Für ein Bier auch mal in den Westen

08.02.2015 03:50
#1
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Vor 25 Jahren lud Michail Gorbatschow Erich Honeckers Nachfolger Egon Krenz in die Sowjet-Union ein. Die DDR-Grenze zu West-Deutschland zu dem Zeitpunkt: intakt. 1.400 Kilometer war sie lang, hatte Selbstschussanlagen und Minenfelder. DDR-Grenzer sollten Flüchtende erschießen.

RTL hat zwei ehemalige Grenzer in Thüringen getroffen. Gerd Voigt und Joachim Gaum arbeiteten in den sechziger Jahren am sogenannten "Todesstreifen" - die letzten Meter zu Westdeutschland, vermintes Gebiet - mit dem Auftrag, im Zweifelsfall ihre Landsleute zu töten. Sie erzählen, dass auch sie mal kurz "rüber gemacht" haben, um zum Beispiel mit Wessis ein Bierchen zu trinken.

Wie sie das bezahlen mussten und was junge Leute über die Zeit denken:


http://www.rtl.de/cms/news/rtl-aktuell/g...16-2087884.html


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08.02.2015 04:54
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#2
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Der RTL-Beitrag bezieht sich hinsichtlich Krenz und Gorbatschow auf den Herbst 1989. Zu dieser Zeit war die innerdeutsche Grenze zwar noch intakt, allerdings gab es keine Selbstschussanlagen mehr (Stichworte: Strauß & Milliardenkredit).

Die Antwort auf die Frage, was die beiden Ostgrenzer denn für die mehr als einmal mit Bundesbürgern getrunkenen Biere bezahlen mussten, bleibt RTL den Empfängern des Beitrags schuldig.

Na ja, das kann schließlich mal passieren; genauso wie es nicht heißt, dass Leute von Ost nach West "rüber gemacht haben", sondern "rüber gemacht sind".


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08.02.2015 11:52
avatar  Annakin
#3
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Erinnert mich an die Fernsehdokumentation " Skat unterm Stacheldraht".


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08.02.2015 22:32
#4
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Zitat von Annakin im Beitrag #3
Erinnert mich an die Fernsehdokumentation " Skat unterm Stacheldraht".


Grün: Ich war 67/68 am kanten. Hohenneuendorf b.Berlin. Über unseren Spieß, der damals schon etwa 18 jahre dabei war, wird erzählt, das er einem Westberliner Zöllner noch 20,-Mark im Skat schuldet.
Eine andere Begebenheit, die sich zu meiner Zeit ereignete, hatte ich vor längerer Zeit schon mal zum besten gegeben. An der grenze der Abschnitte Bootskompanie (Havel) und unserem Abschnitt befanden sich die zwei Exklaven Fichtewiese und Erlengrund. Im Zaun war ein Tor mit festen Öffnungszeiten und ein Postenpaar (ich bin da mit meinem Gefreiten schon mal durch und wir haben uns in WB fotographiert). Die Westberliner mußten da etwa 100 m durch DDR-Gebiet, um in ihre Parzellen zu kommen. Zeitweise war die Bootskompanie dafür zuständig. Einmal hatten die Westberliner dort drin eine Fete und luden die beiden Grenzer ein. Bockwurst und Becks Bier, wurde erzählt, gab es, aber ich denke, es waren auch edlere Sachen dabei. Jedenfalls war eine nicht angekündigte Offizierskontrolle unterweg und hat die beiden rausgeholt. Es ging mit 10 Tagen Bau noch glimpflich ab. Naja, Pilze im Stahlhelm gesammelt und an die Westberliner verschärbelt war kein Einzelfall.


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