Die Filme der Olsenbande

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17.11.2014 23:25
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#1
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Ich habe keinen in meiner Jugendzeit verpasst, oftmals habe ich den Film gleich mehrfach gesehen. Die Jungs waren bekannter wie die Opas im Politbüro.

Ove, Poul und Morten waren Egon, Kjeld und Benny

Im Westen waren die Drei zwar bekannt aber längst nicht so populär wie im Osten. Ich frage mich warum, aber eventuell kommt man hier in der Diskussion dahinter? Lag es etwa auch an den Stimmen, an der Art der Synchronisation, oder, wählte man in der DDR andere Dialoge? Ich konnte mich vor einiger Zeit mit einem Synchronsprecher der DDR unterhalten und der schwärmt noch heute von der ganz tollen Arbeit im Synchronstudio mit den Kollegen. Es hat da viel Spass gegeben.

Wie und wo habt Ihr die Olsenbande erlebt? Ich war wie gesagt mehrmals hintereinander im Kino, wenn ein neuer Film lief. Meist war es ja so, dass man bei den Lachstürmen im Kino, oftmals kaum die Dialoge richtig mitbekam. Also musste ich auch hier Nachsitzen.

Doch auch im Alltag war die Olsenbande in der DDR öfters als man denkt anzutreffen. Mein damaliger Chef zum Beispiel, machte es sich zur Angewohnheit. Wenn er etwas erklärte, ging das meist so:

"Wir brauchen dazu, einen Gummischlauch, eine Haarnadel, zwei Knallfrösche, zwei Wollfussel und drei Flaschen Pilner! Und das "Mächtig gewaltig!" gehörte natürlich auch dazu.


Ich schaue mir noch heute die Filme gern an, habe alle Folgen schon lange auf DVD im Schrank. "Die Olsenbande stellt die Weichen" ist dabei noch immer mein Favorit. Und wie ist das bei Euch? Welche Erinnerungen habt Ihr noch an die Olsenbande?

Na klar, das Thema hätte auch in den Fred "Kino in der DDR" gepasst. Doch dachte ich, dass die Olsenbande wohl einen eigenen Fred beanspruchen kann.

Gruß Reiner


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18.11.2014 00:05
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#2
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Der Erfolg der Olsen Bande in der DDR lag wohl darin begründet, dass es den dänischen Filmemachern mit einem relativ schmalen Budget gelang große Lacher zu produzieren. Aus eigener Erfahrung heraus war man dafür als Ostler wahrscheinlich besonders empfänglich ohne es vordergründig zu realisieren.
Man konnte sich so herrlich mit den drei Protagonisten der Filmreihe identifizieren. Steckt(e) nicht in jedem von uns ein Stück Egon, Benny und Kjeld? Es wahren eben die simpel-ausgebufften Tricks, mit denen sich die Bande in die Herzen des östlichen Publikums spielten, welches mit ähnlicher Herangehensweise den Alltag zu meistern versuchte.


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18.11.2014 00:49
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#3
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Ich war Fan von Birger, Kjelds Sohn...!


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18.11.2014 07:13
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#4
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Zitat von Grenzverletzerin im Beitrag #3
Ich war Fan von Birger, Kjelds Sohn...!


Das ist wieder typisch ! Immer die kleinen süssen Jungs ,die auf schüchtern machen !
Hatte Schuddel auch mal ne Nickelbrille ?

Am lustigsten fand ich den Dynamit-Harry ! So hatten wir unseren Chemielehrer getauft !
Lieblingsfolge von mir war "Die Olsenbande fährt nach Jütland " !


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18.11.2014 08:39
#5
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Ach, die Olsenbande ... Wieder eine Busfahrt, bei der ich nicht zum Schlafen komme. Sei es, das Thema ist einfach zu schön, als dass man es links liegenlassen könnte.

Zunächst und vor allem: Das Argument der Nähe des sympathischen Gaunertrios zu den DDR-Bürgern, Improvisation und aus Scheiße Bonbons machen, als Beleg für den Erfolg sowie die Differenz des Erfolges in Ost und West zu nehmen, halte ich für einen der Mythen aus der heiteren Sagen- und Märchenwelt des "Guten Ossis". Klingt nett und passt zum ostdeutschen Kuscheldrang ... Nun fehlen nur noch die Puhdys ...

Nein, es gibt durchaus ein paar Kriterien, die einen Film, speziell eine Komödie, gut oder schlecht machen. Die Frage des Milljös ist keine unwichtige, soviel sei dem oben genannten zugestanden. Kjelds Wohnung hätte irgendwie genausogut eine Altbauwohnung in der DDR sein können. Das schaffte hier sicher mehr Identifikationsmöglichkeiten als im Westen. Auch die Art, wie Egon und die andren beiden agierten - ja, das sind Identifikationsmöglichkeiten. Aber Identifikation ist nur eine begünstigende Bedingung. Kein Erfolgsgarant.

Es gibt aus meiner Sicht zwei wichtige Erfolgsgaranten, denen wir in den Olsenbandenfilmen ostdeutscher Synchronisation begegnen. Der erste gilt universell für alle Geschichten, egal ob geschrieben oder gespielt, egal ob Komödie oder Tragödie. Es ist schwer mit einem Begriff zu belegen, deshalb nur den Arbeitstitel: Wahrung der Würde der Figuren. Ein Autor setzt seine Figuren in die Welt. Nach meiner Auffassung übernimmt er damit auch die Verantwortung für seine Figuren. Der einfachste Trick beim Schreiben ist, jeder erfundenen Figur etwas von sich selbst mitzugeben. Nach meiner Auffassung haben das die Autoren der Olsenbande getan. Man kann noch so sehr über Kjeld lachen, aber wenn sein Sohn seine Hand nimmt und sagt: "Das war eine tolle Rede, Vater", und wenn er dann die Brust rausstreckt und stolz und glücklich lächelt - dann freut man sich zugleich auch mit dieser Figur. Und genau das ist der Schlüssel guter Geschichten: Sie setzen das Gute in uns frei. Natürlich wollen wir über die Jungs lachen, aber im Grunde unseres Herzens wollen wir nicht, dass sie zu Witzfiguren verkommen. Indem wir sie als Menschen sehen, können wir als Menschen über ihre Fehler und Ungeschicklichkeiten lachen, auch über Züge ihres Charakters. Aber wenn sie eine Szene haben, in der sie Würde zeigen, gestehen wir ihnen das zu und genau das hebt sie aus der Masse der Witzfiguren heraus. Die Synchronisation ist da ein wichtiger Transmissionsriemen dieser Qualität. Ein guter Schauspieler wird genügend von seiner eigenen Person in seine Rolle legen, dass sie integer bleibt, sofern überhaupt Handlung und Text diese Integrität zulassen. Und genau das tun die ostdeutschen Synchronsprecher. Das Wesensmerkmal westdeutscher Synchronisationen vor allem der Siebziger Jahre war, dass man immer versuchte, "noch einen draufzusetzen". Es sollte nicht nur lustig sein, sondern "schweinelustig". Mit dieser Dummheit zerstörte man aber die Integrität der Figuren. Darin liegt eines der wesentlichen Geheimnisse des Unterschiedes in der Wirkung.

Der zweite Erfolgsgarant gilt speziell für das Genre der Komödie oder der komischen Szene: Es ist das Timing. Viele erfolglose Versuche der Übertragung englischer Komödien ins Deutsche haben als Ursache für ihr Scheitern, dass die Übersetzer keine Filmemacher sind. Sie versuchen, den Wortwitz zu entschlüsseln. Darum geht es nicht. In der Filmkomödie ist das Wort sogar zweitrangig. Erstrangig ist die Konsistenz der Szene, eben ihr Timing. Die DDR-Synchronisation der Olsenbande hat genau dieses wesentliche Element beherzigt. Es ist vollkommen egal, dass Bennys Spruch original übersetzt "scheißgut" heißt. Mit dem richtigen Timing kann da genausogut "das fetzt ein" oder "mächtig gewaltig" daraus gemacht werden. Nicht die Wortwahl ist entscheidend, sondern Bennys Haltung zur Situation und zu Egon.

Fazit: Den Autoren und Schauspielern der DDR-Fassung ist es gelungen, die Qualität des Originals wiederzugeben, indem mit der Synchronfassung keine Übertragung sondern ein eigenes Kunstwerk geschaffen wurde. Das ging nur, weil diese Filme gute Komödien sind! Und das sind sie ohne Zweifel, sicher, nicht durchweg, aber im Grundsatz. Egon, Benny und Kjeld, Ivonne, Børge und Harry und wie sie alle heißen, sind nicht nur einfach Filmfiguren. Sie sind Menschen, die wir als Freunde akzeptieren und bei denen wir uns auf jede Begegnung freuen. Das lässt sich nicht über Äußerlichkeiten erklären. Das ist schlicht und ergreifend gute Kunst.

Ciao Rainman

"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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18.11.2014 09:16 (zuletzt bearbeitet: 18.11.2014 10:05)
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#6
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Zum ersten Mal sah ich einen Film der Olsenbande in einem Zeltkino auf einem Campingplatz (Machern DDR) .Von da an war ich Fan. Zweifelslos war das Duo kriminell .das jedoch auf eine liebenswerte Weise. Immer toller Plan von Egon, oft einfach und doch fast genial, scheiterte er immer. Yvonne ,Kjeld,Børge ,Benny, Dynamit Harry, Inspektor Mortensen, oder Kommissar Jensen mit seinen Assistenten Henning Holm. Alles passte. Ich habe oft herzlich gelacht. Und freute mich schon auf den nächsten Teil, seine wenn Kumpane mit ihrem Oldtimer und den dänischen Fähnchen vor dem Gefängnistor auf Egon warteten. Und mächtig gewaltig hatte Egon einen Plan. Ich habe alle Filme inklusive die Junior Olsenbande, doch die war nicht mehr das.


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18.11.2014 10:13
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Zitat von turtle im Beitrag #6
Zum ersten Mal sah ich einen Film der Olsenbande in einem Zeltkino auf einem Campingplatz (Machern DDR) .Von da an war ich Fan. Zweifelslos war das Duo kriminell .das jedoch auf eine liebenswerte Weise. Immer toller Plan von Egon, oft einfach und doch fast genial, scheiterte er immer. Yvonne ,Kjeld, Dynamit Harry, Inspektor Mortensen, oder Kommissar Jensen mit seinen Assistenten Henning Holm. Alles passte. Ich habe oft herzlich gelacht. Und freute mich schon auf den nächsten Teil, seine wenn Kumpane mit ihrem Oldtimer und den dänischen Fähnchen vor dem Gefängnistor auf Egon warteten. Und mächtig gewaltig hatte Egon einen Plan. Ich habe alle Filme inklusive die Junior Olsenbande, doch die war nicht mehr das.

Hatten die nicht alle den niedrigsten Dienstgrad "Kriminalassistent". Vermutlich wegen geringer Befähigung. Überhaupt kommen die Sicherheitskräfte schlecht weg, so dass ein solcher Film in der DDR nicht gedreht worden wäre

http://youtu.be/YY0Yy_9isAU?t=1m40s
http://youtu.be/YY0Yy_9isAU?t=2m38s
http://youtu.be/YY0Yy_9isAU?t=4m14s
Nicht gerade vorbildlich, diese Einheit der dänischen Grenztruppe!!!!
Theo


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18.11.2014 12:06
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#8
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Mein Favorit war: Die Olsenbande stellt die Weichen


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18.11.2014 12:10
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#9
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Nicht böse sein, aber ich war kein Fan der Olsenbande. Einmal gesehen - und gut war.

LG von der Moskwitschka


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18.11.2014 12:29
#10
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18.11.2014 12:36
#11
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Zitat von Rainman2 im Beitrag #5


[...]
Es ist das Timing. Viele erfolglose Versuche der Übertragung englischer Komödien ins Deutsche haben als Ursache für ihr Scheitern, dass die Übersetzer keine Filmemacher sind. Sie versuchen, den Wortwitz zu entschlüsseln. Darum geht es nicht. In der Filmkomödie ist das Wort sogar zweitrangig.
[...]

Ciao Rainman


Clockwise ?

Stringer49

Wenn das Wort das Mittel gegen die Stille und das Getöse ist, so ist die Flut der Wörter im Stakkato seine dialektische Umkehrung.

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18.11.2014 12:51 (zuletzt bearbeitet: 18.11.2014 13:00)
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Immer sehr komplizierte Pläne, die doch tatsächlich funktionieren.. wie in der königlichen Oper


die norwegische Version. Warum es zwei Versionen mit unterschiedlichen Personen gibt, erschliesst sich mir nicht. Hier im Vergleich

Immer diese Remakes. Offenbar läuft das gut.
Theo


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19.11.2014 01:13
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War nicht unbedingt immer ein Remake, da wurde oft nebeneinander gedreht. Die Kulissen waren gleich, erst drehten die Dänen und dann die Norweger. So beschreibt es Morten Grunwald (Benny) in seinem Buch "Meine Tage in Gelben Socken".

ISBN 978-3-86265-374-4

Schwarzkopf & Schwarzkopf-Verlag GmbH, 2014


Gruß Reiner


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19.11.2014 11:10
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#14
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Hier mal ein Auszug aus einem älteren Olsenbandenthread ...

Zitat
Mal rein hypothetisch: Was hätte wohl Egon an Hilfsmitteln gebraucht, um den GSSZ zu überwinden?

Zitat von S51 im Beitrag RE: Olsenbande
Zwei Knüppel, 50 cm und etwa 1 m hoch (nebeneinander als Trittleiter) und eine Jacke oder Decke (zum darüber werfen) und seine Beobachtungsgabe. Letzteres, um festzustellen, wie weit die Posten entfernt sind, wie lange sie brauchen und ob die Zeit reicht, um zu entwischen.
Egon hätte sich aber dann garantiert irgendwo so verrechnet, dass sie ihn auf den letzten 10 cm weggefangen hätten.
Zitat von Feliks D. im Beitrag RE: Olsenbande

Wenn nicht der dicke Kjeld vorher schon am GSSZ hängen geblieben wäre.

Skide godt, sprich mächtig gewaltig auch diese Melodie ...

Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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19.11.2014 19:24
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Neben den Filmen der Olsenbande war aber auch die dänische Serie "Oh, diese Mieter" im DDR-Fernsehen zu sehen. Darin spielten einige der Schauspieler mit, die man schon aus den Olsenbanden-Filmen kannte.
Zur Zeit sind auf youtube einige komplette Folgen zu finden. Also nutzt die Gelegenheit und sucht dort nach
Oh, diese Mieter , bevor die Folgen wieder verschwinden.

http://www.oh-diese-mieter.de/news/img/2...6_40jahre3g.jpg


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