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02.12.2014 20:55 (zuletzt bearbeitet: 02.12.2014 21:09)
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#31
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Zitat von eisenringtheo im Beitrag #30

Es betraf vor allem nicht registrierte Arbeitsverhältnisse (Schwarzarbeiter wie Putzfrauen, Hauswarte und ähnliche Nebenjobs). Registrierte Arbeitskräfte erhielten nur 10 Prozent in D-Mark West.
http://de.wikipedia.org/wiki/Grenzg%C3%A...48%E2%80%931961
Theo



Auch das kann ich bestens bestätigen. Mein Vater arbeite mal für ganz kurze Zeit angemeldet bei Schwartzkopff in Tempelhof in der Dreherei. Ich weis allerdings nicht, ob es damals auch schon 'Schwarzarbeit' hieß. Ich war noch zu klein.

Was war ich doch für ein dummer Junge? Eines Abends nahm mich meine Mutter auf unseren kleinen Hof beiseite und sagte mir, das sie morgen zum Rat der Gemeinde müsse. Dort solle sie Auskunft geben, weshalb sie mehrmals in der Woche als Grenzgängerin nach Westberlin fährt. Sie konnte ja schlecht sagen, das sie dort putzt und Geld verdient. Sie sagte einfach, das sie eine kranke Verwandte pflegt. Dummer Junge? Mich, ich war etwa 8 Jahre, interessierte ihre Not aber gar nicht, was sie sehr traurig machte. Heute weis man, das man Kinder in einem bestimmten Alter mit bestimmten Sachen einfach überfordert, zu denen sie sich gar nicht äußern können. Sie hätte es sicher auch damals wissen können, stand aber allein mit dem Problem da, weil mein Vater oftmals in Krankenhäusern laborierte. Spätfolgen seiner Stalingrad-Verwundung.


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02.12.2014 21:10
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#32
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Früher stand in Berlin eine "Mauer", heute ist der Beton in "Klötzen" verarbeitet....


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02.12.2014 21:23 (zuletzt bearbeitet: 02.12.2014 21:26)
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Zitat von Bürger der DDR im Beitrag #32
Früher stand in Berlin eine "Mauer", heute ist der Beton in "Klötzen" verarbeitet....


Wenn Du die hässlichen Betonklötze im Markischen Viertel oder in Rudow meinst, gebe ich Dir recht. Westberlin war eine entmilitarisierte Zone und so kamen sehr viele junge Männer nach Berlin, die dem Wehrdienst in der Bundesrepublik entgehen wollten und die hier auch Familien gründeten. Da musste schnell Wohnraum geschaffen werden. Es war in den Anfangsjahren grässlich, bis diese Viertel sogar zu sozialen Brennpunkten wurden und ähnlich den Gebieten in Marzahn, Hohenschönhausen und Hellersdorf, die aber in dieser Zeit, glaube ich, noch gar nicht existierten. Es waren reine Schlafstädte ohne jegliche Infrastruktur. Heute hat sich in den besagten Vierteln wesentliches geändert und die Lebensqualität ist viel, viel besser geworden.


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02.12.2014 21:26
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#34
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@Reinhardinho , es gibt noch andere "Klötze".....
Ich möchte mich sehr neutral ausdrücken.


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02.12.2014 21:28 (zuletzt bearbeitet: 02.12.2014 21:34)
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Zitat von Bürger der DDR im Beitrag #34
@Reinhardinho , es gibt noch andere "Klötze".....
Ich möchte mich sehr neutral ausdrücken.


Das habe ich wohl daraus verstanden und hoffte aber, das ich unrecht hatte. Darauf gehe ich nicht ein. Weshalb meinst Du, habe ich mich hilfsweise auf die Gebäudeklötze bezogen? Ich kann auch zwischen den Zeilen lesen.


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02.12.2014 22:22
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#36
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Wie sind die Ostberliner am 13.8, aus Westberlin, wieder zurück gekommen?
Haben die gleich Arbeit erhalten?


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02.12.2014 22:29 (zuletzt bearbeitet: 02.12.2014 22:31)
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#37
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Schätze, die meisten sind lieber gleich im Westen geblieben. Im Westen "erhält" man ja die Arbeit nicht, sondern man "sucht" sie sich. Ich kenne Ost-Berliner, die haben nach dem 13.8. alles stehen und liegen lassen und sind noch schnell rüber nach Westen, bevor die Mauer perfekter werden konnte. Arbeit haben sie gefunden und aus denen ist was geworden.


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02.12.2014 22:38
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#38
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Hallo Regina,der 13.August war ein Sonntag,also kein normaler Arbeitstag! Danach haben viele, wie der Harzwanderer es beschrieben hat alles stehen und liegen gelassen und sind noch rüber!Ein paar Tage war das noch möglich!LG Bernd


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02.12.2014 22:55
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#39
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Ich hatte Probleme mit dem Menschenschlag in NRW. Was mich begeistert hat, war der Enthusiasmus der Menschen um Schalke – alle verrückt, obwohl ich auch ein Fußball-Fan bin.

Nach einem halben Jahr, bin ich dann, so wie ich vorher bei Nacht und Nebel von Ost nach West geflüchtet bin, nach West-Berlin geflüchtet.

Der Berliner hat jeden auf genommen und hat auch nicht danach gefragt, woher du gekommen bist.
Ca. 5 Jahre bin ich der S-Bahn ausgewichen und die U-Bahn, die durch Ost-Berlin fuhr habe ich auch nicht benutzt. Das war beruflich immer sehr Zeitaufwendig.

1974 habe ich ein Jahr eine Tagesschule in Oldenburg besucht, ca. 10.000DM hat mich das gekostet. Erst Berlin nach Bremen, später nach Hannover und das alle 14Tage mit dem Flugzeug. Mit dem Auto ging es leider nicht.

Na und ist die Familie in Urlaub gefahren oder zu Freunde in das Bundesgebiet, dann war wieder für mich das Flugzeug Berlin Hannover nur möglich. Es ist hier schon beschrieben, aber ich habe mal mit 49DM hin und zurück angefangen mit Britisch Airways oder PANAM. Lufthansa durfte ja Berlin nicht anfliegen. Das Gute daran war, habe ich eine Maschine bei der einen Gesellschaft zeitlich verpasst, dann konnte ich problemlos, ohne Umbuchungsgebühr mit der anderen Gesellschaft fliegen. Das geht heute ohne Kohle auf dem Tisch legen nicht mehr.

Wirkliche Angst in Berlin hatte ich nicht, es war ja ringsum eine Mauer. Berlin ist heute meine zweite Heimat und sie wird es auch bleiben.

VG Bahndamm 68


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02.12.2014 22:58
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#40
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Zitat von rei im Beitrag #15
Aufnahmelager für Flüchtlinge aus der BRD
Gab es sowas?
Ja,das gab es.Kann aber das Jahr nicht mehr sagen,in Dresden- Friedewald,in einen ehemaligen Erholungsheim.
Gruß Rei



in Burg bei Magdeburg und in Röntgental , muss irgendwo in Brandenburg liegen.


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02.12.2014 23:39
avatar  mibau83
#41
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03.12.2014 03:39
avatar  andyman
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[quote=Bahndamm 68
Wirkliche Angst in Berlin hatte ich nicht, es war ja ringsum eine Mauer. Berlin ist heute meine zweite Heimat und sie wird es auch bleiben.

VG Bahndamm 68[/quote]

@Bahndamm 68
Hallo.Als ich den Satz gelesen habe mußte ich erst mal lachen,hast du das wirklich so gesehen?Wenn dir einer ans Leder gewollt hätte wäre die Mauer kein Hindernis gewesen.Da du wahrscheinlich nicht bedeutend genug warst ist dir auch nichts passiert.Nimm es bitte nicht persönlich aber aus dieser Sicht habe ich das noch nie gesehen oder gab es konkrete Hinweise in deiner Akte?Lgandyman

Gruß aus Südschweden
Was nützt alles Hasten und Jagen,auch du bist nur ein Tropfen im Meer der Unendlichkeit. Confuzius


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03.12.2014 03:52 (zuletzt bearbeitet: 03.12.2014 03:55)
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Ich habe Berlin mit Mauer genossen !


Klingt anders als ich es meine . Ich war mit ca. 10 +/- mein erstes mal in Berlin . Meine älteste Schwester lebte in Berlin , Lynarstrasse . Neben dem Haus gab es eine ESSO Tankstelle , Helm , so hies der Betreiber , der Tankwart hies Rudi , werde ich nie vergessen . Gleich nach dem Frühstück runter und zur Tankstelle . Damals noch mit Bedienung , da wurde an der Säule gekurbelt und die Zahlenrollen sprangen auf Null , im Schauglas drehte sich ein Flügel , Zapfpistolen mit Autostop gab es noch nicht . Ich habe ab und zu Scheiben geputzt und es gab Trinkgeld .

Mit dem Trinkgeld dann zum Roseneck , da gab es ein Spielwarenladen , alles investiert in Wiking oder Roskopf Miniaturmodelle .

Dann der Kudamm und die Heerstrasse , der Kaiserdamm , man was waren das für Strassen . Das Olympiastadion , die Avus , damals noch mit der Steilkurve .

Und der " Hühner-Hugo " , man da gab es 1/2 Händel vom Allerfeinsten , im Laden sah es aus wie in einem Stall , die Tische standen in Pferdeboxen .

Der Zoopalast , was für ein Kino , " Weltniveau " und die Werbeplakate , riesig , Handgemalt . Irre .

Rack am Roseneck , ein Feinkostladen , ich stehe da mit meiner Schwester an der Ladentheke und wer steht da neben mir !! Barbara Valentin !!!! Unübersehbar !!!

Das KADEWE , mir sind in der Lebensmittelabteilung die Augen aus dem Kopp gefallen .

Und dann die Mauer ! meine ersten Grenzer habe ich in der Nähe vom Reichstag gesehen auf der anderen Seite von so einem Kanal , von da an wollte ich bei jedem Besuch an die Mauer , konnte keiner in der Familie verstehen .

Dann irgendwann die Demos , Apo , "Hohohoschiminn" , Dutschke , den hab ich gehasst , ich durfte nicht in die Stadt wenn Demo war und der Dutschke war schuld ! Ich habe mich gfreut als man auf ihn geschossen hat , er war schuld wenn ich nicht in die Stadt durfte , gerechte Strafe . So einfach war das .

Der Teufelsberg mit Rodelbahn , die Deutschlandhalle mit den Karl May Festspielen , Hertha BSC , Bernd Patzke , Volkmar Gross , Beer .

Der Flughafen Tempelhof , man war das riesig .

Die Clayallee mit den vielen Amis . Die Doppeldeckerbusse , die kannte ich , die haben die Berliner sich in Lübeck abgeguckt .

Berlin war geil . Das Kranzler und davor auf dieser grossen Kreuzung eine Tonne und da stand ein Polizist in der Tonne und regelte mit Pfeife und Stock den Verkehr . Die Sandwichmänner auf dem Kudamm . In Berlin hab ich Tennis gelernt , im winter in einer alten Halle bei den Amis . Mit meinem Schwager war ich am WE immer in Wannsee auf dem Amischiessplatz , Tontauben , Rod and Gun Club und mein erster original US Hamburger . Und wieder die Grenze , man konnte den Zaun sehen , die Grenze verlief in unmittelbarer Nähe der Schiessanlage .

Berlin war Spannung , auch durch die Mauer .

Waren halt Eindrücke durch Kinderaugen .

Später wurde dann alles interessant was mit EDEN anfing .


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03.12.2014 04:14 (zuletzt bearbeitet: 03.12.2014 04:15)
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Und die Trümmergrundstücke , Abenteuer pur . Das Gefängnis in Spandau mit der Wachablösung unter den Alliierten . Das Ehrenmal im Tiergarten mit den Russen im Stechschritt und Augen rechts , die Mauer . In einigen Stadtteilen war die Mauer oben mit Glasscherben verziert .

Die Aktion der Russen mit den Schallmauerdurchbrüchen . Vorzugsmilch , was immer das auch war . Bolle . Europacenter . Funkturm . Funkausstellung .

Und ein geiler Dialekt .

Ostfernsehen in bester Qualität .


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03.12.2014 07:03
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#45
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Zitat von Regina im Beitrag #36
Wie sind die Ostberliner am 13.8, aus Westberlin, wieder zurück gekommen?
Haben die gleich Arbeit erhalten?

Über die Grenzübergangstellen, in Richtung Ostberlin problemlos möglich.
Arbeitskräfte wurden händeringend gesucht.


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