Flucht mit dem Agrarflugzeug

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19.08.2009 12:37
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#1
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Hallo,

gibt es hier im Forum einen Augenzeugen, der etwas darüber erzählen kann?

Es sind ja viele dieser kleinen gelben Hummeln auf westdeutscher Seite gelandet und später wieder in die DDR zurück geführt und der Interflug übergeben worden.


MfG


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19.08.2009 14:53
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#2
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Na dann schau doch mal hier auf dieser Seite:
http://www.wolfgangroehl.de/Grenzzwische...C3%BChflugzeug_


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19.08.2009 15:29
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#3
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Hallo karl143,

danke für den Link, ist ein super Bericht!

Ich würde mich freuen, wenn hier noch weitere Informationen kommen...


MfG


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19.08.2009 17:27
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#4
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Hier noch eine Flucht im Südharz:
Am 28 November 1978 gelang einem Ehepaar die Flucht,der Pilot,ein 27 jähriger Diplom-Ingenieur war bei der Interflug in Schäferstadt
bei Merseburg beschäftigt. Start 11.55-Abweichung vom Kurs und Landung in Eisleben,um dort seine Frau abzuholen. Im Tiefflug
ging es die Grenze,dort unterflog er den Wirkungsbereich der Radaranlagen der NVA.Er flog in Richtung Bad Sachsa und landete
auf einer Wiese bei Bad Lauterberg.Ein Forstangestellter der zufällig vor Ort war,verständigte die Polizei.Als Fluchtgrund gab
das Ehepaar wirtschaftliche und politische Gründe an.
Das Flugzeug wurde von BGS und später von Polizeiangehörigen überwacht. Da ein Wiederstart nicht möglich war,wurde der Flieger
von Interflug -Technikern demontiert und auf LKWs über den Grenübergang Helmstedt in die DDR zurückgeführt.

Es war ein einmotoriges Agraflugzeug des tschechischen Typs "Flinn".


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19.08.2009 21:46
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#5
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Danke für die Info, Zermatt!

Weißt du vielleicht das Kennzeichen der Z-37?
Das gute an der Sache war ja, dass die Maschine schön tief fliegen konnte und kein Radar hats gemerkt.
Und was ich ja super finde ist, dass diese wunderbaren Flugzeuge von den Kameraden des BGS gut bewacht wurden!

MfG


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19.08.2009 22:38
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#6
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Zitat von werraglück
Weißt du vielleicht das Kennzeichen der Z-37?

Laut Bild in dem verlinktem Artikel "DM-SSL"


Uebrigens soll's so "abhanden" gekommene Maschinen doch relative oft (1-2 mal pro Jahr) gegeben haben.

Frage zu 'ner anderen Flucht:
Kennt jemand naeheres ueber die Flucht von "DM-WQA" (soll eine Z-526 gewesen sein)?
Anscheinend von einem Maedel bei der GST "ausgeliehen", im Harz auf ner Strasse gelandet,
den Freund zugeladen, und ab Richtung Westen...

-Th


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19.08.2009 22:38
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#7
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Zitat von werraglück
Danke für die Info, Zermatt!


Und was ich ja super finde ist, dass diese wunderbaren Flugzeuge von den Kameraden des BGS gut bewacht wurden!

MfG


Und wie Du in Karls Link sehen kannst, hast sich der BGS das ja auch gut bezahlen lassen.


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19.08.2009 23:03
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#8
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@CaptnDelta,

schon klar, die Kennung der geflüchteten Maschine vom November 1978 meinte ich. Aber ich hab es gefunden...DM-SMR.

@LEGO, alles zurecht! Gute Bewachung = Gute Bezahlung!

MfG


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19.08.2009 23:12
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#9
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Hi CaptnDelta,

ich hab noch etwas in meinem schlauen Buch gefunden...die DM-WQA Z-526 flog am 05.03.1975 gen Westen.

Die Maschine hatte 1996 eine Bauchlandung und fliegt wohl heute noch in Reinsdorf Looping e.V..

MfG


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19.08.2009 23:22
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Zitat von werraglück
Hi CaptnDelta,
ich hab noch etwas in meinem schlauen Buch gefunden...die DM-WQA Z-526 flog am 05.03.1975 gen Westen.
Die Maschine hatte 1996 eine Bauchlandung und fliegt wohl heute noch in Reinsdorf Looping e.V..
MfG

Super, Danke. Wenn Du da vielleicht noch ein bisserl mehr findest, wuerd' ich mich freuen, nur 'rein damit.
-Th


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19.08.2009 23:41
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#11
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OK,

hier: Mit der Z-526AFS gelangte die damals 23jährige GST-Pilotin Gudrun Jähnsch 1975 nach Ottmannsdorf in der Nähe von Bayreuth.
Zuvor hatte sie in Eisenberg noch eine weitere Person aufgenommen.
Quelle: Flugzeuge der DDR Band 2

MfG


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20.08.2009 00:04
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Zitat von werraglück

hier: Mit der Z-526AFS gelangte die damals 23jährige GST-Pilotin Gudrun Jähnsch 1975 nach Ottmannsdorf in der Nähe von Bayreuth.
Zuvor hatte sie in Eisenberg noch eine weitere Person aufgenommen.
Quelle: Flugzeuge der DDR Band 2

Danke
-Th


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20.08.2009 00:25 (zuletzt bearbeitet: 20.08.2009 00:25)
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#13
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Uebrigens, zum Ruecktransport:
(gefunden in dem anderen Forum)

Zitat von
...
Erinnern kann ich mich noch deutlich an das dann anlaufende Prozedere:
Meister , Werftleiter und Sicherheitsnadel gingen durch die Halle zu ausgewählten Kollegen ( deren Reisepaß vermutlich im Safe bei der Leitung lag ), die dann ihre Werkzeugkoffer schnappten und mit zwei LKWs von dannen fuhren. Ein Laster , ein W50 , diente zum Transport von Flächen und Leitwerk, die entsprechenden Halterungen hat er sowieso , weil wir damit ab und an mal ins Großteilelager gefahren sind. Der zweite , wenn ich mich recht erinnere ein Skoda , besaß eine Aufnahme für das Spornfahrwerk und eine Traverse mit Rücklichtern , die zwischen den beiden Hauptfahrwerken angebracht wurde. Das war ein merkwürdiges Bild, wenn dieser Konvoi unterwegs war.
Eine Rückführung auf dem Luftweg war wohl aufgrund irgendwelcher Abkommen nicht möglich.
...

-Th


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20.08.2009 00:37
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#14
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Und, weils so schoen ist:

Zitat von Fliegerrevue EXTRA, Nr. 16

Deutsch-deutsche Grenzflüge


Den Begriff „Privatfliegerei“ gab es im Wortschatz der DDR nicht. Wer im Osten des geteilten Deutschlands an den Steuerknüppel eines Motorflugzeugs wollte, dem standen nur zwei Wege offen: Militär oder ziviler Verkehrs- bzw. Wirtschaftsflug. Beide Karrieren führten an der Gesellschaft für Sport und Technik (GST) nicht vorbei, die sich zwar nach außen dem Flugsport verschrieb, tatsächlich aber mit Ausnahme des in Teilbereichen freizeitlichen Segelflugs und einer Handvoll in die Weltspitze aufgerückter Motor-Kunstflieger nur mit der Nachwuchsausbildung für die NVA beschäftigt war. Anwärter für den Verkehrsflug fielen dabei als Sekundäreffekt ab. Jeder Inhaber einer DDR-Motor-Flugzeugführerlizenz war folglich Berufspilot oder ehrenamtlicher Fluglehrer der GST. Passte er trotz sorgfältiger politischer Auslese plötzlich nicht mehr ins staatliche Raster, fand er sich sehr schnell am Boden wieder. Einige kamen diesem Schritt zuvor und nutzten ihr Arbeitsgerät zur Flucht in den Westen. Aber auch fliegerisch völlig Unbedarfte setzten sich das erste Mal in ihrem Leben an einen Steuerknüppel oder konstruierten Fluggeräte, die den frühen Pionieren der Luftfahrt alle Ehre gemacht hätten, um dem ungeliebten Staat zu entfliehen. Die Mauer stand fast auf den Tag genau neun Monate, als in den frühen Morgenstunden des 11. Mai 1962 ein Sportflugzeug vom Typ Z-226T6 Trener mit dem Kennzeichen DM-WEH im Vogtland die deutsch-deutsche Grenze überquerte und auf einem Acker bei Hohbühl in der Nähe der fränkischen Kreisstadt Hof an der Saale landete. Die Maschine war in Auerbach gestartet, wo die GST einen Flugstützpunkt unterhielt. Geflogen wurde der Trener vom Technikausbilder des Stützpunktes, Eduard Heinzmann, im Zweiten Weltkrieg Bordmechaniker auf einer Ju 52. Das Flugzeug wurde zunächst nach Hof gebracht und verblieb fünf Wochen in der Obhut des Bundesgrenzschutzes (BGS). Dann waren alle Übergabemodalitäten geklärt und Rudolf Amberg, der sich als Mitarbeiter der Hauptverwaltung für Zivile Luftfahrt (HVZL) im Ministerium für Verkehrswesen (MfV) der DDR auswies, konnte den Trener am 18. Juni am Grenzübergang Töpen/Juchhöh in Empfang nehmen. In seiner Vollmacht bekam Heinrich Geitner von der Luftaufsicht der Regierung von Oberfranken zu lesen, dass Amberg ein „notgelandetes“ Flugzeug abzuholen habe. Der BGS hatte inzwischen für einen soliden Antransport gesorgt: Die Tragflächen waren auf einem LKW verstaut und der Rumpf – mit einem Grenzjäger auf dem Pilotensitz, der bei Talfahrt bremsen musste –, hing als Nachläufer an einem Jeep. Von sowjetischen Offizieren aus der Ferne beobachtet, verlief die Übergabe reibungslos. Das „SBZ“-Abholteam verabschiedete sich sogar mit einem „Auf Wiedersehen“ von den bundesdeutschen Grenzern, die bei der Umladung kräftig mit Hand angelegt hatten.



Ein Wiedersehen sollte es auch mit Eduard Heinzmann geben, der nämlich nur wenig später wieder in die DDR zurückkehrte. Gerüchte wollen bis heute nicht verstummen, dass seine „Republikflucht“ gar keine war, zumal er ein paar Jahre später erneut „ausgereist“ sein soll. Jedenfalls bot sie dem Zentralvorstand der GST Anlass zur berüchtigten Kaderrichtlinie FL 2/62, auf deren Grundlage die Fluglehrer derart ausgesiebt wurden, dass es zum ersten Mal fast zu einem Kollaps im DDR-Flugsport kam (siehe eXtra 9 und 11). Ein wenig übersichtlicher stellen sich die Geschehnisse am 16. April 1964 dar. An diesem Tag legte gegen 3 Uhr morgens die Z-226T6 DM-WIJ in Halle-Nietleben – dem früheren Sitz der Heeres-Luftnachrichtenschule – einen Kaltstart mit beschlagenen Scheiben hin und landete nach zwei Stunden Flugzeit auf einem Roggenfeld in Rodenbeck, einem Außenbezirk der westfälischen Kreisstadt Minden. Dies ist insofern bemerkenswert, da der Pilot gar keine Motorflugerfahrung besaß richtiger war. Der 23-jährige Motorenschlosser Reinhard May, seit neun Jahren Mitglied der GST, besaß lediglich den C-Schein im Segelflug. Als erste Orientierung nutzte er zwei Fabrikschornsteine, dann folgte er den Sternen in Richtung Westen. „Es war ein kleenes bisschen hell, wir sahen eine Stadt unter uns an einem Fluss, aber wo wir waren, das wussten wir immer noch nicht.“ Hinter May saß sein drei Jahre jüngerer Freund Ulli-Lutz Nether, der bisher mit der Fliegerei überhaupt noch nicht in Verbindung gekommen war. Beide sagten nach ihrer Landung aus, die Flucht langfristig geplant zu haben, um die DDR aus politischen Gründen zu verlassen. Die DM-WIJ wurde vom Pionierbataillon 110 bis zur Rückgabe an die DDR verwahrt. Die beiden Flüchtlinge erhielten Fahrkarten zu ihren Verwandten. Noch lange suchten westdeutsche Medien und wahrscheinlich nicht nur diese nach Gründen, warum die eigenen Radaranlagen den Anflug nicht bemerkt hatten. Der 23-jährige Manfred Lorenz sorgte für die dritte „Flugflucht“ und für die erste eines Agrarfliegers der staatlichen DDR-Fluggesellschaft Interflug. Lorenz, Unterleutnant der Reserve, arbeitete bei der Abteilung Wirtschaftsflug in Anklam und saß gewöhnlich auf dem rechten Sitz einer Antonow An-2S. Am 17. September 1964 löste er in Jabel (Kreis Waren) die Bremsen der DM-SKH, überflog im Tiefstflug unbemerkt die Grenze und landete kurz nach 10 Uhr auf einem aufgeweichten Acker zwischen den Gemeinden Hanstedt II und Groß-Liedern im Kreis Uelzen. Zurück blieben Ehefrau und der anderthalbjährige Sohn. Mit der Rückholung des Doppeldeckers wurde Lothar Reymann, Inspekteur Motorflug der HVZL, beauftragt. Reymann hatte 1956 zusammen mit Werner Garitz den ersten Motorfluglehrgang der GST in Neuhausen organisiert (siehe eXtra 9). Mit ihm rückte eine 20 Mann starke Transportkolonne aus Magdeburg an – immerhin wog eine leere An-2 fast 3,5 Tonnen. Woher seine Mitreisenden stammten, blieb Reymann verborgen und Fragen wurden nicht gestellt: „Ich kannte die alle nicht.“ Aber die Truppe bekam nicht allzu viel zu tun, denn die „Anna“ war bis auf die Luftschraube bereits abgerüstet. „Nur den Propeller haben die nicht abgekriegt und als wir uns dranmachten, wurde eifrig zugeschaut.“ Technisch war der Transport auf dem Landweg eine Herausforderung. Das Spornrad wurde auf den Sattelkopf eines LKW vom Typ H 3 A gesetzt. Der Rest folgte als Nachläufer.


Quelle

-Th


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20.08.2009 11:34
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#15
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Hallo,

das sind schon hoch interessante Fluchtgeschichten, wenn man bedenkt, dass einige nicht mal aus dem grenznahen Raum gestartet sind.
Die "DM-SQL"(Foto) ist die, die der Mechaniker nach Lübeck geflogen hat, ohne Flugerfahrung auf diesem Muster und noch einen 3Punkt-Start hingelegt hat...der hatte einfach nur Glück!
Was ist mit der Cessna auf dem Tieflader? Wird sich doch nicht einer im Osten verflogen haben...

MfG



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