Vorstellung Cambrino

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07.01.2015 03:52 (zuletzt bearbeitet: 07.01.2015 10:37)
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Möchte nun zuerst allen Mitgliedern des Forums ein friedliches neues Jahr 2015 wünschen,etwas spät aber was soll´s.
Nun aber zur Vorstellung:
Im Kreis Prenzlau habe ich ab 1951 in der Landwirtschaft gelernt und 1953 meine Facharbeiterprüfung bestanden.
Am 10.04.1956 meldete ich mich freiwillig zur Grenzpolizei. Der Grund dafür war Abenteuerlust aber auch um beruflich von der schweren und dreckigen Arbeit in der Landwirtschaft weg zu kommen.
Sammelpunkt war in Rostok, zur Ausbildung hatten wir die Wahl nach Glowe auf Rügen oder nach Eisenach.Ich entschied mich für Eisenach.
In Eisenach 4 Monate Ausbildung, dann den kleinen rotbraunen Dienstausweis "Deutsche Grenzpolizei " war dem MFS unterstellt.
Musste mich bei der Hauptverwaltung Nord in Perleberg melden. Von dort zurück geschickt zur Grenzbereitschaft Oschersleben.Dann mussten wir erst den Jahresurlaub nehmen und dann direkt zur Grenzkompanie Caroline bei Barneberg gefahren.
Im Februar 1958 bis August 1958 Uffz.Schule in Dingelstedt am Huy.Indiesem Frühjahr 1958 wurde die Grenzpolizei dem MDI angegliedert und wir bekamen die neuen Uniformen mit den aufgestzten Taschen an den Jacken.Vorher waren an den Jacken nur oben 2 Taschen nach innen eingearbeitet und aussen nur die kleine Klappe.Auch der Dienstausweis wurde getauscht in einen grünen in der Form und Grösse des Personalausweises.
Zurück zur Grenzkompanie Caroline und später 1960 zur Grenzkompanie Ohrsleben versetzt.Das Mienenfeld wurde 1961 von den Pionieren der NVA aufgebaut und wir mussten diese Arbeiten sichern.(aufpassen dass keiner abhaut)
Armeegeneral Heinz Hoffman hatte ja nun auch die Grenzpolizei übernommen und der NVA angegliedert.( NVA-Komando Grenze).Neue Dienstausweise in grau.
Nach der Einführung der Wehrpflicht hat man dann wohl aus Kostengründen begonnen die längerdienenden Hasen zu entlassen.
Bei mir war es der 8.Nov.1962. Wir mussten dan nach Halberstadt die Uniformen und sonstige Ausrüstung abgeben,bekamen die Entlassungspapiere ,wurden in die Reserve versetzt.Beim Wehrkreiskomando Prenzlau musste ich mich melden und bekam dan vom VPKA Prenzlau einen neuen Personalausweis den ich Heute noch ungültig gestempelt besitze.(ungültig gestempelt beim Emfang des Personalausweises der BRD)
Auf Grund meiner Ausbildung Facharbeiter für Landwirtschaft war es nicht möglich einen anderen Arbeitsplatz als in der Landwirtschaft zu bekommen.
Daher habe ich die in meiner Dienstzeit (6,5 Jahre) erworbenen Kenntnisse über die Struktur und die Schwerpunkte der Bewachung der Grenze dazu genutzt in der Nacht vom 09.zum 10. Februar gegen 23 Uhr im rechten Abschnitt der Grenzkompanie Ohrsleben durch das Mienenfeld in die BRD zu gehen.
Auf der Ostseite war kein Grenzer zu sehen und auf der Westseite habe ich mich in einer Brikettfabrik gemeldet und mich vom BGS abholen lassen.Alles Andere war in den nächsten Tagen auch erledigt.Am 20.Februar war mein erster Arbeitstag bei der Bayer A.G. Leverkusen habe mich dort weiter gebildet gutes Geld verdient und bis zur Rente 1999 in dieser Firma beschäftigt gewesen.Nach dem Tot meiner Frau zog ich 2000 nach Eberswalde da ich hier in weiterer Umgebung noch viel Verwantschaft habe. Sonst beschäftige ich mich mit Gartenarbeit, Fernsehen und Computer.
Alles was sich nach meiner Dienstzeit an der Grenze verändert hat kenne ich nur vom Fernsehen.
So nun wisst Ihr auch wer ich bin,nun werde ich mich auch zur Ruhe begeben, ist ja Heute eine recht lange Nacht geworden.
Also tschüss bis bald. Euer Cambrino


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07.01.2015 06:51
#2
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Moin,

dann begrüße ich dich hier bei uns.
Eine wirklich ehrliche Vorstellung.
Eins haben wir gemeinsam, ich war 2 Jahre später zur Grundausbildung in Eisenach.

=============================================================================================
Phantasie ist wichtiger denn Wissen, denn Wissen ist begrenzt!


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07.01.2015 07:51
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Guten Morgen, na dann kannst du dich mal einlesen.

Der Hesselfuchs


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07.01.2015 08:32
#4
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Interessante Vorstellung, Du schreibst von vielen Orten die ich auch kenne, Oschersleben, HBS, Dingelstedt am Huy und Ohrsleben. Rostock und Prenzlau sowieso, bin alter Pommer(Südschwede)

Sei willkommen und lass mal ein paar Details von Deiner Flucht hören.

gruß h.


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07.01.2015 15:04
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#5
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Danke für diese Vorstellung !


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10.01.2015 05:23 (zuletzt bearbeitet: 10.01.2015 16:33)
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Zitat von hundemuchtel 88 0,5 im Beitrag #4
Interessante Vorstellung, Du schreibst von vielen Orten die ich auch kenne, Oschersleben, HBS, Dingelstedt am Huy und Ohrsleben. Rostock und Prenzlau sowieso, bin alter Pommer(Südschwede)

Sei willkommen und lass mal ein paar Details von Deiner Flucht hören.

gruß h.


Hallo sei gegrüsst
Also Du möchtest ein paar Deteils von meiner Flucht hören, mache ich doch gerne.
Beachte dabei aber die Jahreszahl meiner Flucht (Wichtig) Samstag 09.02.1963

Von Wernigerode mit dem Zug nach Halberstadt-Umsteigen in den Zug nach Oschersleben.
Nun begann ca.21 Uhr mein weiterer Weg zu Fuss über Hamersleben nach Wackersleben.
Auf halber Strecke überholte mich ein LKW und hielt an fragte ob ich mitfahren wollte.Verstecken im Strassengraben ging nicht, denn diesen Winter waren ca.30-40 cm Schnee gefallen und die Schneepflüge haben den Schnee meterhoch in die Strassengräben geschoben.
Ich bin also mit gefahren und erkannte den Fahrer von der LPG Ohrsleben.Als er fragte wohin ich wollte sagte ich nach Wackersleben zu meiner Freundin. Dann fragte er ob ich denn einen Passierschein hätte für das 5 km Sperrgebiet ich sagte ja ich fahre doch des öffteren dort hin.
Ich wusste ja dass der Schlagbaum am Ortseingang von Wackersleben immer offen war und kein Grenzposten zu erwarten war.
In Wackersleben gabelt sich die Strasse, geradeaus bis zum Friedhof und Ortsausgang. Links die Strasse im Bogen Richtung Ohrsleben.
Ich liess mich in die Strasse Richtung Friedhof fahren musste sagen an welchem Haus er halten soll. Ich suchte mir ein Haus mit Eingang von hinten und alle Fenster waren dunkel.So, nun anhalten bedanken aussteigen und zum Gartentor. Ging auf den Hof und stellte mich hinter die Hausecke bis der LKW weg gefahren ist.Das dauerte aber ca. 5 min. bis der weiter fuhr.Auf der anderen Strassenseite gukte oben eine Frau aus dem Fenster.Als der LKW endlich weg gefahren war bin ich aber sofort von dem Hof die Strasse entlang am Friedhof vorbei auf das freie Feld.
Es war bereits ca. 22.30 Uhr nun ging es nur noch quer übers Feld durch den tiefen Schnee (ca.30-40 cm). Meine Aktentasche verschwand in einen weissen Kopfkissenbezug und ich habe mich in ein weisses Bettlaken eingehüllt. Ich glaube es waren von Wackersleben nach Ohrsleben ca. 3 km und wenn dieser LKW Fahrer Verdacht geschöpft hätte und auf der Grenzkompanie in Ohrsleben eine Meldung gemacht hätte, die hätten doch sofort Grenzalarm ausgelösst.Nun musste ich mit Tempo so schnell wie möglich ans Mienenfeld kommen. Mein Ziel war die Mienengasse im rechten Grenzabschnitt von Ohrsleben links von dem kleinen Wäldchen.Also an die Gr.Kompanie Ohrsleben und die Ortschaft ca.300m rechts vorbei. An der Strasse von Ohrsleben nach Hötensleben angekommen in den Schnee gelegt 10 Min. beobachtet und gehorcht.Dann über die Strasse und auf den Feldweg in Richtung Grenze. Auf halber Strecke zum Mienenfeld war eine Wegekreuzung mit Gebüsch da könnten ja Signalgeräte mit Leuchtrakten Aufgebaut sein. Also 100 m links von der Kreuzung übers Feld.Die Mienengasse links von dem Wäldchen wurde mir aber plötzlich zu unsicher denn dort war manchmal am Wochenende oder politischen Gedenktagen usw. auch ein Posten eingesetzt.Also jetzt auf volles Risiko 200 m rechts von dem Wäldchen direkt das Mienenfeld angesteuert. Am Mienenfeld angekommen einen Stacheldraht nach oben und eingehakt dann einen Stacheldraht nach unten gedrückt und eingehakt.Nun konnte ich durch den ersten Zaun in das Mienenfeld einsteigen in den Schnee setzen und bei gleichzeitiger Beobachtung nach hinten zur Beruhigung eine Zigarette rauchen.Für Die die es nicht wussten, bis zur Mitte des eingezeunten Mienenfeldes also nach DDR Seite wurden zur Sicherheit der Grenzposten keine Mienen verlegt. Von der Mitte bis zum zweiten Zaun lagen 2 Reihen Mienen, in jeder Reihe 2 m Abstand. Die beiden Reihen auf Lücke versetzt ergiebt auf jeden Meter 1 Miene.
Man brauchte nur einen genauen Anhaltspunkt um gefahrlos durch zu kommen. Die Betonpfähle auf Ostseite hatten Nummern und bei den Kontrollgängen mussten wir registrieren wo und durch was die Miene hoch gegangen ist. Ich sagte ja man brauchte einen genauen Anhaltspunkt.
Diesen genauen Anhaltspunkt gab mir jetzt mein Gedächtnis wieder frei und ich musste jetzt schnell in dem eingezeunten Streifen noch ca.200 m weiter nach rechts in Richtung Hötensleben laufen. Dort gab es einen Feldweg der querdrüber vermient war.Auf dem linken Grabenrand von dem Feldweg war zu meiner Dienstzeit mal ein Fuchs in der zweiten Mienenreihe in die Luft geflogen. Nun konnte ich auf dem Grabenrand durch die erste Mienenreihe gefahrlos durchgehen, stehen bleiben und den Abstand der zweiten Mienenreihe zum zweiten Zaun genau abschätzen.
Ob irgendwann Mienen nachgelegt wurden weiss ich nicht also im schrägen Winkel nach links durch die zweite Mienenreihe und stand nun vor dem zweiten Stacheldrahtzaun.Jetzt wieder einen Draht nach oben einhaken , einen Draht nach unten einhaken und durchsteigen und nun noch die letzten 100 oder 150 m bis zu dem tiefen Graben der die Grenze war. Die Böschung hinunter über das kleine Bächlein springen die Böschung hinauf und jetzt hatte ich den Boden der BRD unter meinen Füssen. Um 00.30 Uhr am 10. Februar 1963 geschaft !!!
Ohne meine Kenntnisse und Erfahrungen aus meiner 6,5 jährigen Dienstzeit währe diese Flucht nicht so möglich gewesen. Das Risiko währe zu gross gewesen.

Ich hoffe dein Wunsch ist erfüllt denn ich habe gelesen Du bist ja erst 1967 geboren.

Beste Grüsse Cambrino


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10.01.2015 22:37
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#7
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Herzlich Willkommen hier in diesem Forum Cambrino, viel Spass beim stöbern und schreiben.


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11.02.2015 09:12 (zuletzt bearbeitet: 11.02.2015 09:13)
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Zitat von Cambrino im Beitrag #6
Zitat von hundemuchtel 88 0,5 im Beitrag #4
Interessante Vorstellung, Du schreibst von vielen Orten die ich auch kenne, Oschersleben, HBS, Dingelstedt am Huy und Ohrsleben. Rostock und Prenzlau sowieso, bin alter Pommer(Südschwede)

Sei willkommen und lass mal ein paar Details von Deiner Flucht hören.

gruß h.


Hallo sei gegrüsst
Also Du möchtest ein paar Deteils von meiner Flucht hören, mache ich doch gerne.
Beachte dabei aber die Jahreszahl meiner Flucht (Wichtig) Samstag 09.02.1963

Von Wernigerode mit dem Zug nach Halberstadt-Umsteigen in den Zug nach Oschersleben.
Nun begann ca.21 Uhr mein weiterer Weg zu Fuss über Hamersleben nach Wackersleben.
Auf halber Strecke überholte mich ein LKW und hielt an fragte ob ich mitfahren wollte.Verstecken im Strassengraben ging nicht, denn diesen Winter waren ca.30-40 cm Schnee gefallen und die Schneepflüge haben den Schnee meterhoch in die Strassengräben geschoben.
Ich bin also mit gefahren und erkannte den Fahrer von der LPG Ohrsleben.Als er fragte wohin ich wollte sagte ich nach Wackersleben zu meiner Freundin. Dann fragte er ob ich denn einen Passierschein hätte für das 5 km Sperrgebiet ich sagte ja ich fahre doch des öffteren dort hin.
Ich wusste ja dass der Schlagbaum am Ortseingang von Wackersleben immer offen war und kein Grenzposten zu erwarten war.
In Wackersleben gabelt sich die Strasse, geradeaus bis zum Friedhof und Ortsausgang. Links die Strasse im Bogen Richtung Ohrsleben.
Ich liess mich in die Strasse Richtung Friedhof fahren musste sagen an welchem Haus er halten soll. Ich suchte mir ein Haus mit Eingang von hinten und alle Fenster waren dunkel.So, nun anhalten bedanken aussteigen und zum Gartentor. Ging auf den Hof und stellte mich hinter die Hausecke bis der LKW weg gefahren ist.Das dauerte aber ca. 5 min. bis der weiter fuhr.Auf der anderen Strassenseite gukte oben eine Frau aus dem Fenster.Als der LKW endlich weg gefahren war bin ich aber sofort von dem Hof die Strasse entlang am Friedhof vorbei auf das freie Feld.
Es war bereits ca. 22.30 Uhr nun ging es nur noch quer übers Feld durch den tiefen Schnee (ca.30-40 cm). Meine Aktentasche verschwand in einen weissen Kopfkissenbezug und ich habe mich in ein weisses Bettlaken eingehüllt. Ich glaube es waren von Wackersleben nach Ohrsleben ca. 3 km und wenn dieser LKW Fahrer Verdacht geschöpft hätte und auf der Grenzkompanie in Ohrsleben eine Meldung gemacht hätte, die hätten doch sofort Grenzalarm ausgelösst.Nun musste ich mit Tempo so schnell wie möglich ans Mienenfeld kommen. Mein Ziel war die Mienengasse im rechten Grenzabschnitt von Ohrsleben links von dem kleinen Wäldchen.Also an die Gr.Kompanie Ohrsleben und die Ortschaft ca.300m rechts vorbei. An der Strasse von Ohrsleben nach Hötensleben angekommen in den Schnee gelegt 10 Min. beobachtet und gehorcht.Dann über die Strasse und auf den Feldweg in Richtung Grenze. Auf halber Strecke zum Mienenfeld war eine Wegekreuzung mit Gebüsch da könnten ja Signalgeräte mit Leuchtrakten Aufgebaut sein. Also 100 m links von der Kreuzung übers Feld.Die Mienengasse links von dem Wäldchen wurde mir aber plötzlich zu unsicher denn dort war manchmal am Wochenende oder politischen Gedenktagen usw. auch ein Posten eingesetzt.Also jetzt auf volles Risiko 200 m rechts von dem Wäldchen direkt das Mienenfeld angesteuert. Am Mienenfeld angekommen einen Stacheldraht nach oben und eingehakt dann einen Stacheldraht nach unten gedrückt und eingehakt.Nun konnte ich durch den ersten Zaun in das Mienenfeld einsteigen in den Schnee setzen und bei gleichzeitiger Beobachtung nach hinten zur Beruhigung eine Zigarette rauchen.Für Die die es nicht wussten, bis zur Mitte des eingezeunten Mienenfeldes also nach DDR Seite wurden zur Sicherheit der Grenzposten keine Mienen verlegt. Von der Mitte bis zum zweiten Zaun lagen 2 Reihen Mienen, in jeder Reihe 2 m Abstand. Die beiden Reihen auf Lücke versetzt ergiebt auf jeden Meter 1 Miene.
Man brauchte nur einen genauen Anhaltspunkt um gefahrlos durch zu kommen. Die Betonpfähle auf Ostseite hatten Nummern und bei den Kontrollgängen mussten wir registrieren wo und durch was die Miene hoch gegangen ist. Ich sagte ja man brauchte einen genauen Anhaltspunkt.
Diesen genauen Anhaltspunkt gab mir jetzt mein Gedächtnis wieder frei und ich musste jetzt schnell in dem eingezeunten Streifen noch ca.200 m weiter nach rechts in Richtung Hötensleben laufen. Dort gab es einen Feldweg der querdrüber vermient war.Auf dem linken Grabenrand von dem Feldweg war zu meiner Dienstzeit mal ein Fuchs in der zweiten Mienenreihe in die Luft geflogen. Nun konnte ich auf dem Grabenrand durch die erste Mienenreihe gefahrlos durchgehen, stehen bleiben und den Abstand der zweiten Mienenreihe zum zweiten Zaun genau abschätzen.
Ob irgendwann Mienen nachgelegt wurden weiss ich nicht also im schrägen Winkel nach links durch die zweite Mienenreihe und stand nun vor dem zweiten Stacheldrahtzaun.Jetzt wieder einen Draht nach oben einhaken , einen Draht nach unten einhaken und durchsteigen und nun noch die letzten 100 oder 150 m bis zu dem tiefen Graben der die Grenze war. Die Böschung hinunter über das kleine Bächlein springen die Böschung hinauf und jetzt hatte ich den Boden der BRD unter meinen Füssen. Um 00.30 Uhr am 10. Februar 1963 geschaft !!!
Ohne meine Kenntnisse und Erfahrungen aus meiner 6,5 jährigen Dienstzeit währe diese Flucht nicht so möglich gewesen. Das Risiko währe zu gross gewesen.

Ich hoffe dein Wunsch ist erfüllt denn ich habe gelesen Du bist ja erst 1967 geboren.

Beste Grüsse Cambrino


sei gegrüßt im Forum, @Cambrino

sehr interessant, deine Schilderung. Meine Flucht 1965 gelang auch unter Anleitung eines Uffz, der von 61 - 64 dort in der Rhön Dienst verrichtete.
Er erklärt uns das genauso mit den Minen, nämlich dass sie in Reihen liegen und zwar versetzt, und wenn man im Winkel von 45 Grad von Zaun zu Zaun geht, es ziemlich sicher ist. Er, unser Führer, hatte sich bereit erklärt als erster zu gehen und kam unbeschadet am 2. Zaun an. Wir brauchten nur im Schee in seinen Fussspuren bleiben, so kamen wir alle unverletzt durch die Minen. Nach dem 2. Zaun war in nur 2 -3 m schon BRD Grenzpfähle, als die weissen Stangen mit der Farbkappe und wir verschwanden im dichten Wald


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11.02.2015 10:33
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#9
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Ahoi , Du bist seit dem 29.12.2013 hier im Forum und schreibst jetzt Deine Vorstellung , wie kam es denn zu dieser Verspätung ?
Ich hatte immer den Beitrag über Deine Flucht gesucht , aber in Beiträgen von Dez.2014 , die es nicht gab . Daher meine Verwirrung .
Nun habe ich die Geschichte gelesen .

Grüsse B208


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11.02.2015 20:42 (zuletzt bearbeitet: 12.02.2015 14:33)
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#10
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Zitat von B208 im Beitrag #9
Ahoi , Du bist seit dem 29.12.2013 hier im Forum und schreibst jetzt Deine Vorstellung , wie kam es denn zu dieser Verspätung ?
Ich hatte immer den Beitrag über Deine Flucht gesucht , aber in Beiträgen von Dez.2014 , die es nicht gab . Daher meine Verwirrung .
Nun habe ich die Geschichte gelesen .

Grüsse B208



Grüss Dich
Habe mich mit dem schreiben 1 Jahr zurück gehalten um erst einmal in diesem Forum einen Überblick zu bekommen um was es hier geht und um erst mal viel zu lesen bevor ich etwas zu schreiben beginne.
Zuerst dachte ich hier im Forum sind ja nur alles ehemalige der Grenztruppen versammelt.Von der Struktur der Grenztruppen und den neuen Sicherungsanlagen habe ich keine Ahnung. Im Jahr 1960 wurde ja die Grenzpolizei der NVA angegliedert und nannte sich dann bis zu meiner Entlassung im Nov.1962 NVA Komando Grenze.Und 1961 hat ein Pioniertrup der NVA das Mienenfeld bei uns aufgebaut.
Nachdem ich nun ja hier im Forum ein bischen herum gestöbert habe, merkte ich aber, dass es hier auch noch welche von den alten Grenzhasen gibt. Dann habe ich mich jetzt Anfang Januar vorgestellt und auch mal ein paar Zeilen geschrieben.Man kann in meinem Alter nach solanger Zeit nicht mehr Alles aus damaliger Zeit im Kopf haben aber es ist noch sehr viel im Gedächtnis hängen geblieben.
Also bis demnächst. GRUSS CAMBRINO


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12.02.2015 19:40
#11
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hallo cambrino
habe heute erst deine vorstellung gelesen,endlich mal wieder einer von den alten der dgp,habe auch in dingelstedt meinen uffz gemacht aber etwas später wie du (1962)letzter lehrgang dort gewesen.
trotzdem ein herzliches willkommen im forum

gr. lassiter


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15.02.2015 02:06 (zuletzt bearbeitet: 15.02.2015 21:49)
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#12
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Hallo vieleicht interessiert es auch Jemand, wie es dann nun weiter ging wenn man dort in der BRD angekommen ist ?
Also nach dem ich auf dem Gebiet der BRD war, lief ich in Richtung Fleitzmühle (das war ein bekannter Treffpunkt des westdeutschen Zoll.
Dort stand ein kleines" Wachhäuschen" als Wetterschutz aber ich fand niemanden. Ich lief dann weiter kam auf eine Strasse ich glaube in Richtung Heyersdorf bei Schöningen. Am Ortseingang war ein offenes Fabriktor und ich sah einen Arbeiter auf dem Hof. Ich ging zu Ihm und fragte , ob ich mich dort etwas aufwärmen könnte.Der sah mich an und fragte wo ich denn her käme. Als ich sagte woher ich kam, sagte Er dann komm mal rein und es arbeiten hier einige Leute die auch von dort gekommen sind. Drinnen dann Cola trinken Zigarette rauchen und Alle viel zu erzählen viel Fragen und Antworten ausgetauscht.
Dann habe ich den BGS rufen lassen, die dann auch bald kamen. Dann die üblichen Fragen und nach Waffen abtasten. Wir fuhren dann ein paar km zu ihrer kleinen Wache (in einer Garage) Personalien aufnehmen und den Weg meiner Flucht erklären.Dann wurde ich nach Helmstedt gefahren in eine Art Pension und bekam erst einmal ein schönes Frühstück ( Kaffee und belegte Brötchen).Es war nun ja schon ca. 5.00 Uhr bekam ein Zimmer zugewiesen und konnte ersmal richtig ausschlafen.Mittagessen bekam ich aufs Zimmer gebracht.Ich war aber nicht allein als Gast sondern es war noch ein wehrpflichtiger dessertierter Soldat der NVA Komando Grenze dort. Der war wohl von der Gr.Kompanie Sommersdorf abgehauen.Abends Konnten wir kostenlos in Helmstedt ins Kino gehen.Am nächsten Morgen also am Montag ei kurzes Verhör bei der Kripo in Helmstedt und bekamen eine Frei-Fahrkarte mit der Bahn nach Ülzen (Durchgangslager)am Montag Abend noch dort angekommen. Dienstag Aufnahmeverfahren beantragt und Gesundheitsuntersuchung.Es gab dort von jedem Bundesland eine Ländervertretung wegen vermittlung von Wohnung und Arbeit.Bei der Ländervertretung von NRW bekam ich einige Arbeitsangebote aber mit Unterkunft war nur die Firma Bayer AG Leverkusen Werk Dormagen.Dann musste ich noch kurz zum englischen Geheimdienst.Die wollten wissen ob bei meiner Entlassung die Ihnen bekannten Offiziere noch da waren.Sie nannten mir die Nahmen die ich auch bestätigt habe.Der Engländer fragte ob ich schon eine Arbeit habe und ich habe die Angebote der Ländervertretung genannt. Darauf sagte Der, nehmen Sie die Stelle bei der Bayer AG dort wird gutes Geld verdient , arbeiten zum Teil in weissen Arbeitsanzügen und ist ein sicherer Arbeitsplatz.Das Angebot habe ich dann auch angenommen.Dann gab es 150 DM Bekleidungsbeihilfe und das rote Kreuz spendierte uns so einen Beutel mit Waschzeug und Zahnputzzeug.Am Mitwoch war schon Alles erledigt und bekamen eine Frei-Fahrkarte für die Bahn nach Dormagen zur Bayer AG.Bin dann am Freitag den 15.02 bei der Firma angekommen undv habe gleich eine Unterkunft bekommen,zuerst im 4 Mann Zimmer später im Einzelzimmer.Dann am Montag den 18.02. bei der Personal Abteilung den Arbeitsvertrag gemacht für Wechselschicht (Früh-Spät-Nachtschicht). Ich konnte schon am 19. anfangen aber ich habe dann den 20.02. für Beginn der Arbeit vereinbart. Am Dientag den 19.02. auf dem Meldeamt anmelden und Personalausweis beantragen, den P.Ausweis konnte ich nach einer Woche abholen, der DDR Personalausweis wurde ungültig gestempelt und konnte ihn behalten.(habe ich immer noch)
Bei der Firma Bayer AG habe ich dann in verschiedenen Abteilungen gearbeitet überwiegend Kontroll-und Überwachungsarbeit (Maschienen und Anlagen.Habe mich in den Jahren weiter qualifiziert bin nach 34 Dienstjahren in der Firma mit 61 Jahren in Rente gegangen und habe Heute noch Verbindung mit der Firma.Ich habe den Schritt über die damalige Grenze nie bereut war auch bei meiner Arbeit immer im Trockenen .Habe mir in all den Jahren eine gute Rente erarbeitet, die jetzt Netto 2100,00 Euro beträgt und ich davon jetzt gut als Rentner leben kann.(oder nicht ?)
Ich habe dieses geschrieben weil manchmal auch viel Unsinn geredet oder geschrieben wird.Aber es hat auch viele Fälle gegeben die nicht so viel Glück hatten wie Ich. Also am 10.02.63 um 0,30 Uhr in der BRD angekommen und am 20.02.63 mein erster Arbeitstag bei der Firma.

Bis bald Gruss CAMBRINO


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15.02.2015 09:34 (zuletzt bearbeitet: 15.02.2015 09:40)
#13
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Guten Morgen @Cambrino, vielen Dank für Deine interessante und ausführliche Fluchtgeschichte. Du hast mehrmals großes Glück gehabt.
Welche Gründe liessen Dich diesen Schritt tun?

gruß h.


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15.02.2015 13:19
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#14
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Hallo @Cambrino,willkommen im Forum und Danke für deine ausführliche Schilderung der Flucht und dem Prozedere danach.
Ich liebe diese Geschichten des Lebens.
Bist ja ziemlich schnell im Leben dort angekommen,quasi ein fließender Übergang,Arbeit,Unterkunft usw.
Scheinst ja auch noch ziemlich fit und rege für dein Alter zu sein.

PS: Deine hohe Rente bekommst du doch gar nicht verbraten.

Soviel Rente wie du bekommst,verdient hier ein 3 oder 4-Schichtler nicht mal im Traum,von Netto ganz zu schweigen.

Ja,es waren eben damals andere Zeiten.

Gruß ek40


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15.02.2015 13:30
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#15
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Zitat von hundemuchtel 88 0,5 im Beitrag #13
Guten Morgen @Cambrino, vielen Dank für Deine interessante und ausführliche Fluchtgeschichte. Du hast mehrmals großes Glück gehabt.
Welche Gründe liessen Dich diesen Schritt tun?

gruß h.



Antwort auf deine Frage:
Der Hauptgrund war nach der Dienstzeit eine sinnvolle und gut bezahlte Arbeitsstelle zu finden.Ich hatte nur den Facharbeiterbrief für Landwirtschaft und sollte zurück in einen landwirtschaftlichen Betrieb.Keine freie Berufswahl nur ein Angebot zur weiteren Qualifizierung auf die Fachschule für Landwirtschaft in Wernigerode mit einem Stiependium von 190 Mark im Monat ( 30 % des letzten Gehalts an der Grenze).
Entlassung war 08.11.62.am 01.12.63 bin ich nach Wernigerode zu der Schule. Vom Weihnachtsurlaub kamen 2 Schüler nicht zurück sondern nach Weihnachten kam eine Ansichtskarte aus Westdeutschland gut angekommen und schon Arbeit mit Stundenlohn über 3 DM.Einer von den Beiden war vorher auch bei der GP.
Als dann im Januar die eine Dozentin mir ansprach und sagte es währe wohl gut wenn ich erst noch 1 Jahr Praktikum in einem landwirtschaftlichen Betrieb machen würde.Man wollte mich dort also auch wieder los werden. Da war für mich das Mass voll, zog also die Notbremmse und trennte mich entgültig von diesem unsinnigen System Arbeiter u. Bauernstaat.Es war ein total durch Polizei, Millitär und Stasi kontrolierter Staat mit Bevormundung der Bürger durch den Staat.
Meine Notbremmsung hat gut gewirkt,den Rest kennt ihr ja schon.

Gruss CAMBRINO


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