Fotoserie: Grenzschleuse "Wurzel" im Harz (BSTU)

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20.01.2015 23:04 (zuletzt bearbeitet: 20.01.2015 23:10)
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#1
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Nahe Hohegeiß im Harz gab es einst die Grenzschleuse "Wurzel". Die MfS-Anleitung mit Fotos ist bei der Stasi-Unterlagenbehörde erhalten geblieben:

http://www.bstu.bund.de/DE/Bundesbeauftr...1/_tabelle.html

So ein "Schlupftor" im "Zaun 1" für alle wär's gewesen.


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20.01.2015 23:29
avatar  andyman
#2
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@Harzwanderer
Danke für das einstellen.Lgandyman

Gruß aus Südschweden
Was nützt alles Hasten und Jagen,auch du bist nur ein Tropfen im Meer der Unendlichkeit. Confuzius


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21.01.2015 00:13 (zuletzt bearbeitet: 21.01.2015 00:14)
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#3
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...war eine Grenzschleusen der HA VIII (Beobachtung, Ermittlung, Festnahme). Im Gegensatz zur HV A, die meistens auf Nummer sicher ging und eher in einsamen Waldgebieten schleuste, waren die Übergänge der HA VIII z.T. recht originell, wie z.B. eine Schleuse in Berlin, die über den S-Bahnhof Wollankstraße führte. Die Schleuse in Kleinmachnow am BT "Haus 50" war wahrscheinlich auch HA VIII. Wenn der unter den Grenzanlagen verrohrte Teufelsgraben ebenfalls eine Schleuse war, dann wäre interessant zu welcher DE er gehörte. M.E. betrieb die HA VII (Überwachung Inneres) benachbarten Seeburg in der Dorfstraße ein konspiratives Treffobjekt. Die HA VII soll auch den IM "Karate" der HA VIII alias Josef Tyszynski aus Westberlin in die DDR geschleust haben, als bereits international nach ihm gefahndet wurde. Vielleicht ist er dort rüber, denn allzuviele Schleusen dürfte die HA VII wegen der überschaubaren Anzahl von IM im OG nicht besessen haben (Quelle: Anatomie der Staatssicherheit, HA VIII).

Gruß Kalubke


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21.01.2015 09:42
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#4
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Zitat von Harzwanderer im Beitrag #1
Nahe Hohegeiß im Harz gab es einst die Grenzschleuse "Wurzel". Die MfS-Anleitung mit Fotos ist bei der Stasi-Unterlagenbehörde erhalten geblieben:

http://www.bstu.bund.de/DE/Bundesbeauftr...1/_tabelle.html

So ein "Schlupftor" im "Zaun 1" für alle wär's gewesen.

ein sehr interessantes Dokument.Danke für das Einstellen ins Forum


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21.01.2015 14:46
#5
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Hallo,

erst mal danke für das einstellen.
Im sogenannten Kunzental habe ich 1990 meine Lehre begonnen. Wenn man am Ortsausgang von Zorge
Richtung Hohegeiß fährt geht es rechts ab ins Kunzental. Am Schwimmbad vorbei durch den Wald kommt man dann an diese
Stelle. Heute wird man davon bestimmt nichts mehr sehen, wo einst die Grenze langging. Eventuell alte Grenzsteine
könnte man noch sehen. Wenn ich mal wieder im Harz bin werde ich dort auf jeden Fall mal vorbei schauen.

MFG Batrachos

Drosseln sind Vögel. Sie in Motorräder zu stecken ist Tierquälerei!!
Motorradfahren ist das schönste, was man angezogen machen kann.
45° ist das zu schräg-bist du zu schwach

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21.01.2015 15:36
avatar  Sonne
#6
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Zitat von Gert im Beitrag #4
Zitat von Harzwanderer im Beitrag #1
Nahe Hohegeiß im Harz gab es einst die Grenzschleuse "Wurzel". Die MfS-Anleitung mit Fotos ist bei der Stasi-Unterlagenbehörde erhalten geblieben:

http://www.bstu.bund.de/DE/Bundesbeauftr...1/_tabelle.html

So ein "Schlupftor" im "Zaun 1" für alle wär's gewesen.

ein sehr interessantes Dokument.Danke für das Einstellen ins Forum


Da ich in diesem Gebiet gedient habe, möchte ich gern wissen ab wann es diese Schleuse gab ???

Gruß Sonne

05/66-10/67
18 Monate meiner Jugend
in Glowe, Rothesütte, Elend

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21.01.2015 16:18
avatar  Kalubke
#7
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In Anatomie der Staatssicherheit ist für die OGS "Wurzel" 1987 als Nutzungszeitpunkt angegeben.

Gruß Kalubke


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21.01.2015 16:31 (zuletzt bearbeitet: 21.01.2015 19:34)
avatar  Kalubke
#8
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Zitat von Batrachos im Beitrag #5
Hallo,

[...]
Heute wird man davon bestimmt nichts mehr sehen, wo einst die Grenze langging. Eventuell alte Grenzsteine
könnte man noch sehen. Wenn ich mal wieder im Harz bin werde ich dort auf jeden Fall mal vorbei schauen.

MFG Batrachos


Die Grenze verlief ab der Übertrittsstelle in Richtung Westen direkt am Rand des Forstweges in Richtung Zorge. Eventuell sind noch Schützenmulden zu sehen im Bereich der Standorte der Sicherungsposten links (an der GS 1028) und rechts der Übertrittsstelle (rote Punkte auf der Lageskizze).

Gruß Kalubke





p.s Was mich wundert ist, dass laut einschlägiger MfS-DV zur Schaffung und Nutzung von Grenzschleusen eigentlich noch ein bis zwei gleichwertige Ersatzübertrittspunkte hätten vorhanden gewesen sein müssen. Derartiges ist in der Akte der OGS/P "Wurzel" nicht dokumentiert. Die HV A-Schleuse "Baum" bei Rodacherbrunn z.B. hatte 3 Übertrittsstellen. Scheinbar wurde das in den schleusenden MfS-DE recht unterschiedlich gehandhabt.






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21.01.2015 20:51 (zuletzt bearbeitet: 21.01.2015 21:03)
avatar  josy95
#9
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Zitat von Batrachos im Beitrag #5
Hallo,

erst mal danke für das einstellen.
Im sogenannten Kunzental habe ich 1990 meine Lehre begonnen. Wenn man am Ortsausgang von Zorge
Richtung Hohegeiß fährt geht es rechts ab ins Kunzental. Am Schwimmbad vorbei durch den Wald kommt man dann an diese
Stelle. Heute wird man davon bestimmt nichts mehr sehen, wo einst die Grenze langging. Eventuell alte Grenzsteine
könnte man noch sehen. Wenn ich mal wieder im Harz bin werde ich dort auf jeden Fall mal vorbei schauen.

MFG Batrachos



(fett)

Vielleicht mal eine kleine Anregung für eine kleine gemeinsame Exkrusion dorthin. Wenn da einige Kenner dazu kämen, um so interessanter und aufschlußreicher.

@Batrachos , @Harzwanderer und alle anderen Interssierten Spurensucher, was meint ihr?

josy95

sorry, kleine Schreibfehlerkorrektur nach dezentem Hinweis... Danke!

Günter Schabowski hatte es in seiner legendären Pressekonferenz am 09.11.1989 wahrlich nicht leicht und vor allem keine Zeit, den genauen Zeitpunkt der Einführung der neuen DDR- Reisegesetze bei Krenz oder im SED- Politbüro zu hinterfragen.
Jeder kennt das Ergebnis.
Politiker von heute haben den Vorteil, nicht unter Zeitdruck zu stehen wie einst Schaboweski und das Politbüro der SED.
Und bevor sie in die Öffentlichkeit gehen, nocheinmal die Lobbyisten zu fragen, die ihnen die Gesetze geschrieben haben ...

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21.01.2015 21:02
#10
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@josy95

die Idee finde ich sehr gut, wenn es früh genug abgesprochen wird und zeitlich passt bin ich auf jeden Fall dabei.

MFG Batrachos

Drosseln sind Vögel. Sie in Motorräder zu stecken ist Tierquälerei!!
Motorradfahren ist das schönste, was man angezogen machen kann.
45° ist das zu schräg-bist du zu schwach

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21.01.2015 21:05 (zuletzt bearbeitet: 21.01.2015 21:05)
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#11
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( gelöscht )

Hallo,
hörte jemand davon daß Grenzschleusen für das MfS unerkannt "verbrannt" waren, dort also genügend perfekte getarnte "Feindüberwachung" jemanden abfing oder bei westwärts eine Beschattung aufgenommen wurde?

Gab es Testpersonen die mit falscher Indentität Übergänge prüften, sich falls erwischt als "Flüchtlinge" befragen liessen und 2 - 3 Tage später ( wurden ja nicht verhaftet ) wieder zurückkamen?

Ich hörte mal daß ( vermutlich nicht MfS-Personal ) als durchaus echter Flüchtling sich jemand recht schnell von Westverwandschaft abholen lies, auf Übergangslager, Befragung und Begrüßungsgeld ( Verräterlohn ) verzichtet und schlicht als Deutscher Staatsbürger sich am neuen Westwohnort anmeldete und einen BRD-Personalausweis beantragte.


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21.01.2015 21:08
avatar  josy95
#12
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Zitat von Batrachos im Beitrag #10
@josy95

die Idee finde ich sehr gut, wenn es früh genug abgesprochen wird und zeitlich passt bin ich auf jeden Fall dabei.

MFG Batrachos



Ja, einer muß den Hut aufsetzen und wer interssiert ist, Terminvorschläge. Soll ja kein Forentreffen werden, nur kleine Exkrusion. Müssen uns dabei ja nicht nur auf diese Grenzschleuse beschränken. Sag mal so von der Zeiteinplanung, ein Vormittag mit anschl. gemeinsamen Mittag an Kuckis Gulaschkanone entweder am Bahnhof Hohne oder stilgerecht an der B 27 an der Bremkebrücke zwischen Elend und Braunlage.

Was meint ihr?

Terminvorschlag ein Samstag- (oder meinethalben) auch Sonntagvormittag im März oder April.
Treffpunkt 9 Uhr in Benneckenstein am Bahnhof.

josy95

Günter Schabowski hatte es in seiner legendären Pressekonferenz am 09.11.1989 wahrlich nicht leicht und vor allem keine Zeit, den genauen Zeitpunkt der Einführung der neuen DDR- Reisegesetze bei Krenz oder im SED- Politbüro zu hinterfragen.
Jeder kennt das Ergebnis.
Politiker von heute haben den Vorteil, nicht unter Zeitdruck zu stehen wie einst Schaboweski und das Politbüro der SED.
Und bevor sie in die Öffentlichkeit gehen, nocheinmal die Lobbyisten zu fragen, die ihnen die Gesetze geschrieben haben ...

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21.01.2015 21:46 (zuletzt bearbeitet: 21.01.2015 21:59)
avatar  Kalubke
#13
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Zitat von SET800 im Beitrag #11
Hallo,
hörte jemand davon daß Grenzschleusen für das MfS unerkannt "verbrannt" waren, dort also genügend perfekte getarnte "Feindüberwachung" jemanden abfing oder bei westwärts eine Beschattung aufgenommen wurde?

Gab es Testpersonen die mit falscher Indentität Übergänge prüften, sich falls erwischt als "Flüchtlinge" befragen liessen und 2 - 3 Tage später ( wurden ja nicht verhaftet ) wieder zurückkamen?

Ich hörte mal daß ( vermutlich nicht MfS-Personal ) als durchaus echter Flüchtling sich jemand recht schnell von Westverwandschaft abholen lies, auf Übergangslager, Befragung und Begrüßungsgeld ( Verräterlohn ) verzichtet und schlicht als Deutscher Staatsbürger sich am neuen Westwohnort anmeldete und einen BRD-Personalausweis beantragte.



Im Fred "Agentenschleuse Asbach-Sickenberg" ist ab #41 von einer Gegenbeobachtung durch den BGS die Rede, bestätigt von @waldersee in #51.

Es gab sog. Grenz-IM, die mussten vor Inbetriebnahme der Schleusen selbige auch probeweise testen.

Man muss auch unterscheiden zwischen Schleusungen mit Rückkehr und echten Übersiedlungen, die als Flucht getarnt waren, oder die Doppelgängervariante, wo einer oder eine unauffällig in die DDR oder ins weit entfernte Ausland verschwand und an seiner/ihrer Stelle ebenso unauffällig jemand anderes auftauchte.

Gruß Kalubke

ps. Ja, so 'ne Exkursion wäre nicht schlecht, hätte auch Interesse. Übrigens ca. 600 m nördlich der OGS/P "Wurzel" befand sich die OGS/P "Zwerg" im Bereich der Rauhen Höhe/Bundesstraße B4. Die gehörte auch zur HA VIII.


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22.01.2015 16:09
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#14
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Grenzschleuse,
war die Konspiration so extrem daß die "Freunde" nicht Personen mit ihren Dienstfahrzeugen z.B. nach Bünde bringen konnten, waren deren Missionen als Gebäude oder Fahrten so lückenlos überwacht daß von dort aus nicht Spaziergänger verschwinden konnten?


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22.01.2015 17:17 (zuletzt bearbeitet: 22.01.2015 17:21)
avatar  Kalubke
#15
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Geschleust wurde in beide Richtungen. Also es ging nicht nur darum, jamanden in den Westen zu bringen. Und BRD-IM, die in sicherheitsrelevnten Bereichen saßen (BGS, BKA etc). hatten z.T. Einschränkungen, in die DDR zu fahren bzw. den Landtransit nach Westberlin zu benutzen. Die durften sich an den GüSt nicht blicken lassen. Für sie, wie z.B. für Tiedtke und für Kuron vom BfV waren die Schleusen da. Außerdem wurde auch Material geschleust (Embargogüter, operative Technik für die IM, Kuriere mit brisantem Material etc.). Ab und zu ging auch was über die Missionen, z.B. im Fall von Rainer Fülle, der sich nach seiner Enttarnung über die sowj. Militärmission Baden-Baden in die DDR absetzte. Die Sowjets schafften ihn in einer Holzkiste rüber.

Gruß Kalubke


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