Verhältnis BGS und Grenzsoldaten

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26.08.2009 00:50von ( gelöscht )
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Verhältnis BGS und Grenzsoldaten

Hallo alle

Waren sich die BGS und die Grenzsoldaten spinnefeind?

Nach der Grenze konnte ja die Grenzsoldaten und BGS sich ja die Hand schütteln.

Gab es mal Versuche oder Gegebenheiten wo sich die vom BGS und die Grenzsoldaten so nah waren das sie sich die Hand schüttelten zum Grüßen?

Oder das sie miteinander redeten?

Schöne Grüße

Johannes

27.08.2009 00:46von Ernest
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Hallo LEGO.......

schade das wir uns damals nicht über den Weg gelaufen sind. Hättest du meinen freundlichen und entspannten Gesichtsausdruck gesehen, dann hättest du gewußt, einen plötzlichen Lagewechsel wird es nicht geben.

Neeeeee, aber ich kann das schon nachvollziehen. Grenze, ist nun mal Grenze.......und genug Schlimmes ist ja passiert. Egal wie ich persönlich darüber gedacht habe, die Fakten sprechen ja eine andere Sprache. Da muß ich dir zustimmen.

Gruß
Herbert

31.08.2010 18:27von Angelo
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Vielleicht können ehemalige noch was dazu schreiben ?

31.08.2010 19:16von linamax
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Zitat von Angelo
Vielleicht können ehemalige noch was dazu schreiben ?


Hallo Angelo
1967 wo ich gedient habe da ging es noch lockerer zu wir hatten uns öfters mit dem BGS unterhalten
Gruß
linamax

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31.08.2010 19:16von LO-Fahrer
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Feinde??? Nein, das waren BGS und Zoll ganz bestimmt nicht. Sie hatten ihren Job, wir unseren und es gab immer eine gewissen Distanz, nicht nur durch K6 und GZ1 bestimmt. Persönlich hatten wir aber so gut wie nichts miteinander zu tun, zumindestens nicht bis Nov. 89. Reden durfte man bis dahin nicht miteinander, aber ein ordnungsgemäßer militärischer Gruß wurde immer erwiedert. Später durfte man zwar miteinander reden, aber viel zu sagen hatten wir uns auch nicht. Ein bischen Smalltalk, das war's. Das mit den Waffen habe ich entspannt gesehen. Sie hatten welche, wir auch und sie gehörten zur normalen Ausrüstung. Ich habe mich jedenfalls nie von einem BGS- oder Zollbeamten bedroht gefühlt nur weil er eine Pistole am Gürtel oder eine MPI über der Schulter trug. Ich hoffe umgekehrt war es genauso, wenn nicht wäre mir das selbst über 20 Jahre danach noch unangenehm. Nein, Feinde waren wir nicht, aber ein Verhältnis gab es auch nicht wirklich, weder im positiven noch in negativen Sinn.

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31.08.2010 23:34von moreau
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NÖ Feinde ganz bestimmt nicht.,Aaer Respekt voreinander schon. Ich war im Gegenteil immer froh wenn ein bestimmter Zöllner bei Görsdorf Dienst hatte. Und sich an der dortigen an der Anfahrtsstelle aufhielt. Ich hatte da mal einen Bus voller Teens die sich die Grenze anschauen wolten. Ansich ja nichts schlechtes, aber wie immer ,einer mußte den Obercoolen spielen und veranstaltete "Ringelrein" um die Grenzsäule. Eh ich in Rufweite für eine Zurückweisung bin , ist der Zöllner schon vorn bei dem Obercoolen und staucht ihn gehörig zusammen (inkl. der Lehrerin oder was die Frau auch war) Ich hatte auch den Eindruck das er einen Platzverweis ausgesprochen hat, denn so schnell wie die weg waren, das war schon sensationell. Nunja seitdem war er von mir gern gesehen. Wir haben, jeder auf seiner Seite, noch etliche Schichten "zusammen" geschoben.

gruß
moreau

PS: Er müsste jetzt so um die 70zig sein.

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01.09.2010 08:13von sentry
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Freundlich bestimmter Respekt würde ich sagen. Mit einem kleinen Kopfnicken oder Lächeln konnte man eine Menge entspannen.

Aber wie LEGO so schön sagte:

Zitat
Es gab da in meinen Augen nur die Befürchtung eines plötzlichen Lagewechels. Und was wäre dann passiert?



Den Gedanken hatte ich natürlich auch. In Marienborn stand man sich eben gelegentlich nur wenige Zentimeter gegenüber und "Lagewechsel" kann ja eine Menge bedeuten, z.B. schon einen plötzlichen Fluchtversuch. Also hat man versucht, locker aber souverän und zu allem bereit zu wirken und hat immer schön aufgepasst, ob sich irgendwas zu entwickeln droht.
Auf Ansprachen konnte man allerdings an der Linie nicht reagieren, weil immer ein eigener Offizier dabei war.

Wenn einem da sein Gegenüber ein bisschen komisch vorkam oder dämliche Bemerkungen gemacht hat, ist man lediglich ein Stück weg gegangen und hat nicht reagiert. Zu kritischeren Begebenheiten ist es in meinen Schichten nicht gekommen.
Aus dem Verhalten unserer Gegenüber konnte ich allerdings selten mehr als ebenfalls Respekt ableiten. Gelegentlich eine Prise Verachtung oder Überheblichkeit, ok, sind ja auch alles nur Menschen, aber Hass oder auch Angst habe ich nicht erkannt.

Bei den durchreisenden Alliierten muss man sicher die Routiniers, die regelmäßig kamen, von den Frischen unterscheiden, die vielleicht das erste Mal einreisten.
Erstere waren auch meist militärisch korrekt und respektvoll. Sehr häufig wurden die Posten aus den vorbeifahrenden Fahrzeugen gegrüßt. Ich habe zumindst versucht, immer zurückzugrüßen, also Hand an die Mütze oder wenigstens ein Kopfnicken.
Bei Glatten, die gelegentlich in Bussen oder Zügen durchgekarrt wurden, gab es allerdings alle Facetten menschlicher Reaktionen - also neben den bereits beschriebenen auch Angst, Abenteuerlust und einfach nur Neugier. Für so einen GI aus Montana sind wir sicher das leibhaftige Schreckgespenst des Kommunismus gewesen Das haben wir natürlich liebend gerne durch cooles Auftreten und lässiges Tragen der berüchtigten AK-47 noch ein bisschen befördert.
Mit unseren Uniformen, 'ner Sonnenbrille, schwarzen Handschuhen und den glänzenden Reitstiefeln konnten wir wohl auch einige andere Assoziationen auslösen, die die sonst nur aus Filmen und Granpas Erzählungen kannten.

03.09.2010 23:52von Zkom IV
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Ich habe die Jungs von den GT nie als Feind in dem Sinne gesehen.Allerdings hatte ich immer großen Respekt. Nun kam es leider kaum zu engeren Begenungen. Ich hatte nie Kontakt zu GAKs, außer bei Baumaßnahmen. Da war man allgemein eigentlich recht entspannt. Habe mal bei solchen Bauarbeiten (Tausch von Mauerteilen) etwa fünf Meter von einem GAK in meinen tollen VW Zoll Bulli gesessen und ihm aus der Fußball Woche (Westausgabe) vorgelesen. Das hat ihn recht belustigt. Dann habe ich aber auch die Ost-Fußball Woche dabei gehabt und auch hier was vorgelesen. Da hat er sich natürlich gewundert, wie ich zu so einer Zeitung kam. Habe ich dann auch kurz erkärt: Getauscht West FuWo gegen Ost Fuwo und das ich damals schon Fan des 1.FC Union war. Natürlich war das kein Gespräch, sondern eher ein Monolg von mir. Ich merkte jedoch an der Körpersprache das man mir interessiert zuhörte, an uns an war auch ein Lächeln zu erkennen. Habe mich über solche Kontakte, waren sie auch noch so klein, immer sehr gefreut. Umso schöner das man jetzt hier nach so vielen Jahren mal ganz offen über alles reden kann.
Gruß Frank

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04.09.2010 10:56von VNRut
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Ich habe die Leute vom Berliner Zoll und WB-Polizei auch nie als Feinde in dem Sinne angesehen. Für mich waren es Deutsche, die wie ich als Grenzsoldat ihren Dienst tun. So gab es öfters mal kleine Kontaktaufnahmen wie Begrüßungen, Bandmaß wedeln, Zurufe a la "Schönes Wetter heut, ruhige Schicht" etc.

Respekt hatte ich nur vor den Alliierten egal von welcher Seite, ob Briten, Amerikaner, Franzosen oder (Fahnenflüchtige) Russen . Schon weil uns die Briten gern mal ihr Geschütz zeigten. Dann war der Pulsschlag mächtig erhöht und man versuchte mit Thermoskanne bzw. DR-Heizkörper (als Waffen-Attrappen) die Besatzer in die Flucht zu treiben.

Im nach hinein war diese (dumme) Situation gefährlich. Immerhin standen wir an einer Nahtstelle zwischen NATO und Warschauer Pakt, an dem ein Funke gereicht hätte um einen 3.WK auszulösen.

Gruß VN_Rut

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04.09.2010 12:12von ( gelöscht )
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Ich habe BGS und Zoll beneidet.Sie lebten in einem freien Land,und die Welt stand offen.ich war nicht freiwillig an der Grenze,wahrscheinlich nur weil ich verheiratet war und schon ein Kind hatte.Wenn es nähmlich nicht so gewesen wäre hätte ich die Chance mir nicht entgehen lassen.

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04.09.2010 12:25von ( gelöscht )
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im politunterricht (2 mal im monat 8 stunden) hat man schon versucht
eine gewisse distanz zum bgs aufzubauen. weil ja der bgs sehr oft "unmilitärisch"
seinen dienst an der grenze versah (z.b. jacke auf, ärmel hochgekrempelt),
wir sollten uns ja nicht davon blenden lassen, das wäre nur show für uns in wirklichkeit
ginge es beim bgs auch ganz anderst zu. man hat uns auch gewarnt, über den zaun
geworfenen zigarettenschachtel, tafel schokoladen usw aufzuheben, versteckt sitz auf
der anderen seite einer mit einem fotoapparat und am nächsten tag wäre das bild in
der "bild".

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04.09.2010 13:57von ( gelöscht )
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Zitat von bruno
im politunterricht (2 mal im monat 8 stunden) hat man schon versucht
eine gewisse distanz zum bgs aufzubauen. weil ja der bgs sehr oft "unmilitärisch"
seinen dienst an der grenze versah (z.b. jacke auf, ärmel hochgekrempelt),
wir sollten uns ja nicht davon blenden lassen, das wäre nur show für uns in wirklichkeit
ginge es beim bgs auch ganz anderst zu. man hat uns auch gewarnt, über den zaun
geworfenen zigarettenschachtel, tafel schokoladen usw aufzuheben, versteckt sitz auf
der anderen seite einer mit einem fotoapparat und am nächsten tag wäre das bild in
der "bild".


Du meinst bestimmt das bekannte "Feindbild" vom Gegner,der nur darauf wartet,anzugreifen.So war es ja nicht.

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04.09.2010 14:35von Pitti53
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Zitat von bruno
im politunterricht (2 mal im monat 8 stunden[shocked]) hat man schon versucht
eine gewisse distanz zum bgs aufzubauen. weil ja der bgs sehr oft "unmilitärisch"
seinen dienst an der grenze versah (z.b. jacke auf, ärmel hochgekrempelt),
wir sollten uns ja nicht davon blenden lassen, das wäre nur show für uns in wirklichkeit
ginge es beim bgs auch ganz anderst zu. man hat uns auch gewarnt, über den zaun
geworfenen zigarettenschachtel, tafel schokoladen usw aufzuheben, versteckt sitz auf
der anderen seite einer mit einem fotoapparat und am nächsten tag wäre das bild in
der "bild".



2 mal 8 stunden politschulung? da wart ihr aber arg dran
ich kenne nur einmal im monat 8 stunden

04.09.2010 20:02von Mike59
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Zitat von Ernest

Zitat von LEGO
Hallo Herbert,

alles richtig, was Du so schreibst.

Aber warst Du und Deine Kollegen nicht diejenigen, die die "arme DDR-Bevölkerung" von einem Seitenwechsel notfalls mit Waffengewalt abhalten sollten/wollten?

Ich gestehe, dass ich die DDR-Grenzer (auch wenns Wehrpflichtige waren) doch schon so einschätzen musste.

Ich will mich aber hier gerne belehren lassen.

Gruß LEGO



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Hallo LEGO

So gesehen hast du natürlich recht. Ich bin auch nur von meiner persönlichen Einstellung ausgegangen, so wie ich es damals empfunden hatte.
Das vor mir keiner Angst haben brauchte, wußte natürlich keiner. Es konnte ja niemand in meinen Kopf schauen.
Naja und heutzutage ist eh alles egal....ist Vergangenheit.

Gruß
Herbert



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Das ist auch alles nicht so einfach auf die Reihe zu bringen. Ob es jeder bemerkt hat oder ob er resistent gegen die permanente Rotlichtbestrahlung war? Irgend etwas wird wohl bei Jedem auf jeder Seite hängengeblieben sein. Und dann auf einmal war alles Quatsch und nicht so gemeint - April, April? Ich liebe doch alle Menschen.

Die jetzige Generation wird wohl erst 1,80 tief liegen müssen bevor da Ruhe einkehrt, wenn überhaupt.

Kleine Leseprobe gefällig? Bitte auch die Fussnoten beachten.

Mike59

16.11.2010 22:25von ( gelöscht )
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Zitat von LEGO
Ich möchte kurz meinen Eindruck aus meiner Grenzzeit 1974 - 1982 loswerden:

Wir hatten eigentlich so gut wie keinen Kontakt. Grüße oder Gesprächsangebote, die wir machten, wurden wie schon geschrieben, in der Regel nicht beantwortet.
Gelegentlich bekam man ein Maßband gezeigt.

Da die Distanz ja in der Regel auch immer einige -zig Meter war, war der Kollege auf der anderen Seite nicht viel mehr als ein kurzer Vermerk im Streifenbericht. Leider!



Ich war von 1978 bis 1981 Grenzsoldat der Grenztruppen der DDR. Auf Handschüttelreichweite kam man sich nie, das liegt am pioniertechnischen Ausbau der Staatsgrenze erst kam ein 9 m Kontrollstreifen häufig noch ein 10 m breiter Minengürtel und auch dann war die DDR noch nicht zu Ende bis zur Grenzsäule waren es gut und gerne nochmals 10 bis 20 m.
In unseren Kompaniejargon war der BGS der "Franzmann" und die vom Grenzolldienst hießen bei uns "Zetti". Meistens hat man kurz mal aufgemerkt kurzes Hallo und das wars, ehrlich gesagt wäre es mir auch zu doof, durch gegenseitiges rüberbrüllen Kontakt aufzunehmen oder gar aufzubauen.
Ich kann mich noch erinnern, wir waren auf Fußstreife immer den Kolonnenweg entlang. Paralell dazu fuhr der Franzmann mit dem Motorrad Streife. Einer der Franzmänner rief über die Grenze: "Eh ihr müßt mal wieder zum Friseur". Mittags ging es wieder in die Kaserne. Überraschender Weise kam der Kompaniechef auf mich zu und meinte: "Genosse Unteroffizier, sie müßten mal wieder zum Friseur". Hatte der Alte etwa einen heißen Draht zum Franzmann
Häufig wurden Signale mit der Taschenlampe rübergeblinkt, (grünes Licht = ok, rotes Licht = leck mich)

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16.11.2010 23:12von eisenringtheo
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Gibt nur wenig Bilder, wo Grenzer miteinander reden, wie mir scheint:
http://www.grenze-luebeck.de/13707.html
Theo

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