren Geist erhellt,
Den Weisen wird zu Dornenkronen;
Dass sich der Massen Unverstand
Frech an des Genius Schwingen heftet,
Ihr zerrt aus seinem hohen Land,
Bis er zu Boden sinkt entkräftet.
Kurt Eisner


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16.02.2015 14:12
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#6
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ABV

Die Grenzziehung nach dem Zweiten Weltkrieg hat sicher zu einigen ungewollten "Kuriositäten" geführt. Kein Wunder, hat doch diese Grenze jahrhundertelang zusammengewachsene Strukturen zerschnitten. So verläuft zum Beispiel die Bahnlinie von Görlitz nach Zittau, einige Kilometer weit durch polnisches Hoheitsgebiet. Heute, im "Schengenland" spielt das keine Rolle mehr. In der DDR, vor allem während der Verhängung des Kriegsrechts in der damaligen Volksrepublik Polen, desto mehr. Normalerweise benötigten DDR-Bürger seit 1980 ein Visum für eine Reise nach Polen. Per Eisenbahn konnte man legal durchs Nachbarland fahren, jedoch nicht aussteigen. Dafür sorgten, beim einzigen Halt auf polnischem Gebiet, bewaffnete polnische Grenzer.
Ich habe das als Lehrling 1981 / 82 selbst erlebt. Beim ersten Mal wäre mir beim Anblick der rot-weißen Grenzpfähle und der Grenzsoldaten die beim Halt durch den Zug liefen, beinahe das Herz stehen geblieben. Man hatte mich auf die "Polenreise" vorher nicht vorbereitet.
Das war zwar jetzt OT, aber wie gesagt, die Grenzziehungen haben sicher noch mehr Chaos angerichtet.

Gruß Uwe

16.02.2015 17:58
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#7
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( gelöscht )

Nicht alle Orte im Sudetenland hat man plangezogen. Der Ort Vitín (Wettine), wurde letztes Jahr vom tschechischen Staat zum Kauf angeboten.
Von der Landkarte ist er schon lange verschwunden.

http://www.tagblatt.de/Home/nachrichten/...rid,244154.html


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16.02.2015 19:32
#8
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Zitat von Grenzverletzerin im Beitrag #7
Nicht alle Orte im Sudetenland hat man plangezogen. Der Ort Vitín (Wettine), wurde letztes Jahr vom tschechischen Staat zum Kauf angeboten.
Von der Landkarte ist er schon lange verschwunden.

http://www.tagblatt.de/Home/nachrichten/...rid,244154.html




Ob man mit dieser Ortschaft glücklich wird? Die Natur hat sich fast alles zurückgeholt.

Das ist der Jammer dieser Welt,
Dass all die Dummheit der Millionen
Den wenigen, deren Geist erhellt,
Den Weisen wird zu Dornenkronen;
Dass sich der Massen Unverstand
Frech an des Genius Schwingen heftet,
Ihr zerrt aus seinem hohen Land,
Bis er zu Boden sinkt entkräftet.
Kurt Eisner


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17.02.2015 14:31
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#9
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( gelöscht )

Nee, ich würde mir so etwas auch nicht an die Backe heften wollen. 14.600 Euro wollte die Regierung dafür...ist aber ein Schnäppchen. Obwohl sich so ein Gelände doch super für Reenactments aller Couleur eignen würde.


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