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#81

RE: "Geld macht nicht glücklich, aber zufrieden" - Ist das wirklich so?

in Themen vom Tage 28.11.2014 10:44
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6.000 EUR ist "nicht sehr hoch"??? Dore.........



http://de.statista.com/statistik/daten/s...nettoeinkommen/
.


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#82

RE: "Geld macht nicht glücklich, aber zufrieden" - Ist das wirklich so?

in Themen vom Tage 28.11.2014 10:44
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Ich habe eine Befragung von Lottogewinner gelesen, dass nach sechs Monaten der große Rausch über das erworbene Geld vorbei ist.
Man kann sich offenbar auch an den Zustand Millionär gewöhnen. Leider konnte ich selbst diesen Test noch nicht durchführen


.🇩🇪
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi


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#83

RE: "Geld macht nicht glücklich, aber zufrieden" - Ist das wirklich so?

in Themen vom Tage 28.11.2014 10:48
von Gert | 13.395 Beiträge | 3398 Punkte
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Zitat von Barbara im Beitrag #81
6.000 EUR ist "nicht sehr hoch"??? Dore.........



http://de.statista.com/statistik/daten/s...nettoeinkommen/
.

Ja Barbara wenn du unten stehst und hinaufschaust auf den 6000 er ist es sehr hoch. Von oben sieht es ein bisschen anders aus.


.🇩🇪
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#84

RE: "Geld macht nicht glücklich, aber zufrieden" - Ist das wirklich so?

in Themen vom Tage 28.11.2014 10:59
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Zitat von Elch78 im Beitrag #68
Zitat Barbara: "Was ist denn, wenn man "Geld" mal total wegdenkt - so als Denksportaufgabe :-)"

Barbara, liege ich richtig mit der Vermutung, daß Du den Beitrag #26 von @GKUS64 nicht gelesen hast oder zumindest dem dort angegebenen Link nicht gefolgt bist ...
... ach nee, Du hattest Dich ja für den Beitrag sogar bedankt!
Zitat von GKUS64 im Beitrag #26

Zur Vertiefung der entsprechenden Überlegungen empfehle ich folgenden Beitrag:
Der führt direkt hin:
http://www.theintelligence.de/index.php/...inanzkrise.html

MfG
GKUS64

Da hast Du doch Deine "Denksportaufgabe", also für mich jedenfalls war das genug "Aufgabe zum Denken".
Ich möchte diesen Beitrag aus "The Intelligence" jedem empfehlen, der hier mehr als ein bißchen Plauderei sucht.
Danke, @GKUS64!

Einen freundlichen Abend allerseits!
Elch




Hin Elch,

klar habe ich den (inzwischen auch sorgfältig) gelesen. Sehr gute Analyse. Und wir können darüber auch gerne diskutieren.

Meine Ausgangsfrage ging aber gar nicht so sehr in Richtung "System", sondern:

warum ist das Geld (offenbar) - auch wenn wir keine Existenzsorgen (im weiteren Sinne) haben - so zentral in unseren Köpfen, dass wir bei Themen jedweder Art (im Forum z.B.) in der Diskussion immer wieder oder zumindest sehr oft darauf zurückkommen.

Meine "Denksportaufgabe" war also eher so gemeint: wann und warum denkst du an Geld, auch wenn gar kein Notwendigkeit besteht? War also tatsächlich persönlich an die die TN gestellt.

Ist Geld tatsächlich als z.B. ein solcher Fetisch (s. Beitrag Kalubke) in unseren Gehirnen festgebacken, dass unserem Denken quasi eine Geld-Schablone vorgeschoben ist. Ist das so? man muss sich das wirklich persönlich fragen.

Einer System-Kritik (die ich gar nicht beabsichtigt hatte :-) müsste eine solche Frage mE vorgeschaltet sein.

Ich versuche es nochmal konkret.

ganz subjektiv: das Haus ist bezahlt, die Kinder versorgt, ich bin mobil und kann meine Hobbies pflegen:

wann und warum denke ich trotzdem an Geld?

bzw.: "Denk es mal bewusst weg aus deinem Kopf" - geht das überhaupt?
.


Elch78 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#85

RE: "Geld macht nicht glücklich, aber zufrieden" - Ist das wirklich so?

in Themen vom Tage 28.11.2014 11:02
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Zitat von Gert im Beitrag #83
Zitat von Barbara im Beitrag #81
6.000 EUR ist "nicht sehr hoch"??? Dore.........

http://de.statista.com/statistik/daten/s...nettoeinkommen/
.

Ja Barbara wenn du unten stehst und hinaufschaust auf den 6000 er ist es sehr hoch. Von oben sieht es ein bisschen anders aus.


99% aller Haushalte in Deutschland UNTEN :-)
.


Gert hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 28.11.2014 11:03 | nach oben springen

#86

RE: "Geld macht nicht glücklich, aber zufrieden" - Ist das wirklich so?

in Themen vom Tage 28.11.2014 11:08
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Zitat von Gert im Beitrag #82
Ich habe eine Befragung von Lottogewinner gelesen, dass nach sechs Monaten der große Rausch über das erworbene Geld vorbei ist.
Man kann sich offenbar auch an den Zustand Millionär gewöhnen. Leider konnte ich selbst diesen Test noch nicht durchführen



Ist "Geld" eine "Gewohnheit"?
.


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#87

RE: "Geld macht nicht glücklich, aber zufrieden" - Ist das wirklich so?

in Themen vom Tage 28.11.2014 11:16
von Gert | 13.395 Beiträge | 3398 Punkte
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Zitat von Barbara im Beitrag #86
Zitat von Gert im Beitrag #82
Ich habe eine Befragung von Lottogewinner gelesen, dass nach sechs Monaten der große Rausch über das erworbene Geld vorbei ist.
Man kann sich offenbar auch an den Zustand Millionär gewöhnen. Leider konnte ich selbst diesen Test noch nicht durchführen



Ist "Geld" eine "Gewohnheit"?
.

Es scheint so.wenn ich in meinem Berufsleben Gehaltserhöhung bekam so war der kleine Rausch nach kurzer Zeit schon wieder vorbei man gewöhnt sich einfach an das höhere Einkommen.
Ich persönlich kann nicht klagen, wenn man älter wird gehen auch die Bedürfnisse zurück, sodass man auch nicht mehr so viel braucht.


.🇩🇪
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#88

RE: "Geld macht nicht glücklich, aber zufrieden" - Ist das wirklich so?

in Themen vom Tage 28.11.2014 11:26
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Zitat von Gert im Beitrag #87
Zitat von Barbara im Beitrag #86
Zitat von Gert im Beitrag #82
Ich habe eine Befragung von Lottogewinner gelesen, dass nach sechs Monaten der große Rausch über das erworbene Geld vorbei ist.
Man kann sich offenbar auch an den Zustand Millionär gewöhnen. Leider konnte ich selbst diesen Test noch nicht durchführen



Ist "Geld" eine "Gewohnheit"?
.

Es scheint so.wenn ich in meinem Berufsleben Gehaltserhöhung bekam so war der kleine Rausch nach kurzer Zeit schon wieder vorbei man gewöhnt sich einfach an das höhere Einkommen.
Ich persönlich kann nicht klagen, wenn man älter wird gehen auch die Bedürfnisse zurück, sodass man auch nicht mehr so viel braucht.

wenn man älter wird gehen auch die Bedürfnisse zurück, sodass man auch nicht mehr so viel braucht. Wie wahr Gerd


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#89

RE: "Geld macht nicht glücklich, aber zufrieden" - Ist das wirklich so?

in Themen vom Tage 28.11.2014 11:28
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Da viele Medikamente und Hilfmittel, die ich brauche nicht oder nicht mehr verschrieben werden, werden meine Ausgaben in diesem Bereich immer höher. Auch die Nebenkosten schießen in die Höhe. So ein bisschen mehr Geld würde mich schon glücklich machen.


Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html


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#90

RE: "Geld macht nicht glücklich, aber zufrieden" - Ist das wirklich so?

in Themen vom Tage 28.11.2014 11:34
von Barbara (gelöscht)
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Zitat von Gert im Beitrag #87
Zitat von Barbara im Beitrag #86
Zitat von Gert im Beitrag #82
Ich habe eine Befragung von Lottogewinner gelesen, dass nach sechs Monaten der große Rausch über das erworbene Geld vorbei ist.
Man kann sich offenbar auch an den Zustand Millionär gewöhnen. Leider konnte ich selbst diesen Test noch nicht durchführen



Ist "Geld" eine "Gewohnheit"?
.

Es scheint so.wenn ich in meinem Berufsleben Gehaltserhöhung bekam so war der kleine Rausch nach kurzer Zeit schon wieder vorbei man gewöhnt sich einfach an das höhere Einkommen.
Ich persönlich kann nicht klagen, wenn man älter wird gehen auch die Bedürfnisse zurück, sodass man auch nicht mehr so viel braucht.




Also "Geld" kann "Rausch-erzeugend" sein!

So wie Drogen, kurzer Rausch, Illusion von Zufriedenheit, schnell vorbei. Dosis erhöhen.

(ich fabuliere nur Gert, ist nicht auf dich bezogen)
.


Gert hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#91

RE: "Geld macht nicht glücklich, aber zufrieden" - Ist das wirklich so?

in Themen vom Tage 28.11.2014 11:54
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In unser Geld-Thema passt ja auch das Thema Geiz.

In meinem Bekanntenkreis gibt es Leute, die bei jeder Gelegenheit nur vom Sparen reden.
Gaststättenbesuche kommen z.B. nicht infrage, zu Hause ist das ja wesentlich preiswerter, Kulturveranstaltungen werden aus dem gleichen Grund nicht besucht, Weihnachtsgeschenke auch für die Kinder wurden abgeschafft, man redet ständig wo wieder etwas eingespart werden kann.
Die Angebotslisten von Aldi und Lidl werden akribisch verfolgt, ich werde belächelt weil an meinem Briefkasten „Keine Werbung“ steht usw.
In meinem Beispiel handelt es sich nicht etwa um Hatz IV –Empfänger sondern um ein Rentner-Ehepaar (75 Jahre /Mietwohnung/gut beweglich) mit einem monatlichen Einkommen von ca. 2600,00 EUR.

Auch in diesem Fall hat das Geld , mehr jedoch der Charakter (GEIZ) die Lebensqualität beeinflusst.
Die Frage nach dem Warum dieser Lebensweise wird dann mit Zukunftsangst beantwortet.

Für mich ist das jedoch ein Tick, wie ist eure Meinung?

MfG

GKUS64



Heckenhaus hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 28.11.2014 12:04 | nach oben springen

#92

RE: "Geld macht nicht glücklich, aber zufrieden" - Ist das wirklich so?

in Themen vom Tage 28.11.2014 11:55
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Die Statistik ist ja in Bezug auf Haushalte erstellt, wichtiger wäre jedoch, was durchschnittlich für den Einzelnen zur Verfügung steht.
Beispiel: Unser Haushalt hat ein Netto ein Nettoeinkommen von 9.000 Euro (all incl.). Hier leben und werden versorgt: Das Ehepaar nebst zwei Kindern plus Schwiegermutter und einer (natürlich angemeldeten) Nanny/Putzteufel.
Durch einfache Division erkennen wir, daß für jeden 1.500 Euro zur Verfügung stehen. Klar ist doch dann, daß ein Zwei-Personenhaushalt mit 4.000 Euro besser finanziell komfortabler dasteht.

Zum Thema "Glück und Zufriedenheit mit Geld": auf zwei Aspekte zur Beurteilung dessen möchte ich - obwohl sie hier schon anklangen - hinweisen.

1. Vergleich
Wir vergleichen uns stets mit unserer Umwelt: Nachbarn, Einwohner unseres Heimatortes, Nation, Wirtschaftsraum.
Wie wir selbst bei unserer Bewertung abschneiden, macht einen Teil unserer Zufriedenheit mit unseren Umständen aus.
Wohne ich mit 3.000 Euro/Monat in Berlin-Neukölln, zähle ich mich zu den finanziell Privilegierten. In Beverly Hills dagegen darf ich mich mit dieser Summe getrost als "arme Suppe" definieren.
Neben dem psychologischen Moment gegenüber meinen jeweiligen Mitmenschen, kommt mittelbar dazu, daß in Gegenden (egal wie groß die betrachteten Gebiete sind), die von Wohlhabenderen bewohnt werden, natürlich die Lebenshaltungskosten sich nach oben anpassen. Damit wird meine Finanzkraft relativiert.
Ich lebe also günstiger mit 2.000 Euro, wenn alle um mich herum 1.000 Euro verdienen, als mit 10.000 Euro in einer Sozietät, wo alle soviel verdienen!

2. Gewöhnung
Einen großen Einfluß hat auch die Gewöhnung. Sie ist in der Evolution ein sehr altes Bewertungsprinzip.
Wir haben uns an ein gewisses Niveau gewöhnt. Dieses wird nach einiger Zeit zur "Null-Linie" unserer Wertungsskala. Gelingt uns ein Verschieben dieses Wertes in den positiven Bereich, erzeugt das zunächst Glücksgefühle und später wenigstens noch Zufriedenheit ... bis wieder die Gewöhnung einsetzt (krasses Beispiel: der bald unglückliche Lottogewinner).
Nach unten (in den Negativ-Bereich) funktioniert das genauso: niemand wird mit dem Eintritt ins Rentenalter oder durch plötzliche Arbeitslosigkeit o. ä. gern eine Einbuße hinnehmen (die Sorge darum klang hier ja auch schon an).
Mancher bekommt 2.000 Euro Rente - hat aber vorher 3.000 Euro verdient: der ist natürlich nicht zufrieden.
Ein anderer betätigt sich tagtäglich für 1.300 Euro als Knüppelkurt und Schinderhannes (ist das so gewöhnt) - für den wäre die Rente des Erstgenannten ein Grund für Glück . Sein Gewöhnungs-Ist-Wert liegt eben niedriger und alles darüber ist "positiv".

Welche schlauen Konsequenzen können wir nun daraus ziehen?

1. Wenn wir uns nach oben arbeiten, sollte dies langsam geschehen (früher hieß das: von der Pike auf gedient). Kleine Verbesserungen schaffen immer wieder kleine Glücksperioden, während einmalige große Sprünge auch wieder nur eine Glüchsperiode erzeugen können.

2. Wir sollten hin und wieder bewußt Verzicht üben - auch dann, wenn wir es eigentlich nicht nötig haben. Und es genießen können, dann wieder den Luxus-Schalter auf "ON" zu legen.

3. Wir Menschen sind von der Evolution nicht auf Komfort gestrickt und können als Folge dessen damit im Prinzip nicht umgehen. Wenn Essen da ist, fressen wir und erhöhen somit bei "Dauerfressen" den Nullwert der Befriedigung. Unser Streben nach immer mehr und besser wohnt uns inne und kann weder gesamtgesellschaftlich (Stichwort: "Wachstum") noch (bei den meisten) individuell vernünftig gemanagt werden.

Die kuriose Konsequenz daraus ist, daß erst durch Katastrophen (Kriege, Hunger, Seuchen, ...) der Befindlichkeits-Null-Wert nach unten gedrückt wird und wir dann beim langsamen Wiederaufbau/Genesen Glück erfahren. Zum Beispiel ist anzunehmen, daß die deutsche Bevölkerung nach dem letzten Krieg und der Überwindung der nachfolgenden dringensten Nöte im Schnitt "glücklicher" war, als wir heutzutage - obwohl wir doch eigentlich viel mehr Grund dazu haben müßten.
Es liegt eben vieles am "Nullwert der Gewöhnug" ...

Elch


"Es gibt immer drei Wahrheiten: eine, die Du siehst, eine, die ich sehe und eine, die wir beide nicht sehen"
GKUS64, Kalubke, DoreHolm, Gert und Damals87 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#93

RE: "Geld macht nicht glücklich, aber zufrieden" - Ist das wirklich so?

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Zitat von Elch78 im Beitrag #92
Die Statistik ist ja in Bezug auf Haushalte erstellt, wichtiger wäre jedoch, was durchschnittlich für den Einzelnen zur Verfügung steht.
Beispiel: Unser Haushalt hat ein Netto ein Nettoeinkommen von 9.000 Euro (all incl.). Hier leben und werden versorgt: Das Ehepaar nebst zwei Kindern plus Schwiegermutter und einer (natürlich angemeldeten) Nanny/Putzteufel.
Durch einfache Division erkennen wir, daß für jeden 1.500 Euro zur Verfügung stehen. Klar ist doch dann, daß ein Zwei-Personenhaushalt mit 4.000 Euro besser finanziell komfortabler dasteht.

Zum Thema "Glück und Zufriedenheit mit Geld": auf zwei Aspekte zur Beurteilung dessen möchte ich - obwohl sie hier schon anklangen - hinweisen.

1. Vergleich
Wir vergleichen uns stets mit unserer Umwelt: Nachbarn, Einwohner unseres Heimatortes, Nation, Wirtschaftsraum.
Wie wir selbst bei unserer Bewertung abschneiden, macht einen Teil unserer Zufriedenheit mit unseren Umständen aus.
Wohne ich mit 3.000 Euro/Monat in Berlin-Neukölln, zähle ich mich zu den finanziell Privilegierten. In Beverly Hills dagegen darf ich mich mit dieser Summe getrost als "arme Suppe" definieren.
Neben dem psychologischen Moment gegenüber meinen jeweiligen Mitmenschen, kommt mittelbar dazu, daß in Gegenden (egal wie groß die betrachteten Gebiete sind), die von Wohlhabenderen bewohnt werden, natürlich die Lebenshaltungskosten sich nach oben anpassen. Damit wird meine Finanzkraft relativiert.
Ich lebe also günstiger mit 2.000 Euro, wenn alle um mich herum 1.000 Euro verdienen, als mit 10.000 Euro in einer Sozietät, wo alle soviel verdienen!

2. Gewöhnung
Einen großen Einfluß hat auch die Gewöhnung. Sie ist in der Evolution ein sehr altes Bewertungsprinzip.
Wir haben uns an ein gewisses Niveau gewöhnt. Dieses wird nach einiger Zeit zur "Null-Linie" unserer Wertungsskala. Gelingt uns ein Verschieben dieses Wertes in den positiven Bereich, erzeugt das zunächst Glücksgefühle und später wenigstens noch Zufriedenheit ... bis wieder die Gewöhnung einsetzt (krasses Beispiel: der bald unglückliche Lottogewinner).
Nach unten (in den Negativ-Bereich) funktioniert das genauso: niemand wird mit dem Eintritt ins Rentenalter oder durch plötzliche Arbeitslosigkeit o. ä. gern eine Einbuße hinnehmen (die Sorge darum klang hier ja auch schon an).
Mancher bekommt 2.000 Euro Rente - hat aber vorher 3.000 Euro verdient: der ist natürlich nicht zufrieden.
Ein anderer betätigt sich tagtäglich für 1.300 Euro als Knüppelkurt und Schinderhannes (ist das so gewöhnt) - für den wäre die Rente des Erstgenannten ein Grund für Glück . Sein Gewöhnungs-Ist-Wert liegt eben niedriger und alles darüber ist "positiv".

Welche schlauen Konsequenzen können wir nun daraus ziehen?

1. Wenn wir uns nach oben arbeiten, sollte dies langsam geschehen (früher hieß das: von der Pike auf gedient). Kleine Verbesserungen schaffen immer wieder kleine Glücksperioden, während einmalige große Sprünge auch wieder nur eine Glüchsperiode erzeugen können.

2. Wir sollten hin und wieder bewußt Verzicht üben - auch dann, wenn wir es eigentlich nicht nötig haben. Und es genießen können, dann wieder den Luxus-Schalter auf "ON" zu legen.

3. Wir Menschen sind von der Evolution nicht auf Komfort gestrickt und können als Folge dessen damit im Prinzip nicht umgehen. Wenn Essen da ist, fressen wir und erhöhen somit bei "Dauerfressen" den Nullwert der Befriedigung. Unser Streben nach immer mehr und besser wohnt uns inne und kann weder gesamtgesellschaftlich (Stichwort: "Wachstum") noch (bei den meisten) individuell vernünftig gemanagt werden.

Die kuriose Konsequenz daraus ist, daß erst durch Katastrophen (Kriege, Hunger, Seuchen, ...) der Befindlichkeits-Null-Wert nach unten gedrückt wird und wir dann beim langsamen Wiederaufbau/Genesen Glück erfahren. Zum Beispiel ist anzunehmen, daß die deutsche Bevölkerung nach dem letzten Krieg und der Überwindung der nachfolgenden dringensten Nöte im Schnitt "glücklicher" war, als wir heutzutage - obwohl wir doch eigentlich viel mehr Grund dazu haben müßten.
Es liegt eben vieles am "Nullwert der Gewöhnug" ...

Elch

Elch 9000Euro ? bei Dir


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#94

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Zitat von GKUS64 im Beitrag #91
In unser Geld-Thema passt ja auch das Thema Geiz.

In meinem Bekanntenkreis gibt es Leute, die bei jeder Gelegenheit nur vom Sparen reden.
Gaststättenbesuche kommen z.B. nicht infrage, zu Hause ist das ja wesentlich preiswerter, Kulturveranstaltungen werden aus dem gleichen Grund nicht besucht, Weihnachtsgeschenke auch für die Kinder wurden abgeschafft, man redet ständig wo wieder etwas eingespart werden kann.
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In meinem Beispiel handelt es sich nicht etwa um Hatz IV –Empfänger sonder um ein Rentner-Ehepaar (75 Jahre /Mietwohnung/gut beweglich) mit einem monatlichen Einkommen von ca. 2600,00 EUR.

Auch in diesem Fall hat das Geld , mehr jedoch der Charakter (GEIZ) die Lebensqualität beeinflusst.
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Letztens kam mal ein Bericht von einem berufsmäßigem Geizkragen, der verfasst darüber sogar "Fachbücher"
Der schneidet z.B. die Zahnpastatuben auf um den letzten Rest herauszuknietschen
Ist wie bei allem, man kann es auch übertreiben.
Eine gesunde Sparsamkeit kann man aber schon haben, unserem Privathaushalt geht es wirklich nicht schlecht, wenn aber der Lavazza für den Kaffeeautomaten im Angebot ist nehmen wir auch mal zwei Packungen mit.


GKUS64 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 28.11.2014 12:01 | nach oben springen

#95

RE: "Geld macht nicht glücklich, aber zufrieden" - Ist das wirklich so?

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"Elch 9000Euro ? bei Dir..."
Natürlich nicht: Ist maßlos übertrieben (aus Geltungssucht!)!

Habe auch weder Schwiegermonster noch Haushaltshilfe ... aber dafür vier Kinder, von denen zwei noch zu Hause wohnen.
Mein wahres Einkommen kann ich hier nicht bekanntgeben, weil mein Briefkasten die vielen Beileidsbekundungen gar nicht aufnehmen könnte!


"Es gibt immer drei Wahrheiten: eine, die Du siehst, eine, die ich sehe und eine, die wir beide nicht sehen"
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#96

RE: "Geld macht nicht glücklich, aber zufrieden" - Ist das wirklich so?

in Themen vom Tage 28.11.2014 12:13
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Zitat von Elch78 im Beitrag #95
"Elch 9000Euro ? bei Dir..."
Natürlich nicht: Ist maßlos übertrieben (aus Geltungssucht!)!

Habe auch weder Schwiegermonster noch Haushaltshilfe ... aber dafür vier Kinder, von denen zwei noch zu Hause wohnen.
Mein wahres Einkommen kann ich hier nicht bekanntgeben, weil mein Briefkasten die vielen Beileidsbekundungen gar nicht aufnehmen könnte!



Super


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#97

RE: "Geld macht nicht glücklich, aber zufrieden" - Ist das wirklich so?

in Themen vom Tage 28.11.2014 12:31
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Zitat Barbara: "wann und warum denke ich trotzdem an Geld? ... bzw.: "Denk es mal bewusst weg aus deinem Kopf" - geht das überhaupt?"

Nein, es geht bei 99,9 Prozent der (europäischen) Population nicht.
Denn es gilt hier das, was ich weiter oben zum "Vergleich" geschrieben habe. Zum anderen sind wir (auch wieder evolutionär bedingt) auf den sozialen Austausch mit unseren "Horden-Genossen" angewiesen. Wir bilden dabei Normen und Traditionen, die ja für unser Überlebenschance ein Gewinn sind. Wenn alle sozial und materiell auch über das Geld interagieren, fällt es uns extrem schwer, uns davon bewußt auszuschließen.
Hier und da gibt es ja Einzelindividuen ("Öff-öff"), die sich dieser Form der Kommunikation verschließen (es sind eben jene 0,1 Prozent der Population, die oben fehlen), und prinzipiell geht es ja auch. Aber sie finden keine dauerhaften Nachahmer, weil der Unsicherheitsgrad des eigenen Fortbestandes doch größer ist.
Und weil kaum jemand seine Komfort-Null-Linie (siehe in meinen vorherigen Ausführungen) so weit runter setzen will ...

Elch
P.S.: Die Vorstellung von der Schaffung/Erziehung des "neuen Menschen" im Sozialismus ist ja auch in die Hose gegangen.
... der Absolutismus der Behaviouristen hat eben ein unrichtiges Bild des Lernens im Verhältnis Genetik/Umwelt gezeichnet ...


"Es gibt immer drei Wahrheiten: eine, die Du siehst, eine, die ich sehe und eine, die wir beide nicht sehen"
Gert hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#98

RE: "Geld macht nicht glücklich, aber zufrieden" - Ist das wirklich so?

in Themen vom Tage 28.11.2014 12:37
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Da auch immer mal schnell die Keule raus geholt wird um Leuten die einfach clever genug sind um viel Geld zu verdienen mal virtuell eine auf den Kopp zu geben, muss man sich eigentlich schämen wenn man mehr verdient als die Masse?
Mein Neffe ist z.B. so ein pöser Manager, der ist so weit oben einkommenstechnisch das es einem fast schon schwindelt, aber auch der hat sich das hart erarbeitet und bekommt auch keinen einzigen Euro geschenkt wie die Masse sich das landläufig so vorstellt.


Gert hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 28.11.2014 12:45 | nach oben springen

#99

RE: "Geld macht nicht glücklich, aber zufrieden" - Ist das wirklich so?

in Themen vom Tage 28.11.2014 12:43
von Barbara (gelöscht)
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Zitat von GKUS64 im Beitrag #91
In unser Geld-Thema passt ja auch das Thema Geiz.

In meinem Bekanntenkreis gibt es Leute, die bei jeder Gelegenheit nur vom Sparen reden.
Gaststättenbesuche kommen z.B. nicht infrage, zu Hause ist das ja wesentlich preiswerter, Kulturveranstaltungen werden aus dem gleichen Grund nicht besucht, Weihnachtsgeschenke auch für die Kinder wurden abgeschafft, man redet ständig wo wieder etwas eingespart werden kann.
Die Angebotslisten von Aldi und Lidl werden akribisch verfolgt, ich werde belächelt weil an meinem Briefkasten „Keine Werbung“ steht usw.
In meinem Beispiel handelt es sich nicht etwa um Hatz IV –Empfänger sondern um ein Rentner-Ehepaar (75 Jahre /Mietwohnung/gut beweglich) mit einem monatlichen Einkommen von ca. 2600,00 EUR.

Auch in diesem Fall hat das Geld , mehr jedoch der Charakter (GEIZ) die Lebensqualität beeinflusst.
Die Frage nach dem Warum dieser Lebensweise wird dann mit Zukunftsangst beantwortet.

Für mich ist das jedoch ein Tick, wie ist eure Meinung?


MfG

GKUS64




Vielleicht sogar echt pathologisch?

Und man muss sich ja auch mal überlegen bei solchen Verhaltensweisen, was statt dessen nicht stattfindet, wieviel geistige Armut Geld erzeugen kann, obwohl (gerade dann?) es ausreichend vorhanden ist.

Dieses Phänomen im Bekanntenkreis, dass überdurchschnittlich oft über "Geld" geredet wird, habe ich mal entsprechend thematisiert, denn ich habe bemerkt, dass es mich unendlich zu langweilen begann. Das Thema "Geld" ist nämlich furchtbar langweilig.
(Natürlich nicht für diejenigen, die wirklich existenzielle Probleme haben, die aber thematisieren das gar nicht so oft, sondern handeln zwangsläufig eher- meine Erfahrung.)
.


GKUS64 und Hackel39 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#100

RE: "Geld macht nicht glücklich, aber zufrieden" - Ist das wirklich so?

in Themen vom Tage 28.11.2014 12:48
von Barbara (gelöscht)
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habe ich gerade gefunden :-)

" Geld ist besser als Armut, wenn auch nur aus finanziellen Gründen."
Woody Allen


Wie hieß nochmal dieser US-amerik. Clochard, nach dessen Ableben man feststellte,das er Mulit-Millionär war?

Auch irgendwie spannend, was für eine Macht-Gefühl das sein muss: Ich könnte wenn ich wollte, ich will aber nicht.
.


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