Unser Med.-Punkt in Glöwen

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14.02.2015 20:11
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#1
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Hallo Forum,

während meiner dreijährigen Dienstzeit zum Ende der siebziger Jahre im Med. Dienst des GAR-5 wurden wir Angehörigen des RMP nicht selten belächelt bzw. auch belegt, was wir denn den ganzen Tag so machen.

Die kritische Sicht der Kameraden war nicht ganz unberechtigt, weil unser Aufgabenfeld naturgemäß teilweise wenig militärische Handlungsweisen beinhaltete, eher wurden unsere Tätigkeiten im nicht oder kaum wahrnehmbaren Hintergrund vollzogen.

Als Beispiel führe ich hier gern einmal die sog. Essenfreigabe vor jeder Mahlzeit an, die von den Truppen eingenommen wurden.
Es war dienstlich befohlen, nach welcher DV auch immer, dass 30 Minuten vor Essenausgabe, die Mahlzeit durch den Diensthabenden des RMP (Uffze, d.h. BU und UaZ) "frei gegeben " werden musste. Dazu musste er die Speisen zuvor sinnlich prüfen, d.h. durch Ansehen, Riechen und Schmecken. Von jeder Speise wurde eine Probe in ein sauberes Schraubglas gegeben, das wiederum im entsprechenden Fach "Früh, Mittag, Abend" in einem verschließbaren Kasten innerhalb einer betriebenen Kühlzelle der Küche verwahrt wurde.

Schließlich wurde die Essenfreigabe protokollarisch in einem Dienstbuch nach typisch deutscher Manier dokumentiert.

Im Normalfall wurden diese Proben am Tage danach zur gleichen Zeit verworfen, die entsprechenden Gläser danach gereinigt.
Küchenchef und Sani waren sich nicht immer grün, und so grummelte es gern einmal, wenn in der Küche der Berufssoldaten der Sani die Rinderroulade abschmeckte, das Gulasch probierte und die Kohlroulade kostete, die entsprechenden anderen Teile in besagten Gläsern verschwanden, das störte den Küchenchef oft in seiner Kalkulation...

Eigentlich gab es zu meiner Zeit keine wesentlich erinnerlichen Vorkommnisse, allerdings hatte ich mal zu Recht den Nachtisch für alle AGT gesperrt, aber da ging die Post ab...

Darüber habe ich schon ausführlich in den Tiefen dieses Forums berichtet.
Bei Interesse schreibe ich auch gern etwas über den Betrieb auf der Station des Med.-Punktes, über die Sprechstunden der Ärzte und über das Med.-Personal, wenn der Ochse blökte, d.h. Alarm war...

VG und allen Usern einen sonnigen Sonntag

von Huf


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14.02.2015 20:17
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#2
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. Von jeder Speise wurde eine Probe in ein sauberes Schraubglas gegeben, das wiederum im entsprechenden Fach "Früh, Mittag, Abend" in einem verschließbaren Kasten innerhalb einer betriebenen Kühlzelle der Küche verwahrt wurde.

das kenne ich auch vom Ferienlager !

Wohl mal ganz interessant ,die Abläufe in einem Med.-Punkt zu betrachten ! Hatten wir Kantensäue ja keine Kennung von .

Also schreib ruhig mal mehr über die Abläufe !

MfG FRITZE


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14.02.2015 20:21
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#3
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Naja, @FRITZE , und so einer wie ich, der nur ein Mal während der Dienstzeit direkt an der grünen Grenze war, hat eben keine Ahnung vom "alltäglichen Grenzdiest", deshalb hatte ich mich hier mal ursprünglich angemeldet...

VG Huf


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14.02.2015 20:39
avatar  Lutze
#4
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gab es viele Simulanten,die den Med.-Punkt aufgesucht haben?
wurden auch Schuß-Verletzungen behandelt?
Lutze

wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren


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14.02.2015 20:59
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#5
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Hallo, @Lutze, Schussverletzungen sind mir nicht erinnerlich...

Simulanten? Eher kaum, natürlich war die Umstellung neueinberufener Wehrdienstleistender auf die Grundausbildung enorm, regelmäßig mussten Marschblasen, Zerrungen der Beine bzw. Überlastungsprobleme behandelt werden, aber echte Simulanten? Nach meiner Erinnerung war es nicht unsere Aufgabe, solche AGT zu erkennen, das haben dann die Ärzte gemacht, aber dass wir übermässig viele Simulanten hatten, dass ist mir nicht erinnerlich...

VG Huf


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14.02.2015 21:06 (zuletzt bearbeitet: 14.02.2015 21:07)
avatar  94
#6
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94

Was war denn nun also DEINE Aufgabe, mal außer dem Vorkosten. Weil in den Tiefen des Forums ist gut. Oder besser gesagt nicht so gut, nach der vierten An- und Abmeldung ist die SuFu da leicht hilflos. Geht's also bissel genauer?

Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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14.02.2015 21:09
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#7
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Das werde ich nachfolgend beschreiben.

VG Huf


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14.02.2015 21:57
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#8
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Meine Kompanie war die links vorm Med-Punkt, die mit Blick zur Sturmbahn .
Das Personal des Med -Punktes lernte ich gleich am späten Nachmittag des 2 Mai 1969 kennen ,
In Zelten mussten wir uns die obligatorischen Untersuchungen ergehen lassen . Kontrolle auf Geschlechtskrankheit , hier wurden gleich einige herausgefiltert die unten etwas hatten .
Dann gab es die nötigen Spritzen . Ich glaube Tetanus ??
Wegen eines Sportunfalls durfte ich auch mal das Innenleben dieses Rot Kreuz Objektes kennenlernen .
Einzelzimmer gab es für das Fußvolk nicht . ,aber endlich hatte man mal Ruhe von dem vielen GESCHINDE .

Wer aufstehen durfte , der war dann Mädchen für alles . der musste den Schwestern beim einigen Tätigkeiten unterstützen .
Küchendienst , Essen holen und den bettlägerigen Soldaten das essen geben.
Ich erinnere mich noch an einen Vize, damals hatte er beim Handgranatenwurf in Berge, den Handschuh angelassen und die Granate flog nicht weit , als er sich hinschmiss , bekam er noch einige Splitter in den Hintern .
Wenn ich dann noch an den Zahnarzt denke. Die Bohranlage , das war alles noch mit Rundriemen Antrieb ,beim Bohren rutschte der auch mal .

So Huf ,du warst ja ein paar Jahre später da , den Namen des Chefs des Punktes , steht bei mir im Buch .

Aber eins hat damals nicht geklappt , beim mir im Gesundheitsbuch wurden eine ärztliche Behandlung ( nähen einer Platzwunde ) eingetragen ,die ich nie erlebt hatte.
ratata


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14.02.2015 22:04
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#9
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Aber eins hat damals nicht geklappt , beim mir im Gesundheitsbuch wurden eine ärztliche Behandlung ( nähen einer Platzwunde ) eingetragen ,die ich nie erlebt hatte.

Günter das haste bloss nicht mitbekommen ! Da haben sie Dir was eingenäht ,daß Du die Zeit ohne zu murren rumkreigst !

MfG FRITZE


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14.02.2015 22:26
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#10
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Fritze , 19 Jahre , wir vom Dorfe,die Landjugend, wir waren doch etwas weiter hinterm Mond , als die von der Stadt . Auf dem Zimmer von 12 Soldaten ,waren 8 aus Berlin (und Umgebung ) was dort so erzählt wurde , das kannten wir nicht .
Wer in Glöwen war zur damaligen Zeit , der kann auch einiges hier erzählen .ratata


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15.02.2015 02:41
avatar  schulzi
#11
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Zitat von ratata im Beitrag #8
Meine Kompanie war die links vorm Med-Punkt, die mit Blick zur Sturmbahn .
Das Personal des Med -Punktes lernte ich gleich am späten Nachmittag des 2 Mai 1969 kennen ,
In Zelten mussten wir uns die obligatorischen Untersuchungen ergehen lassen . Kontrolle auf Geschlechtskrankheit , hier wurden gleich einige herausgefiltert die unten etwas hatten .
Dann gab es die nötigen Spritzen . Ich glaube Tetanus ??
Wegen eines Sportunfalls durfte ich auch mal das Innenleben dieses Rot Kreuz Objektes kennenlernen .
Einzelzimmer gab es für das Fußvolk nicht . ,aber endlich hatte man mal Ruhe von dem vielen GESCHINDE .

Wer aufstehen durfte , der war dann Mädchen für alles . der musste den Schwestern beim einigen Tätigkeiten unterstützen .
Küchendienst , Essen holen und den bettlägerigen Soldaten das essen geben.
Ich erinnere mich noch an einen Vize, damals hatte er beim Handgranatenwurf in Berge, den Handschuh angelassen und die Granate flog nicht weit , als er sich hinschmiss , bekam er noch einige Splitter in den Hintern .
Wenn ich dann noch an den Zahnarzt denke. Die Bohranlage , das war alles noch mit Rundriemen Antrieb ,beim Bohren rutschte der auch mal .

So Huf ,du warst ja ein paar Jahre später da , den Namen des Chefs des Punktes , steht bei mir im Buch .

Aber eins hat damals nicht geklappt , beim mir im Gesundheitsbuch wurden eine ärztliche Behandlung ( nähen einer Platzwunde ) eingetragen ,die ich nie erlebt hatte.
ratata

pass auf nicht das die dir einen Chip eingsetzt haben


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15.02.2015 07:16
avatar  furry
#12
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Viele Menschen mit sehr unterschiedlichem Verhaltensmuster auf einem Haufen bringen auch reichlich hygienische Probleme. Außer dem Zurückstellen von Essensproben zur Abklärung kurzfristig auftretender Magen-Darmerkrankungen müsste noch einiges mehr gelaufen sein.
Welche Impfungen hat ein Wehrdienstleistender bekommen und wie das Impfbesteck beschaffen? Gab es zu der Zeit schon die Einwegspritzen und war HIV ein Thema?

"Es gibt nur zwei Männer, denen ich vertraue: Der eine bin ich - der andere nicht Sie ... !" (Cameron Poe)

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15.02.2015 07:44
avatar  schulzi
#13
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Bei uns in GG war Impfpistole angesagt 100 Mann 10 min


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15.02.2015 07:51
#14
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Da gab es doch sicher auch die Hygienekontrollen wie an der OHS: vor dem Aufstehen wecken mit den Worten "Füße und Geschlechtsteil vorzeigen"?

friedliche Grüße Andreas

Hätte es Auschwitz und Stalingrad nicht gegeben, dann hätte es Mauer und Marienborn nicht geben müssen.


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15.02.2015 09:12
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#15
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( gelöscht )

Wie war das eigentlich bei Übungen? Mussten die Jungs vom Med.-Punkt da mit raus?


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