Wie sehen ehemalige Grenzer ihren Dienst und das Grenzregime heute .

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06.01.2015 11:47von ( gelöscht )
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Wie sehen ehemalige Grenzer ihren Dienst und das Grenzregime heute .

Hallo. Ich habe von Juli 88 bis Dezember 89 in Berlin im GR 36 1. GK meinen Dienst versehen.War also in der heißen Phase hautnah dabei.Ich gebe zu das ich mich immer mit den Parolen der Friedens Sicherung und den Schutz des Sozialismus durch den Mauerbau schwer getan habe. Ich bin damals eher Abenteuer lustig gewesen.Und die Grenze hatte ja immer etwas Geheimnisvolles. Also habe ich mich für 3. Jahre zur Grenze verpflichtet. Habe dann 3 Monate an der Uffz. Schule verbracht und war dann schwer geschockt als man mich nach Berlin versetzte. Dort wollte ich nie hin. Die grüne war immer mein Ideal Vorstellung.Nun es kam anders.Als ich das erste mal in den Abschnitt einfuhr ( Alexsandrienstraße Berlin Mitte) war ich richtig erschrocken.Sicher in der Ausbildung hatten wir auch einen Lehrkanten aber eben keine Mauer.Berlin war ein Extrem wo man so richtig sah wie unnatürlich diese Teilung war. Eine Stadt die einfach zusammen gehörte. Und da stand dann diese Mauer.Ich habe oftmals, auch als ich schon K SIA war, meinen Fahrer an bestimmten Punkten anhalten lassen wo man besonders deutlich sah das die Mauer da nicht hingehörte.Auch störten mich die nur freundwärts gerichteten Signal Anlagen .Ich dachte ja das der Gegner auf der anderen Seite steht. Naja ich war damals eben jung. Ich sah den Grenzdienst als meinen Job. Mehr nicht.Da ich eben auch im Polit Unterricht immer auch mal unbequeme Fragen stellte ,( unteranderen die Wirtschaftliche Lage der DDR Bevölkerung) wurde ich immer schön nach solchen Äußerungen vom Grenzdienst ausgeschlossen ( für mich war das eine echte Bestrafung ,weil UVD und GOVD waren Horrorschichten für mich.).Deshalb war ich auch wehrend meiner gesamten Dienstzeit auch maximal schwarz.Ich durfte selbst als K SIA nicht an Exponierte Stellen wie U-Bahnen oder andere Stellen wo man dann ungehindert bis an den Strich gehen konnte.Um das mal klar zu stellen .Ich hatte NIE den Gedanken meinen Vaterland den Rücken zu kehren. Ob ich die Schusswaffe eingesetzt hätte ? Nur bei zwei dingen bestimmt .Bedrohung eigenes Leben und Fahnenflucht .Da hätte ich kein Gnade gekannt. In anderen Fällen war es eh verboten bei uns.Zum Glück kam ich nie in diese Lage. Aus der heutigen Sicht muss ich für mich sagen das das alles ein SINNLOSER SCHEISS war. So ein Aufwand für NICHTS.Ein Staat der seine eigene Bevölkerung einsperrt ,kann nur untergehen.Soweit meinen Gedanken . Wie sehen das andere ehemalige Grenzer .Würde gerade auch mal die Meinung von ehemaligen Berufssoldaten gerne wissen.

06.01.2015 20:31von ( gelöscht )
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In Berlin war wohl die Mauer das richtige Ende, ich mein so paar Meter vorgelagertes Hoheitsgebiet nach dem letzten Sperrelement wie an der grünen Grenze gab es da gar nicht?
Falls ja, wie wurden denn dann Bauarbeiten an der Mauer gemacht, da war man wohl mit einem Fuß gleich auf Feindesland?
Falls dahinter doch noch paar Meter DDR waren latschten wohl die Mauer-Bemaler auf westberliner Seite über die DDR?
Die größte und schönste der Welt war ja da recht sensibel was ihr Hoheitsgebiet betraf.

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06.01.2015 20:35von ( gelöscht )
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Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #16
In Berlin war wohl die Mauer das richtige Ende, ich mein so paar Meter vorgelagertes Hoheitsgebiet nach dem letzten Sperrelement wie an der grünen Grenze gab es da gar nicht?

Na ja das vorgelagerte war zumindest in Mitte so ungefähr 2-3 meter. Die Grenze konnte man auch nicht von einen B Turm sehen .Es gab nur ein paar Ecken ( z.B. Lenne Dreieck ) wo das Vorgelagerte etwas größer war .

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06.01.2015 21:02von ( gelöscht )
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Kurz nochmal dazu: Hund erschossen,Haus Vaterland
Der Hund war nicht an der Leine,als er aus dem Fenster sah.
Es war kein Schuss auf einen Grenzsoldaten.
Auf den Konsum- Gebäude waren unsere Aufklärer,welche auch Fotos machten.
Ich habe ein Bild gesehen,wo der Hund auf den Fußweg lag,immer noch auf auf DDR Gebiet.Durch die Mauer kam man durch eine Tür.
Potsdamer Platz
Mehr will ich nicht mehr sagen,werde mich nun noch mehr mit den Schreiben zurückhalten.
Rei

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06.01.2015 21:15von Icke
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Hallo

Das vorgelagerte Hoheitsgebiet so wie beschrieben oft war die Bordsteinkante die Grenze. Mit dem Hoheitsgebiet war man tatsächlich penibel an manchen Wochendschichten hatte man mit dem verweisen aus dem Vorgelagertem gut zu tun. Und nun noch zum Thema den gesamten Wehrdienst und natürlich auch den GD habe ich damals wie auch heute als verlorene Zeit gesehen. Auch wen Ich immer brav wieder raus gegangen bin.

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10.01.2015 20:10von andyman
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Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #16
In Berlin war wohl die Mauer das richtige Ende, ich mein so paar Meter vorgelagertes Hoheitsgebiet nach dem letzten Sperrelement wie an der grünen Grenze gab es da gar nicht?
Falls ja, wie wurden denn dann Bauarbeiten an der Mauer gemacht, da war man wohl mit einem Fuß gleich auf Feindesland?
Falls dahinter doch noch paar Meter DDR waren latschten wohl die Mauer-Bemaler auf westberliner Seite über die DDR?
Die größte und schönste der Welt war ja da recht sensibel was ihr Hoheitsgebiet betraf.


Im verlinkten Beitrag sieht man auf dem Bild den Grenzstrich
#1
Wer weiß was hier am Checkpoint los war? ,so oder so ähnlich war der Verlauf an der Berliner Mauer,ein paar Meter waren noch "demokratischer Sektor" Die Mauermaler waren also nach Ostberliner Ansicht Straftäter.Die Westberliner Polizei hat es mehr oder weniger geduldet.
Lgandyman

10.01.2015 20:23von ( gelöscht )
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Für die, denen der Pegida- Kram auch zum Halse raushängt:
https://www.campact.de/stopp-pegida/appell/teilnehmen/

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10.01.2015 21:20von DoreHolm
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Zitat von katerspeedy im Beitrag #1
Hallo. Ich habe von Juli 88 bis Dezember 89 in Berlin im GR 36 1. GK meinen Dienst versehen.War also in der heißen Phase hautnah dabei.Ich gebe zu das ich mich immer mit den Parolen der Friedens Sicherung und den Schutz des Sozialismus durch den Mauerbau schwer getan habe. Ich bin damals eher Abenteuer lustig gewesen.Und die Grenze hatte ja immer etwas Geheimnisvolles. Also habe ich mich für 3. Jahre zur Grenze verpflichtet. Habe dann 3 Monate an der Uffz. Schule verbracht und war dann schwer geschockt als man mich nach Berlin versetzte. Dort wollte ich nie hin. Die grüne war immer mein Ideal Vorstellung.Nun es kam anders.Als ich das erste mal in den Abschnitt einfuhr ( Alexsandrienstraße Berlin Mitte) war ich richtig erschrocken.Sicher in der Ausbildung hatten wir auch einen Lehrkanten aber eben keine Mauer.Berlin war ein Extrem wo man so richtig sah wie unnatürlich diese Teilung war. Eine Stadt die einfach zusammen gehörte. Und da stand dann diese Mauer.Ich habe oftmals, auch als ich schon K SIA war, meinen Fahrer an bestimmten Punkten anhalten lassen wo man besonders deutlich sah das die Mauer da nicht hingehörte.Auch störten mich die nur freundwärts gerichteten Signal Anlagen .Ich dachte ja das der Gegner auf der anderen Seite steht. Naja ich war damals eben jung. Ich sah den Grenzdienst als meinen Job. Mehr nicht.Da ich eben auch im Polit Unterricht immer auch mal unbequeme Fragen stellte ,( unteranderen die Wirtschaftliche Lage der DDR Bevölkerung) wurde ich immer schön nach solchen Äußerungen vom Grenzdienst ausgeschlossen ( für mich war das eine echte Bestrafung ,weil UVD und GOVD waren Horrorschichten für mich.).Deshalb war ich auch wehrend meiner gesamten Dienstzeit auch maximal schwarz.Ich durfte selbst als K SIA nicht an Exponierte Stellen wie U-Bahnen oder andere Stellen wo man dann ungehindert bis an den Strich gehen konnte.Um das mal klar zu stellen .Ich hatte NIE den Gedanken meinen Vaterland den Rücken zu kehren. Ob ich die Schusswaffe eingesetzt hätte ? Nur bei zwei dingen bestimmt .Bedrohung eigenes Leben und Fahnenflucht .Da hätte ich kein Gnade gekannt. In anderen Fällen war es eh verboten bei uns.Zum Glück kam ich nie in diese Lage. Aus der heutigen Sicht muss ich für mich sagen das das alles ein SINNLOSER SCHEISS war. So ein Aufwand für NICHTS.Ein Staat der seine eigene Bevölkerung einsperrt ,kann nur untergehen.Soweit meinen Gedanken . Wie sehen das andere ehemalige Grenzer .Würde gerade auch mal die Meinung von ehemaligen Berufssoldaten gerne wissen.


Grün: Wärest Du mal gut zwanzig Jahre eher geboren, dann hätten wir uns möglicherweise begegnen können. Habe ja auch im GR 36 in der 1.GK gedient, allerdings 67/68. Damals wäre Dir dieser Abschnitt wie die "Grüne Grenze" vorgekommen. Sehr viel Wald, keine schlammigen Stiefel bei Schlechtwetter (trocknen lassen und abklopfen). Das war damals der wildreichste Abschnitt um WB. Der Generalmajor Poppe, oberster Chef der GT, kam hin und wieder zum jagen. Na, ich habs ja schon mal geschrieben, was man damals so im direkten Kontakt zu den Westberlinern so alles anstellen konnte. Bin z.Zt. mit einem anderen User in direktem Kontakt per PN über unsere Erfahrungen aus dieser Zeit und in diesem Abschnitt.

11.01.2015 07:19von ( gelöscht )
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Zitat von damals wars im Beitrag #21
Für die, denen der Pegida- Kram auch zum Halse raushängt:
https://www.campact.de/stopp-pegida/appell/teilnehmen/


Als klassischer Ein-Satz-Poster, eventuell doch mal vielleicht ausnahmsweise drei Sätze zum Thema?

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11.01.2015 12:21von GZB1
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Zitat von DoreHolm im Beitrag #22
Zitat von katerspeedy im Beitrag #1
Hallo. Ich habe von Juli 88 bis Dezember 89 in Berlin im GR 36 1. GK meinen Dienst versehen.War also in der heißen Phase hautnah dabei.Ich gebe zu das ich mich immer mit den Parolen der Friedens Sicherung und den Schutz des Sozialismus durch den Mauerbau schwer getan habe. Ich bin damals eher Abenteuer lustig gewesen.Und die Grenze hatte ja immer etwas Geheimnisvolles. Also habe ich mich für 3. Jahre zur Grenze verpflichtet. Habe dann 3 Monate an der Uffz. Schule verbracht und war dann schwer geschockt als man mich nach Berlin versetzte. Dort wollte ich nie hin. Die grüne war immer mein Ideal Vorstellung.Nun es kam anders.Als ich das erste mal in den Abschnitt einfuhr ( Alexsandrienstraße Berlin Mitte) war ich richtig erschrocken.Sicher in der Ausbildung hatten wir auch einen Lehrkanten aber eben keine Mauer.Berlin war ein Extrem wo man so richtig sah wie unnatürlich diese Teilung war. Eine Stadt die einfach zusammen gehörte. Und da stand dann diese Mauer.Ich habe oftmals, auch als ich schon K SIA war, meinen Fahrer an bestimmten Punkten anhalten lassen wo man besonders deutlich sah das die Mauer da nicht hingehörte.Auch störten mich die nur freundwärts gerichteten Signal Anlagen .Ich dachte ja das der Gegner auf der anderen Seite steht. Naja ich war damals eben jung. Ich sah den Grenzdienst als meinen Job. Mehr nicht.Da ich eben auch im Polit Unterricht immer auch mal unbequeme Fragen stellte ,( unteranderen die Wirtschaftliche Lage der DDR Bevölkerung) wurde ich immer schön nach solchen Äußerungen vom Grenzdienst ausgeschlossen ( für mich war das eine echte Bestrafung ,weil UVD und GOVD waren Horrorschichten für mich.).Deshalb war ich auch wehrend meiner gesamten Dienstzeit auch maximal schwarz.Ich durfte selbst als K SIA nicht an Exponierte Stellen wie U-Bahnen oder andere Stellen wo man dann ungehindert bis an den Strich gehen konnte.Um das mal klar zu stellen .Ich hatte NIE den Gedanken meinen Vaterland den Rücken zu kehren. Ob ich die Schusswaffe eingesetzt hätte ? Nur bei zwei dingen bestimmt .Bedrohung eigenes Leben und Fahnenflucht .Da hätte ich kein Gnade gekannt. In anderen Fällen war es eh verboten bei uns.Zum Glück kam ich nie in diese Lage. Aus der heutigen Sicht muss ich für mich sagen das das alles ein SINNLOSER SCHEISS war. So ein Aufwand für NICHTS.Ein Staat der seine eigene Bevölkerung einsperrt ,kann nur untergehen.Soweit meinen Gedanken . Wie sehen das andere ehemalige Grenzer .Würde gerade auch mal die Meinung von ehemaligen Berufssoldaten gerne wissen.


Grün: Wärest Du mal gut zwanzig Jahre eher geboren, dann hätten wir uns möglicherweise begegnen können. Habe ja auch im GR 36 in der 1.GK gedient, allerdings 67/68. Damals wäre Dir dieser Abschnitt wie die "Grüne Grenze" vorgekommen. Sehr viel Wald, keine schlammigen Stiefel bei Schlechtwetter (trocknen lassen und abklopfen). Das war damals der wildreichste Abschnitt um WB. Der Generalmajor Poppe, oberster Chef der GT, kam hin und wieder zum jagen. Na, ich habs ja schon mal geschrieben, was man damals so im direkten Kontakt zu den Westberlinern so alles anstellen konnte. Bin z.Zt. mit einem anderen User in direktem Kontakt per PN über unsere Erfahrungen aus dieser Zeit und in diesem Abschnitt.




@DoreHolm er war im 36er also Sicherungsabschnitt Berliner Innenstadt, nicht im 38er also Außenring.

K-SiA und "schwarz" wird es wohl kaum gegeben haben, evtl. "halbrot"! Da war deine Füst wohl am Engelbecken SiA-3. Wer richtig "schwarz" war durfte max. freundwärts der Hinterlandsmauer Hinterlandssicherung machen. Da hatte die V2000 schon ein Auge drauf.

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11.01.2015 12:24von ( gelöscht )
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Seh ich immer noch für mich als persönlich durchaus wertvoll, meine Zeit damals.
Liegt aber mit Sicherheit an dem Umstand zwar die grüne Uniform getragen zu haben, jedoch nach der Grundausbildung
den Rest meines GWD als "Servicepersonal" in meinem Beruf verbringen konnte.
Habe viel dazugelernt und die Arbeit hat mir Freude bereitet.
Bin mir bewußt, damit eine "Aussnahme" zu sein...

SEG15D

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