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#81

RE: Härter als mit dem Tode kann man nicht strafen - Manfred Smolka

in Grenztruppen der DDR 17.05.2017 08:23
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Zitat von Alfred im Beitrag #65
R.Rupp hat die Hälfte, rund 6 Jahre abgesessen.

Gegenfrage. Wie viele Jahre haben denn verurteilte Spione in der DDR immer so abgesessen ?




Das hing davon ab, ob sie ausgetauscht bzw. freigekauft wurden, oder nicht. Im Falle der Familie Raufeisen (Strafmaße: Mann lebenslänglich (25 Jahre), Frau 7 Jahre und Sohn ca. 3 Jahre; der Mann war erst IM/OG »Hans Koch« der HV A SWT/XIII/1 (Kernphysik, Geo- und Weltraumwissenschaften) und später Olt des MfS und wahrscheinlich OibE) mussten sie die Strafe bis zum letzen Tag absitzen. Der Mann ist im Knast verstorben.

Tatvorwurf: Spionage, ungesetzliche Verbindungsaufnahme, versuchte Republikflucht

Hintergrund: nachdem Armin Raufeisen wegen Enttarnung durch den Stillerübertritt mit seiner Familie in die DDR abgezogen werden musste, kamen sie mit den Verhältnissen in der DDR nicht klar und Raufeisen versuchte mit seiner Familie wieder in den Westen zu kommen, nachdem bei ihm alle Illusionen über das bessere Deutschland verflogen waren.

1979 ist er als Geophysiker im Zentralen Geologischen Institut (ZGI) eingestellt worden. Dort hatte ich auch im September 1979 als Lehrling angefangen.

Im Buch "Der Agent" von Werner Stiller ist auf den Seiten 144-169 das von der HA II (Spionageabwehr) erstellte Dokument BStU, MfS HA II 3714, Teil B Bl. 108-136 vom 23.04.1979 abgedruckt (Übersicht über die erfolgten Verhaftungen, Entlassungen aus der Haft, durch den Feind vernommene und ermittelte IM durchgeführte Rückzüge aus dem OG).

Im Kap VI (Aus dem OG zurückgezogene inoffizielle Mitarbeiter, Stand der familiären und materiellen Abwicklung in der BRD; Geplante berufliche Persprektive und Unterbringung in der DDR) steht zu IM »Hans Koch«:

Olt Armin Raufeisen
Geophysiker
Partei seit 1959
Übersiedlung 1957
Abt. Leiter bei PREUSSAG
"Er hat die Absicht wieder in die BRD zurückzugehen noch nicht entschieden. Eine Rückkehr in die BRD wurde nicht vor dem 01.09.1979 als möglich eingeräumt"
Einsatz in der DDR: Zentrales Geologisches Institut beim Ministerium für Geologie
Möbeltransport (West-Ost) durchgeführt; Wohnung im Stadtzentrum wird noch geklärt (m .E. hatte er in der Leipziger Straße eine bekommen, makabererweise mit ständigem Blick auf die Mauer)

Anscheinend wurde ihm und seiner Familie die Rückkehr nach Hannover letztlich total verwehrt und er versuchte über die bundesdeutsche Botschaft in Budapest rauszukommen. Deren Engagement für den ehem. HV A-Agenten war mit Sicherheit ziemlich schaumgebremst und so saß er am Ende zwischen allen Stühlen und wurde mit seiner Familie weggesperrt.

Gruß Kalubke



Gert und IM Kressin haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 17.05.2017 10:15 | nach oben springen

#82

RE: Härter als mit dem Tode kann man nicht strafen - Manfred Smolka

in Grenztruppen der DDR 17.05.2017 09:47
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@Gert schrieb:

1) halte ich Verrat und den Mißbrauch des Vertrauens, das andere Menschen in mich setzen, für eine sehr fragwürdige, charakterliche Sache.
2) natürlich die horrenden und außerhalb jeden Vorstellungsvermögens liegenden Strafen bei Entdeckung, die die DDR praktizierte ( Fall Smolka zeigt das exemplarisch)
3) ein Leben, auch im "Untergrund" in der DDR kam für mich niemals mehr in Frage.

P.S hättest du dir vorstellen können , in der DDR eine solche "Tätigkeit" aufzunehmen ?

Nun Gert, ich möchte Dir gern antworten:

1) Das kann ich moralisch nachvollziehen, bekanntlich war aber Moral in diesem Gewerbe keine anerkannte Größenordnung. Und es ist doch letztlich überhaupt nicht klar, ob dies von Dir gefordert worden wäre. Vielleicht hättest Du ja nur als Pilzsucher oder Naturforscher verkleidet Kasernen beobachtet und Kennzeichen notiert. Oder Du hättest Müllkippen nach Papieren in kyrillischer Schrift durchsucht. Oder vielleicht hättest Du am Breitling als Angler getarnt das Ein- und Auslaufen von Einheiten der VM oder der GBK beobachtet und gemeldet. Moralisch doch alles völlig unverfänglich.
2) Die harten Strafen sind natürlich ein Argument, obwohl ich den Fall Smolka nun nicht grundsätzlich für exemplarisch, also beispielhaft, halte. Von den ca. 5.000 in der SBZ/DDR enttarnten Agenturen westlicher Dienste sind letztlich nur wenige hingerichtet worden (nicht falsch verstehen, menschlich ist jeder Fall eine Tragödie). Aber ich gebe Dir Recht, bei den Amis hättest Du schlechtere Karten gehabt, die haben einige Derer, die für sie die Kastanien aus dem Feuer holen sollten, schlicht vergessen und so schmorten die Betroffenen recht lange im Knast. Bei Gehlen wärst Du besser dran gewesen, denn dort begann schon recht früh eine Gefangenenfürsorge und so wurden einsitzende Agenten praktisch beschleunigt heimgeholt. Und das schon in den 50er Jahren noch ohne Wolfgang Vogel.
3) Völlig okay.

PS: Nein.



Gert, Rostocker und bürger der ddr haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 17.05.2017 09:50 | nach oben springen

#83

RE: Härter als mit dem Tode kann man nicht strafen - Manfred Smolka

in Grenztruppen der DDR 17.05.2017 10:43
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Zitat von Kalubke im Beitrag #81
Zitat von Alfred im Beitrag #65
R.Rupp hat die Hälfte, rund 6 Jahre abgesessen.

Gegenfrage. Wie viele Jahre haben denn verurteilte Spione in der DDR immer so abgesessen ?




Das hing davon ab, ob sie ausgetauscht bzw. freigekauft wurden, oder nicht. Im Falle der Familie Raufeisen (Strafmaße: Mann lebenslänglich (25 Jahre), Frau 7 Jahre und Sohn ca. 3 Jahre; der Mann war erst IM/OG »Hans Koch« der HV A SWT/XIII/1 (Kernphysik, Geo- und Weltraumwissenschaften) und später Olt des MfS und wahrscheinlich OibE) mussten sie die Strafe bis zum letzen Tag absitzen. Der Mann ist im Knast verstorben.

Tatvorwurf: Spionage, ungesetzliche Verbindungsaufnahme, versuchte Republikflucht

Hintergrund: nachdem Armin Raufeisen wegen Enttarnung durch den Stillerübertritt mit seiner Familie in die DDR abgezogen werden musste, kamen sie mit den Verhältnissen in der DDR nicht klar und Raufeisen versuchte mit seiner Familie wieder in den Westen zu kommen, nachdem bei ihm alle Illusionen über das bessere Deutschland verflogen waren.

1979 ist er als Geophysiker im Zentralen Geologischen Institut (ZGI) eingestellt worden. Dort hatte ich auch im September 1979 als Lehrling angefangen.

Im Buch "Der Agent" von Werner Stiller ist auf den Seiten 144-169 das von der HA II (Spionageabwehr) erstellte Dokument BStU, MfS HA II 3714, Teil B Bl. 108-136 vom 23.04.1979 abgedruckt (Übersicht über die erfolgten Verhaftungen, Entlassungen aus der Haft, durch den Feind vernommene und ermittelte IM durchgeführte Rückzüge aus dem OG).

Im Kap VI (Aus dem OG zurückgezogene inoffizielle Mitarbeiter, Stand der familiären und materiellen Abwicklung in der BRD; Geplante berufliche Persprektive und Unterbringung in der DDR) steht zu IM »Hans Koch«:

Olt Armin Raufeisen
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Partei seit 1959
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"Er hat die Absicht wieder in die BRD zurückzugehen noch nicht entschieden. Eine Rückkehr in die BRD wurde nicht vor dem 01.09.1979 als möglich eingeräumt"
Einsatz in der DDR: Zentrales Geologisches Institut beim Ministerium für Geologie
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Anscheinend wurde ihm und seiner Familie die Rückkehr nach Hannover letztlich total verwehrt und er versuchte über die bundesdeutsche Botschaft in Budapest rauszukommen. Deren Engagement für den ehem. HV A-Agenten war mit Sicherheit ziemlich schaumgebremst und so saß er am Ende zwischen allen Stühlen und wurde mit seiner Familie weggesperrt.

Gruß Kalubke



Zitat von Kalubke im Beitrag #81
Zitat von Alfred im Beitrag #65
R.Rupp hat die Hälfte, rund 6 Jahre abgesessen.

Gegenfrage. Wie viele Jahre haben denn verurteilte Spione in der DDR immer so abgesessen ?




Das hing davon ab, ob sie ausgetauscht bzw. freigekauft wurden, oder nicht. Im Falle der Familie Raufeisen (Strafmaße: Mann lebenslänglich (25 Jahre), Frau 7 Jahre und Sohn ca. 3 Jahre; der Mann war erst IM/OG »Hans Koch« der HV A SWT/XIII/1 (Kernphysik, Geo- und Weltraumwissenschaften) und später Olt des MfS und wahrscheinlich OibE) mussten sie die Strafe bis zum letzen Tag absitzen. Der Mann ist im Knast verstorben.

Tatvorwurf: Spionage, ungesetzliche Verbindungsaufnahme, versuchte Republikflucht

Hintergrund: nachdem Armin Raufeisen wegen Enttarnung durch den Stillerübertritt mit seiner Familie in die DDR abgezogen werden musste, kamen sie mit den Verhältnissen in der DDR nicht klar und Raufeisen versuchte mit seiner Familie wieder in den Westen zu kommen, nachdem bei ihm alle Illusionen über das bessere Deutschland verflogen waren.

1979 ist er als Geophysiker im Zentralen Geologischen Institut (ZGI) eingestellt worden. Dort hatte ich auch im September 1979 als Lehrling angefangen.

Im Buch "Der Agent" von Werner Stiller ist auf den Seiten 144-169 das von der HA II (Spionageabwehr) erstellte Dokument BStU, MfS HA II 3714, Teil B Bl. 108-136 vom 23.04.1979 abgedruckt (Übersicht über die erfolgten Verhaftungen, Entlassungen aus der Haft, durch den Feind vernommene und ermittelte IM durchgeführte Rückzüge aus dem OG).

Im Kap VI (Aus dem OG zurückgezogene inoffizielle Mitarbeiter, Stand der familiären und materiellen Abwicklung in der BRD; Geplante berufliche Persprektive und Unterbringung in der DDR) steht zu IM »Hans Koch«:

Olt Armin Raufeisen
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"Er hat die Absicht wieder in die BRD zurückzugehen noch nicht entschieden. Eine Rückkehr in die BRD wurde nicht vor dem 01.09.1979 als möglich eingeräumt"
Einsatz in der DDR: Zentrales Geologisches Institut beim Ministerium für Geologie
Möbeltransport (West-Ost) durchgeführt; Wohnung im Stadtzentrum wird noch geklärt (m .E. hatte er in der Leipziger Straße eine bekommen, makabererweise mit ständigem Blick auf die Mauer)

Anscheinend wurde ihm und seiner Familie die Rückkehr nach Hannover letztlich total verwehrt und er versuchte über die bundesdeutsche Botschaft in Budapest rauszukommen. Deren Engagement für den ehem. HV A-Agenten war mit Sicherheit ziemlich schaumgebremst und so saß er am Ende zwischen allen Stühlen und wurde mit seiner Familie weggesperrt.

Gruß Kalubke






Hallo,

ein wenig anders war es wohl schon.

Wenn ich dies richtig in Erinnerung habe, hat seine Frau die Strafe abgesessen. Er starb an den folgen einer Operation.Aber richtig, zu dem Zeitpunkt befand er sich wohl noch in Haft. Ich persönlich nehme aber nicht an, dass er - wenn es diesen tragischen Zwischenfall nicht gegeben hätte - seine Haft voll nicht abgesessen hätte.



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#84

RE: Härter als mit dem Tode kann man nicht strafen - Manfred Smolka

in Grenztruppen der DDR 17.05.2017 10:50
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Zitat von Gert im Beitrag #80
Zitat von Merkur im Beitrag #79
Warum @Gert? Hier hättest Du als strammer Antikommunist einen aktiven Beitrag leisten können.


Nun @Merkur die Gründe habe ich in einem anderen Post doch schon geschrieben.
1) halte ich Verrat und den Mißbrauch des Vertrauens, das andere Menschen in mich setzen, für eine sehr fragwürdige, charakterliche Sache.
2) natürlich die horrenden und außerhalb jeden Vorstellungsvermögens liegenden Strafen bei Entdeckung, die die DDR praktizierte ( Fall Smolka zeigt das exemplarisch)
3) ein Leben, auch im "Untergrund" in der DDR kam für mich niemals mehr in Frage.

P.S hättest du dir vorstellen können , in der DDR eine solche "Tätigkeit" aufzunehmen ?


Gert--Mal ne Frage--Warste nun in der DDR zu Deiner Anwesenheit auch noch Spion.


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#85

RE: Härter als mit dem Tode kann man nicht strafen - Manfred Smolka

in Grenztruppen der DDR 17.05.2017 10:51
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zu #83 von @Alfred:

Das ist ein Zitat aus einem Original MfS-Dokument. Wie wars denn nun in Wirklichkeit?

Wie kann man eigenlich als Mittfünfziger an einer Gallen-OP sterben? M.E. spricht das nicht gerade für die medizinische Kompetenz der Ärzte des Haftkrankenhauses.

Wenn er freigekauft oder ausgetauscht worden wäre, hätte er natürlich nicht lebenslänglich sitzen müssen. Die Überlegung des Freikaufs bestand damals wohl, wurde aber nicht umgesetzt. In der Anklage wurde dem ehem. HV A-Agenten vorgeworfen, geworbener Agent des BND und des CIA gewesen zu sein und die Identität von 7 IM verraten zu haben. Hat das eigentlich den Tatsachen entsprochen? Oder sollte das nur die Last der Anklage erhöhen? Die fraglichen IM waren auch nicht gefährtet,weil sie auch wegen Stiller schon in die DDR zurückgezogen worden waren. Das ist m.E. wieder so ein exemplarischer Fall für die exzessive Überziehung von Strafmaßen damals in der DDR.

Gruß Kalubke



zuletzt bearbeitet 17.05.2017 11:07 | nach oben springen

#86

RE: Härter als mit dem Tode kann man nicht strafen - Manfred Smolka

in Grenztruppen der DDR 17.05.2017 10:57
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Was war eigentlich so besonderes an dieser neuen Gasmaske dran?
Lutze


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#87

RE: Härter als mit dem Tode kann man nicht strafen - Manfred Smolka

in Grenztruppen der DDR 17.05.2017 11:03
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Es ging wohl um den Gasmaskenfilter.

aus der Abhandlung von Grimmer, Irmler, Opitz, Schwanitz, "Die Abwehr":

"...
Als Ende der 50er Jahre in der NVA und den GT eine neue Truppenschutzmaske mit einem der Geheimhaltung unterliegenden Filter eingeführt wurde, unternahmen die Geheimdienste große Anstrengungen, eine solche Truppenschutzmaske mit Originalfilter zu beschaffen, um konkrete Erkenntnisse über deren Wirkung gegen die verschiedenen Komponenten von ABCWaffen (atomare, bakteriologische und chemische Waffen) testen zu können.
Oder: Um herauszufinden, gegen welche Komponenten diese Filter nicht oder nicht genügend wirksam waren.
Zur Beschaffung wurde der aus der 13. Grenzbrigade Rudolstadt, Grenzregiment Zschachemühle, in die BRD geflüchtete Oberleutnant S[molka]. vom amerikanischen Geheimdienst angeworben. Er wurde beauftragt, Verbindungen in seine ehemalige Grenzeinheit zu aktivieren und die früheren persönlichen Beziehungen und Kontakte zur Beschaffung des Originalfilters zu nutzen.
..."


Gruß Kalubke



IM Kressin und Lutze haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 17.05.2017 11:14 | nach oben springen

#88

RE: Härter als mit dem Tode kann man nicht strafen - Manfred Smolka

in Grenztruppen der DDR 17.05.2017 11:35
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Zitat von Kalubke im Beitrag #85
zu #83 von @Alfred:

Das ist ein Zitat aus einem Original MfS-Dokument. Wie wars denn nun in Wirklichkeit?

Wie kann man eigenlich als Mittfünfziger an einer Gallen-OP sterben? M.E. spricht das nicht gerade für die medizinische Kompetenz der Ärzte des Haftkrankenhauses.

Wenn er freigekauft oder ausgetauscht worden wäre, hätte er natürlich nicht lebenslänglich sitzen müssen. Die Überlegung des Freikaufs bestand damals wohl, wurde aber nicht umgesetzt. In der Anklage wurde dem ehem. HV A-Agenten vorgeworfen, geworbener Agent des BND und des CIA gewesen zu sein und die Identität von 7 IM verraten zu haben. Hat das eigentlich den Tatsachen entsprochen? Oder sollte das nur die Last der Anklage erhöhen? Die fraglichen IM waren auch nicht gefährtet,weil sie auch wegen Stiller schon in die DDR zurückgezogen worden waren. Das ist m.E. wieder so ein exemplarischer Fall für die exzessive Überziehung von Strafmaßen damals in der DDR.

Gruß Kalubke
Zitat von Kalubke im Beitrag #85
zu #83 von @Alfred:

Das ist ein Zitat aus einem Original MfS-Dokument. Wie wars denn nun in Wirklichkeit?

Wie kann man eigenlich als Mittfünfziger an einer Gallen-OP sterben? M.E. spricht das nicht gerade für die medizinische Kompetenz der Ärzte des Haftkrankenhauses.

Wenn er freigekauft oder ausgetauscht worden wäre, hätte er natürlich nicht lebenslänglich sitzen müssen. Die Überlegung des Freikaufs bestand damals wohl, wurde aber nicht umgesetzt. In der Anklage wurde dem ehem. HV A-Agenten vorgeworfen, geworbener Agent des BND und des CIA gewesen zu sein und die Identität von 7 IM verraten zu haben. Hat das eigentlich den Tatsachen entsprochen? Oder sollte das nur die Last der Anklage erhöhen? Die fraglichen IM waren auch nicht gefährtet,weil sie auch wegen Stiller schon in die DDR zurückgezogen worden waren. Das ist m.E. wieder so ein exemplarischer Fall für die exzessive Überziehung von Strafmaßen damals in der DDR.

Gruß Kalubke
Zitat von Kalubke im Beitrag #85
zu #83 von @Alfred:


Man kann an viel kleineren Eingriffen sterben, auch heute soll dies leider noch vorkommen.
Das ist ein Zitat aus einem Original MfS-Dokument. Wie wars denn nun in Wirklichkeit?

Wie kann man eigenlich als Mittfünfziger an einer Gallen-OP sterben? M.E. spricht das nicht gerade für die medizinische Kompetenz der Ärzte des Haftkrankenhauses.

Wenn er freigekauft oder ausgetauscht worden wäre, hätte er natürlich nicht lebenslänglich sitzen müssen. Die Überlegung des Freikaufs bestand damals wohl, wurde aber nicht umgesetzt. In der Anklage wurde dem ehem. HV A-Agenten vorgeworfen, geworbener Agent des BND und des CIA gewesen zu sein und die Identität von 7 IM verraten zu haben. Hat das eigentlich den Tatsachen entsprochen? Oder sollte das nur die Last der Anklage erhöhen? Die fraglichen IM waren auch nicht gefährtet,weil sie auch wegen Stiller schon in die DDR zurückgezogen worden waren. Das ist m.E. wieder so ein exemplarischer Fall für die exzessive Überziehung von Strafmaßen damals in der DDR.

Gruß Kalubke



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#89

RE: Härter als mit dem Tode kann man nicht strafen - Manfred Smolka

in Grenztruppen der DDR 17.05.2017 11:53
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Re:weiss jemand warum die DDR die Vollstreckung von Todesurteilen verheimlichte, den Totenschein fälschte ode den Angehörigen gar keinen zukommen ließ ?

Das kann man pauschal so nicht sagen und es kam letztendlich auf die jeweiligen operativen Interessen an. Das Thema Todesstrafe musste nicht zwangsläufig eine Tabuthema sein. So schrieb die Hallenser Bezirkszeitung "Freiheit" in ihrer Ausgabe vom 20.Mai 1971:
"Vor dem III. Senat des Bezirksgerichtes plädierte gestern der Staatsanwalt, daß der 34jährige Burkhard Schmidt, zuletzt wohnhaft in Wittenberg, wegen des am 6. Mai vergangenen Jahres verübten Raubmordes an der Rentnerin Elise Krause, Wittenberg, Fleischerstraße 3, und des Raubes einer Geldbörse, ausgeführt am 13. April 1970, mit dem Tode bestraft wird.
Die Todesstrafe, das schwerste durch das Strafgesetzt angedrohte Strafmaß, wird bei uns in der DDR gegen solche Personen angewendet, die besonders schwere Verbrechen gegen den Frieden und die Arbeiter- und Bauern-Macht oder das Leben der Bürger begehen."



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#90

RE: Härter als mit dem Tode kann man nicht strafen - Manfred Smolka

in Grenztruppen der DDR 17.05.2017 12:00
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@Kalubke schrieb:
Wie kann man eigenlich als Mittfünfziger an einer Gallen-OP sterben? M.E. spricht das nicht gerade für die medizinische Kompetenz der Ärzte des Haftkrankenhauses.

Es sterben 20-jährige bei Zahnoperationen und es kann völlig verschiedene Ursachen haben. Pauschal ohne Hintergrundwissen die Kompetenz der Ärzte anzuzweifeln, halte ich für wenig hilfreich. Vor allem dann, wenn man weiß, dass er zwei Tage nach einer schweren OP an einer Embolie verstorben ist.
Warum verstarb eigentlich der 29-jährige Knabenmörder Jürgen Bartsch 1976 bei seiner Kastration im bundesdeutschen Landeskrankenhaus Eickelborn?



Pappentod hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 17.05.2017 12:16 | nach oben springen

#91

RE: Härter als mit dem Tode kann man nicht strafen - Manfred Smolka

in Grenztruppen der DDR 17.05.2017 12:06
von damals wars (gelöscht)
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Ich durfte gerade wieder die Vorzügen von CT und MRT genießen. Diese Möglichkeiten, das innere des Menschen zu betrachten sind schon grandios,
aber immernoch keine Garantie fürs Überleben.


BautznerSenf hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#92

RE: Härter als mit dem Tode kann man nicht strafen - Manfred Smolka

in Grenztruppen der DDR 17.05.2017 13:49
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Von einem Abschiedsbrief Smolka`s ist auch nichts zu finden,
seine Hinrichtung musste wohl ruck zuck vollstreckt werden
Lutze


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IM Kressin hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#93

RE: Härter als mit dem Tode kann man nicht strafen - Manfred Smolka

in Grenztruppen der DDR 17.05.2017 13:54
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Es gibt letzte Zeilen von ihm @Lutze



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#94

RE: Härter als mit dem Tode kann man nicht strafen - Manfred Smolka

in Grenztruppen der DDR 17.05.2017 14:07
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Zitat von Merkur im Beitrag #90
@Kalubke schrieb:
Wie kann man eigenlich als Mittfünfziger an einer Gallen-OP sterben? M.E. spricht das nicht gerade für die medizinische Kompetenz der Ärzte des Haftkrankenhauses.

Es sterben 20-jährige bei Zahnoperationen und es kann völlig verschiedene Ursachen haben. Pauschal ohne Hintergrundwissen die Kompetenz der Ärzte anzuzweifeln, halte ich für wenig hilfreich. Vor allem dann, wenn man weiß, dass er zwei Tage nach einer schweren OP an einer Embolie verstorben ist.
Warum verstarb eigentlich der 29-jährige Knabenmörder Jürgen Bartsch 1976 bei seiner Kastration im bundesdeutschen Landeskrankenhaus Eickelborn?


Ich würde die Entfernung einer Gallenblase, wahrscheinlich wg. Gallensteinen, nicht unbedingt unter schwere Operationen einordnen. Ich gebe Dir dahingehend recht, dass ich über die Vorgeschichte nichts weiß. Gingen der OP evt. schwere Gallenkoliken mit entzündlichen Gewebeveränderungen voraus? Fakt ist aber, eine Embolie kann nur entstehen, wenn Luft ins Gefäßsystem eindringt. Das kann auch durch OP-Fehler passieren. Zugegebenermaßen habe ich aufgrund von persönlichen negativen Erfahrungen nicht unbedingt eine hohe Meinung von der Schulmedizin. @damals wars hat es auf den Punkt gebracht: Was nützen die schönsten, modernsten und teuersten Tomographiegeräte, wenn in der Schulmedizin oft keine Behandlungskonzepte zur nachhaltigen Beseitigung der Krankheit existieren.

Gruß Kalubke



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zuletzt bearbeitet 17.05.2017 14:13 | nach oben springen

#95

RE: Härter als mit dem Tode kann man nicht strafen - Manfred Smolka

in Grenztruppen der DDR 17.05.2017 14:19
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Zitat
Es ging wohl um den Gasmaskenfilter.



Die Gasmaske wurde nur mit dem Übungsfilter an die AGT ausgegeben..
Der Einsatzfilter lagerte verpackt in verplombten Kisten.
Um da ran zukommen wäre wohl sehr schwer geworden, schon gar nicht von einem der die Seiten gewechselt hatte.


Phantasie ist wichtiger denn Wissen, denn Wissen ist begrenzt!
IM Kressin hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#96

RE: Härter als mit dem Tode kann man nicht strafen - Manfred Smolka

in Grenztruppen der DDR 17.05.2017 14:33
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Zitat
Zitat
Ich durfte gerade wieder die Vorzügen von CT und MRT genießen. Diese Möglichkeiten, das innere des Menschen zu betrachten sind schon grandios,
aber immernoch keine Garantie fürs Überleben.

Hubert, auch wenn's nicht direkt zun Thema passt, ich hofe doch, es ist gesundheitlich alles ok?

Oder wolltest Du eine Brücke schlagen zum Thema, dass es technische Möglichkeiten gibt, in einen Menschen hinein zu schauen und in Zukunft Gedanken lesen zu können?


EK 88/I
GR4 / 5.GK (Teistungen)


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